Freitag, November 10, 2006

Poker - Backgammon - Eurosport

Die letzten Wochen war recht turbulent. Ich war mehrere Male in Berlin ( Poker-Übertragungen ) und habe dort auch ein bißchen Live-Poker gespielt. Diese Abende in einer privaten Runde sind sehr amüsant und bislang haben sich meine Besuche dort finanziell sehr gut gelohnt. Bei den Turnieren konnte ich bislang durch die Bank gut
abschneiden (1x Platz 1, 1x Platz 3 und 1x Platz 5) und bei den anschließenden Cash-Games konnte ich ebenfalls ganz gut scoren, so dass ich mich auf meine nächsten Berlin-Trips bereits jetzt freue.
Zwischendurch war ich zudem mit meiner Tochter eine Woche in Berlin um ihr diese schöne Stadt ein wenig zu zeigen. Wir haben in den 5 Tagen recht viel unternommen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr die Woche ziemlich gut gefallen hat.
Ende Oktober nahm ich dann an einem NL-Turnier in Dortmund-Hohensyburg teil. Gemeinsam mit meinem Freund Schleppi fuhren wir Donnerstags nachmittags los. Wir waren beide guter Dinge und Markus sagte bereits während der Hinfahrt, dass
er das Gefühl habe wir würden beide recht weit kommen .... sein Gefühl sollte ihn nicht täuschen.
Das Startgeld fürs Turnier betrug 300 $ mit einem optionalen Re-Buy i.H.v. von 300 € sowie einem Add-on á 300 €. Insgesamt waren 120 Teilnehmer am Start. In der ersten Stunde bekam ich recht gute Karten. Einmal AA, zweimal AK und einmal JJ.
Während ich mit AA und Ak alle drei Spiele gewann und meinen Stack gut aufbauen konnte, so warf mich JJ dann allerdings um einiges zurück. Ich hatte vorm Flop standardmäßig ums dreifache des Big Blinds erhöht und bekam einen Caller hinter mir.
Der Flop kam K72 mit 2 Kreuzen und ich setzte die Hälfte des Topfes an. Mein Gegner, der bereits vorher einige Male geblufft hatte und den ich als sehr loose und insegsamt als schwachen Spieler einschätzte, erhöhte dann um meinen Bet. Irgendwie hatte ich nicht das Gefühl, dass er einen K getroffen hatte und für mich kamen hier nur 2 Entscheidungen in Fragen. Entweder Raise all-in oder direkt passen, denn ich hatte genug Chips. Ich entschied mich für Ersteres und ballerte meinen ganzen Stack (ich hatte einiges mehr als er) in die Mitte. Als er in Nullkommanichts callte, wußte ich, dass ich hinten lag und als er mir Pocket Sevens zeigte, erkannte ich schnell meine ungüsntige Lage. Es kam kein J mehr und ich war chipmäßig ungefähr wieder da, wo ich bei Turnierbeginn gestartet bin. Dann kam eine Schlüsselhand für mich. Ich bekamm QQ und raiste wiederum 3 x den BB. Hinter mir der Spieler ging dann all-in und ein weiterer Spieler hielt ebenfalls den Einsatz. Ich befürchtete bereits, dass QQ hier wohl aktuell nicht die beste Hand sein dürfte, aber da
ich noch ein Re-Buy offen hatte und zudem der Preis stimmte, entschloss ich mich zum call und war sehr überrascht, dass meine Damen gegen JJ und AK antraten. Ich musste also "nur" noch ausschitzen, dass keine hohe Karte auf den Tisch gelegt würde und der Croupier tat mir diesen Gefallen sogar. Chips verdreifacht und auf einmal klarer Chipleader am Tisch! Ich bekam dann über mehrere Stunden keine vernünftigen Startkarten, konnte aber immer wieder die Blinds ein Angriff nehmen mit Blättern wie AJ, AT oder 88 (meist ohne gecalled zu werden) und wenn manl jemand mitging, dann konnte ich das Töpfchen i.d.R. mit einem Folgebet am Flop für mich entscheiden.
Es schieden immer mehr Spieler aus, die Zeit verging wie im Fluge und ich konnte mich chipmäßig stetig übern Durchschnittsstack halten.
Als dann nur noch 4 Tische übrig blieben, wurde ich leider an den gleichen Tisch gesetzt, wo mein Kumpel Markus einen tierischen Lauf hatte
und mit seinem Stack den Tisch terrorisierte. Hier lief für mich gar nichts mehr und irgendwie war ich dann ganz froh, dass Markus nach ca. 30 Minuten von der Turnierleitung aufgefordert wurde an einen anderen Tisch zu wechseln. Von nun an lief es bei mir etwas besser und mit AQ bzw. AJ konnte ich entscheidende Töpfe gwinnen. Als noch ca. 16 Mann im Rennen waren, kam eine weitere Schlüsselhand. Bei bereits sehr hoher Blindstruktur bekam ich AT und vor mir machr jemand einen Standardraise. Ich hätte evtl. noch eine Runde warten können, bis ich ausgeblinded würde, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich mich mit AT nicht unbedingt klarer Außenseiter gegen den Raiser sein würde und so entschloss ich mich zum Reraise All-in. Mein Gegner zögerte keine Sekunde mit seienm Call und als ich AK bei ihm sah, wußte ich, dass meine Stunde geschlagen haben könnte und ich knapp vorm Preisgeld die Segel streichen könnte. Der Flop kam QQ9 und als der Croupier
am Turn eine weitere 9 umdrehte, war ich bereits heilfroh. Am River wurde dann jedoch noch eine 10 aufgedeckt und ich konnte den Topf sogar gewinnen. Jetzt hatte ich zwar ein paar Chips vor mir stehen, aber die Blins stiegen immer weiter und die nächste wichtige Hand stand unmittelbar bevor. Ein bis dahin recht tighter Spieler (der aber schon die ganze Zeit über seine schlechten Startkarten am hadern war), raiste UTG auf 50 K.
Dieser Raise passte irgendwie nicht ins Bild (wieso ein so hoher Raise bei Blinds von 5/10 K?). Ich hatte 99 und war mir sehr sicher, dass ich von ihm
maximal AK, aber vermutlich eher ein kleines Paar oder sogar einen kompletten Bluff sehen würde. Ich callte und alle anderen hinter mir passten.
Der Flop kam TT9 und die Sache war gegessen und ich hatte meinen Stack weiter ausgebaut.
Es dauerte nicht viel länger und wir waren alle im Geld. Markus war ebenfalls noch sehr aussichtsreich im Rennen. Dann jedoch verlor er 2 Coinflips
recht unglücklich und der Final Table stand (Markus wurde 11.). Ich hatte einen Medium-Stack und meine Taktik sah so aus, dass ich zunächst auf
solide Startkarten warten wollte und bei Erfolg dann das Risiko leicht erhöhen wollte. Es dauerte nicht lange und die ersten 4 Spieler schieden aus.
Dann kamen mehrere Spiele hintereinander, wo jeweils die Spieler, die All-in gingen, gecalled wurden und die Caller durch die Bank die bessere Hand hatten als die All-in Raiser, aber irgendwie schafften es die Leute zu überleben. Bei normalen Lauf wären wir jetzt nur noch zu Dritt oder Viert gewesen, aber durch diese Vorkommnisse war ich auf einmal der Short-Stack. UTG fand ich dann meine beste Starthand am FT mit A9o und ich ging all-in. Ein Asiate (der vorher schon einige fargwürdide Calls machte) ging aus dem BB mit A4 mit. Cha-Ching, genau, was ich wollte. 70/30 Favorit auf eine Verdoppelung. Der Flop kam gut und als am Turn auch noch eine 9 umgedreht wurde, sah ich bereits wie der sichere Sieger aus. Es lagen jedoch auch 3 Kreuzen auf dem Tisch und mein Gegner hatte das Kreuz As. Es kam natürlich ein weiterer Kreuz mit dem River und ich schied als 6. aus. Zum Trost gab es zwar noch 4.800 €, aber irgendwie konnte mich das nicht richtig trösten, denn ich hatte das Momentum an diesem Abend und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich noch ein paar Plaätze weiter hätte kommen müssen. Für den 11.Platz bekam Markus ebenfalls noch 1.600 € und wir hatten unterm Strich mehr als nur die Spesen raus.

So, nachher geht es mit dem Flieger nach München. Heute Abend steht eine Backgammon-Sendung auf Eurosport2 an und morgen Abend eine weitere Pokersendung auf Eurosport1. Ich bin gespannt, wie es läuft und werde euch im nächsten Blog darüber informieren.

Bis denne
Gruss
Martin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Darf ich dich was fragen?

▪  Hi Potti, wie geht es dir? ▪  Hallo Herr Pott, Sie kennen sich doch in der Pokerszene ganz gut aus. ▪ Potti, d arf ich dich was fragen? ...