Donnerstag, Dezember 10, 2009
Papierkram, Ballett & sibirische Kälte
Die Tage hier sind wunderschön…ich fühle mich pudelwohl und quasi wie zu Hause. Die Zeit vergeht nur leider viel zu schnell und wie im Flug. Die Stadt bietet so ziemlich alles, was eine Millionenstadt auszeichnen sollte. Top-Restaurants, etliche Bowlingcenter, ein 4D-Kino, mehrere Riesen-Shoppingcenter mit ausgezeichneten Einkaufsmöglichkeiten. Im Fußball, Basketball und Eishockey hat Perm auch eine Erstligamannschaft, aber sportmäßig haben wir uns bislang hier nichts angeschaut und werden es wohl auch nicht.
Vom Essen bin ich nicht nur sehr positiv überrascht, sondern schlichtweg begeistert. Ich war im Vorfeld etwas skeptisch diesbezüglich, aber jede einzelne Mahlzeit bislang war unheimlich geschmacksintensiv! Die Preise hier liegen zwar etwas unter denen in Deutschland, aber auch nicht so sehr viel und deshalb ist es kein Wunder, dass viele abends nicht rausgehen können, weil sie es sich einfach nicht leisten können. Der monatliche Durchschnittsverdienst hier liegt bei ca. 500 €!
Krasse Unterschiede gibt es ganz klar in der Lebensqualität. Die Durchschnittswohnung hat ca. eine Größe von 50-60 m² und es leben 5-6 Leute darin. Die Zimmer sind unheimlich klein. Zwar irgendwie gemütlich, aber dennoch wäre das auf Dauer nichts für mich. 1-Familienhäuser gibt es so gut wie gar nicht.
Auf den Straßen sieht alles irgendwie trist, grau und ungepflegt aus. Die Autos sind durch die Bank dreckig, ungewaschen und auch der Straßenverkehr läuft ziemlich chaotisch ab. Man muss schon gut aufpassen beim Überqueren der Straße und da es auch immer recht glatt ist und erhöhte Rutschgefahr besteht, passieren natürlich auch etliche Unfälle.
Noch ein paar Worte zum Papierkram. Das Beschaffen des Visums war ja schon nicht ganz unaufwendig, aber was dann hier auf einen zukommt, ist der absolute Wahnsinn. Innerhalb von 3 Werktagen nach der Einreise muss man sich bei einem Postamt registrieren lassen. Man bekommt dort dann einige Formulare ausgehändigt (alles in kyrillischer Schrift), die dann ausgefüllt werden müssen und bei der Migrationsbehörde abgegeben werden. Zudem muss die Person, die quasi für dich als Tourist verantwortlich ist, noch etliche Dokumente (wie Geburtsurkunde, Wohnungsbesitszertifikat) vorlegen, so dass der Prozess unheimlich komplex wird. Wenn dann alles passt, sollte es mit der Ausreise keine Probleme geben und keine Zusatzkosten entstehen. Bin gespannt, wie es kommenden Montag bei meiner Rückkehr verläuft, aber ich weiß von etlichen anderen Personen, dass man nicht selten noch ordentlich zur Kasse gebeten kann, wenn irgendwas nicht ganz stimmig ist. Beträge von 300-500 € sind hier keine Seltenheit!
Eigentlich sehr schade, denn dieses ganze Procedere macht es Touristen nahezu unmöglich und extrem kostenintensiv nach Russland zu reisen und es bleibt vielen verwehrt dieses wunderschöne Land zu besichtigen.
Wie sehen die letzten Tage aus? Heute oder morgen besuchen wir noch eine Aufführung des Staatsballetts hier in Perm (nach dem Ballett aus Moskau das zweitbeste und bekannteste hier in Russland) und am Wochenende stehen einige Familienfeiern an. Volles Programm!
Nochmal ein kleiner Zusatz zum Wetter:
Die letzten 2-3 Tage waren recht mild …lol…mit Temperaturen um die 12-14 C Minus (und einigermaßen windarm), aber heute und speziell morgen geht es nochmals richtig ab! Für heute sind harte -22 C angesagt und für morgen sogar -24 C. Das wäre alles kein Problem, wenn nicht dieser scharfe eisige Wind hinzukommen würde. Das in Worten zu beschreiben ist einfach recht schwer…man muss es wirklich selbst erlebt haben. Es ist schlichtweg abartig kalt und nach 2 Minuten draußen bist du komplett untertemperiert. Es ist dann aber ein unheimlich angenehmes körperliches Gefühl, wenn man irgendwo einkehrt und der Körper (besonders Gesicht und Hände) so peu á peu auftaut. Ich kann mir aktuell gar nicht vorstellen, wie es noch 2.000 Kilometer weiter östlich auszuhalten ist, wenn in Nordsibirien an manchen Tagen bis zu -65 C herrschen und dazu noch ein frostiger Wind. Das muss die reine Hölle sein!!
Poker
Seit Erreichen des Supernova-Status bei Pokerstars vor einigen Wochen habe ich an 3 VIP-Turnieren Samstags abends teilgenommen und bin jeweils in Geld gekommen. Beim ersten Mal unter knapp 2.300 Teilnehmern gar auf Platz 22 (150 $) gelandet, aber leider am etwas größeren Coup knapp gescheitert. Für Platz 1 hätte es immerhin knapp 12 K $ gegeben.
Auch die letzten Cashgame-Sessions liefen recht erfolgreich, so dass es derzeit keinen Anlass gibt mich über irgendetwas zu beschweren! Et läuft….
Grüße aus Sibirien (na ja…50 Km weiter liegt die offizielle Grenze)
Dosvedanje (das heißt Tschüss)
Potti
Ps: Fotos vom Trip muss ich von zu Hause aus und somit dann nächste Woche nachreichen, da die Bilder allesamt volumenmäßig zu groß sind und mir hier auf dem Laptop das passende Programm fehlt die Fotos zuzuschneiden.
Montag, Dezember 07, 2009
Liebesgrüße aus Russand
Ich bin derzeit in Russland und in der Tat sind die Tage hier recht ereignis- und erlebnisreich. Fangen wir mal von vorn an.
Letzten Donnerstag habe ich mich von Düsseldorf aus über Moskau auf den Weg nach Perm gemacht. Perm liegt gute 2 Flugstunden östlich von Moskau am Uralgebirge an der Grenze zu Sibirien. Es ist die östlichste Stadt Europas. Der Grund meiner Reise? Ja klar…die Liebe! Ich besuche Olga, die ich vor knapp 2 Jahren in Ägypten kennen gelernt habe.
Um in Russland einzureisen, braucht man zunächst ein Visum und dies ist gar nicht so komplikationslos. Viele Dokumente müssen ausgefüllt, Passbilder müssen eingereicht werden, etc. Aber ich hatte diese ganzen Sachen meinem Reisebüro übergeben und 2 Tage vor Abflug waren alle Dokumente komplett und es konnte losgehen. Es war mir bewusst, dass es durchaus ein kleiner Abenteuertrip werden würde/könnte, aber ich liebe Abenteuertrips!!
Der Flug nach Moskau (knapp 3 Stunden mit Air Berlin) verlief sehr gut und dank starken Rückenwindes waren wir sogar 40 Minuten vor der avisierten Ankunftszeit vor Ort. Ich hatte nun 7.5 Stunden Aufenthalt für meinen Weiterflug und ich war mir nicht sicher, ob ich die Zeit am Flughafen verbringen sollte oder das Risiko eingehen sollte nach Moskau in die Stadt reinzufahren um mir zumindest den roten Platz und den Kreml anzuschauen. Etliche (erfahrene) Leute haben mir hiervon abgeraten und eigentlich hatte ich mich schon dafür entscheiden am Flughafen zu bleiben, als ich dort durch Zufall einen Deutschen kennenlerne, der ebenfalls in die City wollte und sich gerade ein Bahnticket hierfür kaufte. Ich entschloss mich dazu mit ihm mitzufahren! Da wir den ersten Zug knapp verpasst haben und eine knappe Stunde warten mussten, wurde das Zeitfenster zwar etwas enger, aber wenn alles glatt geht, sollte es immer noch reichen.
Die Fahrt mit dem Zug dauerte knapp eine Stunde und dann ging das Abenteuer los. Von hier aus mussten wir in die U-Bahn! Ich spreche zwar das eine oder andere Wort russisch, aber meine kyrillischen Buchstabenkenntnisse sind gleich Null. Mein Begleiter hingegen, der genau so wenig russisch spricht wie ich, sich hingegen aber sehr ausgiebig mit den kyrillischen Zeichen auseinandergesetzt hat, schleust uns aber irgendwie in die richtige Metro-Linie und nach exakt 2 Stationen steigen wir aus und sind direkt am roten Platz! Schnell ein paar Schnappschüsse gemacht sowie einen Capuccino getrunken und dann wurde es für mich auch schon wieder Zeit die Rückfahrt anzutreten. Kurze Verabschiedung von Detlef, der sich dann auf den Weg machte sein Hotel in Moskau zu finden (viele Grüße an ihn auf diesem Wege!) und zurück zur Metro. Ab jetzt allein!
Nun unbedingt die richtige Linie zurück zur Bahnstation finden…war die Devise und enorm wichtig, da die Uhr immer weiter tickte und ich natürlich auf gar keinen Fall meinen Weiterflug verpassen durfte! Ich fragte mehrere Personen nach dem Weg, aber bekam leider unterschiedlichste Antworten und Richtungsangaben. Ich musste mich nun auf meinen Instinkt verlassen und da eine Frau bei ihrer Auskunft auch einen recht sicheren Eindruck bei ihrer Anweisung machte, entschied ich mich für die grüne Linie Richtung Süden.
Hier bekomme ich meinen ersten Total-Schweißausbruch! Die Bahn war vollkommen überfüllt. Man kann es sich ungefähr so vorstellen wie bei einem Heimspiel im Westfalenstadion auf der Südtribüne…nur doppelt so eng! Das Abteil nicht klimatisiert und ich hatte eine fette Winterjacke an. Dazu noch mein Laptop dabei…ca. 1000 € sowie alle meine Dokumente in der Tasche und obendrauf noch die Ungewissheit, ob es überhaupt die richtige Linie, geschweige die korrekte Richtung ist, in die ich fahre. Die Suppe läuft mir in Strömen aus allen Poren!!! Nach 2 Stationen bin ich erst einmal heilfroh, dass ich aus diesem Abteil raus kann…in diesem Moment war mir alles andere gerade sogar egal ;-) …aber als ich die Metro-Station verlasse, erkenne ich, dass ich alles richtig gemacht hatte und tatsächlich an der Zugstation zum Flughafen Domodedovo bin! YES!! Und das auch noch ideal in der Zeit, denn genau 2 Minuten später fährt der Zug Richtung Flughafen los und ich komme 2.5 Stunden vor Abflug am Airport an.
Ob ich das alles noch mal so machen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber irgendwie bin ich jetzt glücklich darüber, dass ich dieses Risiko eingegangen bin (und wohl auch einen Schutzengel an meiner Seite hatte!).
Nach gut 2 Stunden Flugzeit lande ich dann in Perm. Die Stadt hat knapp eine Million Einwohner, aber der Flughafen ist wesentlich kleiner als die Bahnhofsstation in Rheda-Wiedenbrück. Wahnsinn! Ich werde vom Airport abgeholt und auch die ersten Eindrücke von der Stadt machen nicht den Eindruck, als wenn ich es hier 11 Tage aushalten sollte und wollte! Diese Eindrücke sollte jedoch spätestens nach 3 Tagen wie ausgewischt sein, denn mittlerweile fühle ich mich hier sehr wohl! Dazu dann später bzw. in einem weiteren Blog mehr und ausführlicher…
Der nächste Hammer kam ca. 1 Tag nach meiner Ankunft! Gute 2 Kilometer entfernt von meinem Appartment fand diese schreckliche Tragödie statt, wo bei einer Brandkatastrophe am Wochenende über 100 Menschen ums Leben kamen. Bereits ca. 10 Minuten nach der Katastrophe erhielten wir per Anruf Nachricht von diesem schrecklichen Ereignis, da der Schwager von Olga bei der Polizei arbeitet und natürlich besorgt um seine Schwägerin war. Es hätte ja auch sein können, dass wir zu diesem Zeitpunkt in besagter Disco waren!
Die Kälte - Halleluja!
Im Vorfeld hatte ich mich ja bereits ein wenig mit den auf mich zukommenden Temperaturen beschäftigt und ich wusste, dass es sehr kalt werden würde und hatte vorsorglich meine wärmsten Sachen eingepackt, aber wie es dann tatsächlich werden würde…das hat meine Erwartungen oder sagen wir besser Befürchtungen weitaus übertroffen!
Gestern waren es Minus 24 Grad! Nun…solche Temperaturen hatten wir in D auch irgendwann mal vor einigen Jahren, aber dazu kommt hier noch ein ziemlich unangenehm starker und sehr eisiger Wind und ich kann euch sagen….es ist der absolute Wahnsinn!!!!
Bereits am ersten Tag bin ich nach einem 30-minütigem Spaziergang sowas von durchgefroren, dass ich mir eine lange Thermo-Unterhose zugelegt habe sowie eine andere Mütze. So geht es jetzt zwar einigermaßen, aber trotzdem bist du völlig durchgefroren, wenn du nur ein paar Minuten draußen bist. Vor allen Dingen im Gesicht zieht es wie Hechtsuppe.
Temperaturen um die -40 Grad sind hier übrigens auch keine Seltenheit, aber wenn die Vorhersagen im Internet passen, dann habe ich Glück und es bleibt bei „milden“ -20 Grad in den nächsten Tagen;-)…reicht auch vollkommen!
So…in den nächsten Tagen dann weitere Eindrücke (und Fotos) sowie dann natürlich auch News zum Pokern!
Eisige Grüße
Potti
Freitag, Oktober 23, 2009
Fotos London-Trip

Typisches London-Wetter...immer am regnen

...immer

Sightseeing

Potti bei der Arbeit mit Kollege Krawinkel

...während Sarah beim Ladies-Event mitspielt

Relaxen in der Lobby

Erinnerungsfoto vor der Tower-Bridge

Two big-fishes auf einem Foto

Als Anti-Bayern Fan konnte ich mir das Foto mit Teddy Sheringham natürlich auch nicht entehen lassen;-)

Und Lewis Hamilton sagte auch kurz Hallo!

2 Pokerschüler von mir! Kann Sarah nachziehen?
Mittwoch, Oktober 21, 2009
Reisestress & guter Pokerlauf
Sonntag, September 13, 2009

Im Hafenviertel von Barcelona herrscht immer reger Trubel!!!

Das Wahrzeichen der Stadt...die Sagrada familia

Die riesige Stierkampfarena inmitten der City...

Eines der berühmten und imposanten Gaudi-Häuser

...und überall wird man mit dem FC Barcelona konfrontiert!

Elky und Mike McDonald hatten große Chancen auf einen zweiten EPT-Titel, aber beide schieden kurz vorm Final Table aus.

Final Table mit extrem spielstarker Besetzung und Action pur. Das Kommentieren hat unheimlich Spaß gemacht!

Carter Phillips holt sich den Siegerpokal und 850.000 € Siegprämie!

Am Strand ist von April bis Oktober jeden Tag die Hölle los!

Da darf ich natürlich auch nicht fehlen...lol
había mucha acción en EPT Barcelona y ella se reúne eran muy hermosos
Es gab gute Action beim EPT in Barcelona und die Reise war sehr schön...soll das auf Spanisch (hoffentlich) heißen und im wahrsten Sinne des Wortes ging es in der Hauptstadt Kataloniens sehr heiß her. Bei Außentemperaturen um die 30 C ging es im Casino genauso heißblütig zu wie 100 Meter weiter am weißkörnigen Sandstrand und an die 500 Teilnehmer á 8.000 € Startgeld hatten gemeldet beim zweiten Stop der EPT Saison 6.
Aus deutscher Sicht lief es zwar bis zum drittletzten Tag sehr gut und 12 Spieler schafften es ins Preisgeld, aber ganz nach vorn bzw. an den Final Table kam dann leider doch keiner und Joram Voelklein (bekannter deutscher Schauspieler; siehe Wikipedia) auf Platz 20 schnitt noch am besten ab. "Mein Pferdchen" Malte Strothmann, an dem ich wie fast üblich 3% hielt, rettete sich mit gutem Timing so gerade ins Ziel -sprich Preisgeld- und konnte 12.000 € gewinnen.
Gewonnen hat das Turnier und somit die 850.000 € für Platz 1 letztendlich ein junger Amerikaner namens Carter Phillips. Der Pokerstars Online-Qualifikant spielte an den letzten beiden Tagen sehr überzeugend auf und setzte sich am Ende verdient gegen den erfahrenen Briten Marc Goodwin im Heads-Up durch.
Obwohl es jetzt bereits mein 4.Trip nach Barcelona war, so war es heuer doch das erste Mal, dass ich richtig viel von der Stadt zu sehen bekam. Eine schöne Sightseeing-Tour mit dem Bus sowie einige ausgedehnte Spaziergänge bei strahlendem Sonnenschein durch den Kern der Stadt brachten viele wunderschöne Ecken dieser bezaubernden Stadt zutage. Einige Fotos lade ich separat hoch.
London ist die nächste Station und ich werde auf jeden Fall vom 5. bis zum 8.Oktober zur Übertragung des EPT-Livestreams dorthin fahren. Wird sicherlich ein Hammer-Turnier, da zu diesem Zeitpunkt wohl alles, was in der Pokerszene Rang und Namen hat, in London aufkreuzen wird. Evtl. werde ich aber auch noch für einen einzelnen Tag zur Übertragung des Final Tables des Highroller-Events am 2.Oktober in die Hauptstadt Englands reisen. Das ist aktuell noch nicht ganz geklärt.
Es gibt aber auch noch weitere gute Neuigkeiten. Mein Zehnkampf-Gegner George Danzer konnte sich am vergangenen Freitag den Poker-WM-Titel beim Event #19 (320 $ Pot Limit Omaha) der Online-Weltmeisterschaften sichern und hierfür 110.000 $ kassieren. Glückwunsch George! Das wird seine Niederlage beim Zehnkampf, der hoffentlich bald in die nächsten Runden geht, ganz bestimmt nicht so schmerzhaft empfinden lassen...lol
So...heute Abend geht es endlich auch mal wieder zum LIVE-Poker nach Gütersloh. Bin gespannt, ob und wie sich die Pause auf mein Spiel auswirken wird. Bericht und Ergebnis folgen.
Viele Grüße
Potti
Mittwoch, August 26, 2009
Kiev стоил поездки & Maxim Lykov neuer Poker-Superstar?!
Normalerweise bereite ich mich auf meine Reisen schon gewissenhaft vor und suche mir im Vorfeld auch raus, wie ich z.B. am schnellsten & günstigsten vom Flughafen zu meinem Hotel komme, aber dieses Mal war ich ein wenig mangelhaft vorbereitet und die Quittung hierfür bekam ich auch gleich zu Beginn meiner Reise, als man mir für die Taxifahrt vom Airport zum Hotel gesalzene 50 € abnahm.
Nun…die Strecke betrug sicherlich an die 25 KM und in Deutschland wären die 50 bezahlten Euros evtl. auch völlig normal gewesen, aber wenn man bedenkt, dass man in Kiev für 50 € z.B. 10 Stangen Zigaretten oder alternativ auch 20 Flaschen Vodka hätte kaufen können, dann muss man kein Prophet sein um festzustellen, dass ich hier bereits ordentlich übers Ohr gehauen wurde…aber ich hab’s ja;-)
Das Turnier an sich war mit lediglich 300 Teilnehmern sicherlich eines der kleineren auf dem Circuit, aber mit Gus Hansen und Shaun Deeb sowie einigen anderen Pokerstars (Ivan Demidov, Alexander Kravchenko, Dario Minieri, Luca Pagano, Katja Thater) war es qualitativ schon recht gut besetzt und es wurde von Thomas Kremser und seinem Team wieder einmal vorzüglich organisiert.
Gewonnen hat das Event ein junger russischer Spieler namens Maxim Lykov. Ob dieser 21-jährige Russe schnell wieder von der Bildfläche verschwinden wird oder vielleicht auch einer der absoluten Poker-Topstars in den nächsten Jahren werden wird, dürfte sehr interessant werden zu beobachten.
Mich auf jeden Fall hat dieser extrem aggressiv & focussiert spielende Lykov bereits während des Livestreams absolut überzeugt und ich bin ein regelrechter Fan von ihm geworden. Er hat meines Erachtens diesen Turniersieg absolut verdient errungen.
Bestätigung für meine Meinung erhielt ich am Sonntag Abend, als wir Kommentatoren mit den Mitarbeitern der Produktionsgesellschaft noch ein Bierchen zusammen tranken und ich ein Gespräch mit einer der Personen hatte, die während der gesamten Zeit im Truck saßen und somit auch Einsicht auf die Holecards der Spieler hatten. Ohne, dass er mir nun detaillierte Hände verriet, so sagte dieser Mitarbeiter, dass er in den 2 Jahren, seit dem er nun diesen Job mache, noch nicht einen Spieler gesehen hätte, der so “druckvoll & geil“ gespielt hätte wie dieser Maxim Lykov. Gepaart aber mit einem absoluten Feeling für die Gegner, so dass er Bluffs seiner Kontrahenten gut enttarnen konnte, eigene gute Hände entsprechend rechtzeitig weglegen konnte, wenn die Luft zu heiß wurde und seinerseits gut getimte Bluffs ansetzte, wenn er Schwäche bei den Gegnern vermutete…merkt euch diesen Namen!
So…war gab es sonst noch in Kiev? Während ich das Essen eher als gerade ausreichend oder evtl. gar mangelhaft bezeichnen würde, so war das Nightlife in der ukrainischen Metropole absolut Weltklasse. Bei einem Kurzbesuch des Clubs “Arena“ verschlug es mir jedenfalls die Sprache, denn nie zuvor habe ich eine Ansammlung von so vielen hübschen & gut gelaunten Frauen gesichtet. Die Musik war toll und die Atmosphäre ansteckend, so dass es auch nicht lange dauerte, bis auch ich mich auf der Tanzfläche wiederfand und diese auch für längere Zeit nicht wieder verließ. Da aber ein harter Arbeitstag bevorstand, ging es relativ früh wieder zurück ins Hotel ;-)
Das Kommentieren des EPT-Livestreams mit meinem Kollegen Krawinkel sowie den Gastkommentatoren Dragan Galic, Jonas Kronwitter, Joram Voelklein sowie Michael Meyburg war ebenfalls sehr kurzweilig, so dass die Tage wirklich wie im Flug vergingen.
Am Montag stand dann bereits die Rückreise auf dem Programm. Ich war bereits früh aufgestanden und da der Rückflug erst nachmittags anstand, nutzte ich Zeit um nochmals in die Stadt zu gehen. Es war der 18.Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit (von Russland) und es war eine riesengroße Militärparade angesagt. Großer Nationalfeiertag – und es waren Hunderttausende von Zuschauern ins Zentrum gepilgert um sich dieses Spektakel zu sehen.
Habe zwar auch ein nettes kleines Video gedreht, aber irgendwie ist dieses leider zu groß um es upzuloaden. Stelle stattdessen zumindest ein Foto ein von einer dieser geschätzten 300(!?) Militärkompanien (alle in verschiedenen Uniformen) ein. Auf der Prachtstraße Kiev’s standen diese Soldaten ungefähr 2 Km lang in 5er Reihen nebeneinander und vor ihnen fuhren dann die Präsidenten und Generäle in Oldtimern oder Militärfahrzeugen zur Salutierung vorbei. Alles recht beeindruckend und wirklich klasse anzusehen!
Ansonsten gibt es eigentlich nichts Neues zu berichten. Nach dem Barcelona-Trip, der ja bereits Ende nächster Woche ansteht, werde ich das nächste Mal updaten.
Viele Grüße
Potti
Dienstag, August 11, 2009
Zehnkampfduell hui & Poker pfui
Fangen wir mal mit dem Pokern an.
Online lief weiterhin nur die Nase bei mir und ich habe sowohl den Juni als auch den Juli mit einem kleinen Minus abgeschlossen. Wüßte nicht, dass mir dies in den letzten 6 Jahren 2 Monate lang nacheinander gelungen ist…na ja, irgendwann ist immer das erste Mal.
Ab Oktober werde ich aber Online wieder voll angreifen und dann hole ich mir mein Geld inkl. Zinsen wieder zurück. Mit Garantieschein!
Bei meinen Cashgame Live-Einsätzen hingegen lief es ausgesprochen gut. Spiele derzeit relativ regelmäßig (1-2 Mal die Woche) in einer kleinen privaten & sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Runde hier in der näheren Umgebung und konnte doch glatt 10 Sessions in Folge mit Gewinn abschließen. Letzten Donnerstag ist diese schöne Serie aber leider mit einem leichten Minus gerissen. Kann hier leider nichts über konkrete Hände oder gar Schwächen der Gegner berichten, da einige der Jungs diesen Blog regelmäßig lesen und ich will ja nicht zuviel von meiner zumindest noch momentan erfolgreichen Strategie verraten;-)...Hallo Carsten!
Auch bei unserer Verler Pokerrunde liefen die beiden letzten Monatsturniere ganz ordentlich. Während im Juni nur 11 Spieler teilnahmen (hier wurde ich 3.), so konnte ich das Turnier im Juli bei 21 Teilnehmern gewinnen und habe meinen Vorsprung in der Gesamtwertung somit weiter ausbauen können. Der Drops ist zwar noch nicht ganz gelutscht, da noch 5 Turniere in diesem Jahr stattfinden und Burkhard und Thilo immer noch in zumindest halber Schlagdistanz an Position 2 bzw. 3 stehen, aber ich bin recht optimistisch/sicher, dass ich meine Führung bis zum Jahresende werde behaupten können (hm...Hochmut kommt vor dem Fall!).
Beim August-Turnier am 21.8. werde ich allerdings schon mal nicht teilnehmen können, da ich an jenem Wochenende in Kiev (Ukraine) verweilen werde. Dieser überraschende Auftrag kam am letzten Wochenende rein. Ich freue mich schon riesig darauf, dass die EPT-Saison nun endlich wieder losgeht und ich nicht nur viele der Spieler wiedersehe, sondern ich auch wieder mit meinen Kollegen kommentieren (und natürlich auch feiern;-) kann. Nach Kiev stehen dann auch gleich die nächsten Einsätze auf dem Programm. Vom 6.-10.September geht es nach Barcelona und vom 5.-8.Oktober dann nach London. Zwischendurch steht noch ein 1-wöchiger Kurzurlaub in der Türkei auf dem Programm.
Da in der Zwischenzeit zudem noch einige Moderationen von Pokerabenden zu absolvieren sowie fürs ROYAL FLUSH eine Artikel zu schreiben sind, werden die nächsten 7-8 Wochen sicherlich wie im Fluge vergehen und es wird definitiv keine Langweile aufkommen.
Mein Sportprogramm läuft ebenfalls weiter auf Hochtouren. Spiele immer noch 1-2 Mal die Woche Tennis, schwenke mich regelmäßig auf meinen Drahtesel um 5-10 km zu fahren und ab und an jogge ich auch ein wenig. Letzteres macht mir jedoch am wenigsten Spaß, obwohl es sicherlich die idealste Sportart wäre um ein paar Kilos (na klar…Bauchbereich, wo sonst!?) abzunehmen. Bin dafür aber irgendwie zu faul oder zu bequem und ich kriege da meinen eigenen Schweinehund einfach nicht so leicht überwunden.
Dass aber das regelmäßige Betreiben von Sport auch bereits die ersten Früchte getragen hat, zeigt allein die Tatsache, dass ich bei der Neuauflage meines Zehnkampfes gegen Pokerpro George Danzer erst einmal mit 2:0 in Führung gegangen bin
.
Beim Backgammon habe ich ihn relativ sicher & schwitzfrei mit 15:4 deklassieren können und beim Tennis reichte es zu einem knappen 6:3, 6:4 Erfolg.
Beide Disziplinen hatte ich gegen George bei unserer Erstauflage verloren und somit bin ich nunmehr doch recht optimistisch, dass ich die Revanche dieses Mal gewinnen kann/werde. Zumal mit Badminton und Kartfahren noch 2 Disziplinen auf dem Programm stehen, wo ich eigentlich nur verlieren kann, wenn irgendwas ganz Unvorhergesehenes passiert. Und selbst dann wird’s schwer für George;-)
Aber unterschätzen werde ich ihn natürlich trotzdem auf alle Fälle nicht; immerhin hat er mit Bowling, Kicker, Poker & Golf noch 4 Sportarten dabei, wo er als glasklarer Favorit ins Rennen geht. (denkt er zumindest …beim Pokern sehe ich es genau andersherum;-)
George ist derzeit zu TV-Aufnahmen für die DSF-Highstakespokerrunde in Österreich, aber sobald er wieder hier ist, wird es in die nächsten Runden gehen. Kicker, Dart und Golf stehen als Nächstes an. Werde von den Ergebnissen berichten und beim nächsten Mal evtl. sogar ein kleines Video oder zumindest aber ein paar Fotos hier einstellen.
So…werde mich direkt nach dem EPT Kiev Turnier mit einem kleinen Erlebnisbericht melden. Bis dahin sonnige Grüße
Potti
Startzeiten für die EPTLIVE-Übertragung aus Kiev: 22.+23.8 jeweils ab 11.00 Uhr
Samstag, Juni 13, 2009
Ein paar Fotos vom Asientrip

Schweinegrippenprüfung bei der Ankunft in Shanghai. Oder wurde uns doch ein Mikrochip eingelasert?

Eine der Skylines Shanghai's

Auch die Chinesen zocken. Hier beim Mühle für Fortgeschrittene.

Wir wollten erst kaufen, aber es war uns zu risikoreich. Zu oft wird man am Zoll gecalled und ich bin mir nicht 100%ig sicher, ob alle Gefängnisse auch W-LAN haben.

Das einzige 7-Sterne-Hotel der Welt. Von links nach rechts: Sven, Icke, Jens & Ulf

Das höchste Gebäude der Welt. Derzeit 800 Meter, aber potentiell auf 1100 Meter erweiterbar.
Mittwoch, Juni 10, 2009
Shanghai, Dubai & Poker-Antilauf
Zunächst 3 Tage Shanghai und anschließend 3 Tage Dubai. Alle Flüge zusammen (Düsseldorf-Dubai-Shanghai-Dubai-Düsseldorf mit der Airline Emirates) kosteten uns lediglich 350,- €. On Top dann natürlich die Hotelübernachtungen, Verpflegung, Eintrittskarten für die beiden Länderspiele unserer Fußball-Nationalmannschaft gegen China bzw. die Emirate sowie ein bisschen Taschengeld fürs Shoppen, was besonders in Shanghai der absolute Hammer war und extrem viel Spaß bereitet hat.
Aber mal ganz von vorn.
Vor den langen Flugzeiten hatte ich im Vorfeld schon ganz schön Bammel. 7 Stunden bis Dubai, 4 Stunden Aufenthalt und dann nochmals knapp 9 Stunden weiter nach Shanghai.
Aber es war halb so wild, was unter anderen daran lag, dass wir besonders auf dem 2.Flug ordentlich Beinfreiheit hatten und zudem jeder Passagier eine Spielkonsole vor sich hatte, wo man entweder gegen den Computer zocken konnte oder aber auch interaktiv gegen andere Fluggäste. Sei es Poker, Backgammon, Schach, Dame, Kniffel, Tetris…das Angebot war riesig und wenn man erst einmal im Spielrausch ist, dann vergehen 9 Stunden auch relativ schnell. Auf dem Hinflug habe ich bis auf 2 Kniffel-Duelle gegen Ulf alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Eine geschätzte Bilanz von 30:2…(beim Tetris habe ich den All-Time Highscore von Emirates geknackt). Auf dem Rückflug war ich übrigens bis kurz vorm Ziel sogar komplett ungeschlagen, bis mir Sven beim Kniffel mit seinem letzten Wurf, wo er 4 Sechsen benötigte und dann sogar 5hinzauberte, bereits im Landeanflug doch noch meine weiße Weste befleckte.
In Shanghai am Airport geschah dann etwas Unerwartetes. Wir hatten bereits an unserem Gate angedockt und waren eigentlich bereit zum Aussteigen, als der Captain per Lautsprecher durchsagte, dass die chinesische Einwanderungsbehörde nun einen „Schweinegrippencheck“ bei jedem Passagier durchführen würde. Zunächst sorgte dies zwar für ein bisschen Aufruhr bei den Gästen, aber als auf einmal 6 in weißen Schutzanzügen gekleidete und mit etlichen Instrumenten ausgestattete Servicekräfte den Passagierraum betraten, war es auf einmal mucksmäuschenstill an Bord. Jeder Gast wurde mit einer Laserpistole auf Temperatur (und was weiß ich noch) durchleuchtet. Es hatte schon etwas klein wenig Beängstigendes an sich…Big Brother!
Wobei ich mir bis heute immer noch nicht 100%ig sicher bin, ob das Ganze nicht ein absoluter Fake war seitens der Chinesen und diese ganze Aktion nur wegen mir durchgeführt wurde um mir halt eben einen kleine Chip in die Stirn einzulasern, damit die Regierung für die nächsten 3 Tage auch zu jeder Tag- und Nachtzeit Bescheid wusste, wo ich mich aufhalten würde. Immerhin hatte ich Idiot ja beim Visumsantrag JOURNALIST als Berufsbezeichnung angegeben und nur unter widrigen Umständen meine Einreiseerlaubnis, und diese auch nur verkürzt im Verhältnis zu meinen mitreisenden Kollegen(!), erhalten…;-)
Die Stadt Shanghai dann hat mich absolut überzeugt. Zwar gab es reichlich Baustellen aufgrund der dort im nächsten Jahr stattfindenden EXPO und wir mussten daher auf die Besichtigung einiger Locations verzichten, aber das, was ich gesehen habe, hat mir unglaublich gut gefallen. Vor allen Dingen aber haben mich die Chinesen an sich unheimlich beeindruckt. Die Leute waren einfach durch die Bank TOP drauf. Immer nett und zuvorkommend…einfach lebenslustig & positiv eingestellt. Und vor allen Dingen immer geschäftstüchtig! Ich wäre in Shanghai gern noch 1-2 Tage länger geblieben (vermutlich auch, weil in etwa ahnte, was mich in Dubai erwartete, da ich vor etlichen Jahren ja bereits einmal dort war und besonders das Klima dort mir bereits im Vorfeld Bauchschmerzen bereitete), aber unser Reiseplan stand und nach 3 Tagen ging es also vom fernen Osten zurück in den mittleren Osten…in die Emirate zu den Scheichs nach Dubai.
Bereits, als wir aus dem Flugzeug ausstiegen und kurz übers Rollfeld mussten, bekam man eine kleine Vorahnung von den unmenschlichen Temperaturen, die dort herrschten. 46 C bei unserer Ankunft. Du denkst du stehst mitten in der Sauna nach einem Aufguss! Die Suppe läuft dir aus allen Poren und durchtränkt alles, was du anhast. Einfach nur pervers. Kurz zum Hotel, eingecheckt und dann direkt weiter zum Strand. Dort bekam der erste von uns bereits einen kleinen Kreislaufkollaps aufgrund der hochgradigen Temperaturen und der ohne Gnade auf unsere Häupter einstrahlenden Sonne. Von Tag zu Tag aber gewöhnten wir uns immer besser an die Hitze und konnten somit mehr unternehmen. Alle Sehenswürdigkeiten der Stadt wurden mehr oder weniger schnell abgeklappert & abgehakt. Das höchste Gebäude der Welt (derzeitiger Baustand bei gut 800 Metern), eine gebaute Skihalle inmitten der Wüste sowie natürlich das einzige 7-Sterne-Hotel der Welt, das Burj al Arab sowie die vielen Märkte im Kern der Stadt, auf denen man neben Gewürzen & gefakten Klamotten auch „günstig“ Gold hätte einkaufen können.
Ach ja…2 Fußballspiele gab es auch noch. In Shanghai gab es ein 1:1 gegen China und in Dubai gewannen die Deutschen 7:2 gegen die Emirate. 2 Spiele, die man sicherlich recht schnell vergessen wird und auch nicht unbedingt gesehen haben muss.
Pokertechnisch liefen die letzten 6 Wochen abartig schlecht. Zwar habe ich nicht allzu viel gespielt, aber wenn ich aktiv wurde, dann hat es durch die Bank ordentlich einen auf die Mütze gegeben. In 2 Online-Sessions hat es sogar richtig Hiebe gegeben und ich bin beide Male nach einigen Mini Bad Beats komplett heiß gelaufen und habe im Tilt-Modus ordentlich Chips verdonkt. Richtig ordentlich!
In einer Cashgame Live-Session gegen überaus schwache Konkurrenz vor knapp 3 Wochen hat sich mein Negativlauf dann weiter fortgesetzt und das war das ultimative Signal für mich eine Pause einzulegen. Denke jedoch, dass ich in 1-2 Tagen wieder angreifen werde und im Limit Holdem anfange zu grinden. 6-7 Tische / 3-6 bzw. 5-10 $ Limit Holdem bei Stars; eigentlich eine unverlierbare Konstellation….zumindest mittelfristig…hoffe ich zumindest…lol
Etwas Positives gibt es allerdings auch noch zu berichten. Während ich bei unserem monatlichen Pokerturnier in Verl Platz 5 erreichte und als Bubble-Boy endete, so konnte mein Pokerschützling Sarah bei ihrem LIVE-Debüt gleich einen hervorragenden 3.Platz (50 €) bei 16 Teilnehmern belegen. Eine Woche später bei einem Turnier ’außer der Reihe’ in gleicher Runde mit einem noch höheren Startingstack wurde ich Dritter (50 €) und Sarah sogar Zweite für 100 €(!). In der Jahresgesamtwertung habe ich meinen Vorsprung somit recht ordentlich ausbauen können und Sarah hat bei ihren ersten beiden LIVE-Auftritten eine Cashbilanz von 100%! Das hat ihren Trainer natürlich nicht zu Unrecht sehr stolz gemacht. Aufgrund anstehender Klausuren und einem anschließenden 3-monatigen Praktikum werden wir das Pokercoaching allerdings vorübergehend erst einmal auf Eis legen.
Bei der WSOP in Las Vegas läuft es für die Deutschen derzeit mindestens genauso schlecht wie für mich beim Cashgame. 19 Events sind absolviert und außer einem einzigen 2.Platz (Fabian Quoss) steht noch nichts Erwähnenswertes zu Buche. Ich kann mich allerdings noch allzu gut an letztes Jahr erinnern, als der Start der WSOP für die Deutschen ähnlich grausam verlief und es dann auf einmal 3 Bracelets innerhalb von nur wenigen Tagen hagelte. Wollen wir hoffen, dass der Knoten auch in diesem Jahr recht bald platzt. Allerallerspätestens zum Main-Event, denn hier halte ich 5% an meinem Lieblingspferdchen Malte Strothmann!
So…ein paar nette Fotos vom Asientrip werde ich etwas später ebenfalls uploaden.
Viele Grüße
Potti
Dienstag, Mai 12, 2009
Wie spiele ich AK hier & Visum verweigert
So…die fünfte EPT Saison ist beendet. Und mit welchem grandiosen bzw. spektakulären Finale sie zu Ende ging! Jeder, der Live den Stream verfolgt hat, weiß wovon ich rede, aber für diejenigen, die es nicht gesehen haben sollten, sei hier noch mal erwähnt, dass der spätere Sieger Pieter de Korver aus den Niederlanden zu einem gewissen Zeitpunkt lediglich noch 385.000 Chips vor sich stehen hatte (bei Blinds von 80 und 160 K!), während genau zu dieser Zeit der Norweger Dag Martin Mikkelsen über 17 Millionen Chips besaß. Etwa 30 Minuten später war der Norweger als 4.Platzierter ausgeschieden (!) und die 17 Millionen Chips befanden sich beim Holländer. Eine Sequenz von Händen, wie man sie selten in einem so großen & wichtigen Turnier zu sehen bekommt.
In der letzten Woche habe ich dann mit Rolf Kalb zusammen noch eine Backgammon-Sendung auf Eurosport kommentiert und einige Pokersessions (Online & Live) gespielt und ausnahmslos recht gute Ergebnisse erzielt. Die 3-4 Wochen Pokerpause haben mir anscheinend recht gut getan.
Letzten Freitag bekam ich dann einen Anruf von der chinesischen Botschaft aus Berlin. Da ich bei meinem Visumsantrag für die anstehende China-Reise Ende des Monats „Journalist“ als meine Berufsbezeichnung angegeben hatte, hat die Botschaft mir das Visum mit der Begründung verweigert, daß meine Reise evtl. ja politischer Natur sei. Hhmmm…mich am Telefon darüber aufzuregen oder das Ganze sogar ins Lächerliche zu ziehen schien mir jetzt überhaupt nicht angebracht…also schnell geschaltet und klargemacht, dass ich in keinster Weise politische Absichten mit meiner Reise habe (und darüber hinaus sowieso politisch total uninteressiert bin…stimmt ja auch;-) und nachgefragt, was man denn jetzt noch machen könne. Die gute Dame verlangte anschließend von mir eine schriftliche eidesstattliche Versicherung, dass die Reise ausschließlich privater & touristischer Natur ist und zudem mußte ich alle Reisedokumente (Flugdaten sowie Hotelvoucher) nach Berlin faxen. Jetzt hoffe ich, daß die Botschaft Gnade vor Recht ergehen läßt und ich das Visum doch noch durch die Hintertür erhalte. Sicher bin ich mir jedoch noch nicht!
Kommenden Freitag steht abermals das Monats-Pokerturnier in Verl statt. Zum einen bin ich sehr gespannt, ob Burkhard seinen Lauf fortsetzen kann (3.Sieg in Folge?) und zum anderen wird Sarah ihr Live-Debüt geben. Auch darauf bin ich natürlich sehr gespannt. Bei ihren ersten beiden Turnieren (online) hat sie sich tapfer geschlagen und jeweils 9/10 der Teilnehmer hinter sich gelassen. Auch in den Cashgames macht sie sich gut und den ersten Limitaufstieg hat sie hinter sich. 5/10 c wird jetzt gerockt und auch hier sind die ersten Sessions prima angelaufen. Ob es jedoch dann tatsächlich etwas wird mit dem vorgegebenen Ziel wird im Sommer bereits 50/1 $ zu schlagen, kann ich derzeit noch nicht genau sagen, aber bislang läuft jedenfalls alles nach Plan. Wie sie sich dann in Verl in dieser doch mit etlichen erfahrenen Spielern gespickten Live-Runde schlagen wird…in der nächsten Woche gibt’s dazu sicher einen kleinen Bericht.
So…mein neuer Bomber (Fiat Punto) ist endlich auch angeliefert und die ersten Eindrücke sind sehr gut. Leider hat es mit der Abwrackprämie (noch) nicht so richtig hingehauen, aber die staatlichen Mühlen ticken nun mal etwas langsamer und lt. meinem Autohändler ist es nur eine Frage der Zeit. Wichtig jedoch ist, dass ich wieder mobil bin.
Die letzten Blogeinträge kamen pokertechnisch oftmals ein wenig zu kurz. Dieses Mal jedoch habe ich eine Hand vom Final Table aus Monte Carlo, die vor Ort bereits sehr viel Diskussionen ausgelöst hat und auch bei der Besprechung im Freundes- und Bekanntenkreis gingen die Ansichten recht schnell & weit auseinander. Ich möchte euch die Hand daher ausführlich darstellen und euch um eure Meinung hierzu in Form eines Kommentars bitten!
Ich versuche alle Eckdaten zu dieser Hand so ausführlich & präzise wie möglich zu beschreiben! Zu dem Zeitpunkt, als diese Hand auftrat, waren noch alle 8 Teilnehmer des Final Table’s im Rennen und die Chipcounts vor genau jener Hand sahen wie folgt aus:
Dag Martin Mikkelsen 6,920 Mio.
Matthew Woodward 5,155 Mio.
Peter Traply 4,510 Mio.
Mikhail Tulchinsky 3,185 Mio.
Eric Qu 2,860 Mio.
Daniel Zink 2,580 Mio.
Alem Shah 1,830 Mio.
Pieter De Korver 1,125 Mio.
Die Blinds stehen bei 50.000/100.000 (Ante: 10.000). Es liegen also in jedem Pott schon einmal 230.000 Chips von Beginn an (1 M = 230.000). Alem Shah liegt z.B. bei einem M von knapp 8 und der Holländer hat lediglich noch ein M von knapp 5.
Zusätzlich sollte man noch wissen, wie die Preissprünge sind:
Platz 1: 2.300.000 €
Platz 2: 1.300.000 €
Platz 3: 800.000 €
Platz 4: 600.000 €
Platz 5: 470.000 €
Platz 6: 350.000 €
Platz 7: 250.000 €
Platz 8: 170.000 €
So…Pieter, Alem und Daniel passen. Matthew Woodward, der in jener Phase recht aktiv ist und viele Pötte raised, erhöht auf 250.000 und direkt hinter ihm reraised der Chipleader Dag Martin Mikkelsen (der natürlich weiß, dass Matthew mit vielen und auch nur mittelmäßigen Händen eröffnet) auf 625.000. Direkt dahinter –am Button- sitzt der Ungar Peter Traply. Auch er weiß natürlich, dass Matthew mit vielen Händen eröffnet und der Mikkelsen mit vielen, nicht unbedingt Premium-Händen drüber geht. Der Ungar hält AK! So…was macht man hier? Was macht ihr hier mit AK?
Rereraise All-in? Oder Call und abwarten, ob ein A oder ein K am Flop aufgedeckt wird? Oder Passen, um einfach in dieser Phase kein sonderliches Risiko einzugehen gegen einer der beiden Spieler, die mehr Chips haben als man selbst, auszuscheiden? Immerhin sind sowohl der Deutsche Alem Shah und der Holländer de Korver shortstack und wenn die beiden ausscheiden, hat der Ungar bereits 350.000 € sicher!
Alternativ evtl. ein Miniraise auf ~ 1,2 Millionen um Asse oder Könige zu repräsentieren und bei einem Push vom US-Amerikaner oder vom Norweger dann die Hand doch noch zu folden? Es gibt viele Möglichkeiten AK in dieser speziellen Situation zu spielen. Ich habe die Hand bereits mit Profis wie Benjamin Kang, Daniel Drescher, Malte Strothmann oder Matthias Kürschener durchgesprochen und alle waren sich hinsichtlich des korrekten Spielens dieser Hand absolut einig! Ich hingegen und auch einige meiner Pokerbuddys sind absolut anderer Meinung und wir lassen uns auch nicht wirklich von unserem Standpunkt abbringen…ostwestfälische Dickköpfe halt ;-)
Der Ungar auf jeden Fall ging All-In mit seinen 4,5 Millionen Chips, der US-Boy paßte und Mikkelsen überlegte 1-2 Minuten, entscheid sich dann zum Call mit QQ und diese hielten auch bis zum Schluß und der Ungar war ausgeschieden und belegte einen für seine Ausgangsposition enttäuschenden 8.Platz für 170.000 €.
Wie hättet ihr es aus Sicht des Ungarn in dieser Situation am FT des EPT Monte Carlo gespielt? Meinungen nicht nur erwünscht, sondern sogar erbeten!
Einige schöne Erlebnisse aus Monte Carlo werde ich in ca. 2-3 Wochen veröffentlichen, da ich erst noch das Erscheinen des Magazins Royal Flush abwarten muß, da auch hier ein paar kleine Storys abgedruckt werden. Anbei aber schon mal das Foto von meinem Hotelzimmer aus dem Fairmont-Hotel, dass ich im letzten Blog bereits angekündigt habe.
Ciao
Potti
Freitag, Mai 01, 2009
Pokertanz in den Mai
Es tut mir leid, aber jetzt muss ich mal ein bisschen auf die Kacke hauen. Hier in Monte Carlo ist es oberhammergeil! Im Hotel habe ich gestern beim Einchecken gleich mal ein Upgrade erhalten und ein Zimmer mit tollem Meerblick zugeteilt bekommen. Mein Zimmer hat einen Überhang zum Meer und ich könnte morgens „zum wach werden“ von meinem Balkon mit einem Köpper direkt ins Mittelmeer springen; sind allerdings geschätzte 15 m Höhe und ich weiß nicht, ob der Einschlag ins Wasser meiner “Festplatte“ so gut tun würde (obwohl…so `ne kleine Defragmentierung könnte ich glaub auch mal gebrauchen…lol).
Gestern Abend bin ich gegen 1.30 Uhr ins Bett und heute Morgen wurde ich noch vorm Klingeln meines Weckers wach, da ich einen Schmerz in meinen Augen verspürte. Es war aber keine Bindehautentzündung, sondern es war die Sonne, die bereits mit voller Kraft in mein Zimmer strahlte. Ich schaue nach draußen und entdecke 2 riesige Kreuzfahrtschiffe, die in ungefähr 100 Meter Luftlinie von meinem Balkon aus geankert hatten. Einfach ein genialer & träumerischer Anblick, den ich natürlich sofort per Foto festgehalten habe (reiche ich nach, da ich das Kabel zum Überspielen auf den Laptop nicht mit habe)..
Pokertechnisch hält das Finale hier im Fürstentum bislang ebenfalls, was es im Vorfeld versprochen hat. Derzeit sind unter den noch 139 (von 934 gestarteten) verbliebenen Spielern noch unheimlich viele Top-Stars im Turnier, aber auch etliche Deutsche kämpfen noch um den Preispool, der dieses Jahr bei über 9 Millionen € liegt! Allein der Sieger erhält 2,4 Millionen EURO! Das größte Pokerturnier, was jemals auf europäischem Boden stattgefunden hat.
Unter anderem werde heute Lee Nelson, Alexander Kravchenko, Joe Hachem, Isabelle Mercier, André Akkari, Luca Pagano, Phil Laak, Nenad Medic, Marcel Luske, Sorel Mizzi sowie die beiden finnischen Online Superstars Ilari Sahamies und Sami Kelupuro an den Start gehen. Aber auch die Liste der noch im Wettbewerb befindlichen deutschen Spieler liest sich ausgezeichnet. Johannes Strassmann (derzeit an 6.Stelle in Chips), George Danzer, Sandra Naujoks (war gestern Abend mit ihr essen und sie strahlt eine Mischung aus Gelassenheit & Zuversicht aus – steht der nächste ganz große Coup bevor?), Daniel Zink, Sven Leu, Ismael Bojang, Sebastian Ruthenberg, Alem Shah, Daniel Drescher (hier halte ich 3%), Benjamin Spindler, Daniel Penz sowie Cort Kibler-Melby haben ebenso noch gut Chips vor sich stehen und ich bin recht optimistisch, dass wir morgen (letzten 32 Spieler) noch mindestens eine Handvoll von ihnen LIVE im Stream verfolgen können.
Wie sieht mein 1.Mai aus? Nach einem netten Frühstück (mit DSF-Kommentator Michael Körner, der allerdings eben bereits die Heimreise angetreten hat) werde ich gleich ein bißchen Sonne am Pool tanken und dann am frühen Nachmittag die Action im Sporting-Club (ca. 15 Minuten Gehweg von meinem Hotel aus) weiterverfolgen und natürlich besonders Sandra, George und Daniel die Daumen drücken. Wäre natürlich richtig klasse, wenn alle 3 und natürlich auch möglichst viele andere Deutsche den heutigen sicherlich langen Tag überstehen würden und morgen noch dabei wären.
Melde mich dann morgen früh nochmals kurz mit einem hoffentlich erfreulichen Update!
Salut
Potti
Dienstag, April 28, 2009
Prima Näschen
Malte Strothmann wurde 22. und erhielt 26.300 €. Da ich an ihm 5% hielt, war es für mich immerhin auch ein netter Netto-Cash von gut 1.100 €. Na, geht doch!
Habe bei den letzten größeren Turnieren übrigens durch die Bank ein recht gutes Näschen bei meinen Beteiligungen bewiesen und „meine Pferdchen“ haben ausnahmslos gecashed. Also…achtet in Monte Carlo wieder auf Malte (3%), Daniel Drescher (3%), Benjamin Kang (1%) sowie Hellfried Bernhardt (ebenfalls 1%). Bin mir fast sicher, daß einer der Jungs im Preisgeld landet und habe irgendwie auch im Urin, daß das der ganz große Wurf auch nicht mehr allzu weit entfernt ist…
Donnerstag morgen geht’s für mich los an die Cote d’Azur. Seltsamerweise soll das Wetter vor Ort ab Mittwoch richtig gut (Sonne pur!) werden. Habe ich mir auch mal verdient…lol
Es haben so viele Top-Stars aus der Pokerszene sowie viele A+B Promis aus anderen Sparten für das Turnier gemeldet, so daß 100%ig davon auszugehen ist, daß es eine ähnlich gigantische Show geben wird wie im letzten Jahr. Da die Turnierstruktur in diesem Jahr auch ein wenig umgestellt wurde und die Spieler zu Beginn 30.000 Chips erhalten und ab dem 9.Level die Levelzeit auf 75 Minuten erhöht wird, kann man auch davon ausgehen, daß der Final Table in diesem Jahr (sehr vermutlich jedenfalls - meine Hand würde ich dafür jedoch nicht ins Feuer legen!) mit einigen absoluten TOP-Spielern besetzt sein wird. Am 2. und 3.5. (Sa.+So.) könnt ihr die Action unter www.pokerstars.tv LIVE verfolgen. Jeweils bereits ab mittags. Ein bißchen Appetit für das Event könnt ihr euch ihr holen:
http://www.intellipoker.de/articles?id=3347
Gepokert habe ich in den letzten Tagen herzlich wenig. Zu wenig Zeit bzw. zu viele andere Sachen um die Ohren. Aber ab Mai wird wieder sehr viel gedaddelt, da ich im Juli/August spätestens den Supernova-Status erreichen möchte. Sollte auch klappen.
Werde mich dann nach Monte Carlo etwas ausführlicher melden. Dann unter anderem auch mit News von Sarah und einem kleinen Vorbericht zu meiner China-Reise Ende Mai.
Salut
Potti
Dienstag, April 21, 2009
San Remo - good news & bad news
Noch knapp über 120 Teilnehmer im Wettbewerb. Unter anderem auch mein "Pferdchen" Malte (mit ordentlich Chips!) sowie Benny Kang (etwas unter average).
bad news:
Heute Nacht bis 5 Uhr in der früh gefeiert. Riesenschädel. Malte war auch dabei ;-(
Montag, April 20, 2009
Übersinnliche Fähigkeiten & Sarah startet durch
Bemerkt habe ich diese Fähigkeiten bereits in der Kindheit. Ob es das Essen war, was seiner Zeit mittags auf den Tisch kommen sollte oder irgendwelche anstehenden Ausflüge/Urlaube mit meinen Eltern…meistens kam es so, wie ich es wollte bzw. mir gewünscht habe. Und war mal etwas anderes geplant, dann habe ich so lange gequengelt, bis ich meinen Willen durchgekriegt habe…lol
Wenn ich heutzutage mit meiner Tochter z.B. Schnick-Schnack-Schnuck (Schere/Stein/Papier) spiele, dann weiß ich nahezu immer, was meine „Kurze“ als nächstes im Schilde führt und kann dann natürlich dementsprechend reagieren. So schlage ich sie immer! Hm…meistens…naja…oft zumindest.
Auch beim Pokern profitiere ich häufig von dieser übersinnlicher Fähigkeit Ereignisse beeinflussen/steuern zu können. Besonders dann, wenn ich z.B. nach dem Flop einen inside-straight-draw habe. Dann weiß ich manchmal ganz genau, dass der Dealer am Turn oder spätestens am River genau meine benötigte Karte aufdecken wird. Kennt ihr das?
Man-o-man, was habe ich besonders beim Online-Poker schon Beschimpfungen im Chatfenster über mich ergehen lassen müssen, wenn dann tatsächlich meine Straße am River vervollständigt wurde, nachdem ich vorher teilweise sehr irrationale Calls gemacht habe. Die Gegner konnten ja nicht ahnen, dass ich bereits wusste, dass „meine Karte“ aufgedeckt werden würde. Na ja, manchmal kam sie natürlich auch nicht und ich habe für meine Instinktaussetzer teuer bezahlen müssen.
In den letzten Wochen habe ich bei mir ein neues außerirdisches Phänomen entdeckt. Ich kann das Wetter hierzulande beeinflussen!!
Es fing Anfang April an. Das Wetter in Deutschland war in dieser Phase im Verhältnis zur Jahreszeit lausig kalt. Am 6.4. flog ich dann mit meiner Tochter in die Türkei in den Osterurlaub und genau an jenem Tag wurde das Wetter in D schlagartig besser. Ein satter Temperaturanstieg – es wurde nahezu sommerlich heiß! Und es blieb schön…genau bis zum 16.4., meinem Rückreisetag aus der Türkei. Mit einem Schlag nicht nur ein Temperaturabfall von über 10 C, sondern auch noch ein wolkenbedeckter Himmel und es regnete!
20.4.: Für mich geht es zum EPT-Turnier nach San Remo und …abrakadabra…in D wird es wieder schön, die Temperaturen klettern und der Himmel ist dunkelblau. Und so soll es die ganze Woche bleiben…bis Freitag, der Tag, an dem ich aus Italien zurückkehren werde!
Zufall? Nein, gewiss nicht…kann nicht sein…es hängt ganz sicher mit mir zusammen!
Was meint ihr? Reicht diese Fähigkeit bereits aus um mich bei “The next Uri Geller zu bewerben“?
Aber wie auch immer…solltet ihr Personen/Firmen kennen, die hierzulande auf Sonne und auf gutes Wetter sehr viel Wert legen oder teilweise sogar finanziell von schönem Wetter abhängig sind, dann gebt ihnen doch einfach meine Kontaktdaten. Wenn diese Leute mich dann zu vorgegebenen Zeiten einfach mal wegschicken möchten (gegen Vergütung natürlich; Reiseziel würde ich auch selbst festlegen), dann garantiere ich ihnen als Gegenleistung auf jeden Fall wunderschönes Wetter hierzulande!
Der Türkeiurlaub mit meiner Kleinen war absolut spitze! Es war das mit Abstand beste Hotel an der türkischen Riviera, in dem ich jemals war (war immerhin mein sechster Aufenthalt dort).
5 Sterne – All Inclusive Plus. Falls es jemanden interessiert: Das Hotel hieß Delphin Diva ex Riva und liegt im Ort Lara ca. 15 km östlich von Antalya. Kann ich wärmstens empfehlen…für jung und alt!
Nach meiner Rückkehr und 10 Tagen absoluter Pokerpause ging es natürlich auch sofort wieder an die Tische. 3 Sessions; zwar mit 2:1 eine positive Sessionbilanz erzielt, aber unterm Strich trotzdem negativ, da ich in meiner Minus-Session ganz ordentlich einen verbraten bekommen habe…kommt vor.
Letzten Freitag dann LIVE-Poker (Monatsturnier) in Verl. Muss doch meine Führung in der Jahresgesamtwertung verteidigen. 17 Teilnehmer…wie immer 10.000 Chips als Startingstack und 20 Minuten Levelzeit. Als meine direkten Konkurrenten in der Gesamtwertung (Thilo & Patrick) bereits relativ früh ausscheiden, sehe ich zu, dass ich mich erst einmal „auf Nummer sich“ zum Final Table durchfolde um zumindest ein paar Punkte mitzunehmen und die Führung auszubauen. Am FT kann ich mich dann mit einigen All-In Moves, die nicht gecalled wurden, ständig über Wasser halten und einer nach dem anderen scheidet aus. Auf einmal sind wir nur noch zu Dritt. Dann erwischt es mich jedoch, als ich gegen Markus mit meinen Pocket J’s (beste Starthand den ganzen Abend über) gegen seine 9er einen Bad Beat reingedrückt bekomme. Im Heads-Up verliert Markus dann noch gegen Burkhard, obwohl er mit einem 8:1 Chiplead in s Rennen ging. Somit konnte Burkhard, der auch bereits im März gewann, Back to back Erfolge erzielen und in der Gesamtwertung ist er mit mittlerweile doch recht heftig auf die Pelle gerückt.
Bin von einigen angesprochen worden, was Sarah (mein neuer Pokerschützling – siehe letzten Blogeintrag) macht bzw. wie sie sich pokertechnisch entwickelt. Hey - sie schlägt sich prima und hat in den letzten Wochen unheimlich viel dazugelernt. Mittlerweile kommt sie im 2/4 Cent Limit bestens zurecht und aus ihren 50$ Startkapital hat sie bereits 56$ gemacht!
Auch ihre Fragen an mich werden spezifischer und ich merke, wie groß ihre Fortschritte derzeit sind. Sollte sie ihre Erfolge in den nächsten 2-3 Wochen bestätigen, so werde ich sie dann wohl bereits ins 5/10 c Limit “beordern“!
Am Samstag fragte sie dann ’brav’ bei mir an, ob sie mal bei einem NL-Turnier (Freeroll) mitspielen dürfe und ich gab ihr natürlich das OK. Als einzigen Tipp gab ich ihr „Tight is right“ mit auf den Weg und mit dieser Strategie schaffte sie es sich bei knapp 2700 Teilnehmern ins Preisgeld zu spielen und ihr Platz 247 sowie die damit verbundene Prämie von 0,50 $ ist somit ihr erster großer Turniererfolg!
So…ich bin wirklich sehr gespannt, wer diese Woche das Turnier hier in San Remo gewinnen und die 1.5 Millionen € für Platz 1 abkassieren wird. Mein persönlicher Wunsch wäre natürlich Malte Strothmann, an dem ich 5% halte. Das würde eine recht hübsche Ausschüttung für mich bedeuten! Den ersten Tag hat er vorzüglich überstanden und 2/3 der Teilnehmer sind ja schon bereits ausgeschieden.
Zwischen den Turnieren aus San Remo und Monte Carlo werde ich mich nochmals kurz mit einem Zwischenbericht bei euch melden. Vergesst nicht am Mittwoch und Donnerstag (jeweils ab 14.oo Uhr unter www.pokerstars.tv) einzuschalten und euch das Geschehen vor Ort LIVE zu gönnen. Es wird sich definitiv lohnen!!
Grüße von der Cote d’azur
Potti
Samstag, April 04, 2009
Fitneßtudio (2.Anlauf) und neues Sternchen am Pokerhimmel?
Potti ist auf dem Fitneß-Trip! Bereits zur Jahreswende hatte ich mir fest vorgenommen, daß das Jahr 2009 für mich eine 180° Kehrtwende in Sachen Ernährung, Bewegung und Gesundheitszustand werden sollte.
Bei der Ernährung sehen meine guten Vorsätze derzeit so aus, daß ich regelmäßig Obst (Bananen, Äpfel) esse und maximal nur noch 1-2 Mal pro Woche in die „Frittenschmiede“ fahre. Und wenn ich schon noch dort bin, dann werden die Pommes auch nur noch mit einfach Mayo anstatt „doppelt-weiß“ bestellt…lol
Auch bewegungstechnisch hat sich einiges zum Positiven verändert und in den letzten Monaten spiele ich 1-2 Mal die Woche Tennis. Macht sehr viel Spaß und mit Burkhard habe ich auch einen gleichwertigen Gegner, so daß die Matches durch die Bank immer recht ausgeglichen und spannend sind.
Tja…und die ersten Erfolge haben sich dann auch bereits eingestellt! Während ich am 2.Weihnachstag 2008 noch üppige 99.5 KG auf die Waage brachte, so waren es zu Beginn dieser Woche nur noch 92 KG. Gar nicht so schlecht für 3 Monate, oder? Und ich fühle mich auch bereits viel besser.
Anfang der Woche teilte mir nun meine Doppelkopf-Kollegin Elli (die bereits seit mehr als einem Jahr auf dem ultimativen Fitneßtrip ist, mit, daß sie in ihrem Studio einen Termin zur Untersuchung ihrer Fett- & Wasserwerte hat. Da habe ich mich gleich mit eingeklinkt und für eine Servicegebühr von 7 € bin ich dann letzten Dienstag ebenfalls untersucht worden.
Hier zunächst meine Basiswerte:
Alter: 45
Größe: 1.86 m
Gewicht: 92 KG
Dann die Ergebnisse:
Fett – für einen Mann meines Alters inkl. Größe und Gewicht sollte der Körperfettanteil bei mindestens
20% und bei maximal 26% liegen. Meiner liegt bei 27.1 %. Zwar nicht alarmierend, aber definitiv leider auch außerhalb des grünes Bereiches -> Handlungsbedarf!
Wasser – dieser Prozentsatz sollte bei mindestens 52% liegen und bei maximal 59%. Mein Wert war bei 60.8 %. Ebenfalls außerhalb der Komfortzone -> Handlungsbedarf!
BMI (Body-Mass-Index)
Dieser Wert gibt die Relation von Körpergewicht zur Körpergröße wieder. Er läßt sich selbst errechnen, indem man das Gewicht in KG durch die Körpergröße² dividiert:
In meinem Fall: 92 / (1.86 x 1.86) = 26.59
Der Normwert liegt zwischen 20 und 24.9 -> Übergewicht (Grad 1) -> Handlungsbedarf!
Alles zwar keine Alarmstufe ROT, aber dennoch empfiehlt mir die junge Dame wärmstens, daß ich anfangen soll etwas zu tun und so schließe ich für den übernächsten Tag gleich einen Termin zum Probetraining ab.
Morgens um 9.oo Uhr bin ich pünktlich auf der Matte und zunächst geht es für 15 Minuten auf den Stepper zum „Aufwärmen“. Wobei Aufwärmen in meinem Fall eigentlich der falsche Ausdruck war, denn mein T-Shirt war nach der Viertelstunde bereits klitschenaß und ich quasi schon im absoluten Grenzbereich. Dann ab an die Geräte. Zunächst 3 Serien á 20 Sit-Ups (war OK) und dann einige Geräte zur Stärkung der Bauch-, Nacken- und Rückenmuskulatur. Dann ein bißchen was für den Bizeps und zum Abschluß nochmals 15 Minuten auf den Stepper. Puuuhhhh, 90 Minuten, die es zwar in sich hatten, aber ich habe mich ehrlich gesagt anschließend recht gut gefühlt.
Mit ihren wunderschönen Mandelaugen unterbreitet meine Fitneß-Trainerin mir dann gleich im Anschluß an das Probetraining ein überaus faires Angebot zum Preis von nur 14.90 € pro Monat und legt mir auch gleich den Vertrag Unterschriftsbereit vor. Ohne große Prüfung setze ich meinen Otto darunter. Vermutlich, und vor allen Dingen auch angesichts ihrer süßen Blicke, hätte ich in dieser Situation sowieso alles(!) unterschrieben. Jetzt bin ich auf jeden Fall 1 Jahr Mitglied im Fitneß-Studio und hoffe sehr stark, daß ich meine gesetzten Ziele (Sommer = 88 KG; Ende des Jahres Erreichen meines Kampfgewichtes von 84 KG mit „Waschbrettbauch“) in die Tat umsetze.
Ich bin auf jeden Fall extrem optimistisch, daß dieser Versuch zumindest erfolgreicher läuft als mein letzter. Vor ca. 15 Jahren war ich mit meinem Ex-Kumpel „Stratze“ bereits schon einmal in genau diesem Studio und damals haben wir ebenfalls gleich nach dem Probetraining einen Vertrag für ein halbes Jahr unterschrieben. Die 6 Monate seinerzeit waren allerdings wesentlich teurer (85 MARK pro Monat). Damals waren wir exakt 2 Mal im Studio. Das erste Mal zur Anmeldung und das zweite Mal zur Abmeldung! Dieses Mal wird jedoch alles besser – bin eben der „neue Potti 2009“!
In den letzten 6-7 Jahren habe ich grob über den Daumen geschätzt um die 30-40 Spieler pokertechnisch ausgebildet. Mit völlig unterschiedlichen Erfolgen. Während knapp ein Dutzend dieser Spieler auch heute noch aktiv sind und mehr oder weniger ordentlich Geld damit verdienen, so sind leider auch etliche auf der Strecke geblieben. Die Gründe hierfür waren recht vielfältig.
Während es sich einige schlicht und einfach zu einfach vorgestellt haben mit dem Pokerspiel Geld zu verdienen und dann auch mehr oder weniger schnell an die Grenzen ihrer geistigen Kapazitäten gestoßen sind, so scheiterte es bei anderen (die sicher Potential gehabt hätten) einfach an mangelnder Geduld oder fehlender Disziplin. Einige andere haben einfach nicht den nötigen Ehrgeiz mitgebracht dieses Spiel unbedingt lernen zu wollen und bei wiederum anderen habe ich den Kontakt einfach abgebrochen, weil es mir keinen Spaß mehr bereitet hat oder der Schüler sich einfach nicht an die abgesprochenen Regeln gehalten hat. Einen Punkt habe ich mir immer als Grundregel für den Beginn einer Kooperation gesetzt: Die Chemie muß stimmen und es muß auch mir Spaß machen als Coach zu fungieren, denn ich mache dies kostenlos und investiere ja immerhin auch eine Menge Zeit & Muße.
Seit gestern habe ich einen neuen Schützling. Eigentlich nicht besonders erwähnenswert, aber dennoch ist dieses Mal alles anders, denn zum allerersten Mal ist mein Schützling …weiblich!
Und auch noch sehr attraktiv! Darüber hinaus macht sie noch einen überaus smarten Eindruck und ist hochmotiviert das Spiel zu lernen. Am besten so schnell wie möglich.
Hmm…eigentlich optimale Voraussetzungen für eine angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit, nicht wahr!?
Dennoch plagen mich gewisse Zweifel. Denn Sarah befindet sich in der Endphase ihres Studiums (BWL) und hat auch sonst noch einiges um die Ohren und ich weiß nicht, ob ein Einstieg in das Pokergeschäft zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Schritt ist. Ich habe ihr dies zu Beginn auch gleich mitgeteilt und die Gefahren (gewisses Suchtpotential – das Spiel ist nun mal einfach geil!) aufgezeigt, aber es hatte keinen Zweck. Sie will es unbedingt lernen und wenn Frauen sich etwas in den Kopf setzen, dann kannst du dagegen argumentieren wie du willst – No Chance!
Bislang hat Sarah Online lediglich um Playmoney gespielt und nach einer ersten Bestandsaufnahme Ihres Poker Know-How’s mußte ich feststellen, daß sie vom Poker derzeit ungefähr so viel Ahnung hat wie ich vom Kochen. Diese Aussage ist noch relativ, da ihr meine Kochkünste ja nicht kennt, aber ich kann sagen, daß ich zwar Kaffee und Eier kochen kann und auch eine Tiefkühlpizza in den Backofen schieben kann, aber mit allem darüber hinaus schon hoffnungslos überfordert bin!
Das wird also eine richtige Aufgabe für mich! Dennoch aber bin ich optimistisch, daß sie bereits in 2-3 Monaten die Limits um die 25-50 Cents (Limit Holdem) schlagen wird, sofern sie nicht aufgibt.
Ich habe ihr erst einmal alle wichtigen Dokumente, die ich so auf meinem Rechner habe, als Basis und zum Aufbau ihres Grundwissens zugemailt und peu á peu werde ich sie auch mit Pokerbüchern versorgen.
Gestern hat sie dann zum ersten Mal um richtige Kohle gespielt. 2/4 Cent Limit Holdem. Völlig entnervt und deprimiert hat sie einen kompletten Stack (25 Big Bets) verloren. Heute Abend werde ich sie zum ersten Mal telefonisch während des Spiels unterstützen.
Ein weiteres Problem beim Coaching sehe ich in diesem Fall auch bei mir selbst. Während ich meine männlichen Schüler in gewissen Situationen dann auch mal mit Sätzen wie „Wie kannst du diesen miserablen Call machen? Bist du bekloppt? Das habe ich dir doch schon 100 Mal erklärt!“ konfrontiere, so könnte der gleiche Sachverhalt im Gespräch mit Sarah dann ungefähr so lauten: „Hmm…ich weiß nicht, ob dieser Call dir langfristig einen positiven Erwartungswert bringt. Ich glaube das müssen wir nochmals analysieren“…lol…und ich weiß nicht, ob diese Art des Coachings dann die gleichen Fortschritte bringt wie die doch etwas dominantere Führung.
Man wird sehen, wie es ausgeht und ich werde hier an dieser Stelle über die Entwicklung berichten.
Aber denkt dran…wenn in 2 oder 3 Jahren eine attraktive junge Dame namens Sarah aus Wiedenbrück am Final Table eines Major Events sitzt, dann kommt sie aus meiner Talentschmiede und genau gestern (3.April 2009) hat sie ihre erste Gehversuche im Micro-Cent-Bereich gemacht.
So, werde mich nach meinem Türkei-Urlaub (Montag geht’s los – Wetter verheißt lt. Internet auch ganz ordentlich zu werden) mit einem kleinen Zwischenbericht melden.
Allen jetzt schon ein schönes Osterfest & viel Glück an den Tischen!
Potti
Montag, März 30, 2009
Sandra Naujoks auf Erfolgswelle & „Ehrlich währt am längsten…nicht“
Man…was war das für ein Turnier! Alles dabei, was man sich wünscht als Pokerfan. Zugegebenmaßen gab es einige Mängel in der Organisation (nicht pünktlich angefangen an mehreren Tagen, teilweise heftige Fehler der Dealer und ein paar andere Kleinigkeiten), aber alles in allem lief es recht rund und aus deutscher Sicht war es natürlich ein phänomenales Ergebnis mit gleich 6 Spielern unter den letzten 11 und dann 3 Spielern am Final Table. Dazu die Pokercracks William Thorson, Luca Pagano und Vorjahressieger Mike McDonald. Das die 3 Deutschen dann auch noch die Plätze 1-3 belegen, war dann einfach noch das I-Tüpfelchen.
Und das dann noch Sandra Naujoks das Ding nach Hause fährt und 800.000 € gewinnt (nach gemachten Deal), setzte der ganzen Sache nochmals die Krone auf.
Ich kenne Sandra zwar erst seit Anfang Dezember letzten Jahres, als wir uns flüchtig in Prag kennenlernten, aber auf den Bahamas habe ich schon einige Zeit mir ihr zusammen verbracht und da sie ein wirklich offener und warmherziger Mensch ist und wir recht viel miteinander geredet haben (nicht nur über Poker!), habe ich irgendwie das Gefühl, als wenn ich sie schon seit zig Jahren kenne. Und dann gewinnt sie dieses Megaturnier und schaubt sich fast `ne Millionen Euros rein. Wahnsinn!
Die Endphase des Turniers durfte ich dann zusammen mit Benjamin Kang am Mikro LIVE kommentieren und das machte das Ganze für mich noch einmal ein bißchen emotionaler und ich muß zugeben, daß ich anschließend schon ein wenig „neben der Spur“ war. Es hat mich richtig heftig mitgenommen. Einziger Wehrmutstropfen war eigentlich, daß ich dieses Mal finanziell nicht beteiligt war. Bei Sandra’s letztem Turnier in Deauville (Fr) war ich noch zu 3% mit drin. Das wäre dieses Mal eine satte Ausschüttung von 24 K € gewesen ;-((
Vielleicht noch ein paar Worte zu Sandra’s Lauf. Sicherlich ist sie eine überdurchschnittlich gute Spielerin, ohne Frage, aber wer innerhalb von nur wenigen Monaten gleich 2 solcher Riesenturniere gewinnt, der hat einfach einen Riesenlauf. Bei einem Turnier wie in Dortmund, an dem knapp 700 Spieler teilnahmen, schätze ich mal, daß um die 400 Spieler das Potential haben, dieses Turnier auch zu gewinnen und zumindest in etwa auf gleicher Leistungshöhe wie Sandra spielen. Da entscheiden nur Kleinigkeiten und vor allen Dingen das Glück. Würde also im Umkehrschluß bedeuten, daß man alle 40 Jahre ein EPT Turnier gewinnt, wenn man zugrunde legt, daß 10 Events pro Jahr gespielt werden. Und wenn Sandra weiterhin auf dieser Welle schwimmen kann (vor Selbstbewußtsein sollte sie derzeit strotzen…zu Recht!), dann traue ich ihr auch zu, daß sie bei der WSOP in diesem Jahr in Las Vegas einen Final Table erreicht oder sich gar ein Bracelet holt.
Ich könnte hier sicherlich Dutzende kleiner interessanter Geschichten rund um das Turnier zum Besten geben, aber dafür reicht die Zeit nicht. Anbei aber ein paar kleine Anekdoten:
- am vorletzten Turniertag kam es zu einer Situation, wie ich sie in dieser Art noch nie bei einem EPT erlebt habe. Zu diesem Zeitpunkt sind noch 10 Spieler im Wettbewerb…auf 2 Tische aufgeteilt. Ich sitze wiederum mit Benny Kang zusammen am Mikro. Am TV-Table ist gerade nicht viel Action, aber am Nachbartisch spielt die Musik. Johan Storakers (SWE) ist Chipleader und hat gerade einen richtig guten Lauf und ist im Rausch. Mit am Tisch Sandra Naujoks und auch der Deutsche Marc Gork. Storakers raised zum x-ten Mal in Folge. Sandra und Marc sitzen in den Blinds und callen das Raise des Schweden. Direkt hinter Storakers steht ein Mitarbeiter der Produktionsfirma mit einer Schulterkamera und Storakers (im Rausch des Sieges) zeigt seine Hand (JJ) in die Kamera. Just zu diesem Zeitpunkt schaltet der Regisseur exakt auf dieses Kamerabild und die J’s von Storakers gehen LIVE über den Stream raus.
In diesem Moment merken die Mitarbeiter von Sunset & Vine aber, daß das wohl nicht gut war und schalten direkt wieder um. Benny und ich sitzen oben auf der Tribüne (ca. 5-6 Meter Luftlinie vom Geschehen entfernt) und können jedoch mit einem mitgebrachten Fernrohr erkennen, daß der Flop J92 kommt! Storakers flopt das Set, macht einen Conti-Bet und sowohl Sandra als auch Marc callen! Ach du große Scheiße…wir geraten oben in Panik. Turnkarte ist ein AS. Sandra & Marc checken und Strorakers feuert nochmals 2/3 Pot nach. Jetzt fängt Sandra an zu überlegen. Hätte Sandra in diesem Moment ihre Chips langsam gegen die Betlinie geschoben, schwöre ich, daß ich von der Empore laut rausgerufen hätte, daß sie passen soll…lol …es wäre definitiv mein letzter Satz als EPTLIVE Kommentator gewesen!
Gott sei Dank aber passen sowohl Sandra als auch Marc nach ein wenig Bedenkzeit. Ich brauchte anschließend mehrere Taschentücher um mir den Schweiß abzuwischen!
- Tag 2 im Turnier.
Vom Medienbereich in der oberen Etage gehe ich runter in den Spielsaal. Am Eingang muß ich mich ausweisen. Da ich meinen Presseausweis nicht umhängen habe, sondern in der vorderen Tasche der Hose, hole ich ihn heraus, zeige diesen und darf passieren. Beim Herausholen des Ausweises aus der Buchse ist mir allerdings (wohl) ein Hundert Euro Schein mit rausgerutscht und auf den Boden gefallen. Natürlich habe ich dies nicht bemerkt und ich gehe schnurstracks weiter zum Geschehen. Ca. 30 Meter weiter tippt mich auf einmal ein junger Mann auf die Schulter (es war ein Italiener), reicht mir 100 € und sagt mir, daß ich den Schein am Eingang verloren hätte!
Hallo!??
Ich bedanke mich Tausendmal, aber kann es irgendwie nicht fassen/glauben.
Wie hoch wären meine Chancen, wenn ich irgendwo in einer Großstadt in der Fußgängerzone (evtl. gar in Rom!), irgendwo in einem Kino oder was weiß ich wo einen 100 € Schein verloren hätte und mir jemand 2 Minuten nachgeht um mir dieses Geld zu übergeben? Wesentlich geringer als in der Pokergemeinde!
Es mag ja viele Verrückte und wirklich einige skurrile Typen in der Pokerszene geben, aber eines ist gewiß. Es ist zu 99,9% grundehrliche Typen!!! Nirgendwo und in keiner anderen Sportart geht es so ehrlich & fair zu wie beim Poker (die Bluffs am Tisch natürlich ausgenommen!).
Tja…und jetzt komme ich zurück auf meine Überschrift in diesem Blog.
Ungefähr 30 Minuten, nachdem der obige Vorfall passierte, bin ich durch Zufall an dem Tisch, wo eben dieser Italiener sitzt und sehe, daß er am Turn All-in gegangen ist und gecalled wurde. Ich bleibe stehen und verfolge das Geschehen. Er hat KK bei einem Board KJ87. Allerdings mit 2 Herzen. Sein Gegner zeigt AQ von Herz! Riverkarte ist Herz 2 und „mein Kumpel“ scheidet aus. Soviel zur These „ehrlich währt am längsten“
- nach dem Final Table am Samstag Abend wird an der Theke im Gastrobereich noch ein bißchen gefeiert. Anschließend geht es mit dem ganzen Troß dann in die Casinodisco, wo bis um 4.30 Uhr weitergebechert wird. Aber irgendwie habe ich noch gar keine Lust ins Bett zu gehen. Einige andere scheinbar auch nicht und so fahre ich mit einem Journalistenkollegen und einem Angestellten des Casinos noch nach Dortmund in die Innenstadt in eine Disco. Schon, als die Eingangstür sich öffnet, bin ich fast „high“ vom Grasgeruch, der mir entgegenkommt. Wir 3 waren meines Erachtens die einzigen „normalen“ Typen in diesem Laden, in dem sich wirklich nur durchgeknallte Typen tummelten. Aber die Drinks waren in Ordnung und so arbeiteten wir weiter an unserem Vollrausch. Christian verabschiedet sich ca. gegen 6.30 Uhr, aber „Whity“ und ich ziehen weiter und landen in einer Kneipe in Bahnhofsnähe, in der wir mit geschätzten 2 Promille pro Nase noch die mit Abstand Nüchternsten sind. Aber es war auf jeden Fall recht lustig und gegen 13.30 Uhr am Mittag (!) suche ich mir mitten in Dortmund ein Hotelzimmer, wo ich dann bis
Montag morgen auskuriere und anschließend wieder nach Hause fahre. Einfach ein rundum gelungenes Wochenende ;-)))
Poker
Ich bin wieder auf den „Limit-Holdem“ Geschmack gekommen. Im März knapp 50 K Hände gespielt (3-6 / 5-10 / 8 Tische parallel) und ganz ordentlich gelaufen. Kann mich nicht beschweren.
In Verl bei unserer „Bertelsmann-Runde“, in der wir jeden 3.Freitag im Monat ein kleines Turnier spielen, habe ich dieses Mal den 6.Platz belegt, nachdem ich im Januar Platz 3 erringen konnte und im Februar siegreich war. In der Gesamtwertung habe ich zwar noch einen leichten Vorsprung, aber Thilo und Patrick sitzen mir gewaltig im Nacken, da sie auch jedesmal den Final Table erreichen. Man…wenn ich überlege, wie die Jungs noch vor 2 Jahren gespielt haben und wie aggressiv sie mittlerweile zu Werke gehen. Da wird die Position sehr gut ausgespielt, Bluffs werden ausgefahren und auch gute Calls, aber auch gute Laydowns gemacht. Alles vor 2 Jahren noch Fremdwörter bzw. undenkbar. Letzten Freitag gewann dann Burkhard, der übrigens in diesen Tagen versucht sich über ein Step 6 Turnier bei Pokerstars für San Remo zu qualifizieren. Von dieser Stelle aus viel Glück, Burkhard! Würde mich freuen, wenn wir uns vor Ort sehen würden.
Ausblick:
6.-15.4. Urlaub Türkei mit meiner Tochter
22./23.4. EPTLIVE in San Remo. Diesen Stream dürft ihr nicht verpassen! Das wird ‚ne richtig geile Sache. Denke, daß über 1.000 Spieler in San Remo an den Start gehen werden.
Meine Prognose: 3 Italiener am Final Table und die Zuschauer werden das Casino zu einem Tollhaus machen…achtet drauf!
2./3.5. EPTLIVE Finale in Monte Carlo …geschätzte 2,5 Millionen € für den Sieger. Auch das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Ende Mai geht es dann mit einigen Ex-Arbeitskollegen zu einer Reise nach Shanghai bzw. Dubai. Ich freue mich schon sehr darauf!
Beste Frühlingsgrüße
Potti
Freitag, März 27, 2009
Fotos EPT Dortmund

Bild 1) William Thorson (7.Platz - 116.500 €)

Bild 2) Sandra Naujoks - sie gewann in Hohensyburg und strich gute 800.000 € ein!

Bild 3) Mike McDonald (fast wäre ihm das Sensationsdouble in Dortmund geglückt. Für seinen 5.Platz nahm er 197.000 € mit zurück nach Kanada)

Bild 4) Luca Pagano -Platz 6 für 153.000-

Bild 5) Die 8 Finalisten kurz vor dem Start. Zusammen gewannen sie über 2,5 Millionen €!

Bild 6) ElkY - er schied bereits am Tag 1 aus

Bild 7) Auch Dario Minieri (einer meiner Lieblingsspieler) erwischte es bereits am Tag 1

Bild 8) Cengizcan Ulusu - er sorgte am Final Table für viel Gesprächsstoff!
Dienstag, März 10, 2009
Rosenmontag, Motorschaden und Ausblick EPT
Rheda-Wiedenbrück im tiefen Ostwestfalen ist zwar keine absolute Karnevalshochburg, aber es wird hier schon gefeiert und es gibt sogar einen „Umzug“ und für viele hier in der Gegend ist es ein Tag, an dem man sich von der Arbeit frei nimmt und einen Tag lang die Sau rausläßt. Auch ich hatte mich für den Tag verabredet und freute mich auf den Rosenmontag.
Kurz nach mittag an eben jenem Montag, ich hatte gerade ein wenig gefrühstückt, schaute ich zum Fenster raus und sah den wolkenbedeckten Himmel und es regnete in regelmäßigen Abständen. Absolutes Sauwetter! Ich habe eigentlich absolut keine Lust für die Tür zu gehen und Karneval zu feiern. Da ich mich aber verabredet habe und selbst viel Wert auf Pünktlichkeit und Disziplin lege, quäle ich mich in mein Rotkäppchenkostüm (nur eine Perücke – vermutlich tief im inneren schlummert in mir schon der Wunsch nach einer vollen Haarpracht) und mache mich auf in die Stadt. Und dann entstand wieder einmal das Phänomen, dass ich bei mir in den letzten Jahren immer wieder beobachten konnte. Wenn ich überhaupt keine Lust auf Party und/oder Alkohol habe, dann werden das meist die schönsten und spaßigsten Tage und man wünscht sich, dass der Tag gar nicht zu Ende geht. Kennt das jemand von euch auch? Vielleicht liegt es ja einfach auch daran, dass die Erwartungen im Vorfeld nicht so hoch angesiedelt sind und man deshalb halt eher positiv überrascht wird. Keine Ahnung… Auf jeden Fall lerne ich viele nette Leute kennen und morgens um 4.oo Uhr komme ich ziemlich angetrunken nach Hause. Zum ersten Mal in meinem Leben auch mit einem kleinen „Filmriß“, denn einige Stunden kriege ich im Nachhinein nicht mehr zu richtig zusammen. War aber sehr lustig und unterhaltsam ;-)))
Auto
Tja, mein Bomber (Fiat Bravo), denn ich nun bereits knapp 12 Jahre lang fahre, pfeift mittlerweile aus den letzten Löchern und es wird Zeit für einen Wechsel. Da die Zeit für den Kauf eines Neuwagen gar nicht so schlecht ist (Abwrackprämie) schaue ich mal bei meinem Fiathändler vorbei und in der Tat macht er mir ein nettes Angebot für einen Fiat Punto. Normalpreis um die 12.500 €. Fiat gewährt jedoch einen Rabatt von knapp 3 K € und zudem kommen noch 2.500 € aufgrund der Abwrackprämie herunter. Bleibt für die Punto-Standardausrüstung ein Preis von knapp über 7 K. Zzgl. Klimaanlage und einem guten CD-Radio dann 8 K. Nicht lange gefackelt und den Vertrag direkt unterschrieben. Der Wagen wird aufgrund von Lieferengpässen jedoch erst Ende März verfügbar sein und somit muss mein Bravo noch ein bißchen herhalten...dachte ich mir...aber Pustekuchen. Letzten Freitag ist er mir dann in Bielefeld während der Fahrt komplett verreckt. Totaler Motorschaden. Nichts mehr zu machen. Jetzt habe ich mir bei Sixt einen Leihwagen für 3 Wochen (SMART - 350 € Gebühr für die komplette Zeit bis Ende des Monats) angemietet und bin zumindest wieder mobil.
Doppelkopf
Wer kein Doppelkopf spielt (glaube das spielt man eh nur hier im tiefen Ostwestfalen), der möge diesen Abschnitt bitte überspringen, aber ich muss unbedingt von einer Hand berichten, die sich letzten Dienstag in unserer wöchentlichen Runde ereignet hat. Also…wir spielen zwar nicht um horrende Beträge, aber es sind auch keine Peanuts und wir haben eine Sonderregel, dass jedesmal derjenige, der die Karten gibt, 50 Cent in einen extra dafür eingerichteten Pott legt und wenn jemand ein Solo spielt und dieses gewinnt, dann kann er diesen Topf einstreichen. Sollte derjenige allerdings das Solo verlieren, so muss er den Einsatz des Topfes verdoppeln. Zum Zeitpunkt des besagten Spiels lagen im Pott knappe 30 €. Elli, unsere Quotenfrau, annonciert ein Damensolo! Wenn sie ein Solo ansagt, dann wissen wir, dass der Pott quasi weg ist, denn sie spielt nur „100% sichere Spiele“. Ich habe jedoch das Ausspiel (gelte als Solokiller No. 1!) und sitze direkt vor Elli.
Hier erst einmal Elli Blatt: 5 Damen (2 x Kreuz, Pik, Herz und Karo D) Pik AS, Pik As, Pik 10, Herz AS und König. „Eigentlich“ ein Solo, das unverlierbar ist und normalerweise bekommt der Gegner keine 60 Augen und hin und wieder geht er auch mal schwarz aus.
Mein Blatt: 4 Piken (KK, JJ), 5 Karos (AATK) und eine Dame.
Karo will ich instinktiv nicht ausspielen und so spiele ich ein kleines Pik (K) auf in der Hoffnung, dass ein Mitspieler einstechen kann, falls Elli das AS haben sollte. Genauso kommt es natürlich! 28 Augen für uns. Jetzt spielt der Kollege Herz AS an…der Mitspieler legt Herz T dazu und ich knalle Karo AS in den Stich…Elli bedient mit Herz K. 36 Augen dazu (macht 64). Dann spielt Christian Herz K weiter, Orgel Herz T, ich steche mit meiner Karo D und Elli muss ihr AS dazu legen. Jetzt sind wir bei 92 Augen. Weiter geht’s mit Pik K, Elli Pik T, Christian kann seine 2.Dame stechend einsetzen und Orgel knallt Kreuz AS rein. 28 Augen dazu und 120 Augen für den Sieg! Nur so konnte es laufen…Wahnsinn. Elli lief danach „Amok“ und spiele ca. für eine halbe Stunde total wilde Sau (ja, Tilt laufen kann man nicht nur beim Pokern ;-) bis sie sich dann peu á peu halbwegs wieder fing. Wir hatten auf jeden Fall reichlich Spaß und haben herzhaft gelacht!
Poker
Dass ich ein wenig verrückt bin, dafür brauche ich keine ärztliche Diagnose…das weiß ich selbst…lol
Was ich jedoch in den letzten 4 Wochen betrieben habe, das grenzt schon an reine Perversion. Im Februar hatte ich bereits extrem viel Poker gespielt, aber jetzt Anfang März habe ich noch einen drauf gesetzt. In den ersten 9 Tagen im März habe ich leicht über 30.000 Hände gespielt! Wenn man jetzt bedenkt, dass ich an 2 Tagen gar nicht gezockt habe und somit 30.000 durch die restlichen 7 Tage teile, dann kommt man auf knapp 4.300 Hände pro Tag. Im Schnitt spiele ich 7 Tische parallel. Sind also etwas mehr als 600 Hände pro Tisch. Am Tisch werden in etwa 60-80 Hände pro Stunde gespielt (sagen wir im Schnitt 70). Macht also schlappe 9 Stunden pro Tag! Irgendwie kann und möchte ich das keinem empfehlen, denn es ist alles andere als gesund. Trotz alledem…es hat irgendwie auch Spaß gemacht und unterm Strich blieb auch ein kleines Plus übrig. Es wäre üppiger gewesen, wenn ich nicht an 2 Tagen völlig auf Tilt gegangen und allein an diesen beiden Tagen knapp 3 K verdaddelt hätte.
Gestern habe ich übrigens nach knapp 2 Jahren auch endlich mal wieder einen Royal Flush zusammengebastelt und zudem auch noch fast komplett ausbezahlt bekommen, da mein Gegner eine Straße hatte und meinte, dass diese zum Sieg reichen könnte.
Ausblick EPT
So, ab heute startet das EPT in Dortmund. Ich werde mich gleich auf den Weg machen und mit meinem SMART hoffentlich sicher das Casino in Dortmund-Hohensyburg erreichen. Für das Pokermagazin ROYAL Flush werde ich einen mehrseitigen Hintergrundbericht über das Turnier schreiben und zudem noch einige Interviews mit einigen Top-Pros führen.
Nochmals zu Erinnerung:
Am Freitag und Samstag (13. und 14.3) könnt ihr das Geschehen unter www.pokerstars.tv live mitverfolgen und zusammen mit den Kollegen Krawinkel, Danzer, Kang & Co. werde ich die Ereignisse kommentieren. Das Ganze begleitet mit der Hoffnung, dass meine Erkältung bis dahin ein wenig abgeklungen ist.
Nach dem EPT, also Anfang nächster Woche, werde ich schon einmal einen kleinen Zwischenbericht vom Turnier hier einstellen.
Bis dahin & viele Grüße
Potti
Donnerstag, Februar 12, 2009
Über das „Heiß laufen“ beim Poker und kompletter PCA-Report
Letzte Woche habe ich über dieses Thema mit einem bekannten deutschen Spieler diskutiert (Name lasse ich mal außen vor) und dieser sagte mir, dass er derzeit bereits auf Tilt geht, wenn er nur einen einzigen Coinflip verliert und deshalb auch erst gar nicht Online spielt, weil er hier überhaupt keine Chance hat die Disziplin zu bewahren und dann in dieser “Willenlosphase“ jedes Mal alles verliert. Nun gut…ganz so schnell geht es bei mir Gott sei Dank (noch) nicht, aber das, was ich heute Nacht erlebt habe, habe ich in dieser krassen Form noch nie zuvor erlebt beim Pokern und deshalb stelle ich das durchgemachte Szenario hier mal ein.
Meine Session begann heute Nacht um 4.30 Uhr, da ich gestern Abend beim Fußball-Länderspiel gegen Norwegen eingepennt bin und ich 6 Stunden später ausgeschlafen war. Also ab den PC und ausnutzen, dass die Amerikaner wieder einmal besoffen und übermüdet ihr Geld abschenken.
Es läuft allerdings nicht so gut an und nach einer halben Stunde liege ich knapp einen Stack hinten. Aber kein Problem…Papa wird’s schon richten und früher oder später schwimmen die Fische mir schon ins Netz.
Welche Sequenz sich dann jedoch in einer Zeitspanne von weniger als 10 Minuten abspielte, ist schier unglaublich (ich spiele 8 Tische parallel – allesamt NL 200). Hier im Detail:
Tisch 1:
Spieler x raised auf 6 am Button und ich finde QQ im Big Blind und reraise auf 18. Er called. Flop kommt KQT rainbow. Set gefloppt, aber mögliche straight liegt bereits aus…hmmm. Ich setze 20 an und der Gegner raised schnell auf 45. Ich fühle mich nicht wohl, aber passen geht nicht und so reraise ich auf 110. Gegner stellt in Nullkommanichts alles rein und ich calle. Turn J…Scheiße! Wenn ich nicht bereits am Flop geschlagen war, dann spätestens jetzt! „Pair the board“…rufe ich dem Online-Dealer zu und mein Gebet wird erhört und Riverkarte ist eine weitere T. Ship it…und siegesbewußt lasse ich mein Full-House vom Onlineportal aufdecken. Pustekuchen! Gegner hat Vierling 10. 1-Outer am River und 400 $ gehen an meinen Gegenüber.
Exakt zur gleichen Zeit an einem anderen Tisch. Gegner hatte auf 8 geraised und ich calle in Position mit 76 von Pik. Flop T98 mit 2 Piken. Traumflop. Straße fertig und straight flushdraw. Und es kommt noch besser => Action! Gegner setzt 15 $ an. Am Turn kann meine Action durch viele Karten vernichtet werden und deshalb erhöhe ich gleich am Flop auf satte 40. Er called. Turn Pik 3. Hand verbessert und jetzt flush fertig. Gegner checked und ich setze 80 an. Gegner called. River Pik K und jetzt schiebt der Gegner seine letzten 55 $ rein, die ich natürlich callen muss, da der Pot bereits zu fett ist. Gegner zeigt Asse, allerdings mit Pik AS! 2.Stack weg.
1 Minute später …anderer Tisch.
Gegner raised auf 10, vor mir ein Caller und ich calle in Position mit einem Paar 6er. Flop 965 mit 2 Herzen. Set gefloppt, aber mit Vorsicht zu spielen. Preflopraiser schiebt 22 nach. Der andere passt und ich calle. Turnkarte ist Herz 5 – ich hätte es mir nicht besser wünschen können. Gegner setzt 60 $ und ich gehe All-in mit ca. 130 $ mehr. Gegner called. River Q.
Gegner hat 2 Queens in der Pocket (mit Herz Dame) und zieht sich diesen Pot rein. 3.Stack flöten.
Gute 5 Minuten später gehen sowohl meine Chips (KK) als auch die meines Gegners vorm Flop in die Mitte und nachdem die höchste Karte eine 8 ist, kann mich eigentlich nur AA schlagen und genau diese Hand zeigt mir mein Gegner natürlich. 4.Stack innerhalb von nur 5 Minuten verloren! Halleluja - Poker in reinster Perversion.
Muss allerdings sagen, dass ich recht stolz darauf bin, in diesem Moment nicht komplett durchgedreht zu sein. Hatte aber auch das Glück, dass ich in den 2-3 Minuten anschließend keine suited connectors und auch keine mittleren Paare ausgeteilt bekam, denn ansonsten wäre der Kelch wohl nicht an mir vorbei gegangen. Habe mich in den Stunden darauf dann immerhin von insgesamt 5 Stacks Minus noch auf 1,5 Stacks Minus herunter gefightet.
Aber solch eine Sequenz gönne ich selbst meinem ärgsten Feind nicht!
Wie angekündigt anbei zudem der komplette PCA-Bericht von den Bahamas sowie einige schöne Fotos. Viel Spaß beim Lesen und viele Grüße
Potti
Pokerstars Caribbean Adventure 2009
Wie in den Jahren zuvor wurde auch das Jahr 2009 pokertechnisch auf den Bahamas eröffnet. Das Pokerstars Caribbean Adventure – kurz PCA genannt – stand auf dem Programm.
Für mich ging die Karibikreise Anfang Januar von Berlin-Tegel aus los. Bei meinen letzten Fernreisen gab es durch die Bank Schwierigkeiten, sei es mit dem Gepäck und/oder mit Anschlußflügen, und so war ich auch dieses Mal bereits wieder recht skeptisch, als mein Transatlantikflug nach New York City mit ca. 1-stündiger Verspätung abhob. Obwohl wir unterwegs zwar noch ein bißchen Zeit aufholten, verpasste ich meinen Anschlußflug nach Atlanta um einige wenige Minuten. Eigentlich nicht das große Problem, denn in der Regel wird einem am Serviceschalter dann recht zügig eine andere Verbindung herausgesucht und weiter geht’s. Nur an jenem Wochenende waren alle Flieger gen Süden komplett ausgebucht. “Es tut uns sehr leid, Herr Pott, aber ich kann Ihnen heute leider keinen Anschlußflug mehr nach Florida inkl. Weiterflug nach Nassau buchen, da alles restlos überfüllt ist. Wir haben Ihnen bereits ein Hotelzimmer in Flughafennähe reserviert und morgen früh können Sie die erste ausgehende Maschine nach Miami nehmen. Von dort aus geht es direkt weiter nach Nassau und Sie sind morgen kurz nach Mittag auf den Bahamas“.
In solchen Momenten gibt es mehrere Möglichkeiten zu reagieren. Man kann die Situation hinnehmen und das Beste daraus machen. Man kann auch seinen Unmut kundtun und die junge Frau am Schalter zusammenfalten. Bringt meist aber eh nichts. Alternativ kann man auch einen auf Mitleid machen oder evtl. über die Flirtschiene noch versuchen eine Lösung zu finden. Auch recht selten von Erfolg gekrönt. Ich entschied mich dafür meinen ersten Bluff in 2009 auszufahren und entgegnete der jungen Dame: “Das ist keine Lösung. Ich arbeite fürs deutsche Fernsehen und muß morgen früh eine Live-Sendung vor Ort moderieren. Sollte ich morgen Vormittag um 9.oo Uhr nicht in Nassau sein, stelle ich Continental alle anfallenden Ausfallkosten in Rechnung“. Quasi ein All-In Bluff am River nach verpasstem Draw. Jetzt bitte nur kein Call seitens der Fluggesellschaft! Ich konnte Gott sei Dank beobachten, wie sich die Gesichtsfarbe der attraktiven Servicekraft in Nullkommanichts veränderte und sie sofort anfing nochmals in ihrer Flugdatenbank zu suchen. Dann kontaktierte sie ihre Vorgesetzte und als ich diese aus der Entfernung nicken sah, wußte ich, daß doch noch was ging und beim Zurückkommen lächelte sie mir bereits zu und teilte mir mit: “OK, Sie haben Glück gehabt. Es ist noch ein Platz in der First Class nach Fort Lauderdale frei. Von dort aus fliegen Sie dann mit Bahamas-Air weiter nach Nassau“. Ich bekam mein Flugticket ausgedruckt und mein Jahreseröffnungsbluff war also schon einmal prima gelungen. Hoffentlich ein Indiz für nette anstehende Pokererfolge. Nach kurzer Wartezeit ging es dann in exklusivem Ambiente und mit Champus und fürstlichem Essen auf den knapp 3-stündigen Flug nach Süd-Florida und von dort aus nach kurzer Wartezeit weiter zu meinem Endziel. Am Flughafen in Nassau kamen gleich mehrere Maschinen fast gleichzeitig an und bei der Gepäckausgabe wimmelt es von Pokerspielern. Unter anderem mit Vito Brancisforte und Luca Pagano teile ich mir eine ca. 10 m lange Limousine zum Atlantis Resort und um kurz vor Mitternacht falle ich todmüde und erschöpft, aber in großer Vorfreude auf die anstehenden Tage, ins Bett.
Das Hotel, in dem das Pokerstars Caribbean Adventure –folgend kurz PCA genannt- stattfindet, ist das Atlantis Resort & Casino. Das Atlantis ist sicherlich eine der größten und schönsten Hotelanlagen auf der ganzen Welt. Mit knapp 4.000 Zimmern, 8.000 Betten und über 5.000 Angestellten gehört es zu den TOP 10 Hotels auf dem Globus. Es gibt einige Superlative, die sich einem hier bieten. Prunkstück der Anlage ist eine der weltweit schönsten Lagunenlandschaften mit über 50.000 verschiedenen Lebewesen. Viele verschiedene Haiarten, Rochen mit einer Spannweite von fast 5 Metern, Piranhas, Barrakudas, zentnerschwere Wasserschildkröten, Seepferdchen, Moränen, Quallen, Kraken und viele andere exotische Fische können hier im größten Aquarium der Welt bewundert werden. Es gibt begehbare Tunnel durch diese Aquarien und es ist schlicht und einfach atemberaubend, sich diese phantastische Unterwasserwelt durch die dicken Panzerglasfenster anzuschauen und sich ihr hinzugeben. Zudem gibt es noch 25 verschiedene Pool-Landschaften, an denen täglich verschiedene Live-Bands für gute Laune sorgen. Tja, und nicht nur für die kleinen Gäste gibt es etliche (insgesamt 16) Wasserrutschen, welche mehr oder weniger steil sind. Der 40 Meter hohe Power Tower ist auf jeden Fall nichts für Herzkranke und auch mir ist recht unwohl, als es auf den ersten Metern senkrecht bergab geht und man für einige Sekunden überhaupt keinen Kontakt mehr zur Rutsche hat. Eine andere Rutsche führt sogar mittels einer Panzerglasröhre direkt durch das Haifischbecken.
Anbei einige Daten und Fakten zum ATLANTIS RESORT
- 23 Restaurants
- 22 Lounges
- 17 Snack Bars
- 6 Tennisplätze
- 2 Kinos
- 1 Basketball Court
- 1 Fitnesscenter
- 1 Spielcasino
- 2 Diskotheken
- 1 Delphinarium
- 18-Loch Golfplatz
- 3 hoteleigene Strandbuchten
- Hoteleigener Yachthafen mit 105 Anlegestellen für Boote mit einer Länge von bis zu 70 Metern
Dies alles nur in Zahlen zu beschreiben, kann aber nur annähernd einen Eindruck vermitteln, wie unbeschreiblich schön und imposant diese Hotelanlage ist. Wenn man z.B. von der äußersten Ecke der Anlage bis zur anderen Ecke zu Fuß gehen möchte, dann ist man bei flottem Marschtempo über eine halbe Stunde unterwegs. Aber auch nur unter der Voraussetzung, dass man sich einigermaßen gut auskennt und sich dabei nicht verläuft.
Auf der Shoppingzeile mit seinen ca. 30-40 wunderschön eingerichteten Läden gibt es übrigens alles zu erwerben. Vom Souvenir T-Shirt für 25 $ bis hin zur Halskette zum Preis von 250.000 $.
Während ich die ersten 2 Tage nutze, um mich ein bißchen von den doch arbeitsreichen letzten Wochen zu erholen und viel Zeit am Pool verbringe oder mit meinem Kommentatorenkollegen Markus Krawinkel auf dem Basketballcourt ein paar Körbe werfe, geht es im Turniersaal bereits hoch her. 1.347 (!) Teilnehmer haben für das Hauptturnier gemeldet. Rekordergebnis für ein EPT-Event und in diesem Jahr wird es wohl nur beim Main Event der World Series of Poker einen noch höheren Preispool geben. Es war alles da, was Rang und Namen hat und fast an jedem Tisch saßen mindestens 1 oder 2 Top-Profispieler. Fast 1.000 Spieler haben sich Online über Pokerstars für das Turnier qualifiziert, der Rest der anwesenden Spieler ist entweder gesponsert oder sie haben sich direkt für das Event eingekauft. Das Team Pokerstars PRO ist mit kompletter Mannschaft am Start und auch Full Tilt hat eine starkes Team um Phil Ivey und Chris Ferguson ins Rennen geschickt.
Während 2008 aus deutscher Sicht 40 Teilnehmer hier beim PCA an den Start gegangen waren, so sind es in diesem Jahr bereits 72 Teilnehmer. Hinter den USA mit 692 Teilnehmern und Kanada (158) stellten die Deutschen somit das drittstärkste Kontingent. Angeführt von Katja Thater waren auch die Shootingstars George Danzer, Jan Heitmann, Benjamin Kang, Sebastian Ruthenberg, Neumitglied Sandra Naujoks sowie fast alle “Young guns“ der deutschen Pokerszene vertreten. Darüber hinaus aber auch Boris Becker sowie der aus der Sendung TV-Total bekannt gewordene Showpraktikant Elton. Letzterer machte übrigens gleich am ersten Tag auf sich aufmerksam, als er in Begleitung von einem Pro7 Kamerateam in den Spielsaal kam und in die Holecards von Benjamin Kang schaute, als dieser gerade in einen größeren Pot verwickelt war. Elton löste mit seinem ersten Auftritt und dieser Aktion gleich einmal einen Eklat am Spieltisch aus und es wurden diverse Verwarnungen ausgesprochen.
Spielerisch lief der erste Turniertag für die Deutschen recht unterschiedlich. Während sich z.B. Boris Becker und Sandra Naujoks recht früh aus dem Turnier verabschiedeten, so waren es gleich 24 deutsche Spieler, die den 2.Tag erreichten und zu den verbliebenen 380 Spielern gehörten, die sich Hoffnungen auf die 3 Millionen $ machten, die allein für Platz 1 ausgelobt waren. Besonders erfolgreich lief es für Ralf Westphal (5. Stelle im Chipcount mit 210.900 Chips), Daniel Krätz (140.100), Jan Collado Fernandez (102.200) und George Danzer (96.300), die sich allesamt weit vorne im Gesamtklassement befanden, als gegen Ende des zweiten Tages die Chips eingetütet wurden. Mit im Rennen aber auch unter anderem noch Michael Durrer, Christoph Niesert, Niklas Heinecker, Jan von Halle, Benjamin Spindler, Malte Strothmann, Jan Heitmann, Katja Thater und auch ELTON, der zu Überraschung vieler den ersten langen und anstrengenden Turniertag mit 18.400 Chips überlebte und sich weiterhin Hoffnungen auf den ganz großen Coup machen durfte.
Am 6.Januar stand der World Cup of Poker, also die inoffizielle Mannschaftsweltmeisterschaft im Pokern, auf dem Programm. 9 Nationen hatten sich für dieses Event qualifiziert. Während die Teams aus Großbritannien, USA, Kanada und auch das deutsche Team gesetzt waren, so mußten sich alle anderen Nationen in zum Teil langwierigen und komplexen Vorrundenturnieren für dieses Event qualifizieren. Dies gelang den Nationen aus Lettland, Neuseeland, Mexiko, Polen und Italien.
Jedes der insgesamt 9 Teams bestand aus 5 Spielern. Einem Teamkapitän sowie 2 Spielern, die sich über das Pokerstars Tournament Leaderboard (TLB) qualifiziert haben sowie 2 weiteren Spielern, die sich über Freeroll-Turniere ihren Startplatz für diesen Wettbewerb sicherten.
Für das deutsche Team wurde Jan Heitmann als Teamcaptain nominiert und ihm zur Seite standen Georg Geissler (TLB), Peter Schmidt, Bastian Wulff sowie Malte Strothmann. Malte wurde für den verhinderten Thomas Boeckhoff als Ersatzmann nachnominiert. Die Konkurrenz war jedoch extrem stark. Für das Team USA gingen unter anderem die beiden Profis Greg Raymer und Shaun Deeb ins Rennen, das Team Kanada wurde von keinem geringeren als Daniel Negreanu angeführt und Geheimfavorit Großbritannien um Captain Vicky Coren schickte gleich eine ganze Reihe von Online Highrollern in den Wettbewerb. In 5 Vorrundenheats wurden Punkte (die dann in Spielchips umgewandelt wurden) gesammelt. Die deutschen Vertreter erreichten an ihren Tischen durch die Bank gute Mittelfeld-Platzierungen, so dass nach Abschluß der Vorrunde zunächst ein 6.Platz heraussprang. Hier zeigten die Briten um Vicky Coren bereits, dass mit ihnen zu rechnen sein wird und mit recht großem Punktevorsprung brachten sie die meisten Chips mit an den Final Table.
Dieser wurde in einem neuen, aber durchaus sehr interessanten Modus ausgetragen. Zunächst stellte jedes Team eine Rotationsorder auf. In dieser Reihenfolge gingen die Spieler dann für ihr Land an Tisch – jeweils für eine Spielzeit von 30 Minuten und jeder Spieler brachte bei seinem ersten Auftritt genau ein Fünftel der Gesamtchips mit an den Tisch, so dass erst nach 2,5 Stunden alle Chips im Spiel waren. Deutschland hatte einen Superstart ins Turnier und gleich in der allerersten Hand doppelte Malte Strothmann mit einem Vierling den deutschen Stack auf. Der junge Frankfurter war es auch, der bei seinen weiteren Einsätzen am Final Table die Chips des deutschen Teams immer wieder vermehrte und seine Nachnominierung hatte sich bereits jetzt mehr als ausgezahlt. Zunächst erwischte es dann das Team Kanada, dass bereits in den Vorrunden unheimlich viel Pech hatte und gleich ein halbes Dutzend krasser Bad Beats einstecken mußte. Ausgerechnet Topstar Daniel Negreanu saß am Tisch, als das Aus kam. Kurze Zeit später wurden dann auch die Mexikaner und die Letten eliminiert. Als später auch die Polen und die hochfavorisierten Briten auf Platz 6 bzw. 5 ausschieden, waren dem deutschen Team bereits 30.000 $ sicher. Dann das Aus für den Titelverteidiger, Team USA, als Shaun Deeb mit seinem Paar 9er zwar vor dem Flop großer Favorit gegen Neuseeland (Lee Nelson) mit A8 war, aber der Flop gleich zwei 8en brachte. Team USA musste sich mit Platz 4 und 30.000 $ zufrieden geben.
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits knapp 12 Stunden gespielt und es war dann dem deutschen Teamkapitän Jan Heitmann vorbehalten das Finish einzuläuten. Zunächst eliminierte er das italienische Team (Luca Pagano am Tisch), als beide Spieler ihre Chips bei einem Flop von 842 mit Top-Paar in die Mitte schoben. Jan’s Kicker mit der 8 (eine 7) war aber höher als Luca’s (5), Turn und River brachten keine Veränderung und Italien belegte Platz 3 für insgesamt 50.000 $ und somit 10.000 $ pro Spieler.
Das Heads-Up gegen Neuseeland (Lee Nelson am Tisch) wurde dann bereits in der allerersten Hand zugunsten von Team Deutschland entschieden. Jan stellte mit Q8 all seine Chips in die Mitte und wurde von Lee mit Q9 gecalled. Eine 8 am Turn brachte die Entscheidung und der inoffizielle Pokermannschaftsweltmeister 2009 heißt Deutschland! Während die Neuseeländer 70.000 $ gewannen (14.000 pro Teammitglied), so konnten die Deutschen die ausgelobten 100.000 US $ für Platz 1 entgegennehmen, was 20.000 $ pro Teammitglied bedeutete.
Da es zu diesem Zeitpunkt bereits halb 4 in der Früh war und sowohl Malte Strothmann als auch Jan Heitmann am nächsten Mittag beim Main Event (Tag 2) an den Start gehen mußten, verschob man die Siegesfeier auf den übernächsten Tag. Diese fiel dann allerdings um so heftiger aus und böse Zungen behaupten, dass einige Spieler noch morgens um 9.oo Uhr taumelnd auf der Anlage gesichtet wurden und auch nur mit fremder Hilfe den Weg zurück in ihr Hotelzimmer fanden.
Highroller Event
25.000 US $ Startgeld für ein Turnier zu bezahlen ist nicht Jedermann’s Sache. Es bleibt eben nur Highrollern überlassen sich diesen Luxus zu gönnen. 48 Teilnehmer hatten gemeldet. Etwas weniger zwar als bei der Erstauflage vor einigen Monaten in London, aber dies lag sicherlich darin begründet, dass viele Interessierte parallel noch im Mainevent der PCA im Wettbewerb waren. Aber es war ein extrem erlesenes Feld und als ich nach Turnierbeginn kurz durch die Reihen schlich, gab es weniger als eine Handvoll Spieler, die ich nicht kannte.
Gus Hansen, Daniel Negreanu, Phil Ivey, Greg Raymer, Chris Ferguson, Joe Hachem, Dario Minieri, Antonio Esfandiari, Jason Mercier, Justin Bonomo, die WSOP-Finalisten 2008 Ivan Demidov und Dennis Phillips, ElkY, Humberto Brenes, Sorel Mizzi, Eric Seidel, Chris Moneymaker …und…und…und. Ich bin mir sicher, dass nie zuvor in der Pokergeschichte ein Multitable-Turnier ausgetragen wurde, bei dem die Höhe der insgesamt gewonnenen Turnierpreisgelder im Verhältnis zu den an den Start gegangenen Teilnehmern so hoch war wie bei diesem Event.
Inmitten dieses Haifischbeckens aber auch ein Deutscher…Boris Becker. Und Boris war hochmotiviert. 2 Tage zuvor hatte er seine gute Pokerform noch nachdrücklich unter Beweis gestellt, als er von 6 Heads-Up Duellen gegen Online-Qualifikanten, die sich im Falle eines Sieges gegen ihn immerhin einen Startplatz beim Main-Event im Werte von 10.000 $ sichern konnten, gleich 5 gewann. Die meisten dieser Duelle habe ich Live mitverfolgt und ich kann definitiv versichern, dass Boris in diesen Konfrontationen nicht übermäßig Glück hatte, sondern seine Gegner schlicht und einfach nach allen Regeln der Pokerkunst ausgespielt hat. Und so war ich recht gespannt und auch neugierig, wie Boris sich gegen die Creme de la Creme des Pokerns schlagen würde. Seine Auslosung versprach auf jeden Fall recht viel Spannung & Dramatik, denn mit Chris Ferguson, Joe Hachem und Chris Moneymaker hatte er gleich 3 Ex-Weltmeister mit an seinem Tisch. Als es dann nach 2 Stunden in die erste kurze Spielpause ging, sah es auch noch recht gut aus um den ehemaligen Tennisstar aus Leimen und er war unter den Führenden im Chipcount. Dann aber hatte er in einigen Situationen recht viel Pech, verpaßte zudem einige exzellente Draws und nach mehreren Stunden schied er als 34. aus, ließ aber immerhin etliche prominente Pokerspieler hinter sich.
An einem anderen Tisch war die Konstellation nicht minder spannend. Gus Hansen, Isaac Haxton, Humberto Brenes, Daniel Negreanu, Elky, Jason Mercier und Dennis Phillips alle an einem Table - Action pur war vorprogrammiert! Spät in der Nacht ging es dann auf den Final Table zu und wiederum (ähnlich wie in London beim Highroller) waren es Dennis Phillips und Daniel Negreanu, die beide und trotz zwischenzeitlicher Führung im Chipcount kurz vor dem Preisgeld ausschieden und es somit nicht an den Final Table, der dann am nächsten Tag ausgespielt wurde und Live auf www.pokerstars.tv übertragen wurde, schafften.
Diesen erreichten dann Scott Seiver (449.500 Chips und damit Chipleader), Humberto Brenes (423.500), Bertrand “ElkY“ Grospellier (358.000), Eli Elezra (355.500), Will Molson (270.500), Lika Gerasimova (259.000), Daniel Alaei (209.500) und Nick Schulman (99.500).
Für die US-Amerikaner begann der Final Table allerdings alles andere als gut und bereits in der Anfangsphase mußten sich zunächst Nick Schulman (8.Platz – 45.700 $), Daniel Alaei (7. für 57.000 $) und Eli Elezra (6. – 68.500 $) verabschieden. Zu diesem Zeitpunkt dominierten die beiden Team Pokerstars Pro Mitglieder ElkY und Humberto “The Shark“ Brenes eindeutig das Geschehen und führten den Chipcount klar an. Ein paar Minuten später dann wohl die Hand des Tages. ElkY hatte preflop geraised und Humberto aus dem Big Blind gecalled. Der Flop brachte QT2 rainbow und der Mann aus Costa Rica setzte direkt an. Call vom Franzosen. Eine 4 am Turn und wiederum setzte Brenes an. Dann ein kräftiges Raise von ElkY, worauf Humberto Brenes aufstand, seine 2 Plastikhaie entsprechend aufbaute und ein Reraise All-In annoncierte (eigentlich mehr „sang“). Als der Franzose innerhalb von Millisekunden callte, war klar, dass 2 Superhände aufeinandergeprallt waren und in der Tat hatten beide ein Set gefloppt. ElkY lag mit den 3 Zehnern allerdings vor seinem Stallgefährten, der lediglich ein Set Zweier gefloppt hatte. Keine Wunderkarte am River und ElkY hatte nach der Hand einen massiven Chiplead, während Humberto nur noch einen Ministack vor sich stehen hatte und kurz darauf auch ausschied. Für Platz 5 bekam der immer frohgelaunte Mann aus Costa Rica 70.800 US $ ausgezahlt. Etwas später erwischte es dann die junge Russin Lika Gerasimova. Die Freundin von Ivan Demidov, der ja einige Monate zuvor beim Main Event der WSOP in Las Vegas den 2.Platz hinter Peter Eastgate erreichte und hierfür knapp 6 Millionen $ kassierte, schob ihre Chips preflop mit 86 in die Mitte und ihr Bluff rannte schnurstracks in die Asse von Scott Seiver. Das Board brachte keine Hilfe und für ihre ausgezeichnete Performance kassierte Gerasimova 91.300 $. Scott Seiver hatte zu diesem Zeitpunkt die Führung im Chipcount übernommen, aber die Blinds waren mittlerweile so hoch, dass nur wenige Hände schnell alles wieder umkippen konnten.
ElkY trat nun ein bißchen auf das Gaspedal und nahm dem US-Amerikaner ein ums andere Mal etliche Chips ab um Scott Seiver kurze Zeit später dann auch ganz vom Tisch zu nehmen. Das All-In vom US-Boy callte der Franzose mit A8 und ein ASS am Turn besiegelte das Schicksal Seiver’s, der für Platz 3 aber bereits 137.000 $ entgegennehmen durfte. Ins Heads-Up gegen den Kanadier Molson ging ElkY dann mit einem 6:1 Chipvorsprung und gleich die allererste Hand brachte die Entscheidung. AJ für ElkY und KT für Will Molson. Auch hier war bereits mit dem ASS auf dem Turn alles entschieden. Will Molson, der Online bereits etliche Erfolge aufzuweisen hat, feiert seinen bislang größten Livecash mit der Prämie von 228.000 US $ für seinen 2.Platz, während ElkY für seinen überzeugenden Sieg 433.500 $ einstreichen konnte. Turniere auf den Bahamas scheinen dem ehemaligen Starcraft Profispieler wohl ganz besonders zu liegen, denn genau ein Jahr zuvor konnte der Franzose hier auf den Bahamas das Main Event der PCA gewinnen, 2 Millionen $ an Preisgeld einstreichen und mit diesem Erfolg ein für ihn hervorragendes Pokerjahr 2008 einleiten. Man wird ihn wohl auch in diesem Jahr bei den größeren Turnieren auf der Rechnung haben müssen.
5.000 US $ Side Event
Auch das zweitägige 5.000 $ Side Event, welches am 8. Januar begann, war extrem stark & prominent besetzt. Hauptgrund hierfür war sicherlich, dass man sich nicht Online für dieses Event qualifizieren konnte, sondern alle Teilnehmer die 5 K Startgebühr bar auf den Tisch blätterten. Und aus deutscher Sicht war auch dieses Turnier ein voller Erfolg, waren doch von den ursprünglich 270 gestarteten Spielern mit Florian Langmann, Jan von Halle und Moritz Kranich gleich noch 3 Spieler an den letzten beiden Tischen vertreten. Zu diesem Zeitpunkt aber waren noch reichlich Hochkaräter im Wettbewerb. Unter anderem Peter Eastgate, Dennis Phillips und Darus Suharto, die allesamt noch wenige Wochen zuvor beim Main Event der WSOP am Final Table saßen sowie mit Justin Bonomo, Terrence Chan, Mark Flowers und Paul Magriel etliche gestandene und sehr erfahrene Profispieler. Während für Moritz Kranich dann allerdings spät am Ende des ersten Tages Endstation war und er sich mit 19.100 $ Preisgeld für Platz 12 “begnügen mußte“, so überstanden Florian und Jan den ersten Tag und tüteten massiv Chips für den am nächsten Nachmittag angesetzten Final Table ein. Dieser verlief für Jan von Halle dann allerdings unheimlich unglücklich und so war er der erste Spieler, der sich verabschieden mußte. 25.500 $ Trostpflaster für seinen Platz 9 entschädigten aber zumindest ein wenig für den einen oder anderen kassierten Bad Beat. Wesentlich besser lief es für den Deutschen Pokermeister von 2006 und EPT London Runner-Up aus 2007 Florian Langmann. Nachdem sich ein Spieler nach dem anderen verabschiedete, erreichte der junge Dresdener das Heads-Up. Hier saß ihm kein geringerer gegenüber als der amtierende Weltmeister 2008, Peter Eastgate aus Dänemark. Obwohl Eastgate einen 2:1 Chipvorsprung hielt, so gab es nicht wenige, die den in Topform spielenden Langmann den Sieg zutrauten, sofern das Heads-Up Duell nur lang genug dauern würde. Aber es sollte nicht sein. Gleich in der allerersten Hand kam es jedoch zum unvermeidbaren All-In, als beide Spieler hohe Pocketpaare ausgeteilt bekamen. Florians Buben erhielten gegen die Könige des jungen Dänen leider keine Hilfe und so konnte sich Eastgate nach seinem WM-Triumph in Las Vegas mit der unglaublichen Siegessumme von über 9 Millionen Dollar auch hier die Prämie von 343.000 $ für den Turniersieg kassieren, während Florian Langmann für seinen ausgezeichneten 2. Platz immerhin stolze 184.300 US $ erhielt.
Zurück zum Main Event…
380 Spieler an 43 Tischen nahmen am Tag 2 wieder Platz. 6 Level á 75 Spielminuten standen Ihnen bevor und für einige wurde es die reinste Achterbahnfahrt. So z.B. für Pokerstars Shootingstar George Danzer, für den der Tag zunächst sensationell gut anlief und der zwischenzeitlich knapp 400.000 Chips vor sich auftürmen konnte, später dann aber gleich mehrere Coinflips in Serie verlor und den dritten Tag zwar ebenso nicht erreichte wie auch ELTON, Jan von Halle oder Katja Thater, für seinen 138. Platz aber immerhin bereits 12.500 $ ausgezahlt bekam. Ebenfalls zu den 199 Spielern, die es ins Geld schafften, gehörten Julius Malzanini (192./12.500 $), Fabio Pilato (151./12.500 $) und Nidal Echaust (12.500). Aus der Schweiz schaffte es Franz Bracher (145./12.500 $) ins Preisgeld.
Weiterhin aber berechtigte Hoffnungen auf das ganz große Geld durften sich noch 8 Deutsche machen. Benny Spindler, Jan Collado Fernandez, Daniel Krätz, Ralf Westphal, Michael Durrer Rafael Golka, Marcus Tandler und auch Christoph Niesert gehörten zu den 102 Spielern, die auch Tag 2 der PCA überstanden und somit bereits 15.000 $ an Preisgeld sicher hatten. Mit ihnen jedoch noch etliche namhafte Spieler im Rennen. So z.B. Dustin Dirksen, Kevin Saul, Kathy Liebert, Vicky Coren, Eric Lieu, John Cernuto, Max Pescatori, Ylon Schwartz, Mark Seif, Peter Eastgate, Dénes Kalo, Alexandre Gomes und Jeff Madsen - um nur einige Namen aus diesem elitären Feld zu nennen.
Pünktlich um 12.oo Uhr am nächsten Mittag ging es bereits weiter. Tagesziel war es nun runter auf 32 Teilnehmer zu spielen - egal wie lange dies dauern würde. Wahre Feuerwerke wurden jetzt an den einzelnen Tischen abgebrannt und nach nur etwas mehr als einer Stunde waren bereits 30 Spieler ausgeschieden. Darunter leider auch Christoph Niesert (85./17.500 $), der mit AQ eine gute Chance sah seine Chips in die Mitte zu schieben, aber von Hafiz Khan, dem letztjährigen Zweitplatzierten hier bei der PCA, mit Pocket 10ern gecalled wurde und diesen Coinflip leider verlor. Ebenso erwischte es auch Ralf Westphal (80./17.500 $) und Rafael Golka (75./20.000 $).
Marcus Tandler blieb zwar noch einige Zeit länger im Wettbewerb, aber spät am Abend war dann auch für ihn Endstation. Für seinen 49.Platz durfte er aber bereits immerhin stattliche 27.500 $ einstreichen. Als letzter Spieler des Tages erwischte es dann ausgerechnet den Deutschen Michael Durrer, der mit seinen verbliebenen 180.000 Chips und einem 9er Pärchen All-In ging, aber in die Könige seines Kontrahenten lief. Keine Hilfe am Board und Michael kassierte 35.000 $ für seine tolle Turnierperformance und Platz 33.
Weitaus besser lief es jedoch für Benjamin “Psychobenny“ Spindler (knapp 2,3 Millionen Chips und damit am Ende des 3. Tages auf Platz 2 im Chipcount liegend), Jan Collado Fernandez (760.000/auf Platz 13 liegend) und Daniel Krätz, der immerhin noch 419.000 Chips mit in den vierten Turniertag rettete. Die spektakulärste Hand des Tages aber spielten 2 andere gegeneinander aus. Max “The italian pirat“ Pescatori und Kevin Saul lagen im Chipcount beide ganz weit vorn, als am Turn bei einem Board von Kc Qs 5c und 9c Pescatori mit seinen Pocket Königen All-in ging und Kevin Saul mit AT von Kreuz und dem komplettierten Flush natürlich einen leichten Call hatte. Pescatori konnte nur noch darauf hoffen, dass der Croupier das Board paaren würde, aber dies geschah nicht und der Italiener schied aus. Von den 32 Spielern, die also in Tag 4 gehen würden, waren noch 16 Pokerstars Online-Qualifikanten, 3 Deutsche, noch 3 Pokerspielerinnen und mit Vicky Coren und Alex Gomes auch noch 2 Mitglieder des Team Pokerstars PRO vertreten.
Der vorletzte Tag dieses Megaevents mit den verbliebenen 32 Spielern wurde dann auch wieder auf www.pokerstars.tv LIVE übertragen und mit den Kollegen Markus Krawinkel, Michael Körner, George Danzer, Jan Heitmann und Sven Stiel wechselte ich mich bei der Kommentierung des Geschehens ab. Es sollte nochmals ein recht langer Tag werden. Gleich zu Beginn schied leider der erste Deutsche, Daniel Krätz, aus, als er mit seinen Buben in die Könige von Kathy Liebert lief. Für den jungen Deutschen jedoch kein Grund zum Trübsal blasen, denn er qualifizierte sich für ein Startgeld von lediglich 7,50 $ für dieses Event und machte daraus immerhin satte 40.000 $. Eine klasse Leistung des 24-jährigen Studenten.
Noch besser machte es Jan Collado Fernandez. Der 22-jährige Student aus Bremen kämpfte sich bis zu den letzten 9 Spielern vor. Diese wurden dann zwar an den Final Table gesetzt, aber es mußte noch ein Spieler gefunden werden, der ausscheiden sollte und dies war ausgerechnet der junge Bremer. Und das auch noch mit einem Suckout, denn als er mit seinen Pocket Buben seine restlichen 900.000 Chips in die Mitte schob, nachdem der Kanadier Nazari vorher auf 205.000 geraised hatte, callte Poorya Nazari die Differenz von knapp 700.000 Chips mit AT und fand direkt am Flop ein ASS und es war geschehen um Jan. Platz 9 und 175.000 $ Preisgeld dürften ihn jedoch mehr als getröstet haben! Herzlichen Glückwunsch an den jungen Studenten aus Norddeutschland!
Somit stand die Besetzung des Final Tables fest und alle 8 Spieler (darunter auch der Deutsche Benny Spindler), die ihn erreichten, hatten somit bereits mindestens 234.000 $ sicher – die 3 Erstplatzierten würden am nächsten Tag Dollar-Millionäre sein und allein der Sieger sollte 3 Millionen US $ kassieren! Die Besetzung des Tisches sah wie folgt aus:
Seat 1: Tony Gregg, 22, Maryland, USA – 2.245.000 Chips
Tony spielt seit Vollendung seines 18. Lebensjahres eigentlich nur noch Poker, dabei überwiegend Cashgames. Er ist ein ziemlich gefürchteter Midstakes-Spieler unter dem Nick wwwBTHEREcom. Er hat sich für das PCA mit 800.000 FPP eingekauft - eine Investition, die sich schon jetzt längst bezahlt gemacht hat. Sein bestes Ergebnis in einem Live-Turnier hat er letzten Sommer beim $5.000-Championship-Event im Borgata erreicht, wo er als 33. $8.625 in Empfang nehmen konnte. Beachtlich auch sein dritter Platz beim Sunday Million auf PokerStars im August 2007 für gut $70.000. Er wird von seiner Freundin Jasmin und von seinem Vater angefeuert.
Seat 2: Alexandre Gomes, 26, Curitiba, Brasilien – Team-Pokerstars Pro – 8.080.000 Chips
Noch vor zwei Jahren machte Alex als klassischer Jurist Karriere. Er spielte zu Hause mit Freunden Poker, kümmerte sich aber in erster Linie um seinen Job und war bereits Partner in einer Kanzlei. Trotzdem begann er in dieser Zeit mit dem Onlinepoker – und gewann sofort große Summen. Zum Beispiel belegte er im Wednesday Hundred Grand den ersten Platz für über $65.000. Alex musste sich plötzlich zwischen einer Zukunft als Jurist oder als Poker-Profi entscheiden. Wie diese Entscheidung ausfiel wissen wir und es hat sich gelohnt. Bei der WSOP 2008 gewann er auf Anhieb ein Bracelet im $2.000 No-Limit Hold'em ($770.540) und ein paar Wochen später belegte er beim LAPT-Turnier in Punta del Este (Uruguay) den vierten Platz für $68.100. Alex ist großer Fußballfan und verehrt dabei besonders sein Heimatteam, den FC Curitiba. Online ist er unter dem Nick Allingomes bekannt.
Seat 3: Pieter Tielen, 36, Boxtel, Holland – Pokerstars-Qualifikant – 2.310.000 Chips
Der 36-jährige Verkaufsberater aus der Nähe von Amsterdam betritt soeben den wohlbekannten Pfad vom Onlinequalifikanten zum erfolgreichen Offlinespieler. Man mag es kaum glauben, aber Pieter ist ein Bronze-Star-Spieler auf PokerStars, der ein $3-Satellite und dann einen $30-Qualifier zur PCA gewann! Er hat nicht einmal das Add-on in diesem Turnier gekauft, so dass er tatsächlich für $33 auf die Bahamas gelangte. Er hat nun bereits $234.000 sicher – und das in seinem ersten größeren Liveturnier. "Das war wirklich keine schlechte Investition", meint er. Vor vier Jahren war er während eines USA-Aufenthalts erstmals mit dem Pokerspiel in Berührung gekommen.
Seat 4: Dan Heimiller, 46, Las Vegas, USA – 1.440.000 Chips
Dan Heimiller ist gewissermaßen ein Veteran der Livepoker-Szene und hat eine Serie von Ergebnissen erzielt, die buchstäblich Jahrzehnte zurückreicht. Doch erst in den letzten Monaten hat Dan so richtig zugeschlagen: Im Juni erreichte er bei der WSOP den dritten Platz in einem $1.500-No-Limit-Hold'em-Turnier und kassierte $275.695. Auch bei der WPT Borgata wurde er Dritter im $9.600-NLH für $387.000. Laut der Pokerdatenbank Hendonmob ist Dan ein “solider Allroundspieler, der schon längst für einen richtig großen Preis fällig ist". Er besitzt ein Bracelet, das er im $2.000-Mixed-Event (Seven Stud/Hold'em) gewann. Auch Online ist Dan ein Champ: 2003 gewann er im Rahmen der World Championship of Online Poker das $300 PLO H/L Event.
Seat 5: Benny Spindler, 23, Darmstadt, Deutschland – 3.352.000 Chips
Benny spielt erst seit dem Sommer 2006 Poker. Damals begann er – wie viele andere auch – in den Microlimits. Doch Benny ist offenbar äußerst ehrgeizig und bahnte sich in relativ kurzer Zeit den Weg zum Highstakes-Cashgame Spieler. Sein größter Gewinn in einem Onlineturnier betrug bislang $65.000 – dies hat er nun bei Weitem übertroffen. Obwohl der junge Darmstädter überwiegend Online spielt, hat er in den letzten fünf Monaten zunehmend an Live-Events teilgenommen, so zum Beispiel an der EPT Barcelona, der WSOPE London und der EPT London. Natürlich ist dies das bis heute bestes Live-Ergebnis für den Psychologiestudenten.
Seat 6: Kevin Saul, 28, Illinois, USA – Pokerstars-Qualifikant – 1.640.000 Chips
Kevin ist als BeL0WaB0Ve ein gefürchteter Onlinespieler, der 2007 für Aufsehen sorgte, als bei der WPT im Bellagio im Heads-Up gegen Mike Matusow gewann und sich damit $1.300.000 sicherte. Gemeinsam mit anderen Profis wie Eric Lynch ist Kevin ein Ausbilder bei PokerXFactor.com, einem amerikanischen Onlinepoker-Trainingscenter. Der 28-Jährige hat in seiner Karriere bislang Turniergewinne in Höhe von über $1,7 Millionen eingefahren. Dazu kommen heute noch einmal mindestens $234.000.
Seat 7: Dustin Dirksen, 28, Iowa City, USA – Supernova Elite – 765.000 Chips
Unter dem Nick „John Smiley“ ist Dirksen ein hervorragender Onlinespieler, der sich regelmäßig in Highstakes-Matches mit den besten Spielern der Welt misst. Ursprünglich studierte Dustin Jura an der Universität von Iowa, wobei er allerdings meistens Poker spielte anstatt zu studieren. "Als wir in unseren Seminaren begannen, mit Laptops zu arbeiten, habe ich sogar während des Unterrichts gespielt", berichtet Dustin. "Einmal wurde ich vom Professor mit einer Frage konfrontiert und hatte keine Ahnung, da ich gerade in einem $200/400-Omaha-Cashgame war. Machte nichts, ich gewann an diesem Tag $150.000." Dustin spielt selten live, will aber am EPT-Finale in Monte Carlo teilnehmen. Hier auf den Bahamas wird er von Freundin Lindsey und dem gemeinsamen zehn Monate alten Sohn Madison unterstützt.
Seat 8: Poorya Nazari, 22, Toronto, Kanada – Pokerstars-Qualifikant – 6.790.000 Chips
Poorya qualifizierte sich für das PCA in einem $33-Turbo-Turnier auf Pokerstars, was sein erster Onlineerfolg war, nachdem er im Vorjahr die Qualifikation knapp verpaßt hatte. Er hat kürzlich sein Biochemiestudium an der McMaster-Universität bei Toronto abgeschlossen, spielt aber schon seit Jahren mehr oder weniger professionell Poker, überwiegend in Live-Turnieren. Obwohl er schon einige gute Ergebnisse erzielt hat, ist dieser Finaltisch beim PCA sein mit Abstand größter Erfolg. Er erlebte während des Turniers ein ständiges Auf und Ab. Als der Average bei 150.000 lag, hatte er schon 300.000. Später blieben ihm in einer Phase nur noch 15 Big Blinds. "Da habe ich einfach ein paar Mal aufgedoppelt", lacht er.
Als erster Spieler erwischte es den US-Amerikaner Kevin Saul (Platz 8/234.000 $), als er mit KJ seine restlichen 1.2 Millionen Chips in die Mitte schob, aber von Poorya Nazari, der Pocket Damen hielt, gecalled wurde, aber keine Hilfe durch das Board bekam. Kurze Zeit später mußte auch Dan Heimiller den Tisch verlassen. Sein All-In Move mit einem Paar 5er wurde gleich von 2 Spielern mit höheren Paaren gecalled. Für Platz 7 kassierte Heimiller aber immerhin beachtliche 300.000 US $. Der dritte US-Amerikaner ging nur kurze Zeit später. Dustin Dirksen trat mit AK gegen das 10er Pärchen von Benny Spindler an. Eine Schlüsselhand für den jungen Psychologiestudenten aus Darmstadt und er musste reichlich zittern, denn der Flop brachte 2 Damen und einen Buben. Ein ASS, ein König oder ein weiterer Bube würden Benny Spindler im Klassement weit nach hinten fallen lassen. Der Pokergott aber meinte es gut und eine 6 am Turn sowie eine 3 am River ließen nicht nur Dirksen ausscheiden (Platz 6/400.000 $), sondern brachten den jungen Deutschen im Chipcount ganz nach vorn.
Zudem waren mit Saul, Heimiller und Dirksen zu diesem Zeitpunkt die vermeintlich stärksten Gegner bereits durch die Bank vom Tisch genommen worden.
Als nächster wurde der Holländer Pieter Tielen eliminiert. Ebenfalls von Benny Spindler, der mit seinem 8er Pärchen gegen AQ des Holländers einen weiteren Coinflip zu seinen Gunsten entschied. Für Tielen blieb Platz 5 und 550.000 US $.
Dann folgte eine Hand, die wohl noch sehr lange in der Pokerszene für Gesprächsstoff sorgen wird und wiederum ist Benny Spindler involviert. Alex Gomes erhöht vorm Flop und Benny called in Position. Der Flop kommt JJJ.
Der Brasilianer setzt nach und Benny miniraised den Südamerikaner. Dieser called relativ schnell. Turnkarte ist eine harmlose 5. Alex Gomes checked und Benny setzt wiederum, dieses Mal 2.000.000 Chips und nach kurzer Überlegenszeit geht Gomes mit einem Check-Raise All-In. Ich habe jetzt noch Benny’s Gesichtsausdruck vor Augen. Er schaut die Dealerin kurz an und innerhalb von weniger als einer halben Sekunde annonciert er: “I call“ und uns am Mikrofon ist natürlich sofort klar, dass Benny hier den vierten Buben auf der Hand hält. Gomes ist ihm mit seinen Pocket Aces voll in die Falle getappt. Alexandre Gomes erhielt für seinen Erfolg und Platz 4 aber immerhin bereits überwältigende 750.000 US $!
In das Spiel zu Dritt ging der junge Darmstädter zwar nun als klarer Chipleader, aber einige unglückliche Situationen kosteten etliche Chips und die Führung im Chipcount wechselte nun mehrfach hin und her. Bei Blinds von 150.000/300.000 schien das Heads-up nach fünf Stunden (Spiel zu Dritt!) endlich näher zu rücken, als Benny mit AK das All-in von Tony Gregg’s A8 callte. Doch das Board meinte es nicht gut mit dem Deutschen, sondern bescherte Gregg ein Full House. Kurz darauf kam es zum Showdown für den Darmstädter: Spindler, nun plötzlich Shortstack, pushte seine letzten Chips mit QJ in die Mitte und wurde von Poorya Nazari gecalled, der AJ hielt. Das Board K34T bescherte Benny zwar nach dem Turn noch einen Open-End-Straight-Draw, doch dieser sollte sich am River (K) nicht komplettieren. Offiziell 1.100.000 $ für den jungen Deutschen - ein stolzer Cash für eine absolut brillante Turnierperformance. Selbst Barry Greenstein, mit dem ich während des Livestreams ein wenig über die einzelnen Spieler am Final Table sprach, war von der Leistung Spindler’s extrem beeindruckt.
Mit einem Chiplead von gut 2:1 für den Kanadier ging es ins Heads-up zwischen Nazari und dem US-Amerikaner Gregg. In der vierten Hand fiel jedoch bereits die Entscheidung: Nazari hielt AT und Gregg Q7, nachdem Gregg preflop pushte und von Nazari gecalled wurde. Keine Hilfe für Anthony Gregg, der somit Platz 2 für 1.700.000 US $ belegte. Der Sieger der PCA 2009 heißt Poorya Nazari aus Kanada. Für seinen Sieg kassierte der 22-jährige Student aus Toronto sagenhafte 3.000.000 US $!
Für die meisten ging es bereits am kommenden Vormittag wieder zurück in die Heimat. Mein Rückflug ist jedoch erst am übernächsten Tag und so konnte ich noch einen wunderschönen Tag auf der Anlage genießen. Und kurioserweise ist bei meiner Heimreise ebenfalls alles glatt gelaufen. Vielleicht lag es am „Lucky Charme“ von Sandra Naujoks, die den gleichen Flug wie ich gebucht hatte und mit der ich die Rückreise nach Berlin gemeinsam antrat.
Die nächsten EPT-Turniere stehen in Deauville und Kopenhagen an. Hiervon wird es jedoch keine Live-Übertragungen geben. Die Daten für die nächsten Livestreams (Dortmund, San Remo & Monte Carlo) auf www.pokerstars.tv lauten wie folgt:
EPT Dortmund 10.-14.03.2009 - Livestream am 13. und 14.März
EPT San Remo 18.-23.04.2009 - Livestream am 22. und 23.April
EPT Finale in Monte Carlo vom 28.04.-03.05.2009 - Livestream am 02. und 03.Mai
It’s better in the Bahamas!
Dienstag, Februar 10, 2009
Craps & Poker gegen Joe Hachem
Zudem schließt Florian Langmann beim 5 K Side-Event als 2. ab und erhält 180.000 $. Hier habe ich 1% Beteiligung und bekomme daher süße 1.800 $ rein fürs "Mitschwitzen" ausgezahlt. Unterm Strich hat sich die Karibikreise für mich also vollends gelohnt.
Den letzten Tag verbringe ich zusammen mit Sandra Naujoks am Strand bzw. auf der Hotelanlage. Abends gingen wir zusammen noch ins Casino. Nicht zum Pokern, sondern ich wollte ihr Craps (Würfelspiel) ein bißchen näherbringen. Wir suchten uns einen Tisch aus, an dem es nicht so voll war und ab geht die Post. Sandra "shootet" für mich und sie würfelt, als wenn sie in ihrem Leben noch nie was anderes gemacht hat. Vor jedem Wurf muss ich ihr zwar immer noch sagen, was sie abwerfen soll und was besser nicht...aber sie hält sich genau an meine Anweisungen...lol. Mittlerweile stehen die Leute in Zweierreihen am Tisch um "mit Sandra" zu halten und sie haut eine gute Zahl nach der anderen raus. Fast 25 Minuten dauert ihr Lauf und alle am Tisch mit ihr setzenden Spieler machen sich während dieser Phase die Taschen voll. Als ihr dann aus Versehen doch mal eine 7 "ausrutscht", erhält sie eine längere Standing Ovation von den um uns stehenden gut gelaunten Mitgewinnern. Auch ich kann während dieses Laufs mit relativ geringen Einsätzen meine Bankroll um mehrere Hundert $ aufbauen und Sandra hat bei mir auf jeden Fall ein (oder gern auch mehrere) Abendessen gut! Zusammen mit ihr geht es dann am nächsten Tag auch wieder auf die Heimreise zurück nach Berlin.
Die Tage darauf waren dann vollgeknüppelt mit Arbeit. Artikel schreiben fürs Royal Flush Magazin und Moderieren einiger Pokerabende im einheimischen Raum. Darüber hinaus habe ich auch viel Zeit mit meiner Tochter verbracht, denn Papa war ja insgesamt fast 3 Wochen nicht für sie da.
Dann ging es in die 3.Runde des Zehnkampfes gegen George Danzer. Tennis, Kartfahren und Bowling standen auf dem Programm. 1:4 lag ich hinten und wenn ich noch eine Chance auf den Sieg oder zumindest ein Unentschieden bewahren wollte, so mussten alle 3 Punkte kommen. Ich hole George vom Bahnhof in Bielefeld ab und wir fahren zusammen zum Tennisland.
Während ich ein reiner Hobby-Tennisspieler bin, so hat George einige Jahre im Verein gespielt, aber dennoch bin ich recht optimistisch. Während der Autofahrt erzählt er mir aber, dass er auf den Bahamas im Rahmen einer Dokumentation fürs DSF gegen Jan Heitmann beim Tennis gewonnen hat. Die Aussage war für mich "relativ" bis zu dem Zeitpunkt, als er nachschob, dass Jan während seiner Zeit am College in den USA die Nr. 1 seiner University im Tennis war! Oh Gott...also gibt es vermutlich eine richtige Klatsche für mich. Als wir uns jedoch warmspielen, wich meine Skepsis bereits ein wenig. Mein Schläge kommen ordentlich und vor allen Dingen druckvoller als die von George und ich fühle mich topfit. Als das Match dann losging und ich George' Aufschlag zu 0 abnehme und anschließend meinen Service auch zu 0 durchbringe, weiß ich, dass der Punkt im Tennis zu 100% an mich geht. Das Match kann ich nicht verlieren. 3:0...4:1...George kommt zwar nochmals ein bißchen ran, aber der erste Satz geht mit 6:4 an mich. Was mich jedoch ein wenig unruhig machte, war die Tatsache, dass wir zum Ende des ersten Satzes einige extrem lange Ballwechsel hatten und diese mich bereits ganz schön zum Pumpen brachten. Der erste Satz dauerte dann auch ungewöhnlich lange 60 Minuten und ich war bereits klitschenass. Hoffentlich hält meine Kondition durch...Zu Beginn des zweiten Satzes dann wiederum einige spektakuläre & lange Ballwechsel, dieses Mal aber meist mit dem besseren Ende für ihn und über 3:1 und 5:2 macht er den Satz seinerseits zu. Vor allen Dingen meine Stops, die (ungelogen) wie eine Stein kurz hinterm Netz optimal gesetzt sind, erläuft er wieselflink und kann mich anschließend meist auch noch gut passieren. Unfaßbar...sollte das Match tatsächlich noch kippen? Meine Hoffnungen liegen jetzt in erster Linie auch darauf, dass wir den Court nur bis 15.oo Uhr gebucht haben (es ist bereits 20 vor 3!) und die Leute nach uns pünktlich kommen, denn dann könnten/müssten wir das Spiel abbrechen und ich kann wieder "frisch" an einem anderen Tag anfangen. Obwohl mein Siegeswille noch zu 100% da war, so nahm mein Körper leider nicht mehr die Befehle des Kopfes entgegen und meine Laufarbeit auf dem Platz war mehr als mangelhaft. Zügig geht George im dritten Satz 3:0 in Führung. Er macht das Spiel schnell. Auch er weiß um die Gefahr eines Spielabbruches. Ich komme jedoch nochmals auf 2:3 heran. Jetzt ist es 15.oo Uhr! Wo bleiben die Leuten nur, die den Platz reserviert haben?
2:4, 3:4...3:5. Die ersten beiden Matchbälle kann ich zwar noch abwehren, aber beim dritten Matchball überreiße ich nochmals eine Vorhand und mit 6:4, 2:6 und 3:6 nach über 100 Minuten Spielzeit gehe ich als Verlierer vom Platz! 1:5 im Gesamtstand! Nur noch ein Wunder kann mich retten bzw. vom Verlust der Wette (immerhin 500 € Einsatz) bewahren.
Dann gehts weiter auf die Kartbahn nach Werther - meine Hausbahn. Wir sind bereits beide völlig geschafft vom Tennismatch, aber jetzt gilt es sich neu zu konzentrieren. Beim Kartfahren wurden mir im Vorfeld eigentlich die geringsten Siegeschancen eingeräumt, denn George hat hier bei einem um 30 Kg geringeren Körpergewicht doch schon erhebliche Vorteile. Ich muss dies einfach durch Erfahrung und Kurventechnik ausgleichen. Zunächst 15 Minuten Qualifying. Wer die schnellste Runde fährt, startet beim Rennen vorn. Ich erwische zwar nicht das beste bzw. PS-stärkste Kart, aber liege dennoch um einige Zehntel vor George und beginne das Rennen aus der Pole-Position. Auch hier konnte ich meine Erfahrung ausspielen und Runde um Runde nahm ich ihm einiges an Zeit ab, so dass ich mir in der Endphase theoretisch sogar eine Fahrfehler (Quersteher) hätte leisten können. Bin mir jedoch fast sicher, dass George, wenn er noch 2-3 Mal auf der Bahn fährt, auch beim Kartfahren nicht mehr so leicht zu knacken ist. Egal - Punkt bei mir und zumindest auf 2:5 verkürzt und die minimale Chance auf ein Unentschieden noch gewahrt!
Weiter zum Bowling...wir sinde beide bereits völlig saft- und kraftlos. Ich fühle mich wie ein Häuflein elend. 100 Minuten auf dem Tenniscourt und dann noch 30 Minuten auf der Kartbahn bei ständiger Anspannung und Konzentration...too much für einen nicht mehr 25-jährigen (leicht übergewichtigen) Mann. Ich ahne bereits Böses fürs Bowlen und werde in meiner Ahnung auch bestätigt. George spielt mich an die Wand. Ich bowle sehr weit unter meinen Möglichkeiten, während er ziemlich solide Scores um die 150/160 runterspielt. Kaum einen Pin, den er stehen lässt, wenn er nicht vorher schon einen Strike hingelegt hat. Selbst in Topform hätte ich Schwierigkeiten gehabt ihn in dieser Verfassung zu schlagen. 2:6 - Bowling und somit auch das Gesamtduell verloren! Ich muss seinen Sieg neidlos anerkennen, auch wenn einige Disziplinen schon etwas glücklich für ihn gelaufen sind. Besonders im Backgammon, Billiard, Kicker und Tennis hätte es genausogut auch andersherum ausgehen können. Es riecht auf jeden Fall nach einem Revancheduell und dann wird George definitv auf einen besser im Saft stehenden Potti treffen. So leicht werde ich es ihm sicher nicht nochmals machen. Golf und Poker als Abschlußdisziplinen werden wir dennoch durchführen. Vermutlich während einer der nächsten EPT-Events.
Pokertechnisch lief es in den letzten Wochen -oder sagen wir besser im Januar- mies...um es vorsichtig auszudrücken. Es war einfach pervers. Im NL trafen meine Gegner, wie sie wollten und unterm Strich habe ich den Januar über in etwa 10 Stacks verloren. Habe dann versucht etwas zu ändern und bin zwischenzeitlich auf PL Omaha gewechselt, aber auch dort lief nur die Nase. Vom Endresultat her gesehen der schlechteste Monat ever!! Das Pokerselbstbewußtsein war kurzfristig mehr oder weniger auf dem Nullpunkt.
Seitdem jedoch der Februar angebrochen ist, läuft es sensationell gut und als wenn die Pokerplattform ein Gedächtnis oder vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen mir gegenüber hätte, so bekomme ich überdurchschnittlich gute Startkarten und diese halten auch noch fast permanent. Habe in der ersten Februar-Woche den Januarverlust bereits wieder komplett ausgeglichen und sogar noch ein wenig dazu gewonnen. Beim Limit Holdem habe ich sogar einige Ausflüge ins 10/20 shorthanded-Spiel gemacht und u.a. gegen Gavin Griffin oder Joe Hachem gespielt und in mehreren Sessions nette Gewinne eingefahren. Meist spiele ich jedoch 5/10 oder 3/6 Limit bzw. NL 400 oder NL 200...je nach Lust & Laune bzw. vorhandener Action. Bin jetzt auch damit angefangen auf 8 Tische zu erweitern und komme damit recht gut zurecht. Ist zwar hier und da ein wenig hektisch und manchmal, wenn es an 3-4 Tischen parallel zur Sache geht, werde ich auch schon mal ausgetimt, aber damit kann man leben. Bin auch recht schnell Platinum-Star geworden und wenn es in den nächsten Monaten weiterhin so läuft bzw. ich weiterhin so viel spiele, dann werde ich wohl im Sommer "Supernova". Werde bei den nächsten Blogs mal versuchen einige Hände über den Player (zum nachspielen) hier einzustellen.
Wie sehen die nächsten Wochen aus?
Also, das nächste EPT-Turnier steht erst Mitte März an. 10.-14.3. in Dortmund. Hier wird es auch wieder einen Livestream geben. Davor habe ich noch einige kleinere Pokerabende zu moderieren. Im April geht es zunächst mit meiner Kleinen in den Urlaub in die Türkei (6.-15.4), dann anschließend zu den Turnieren nach San Remo und Monte Carlo.
Die nächste EPT-Saison wird im Sommer mit einem Turnier in Moskau beginnen und ich hoffe ganz stark, dass dieses Event auch Live über www.pokerstars.tv übertragen wird, so dass ich die Chance haben werde zum ersten Mal in meinem Leben Moskau kennenzulernen. Aber noch steht dies nicht fest. Wäre auf jeden Fall super.
Ach so...heute ist das Pokermagazin Royal Flush erschienen mit einem längeren Artikel von mir über das PCA von den Bahamas. Werde den Artikel aber auch hier in den nächsten Tagen einstellen.
Bis die Tage
Gruß
Potti
Sonntag, Januar 04, 2009
Sehr turbulenter Jahresbeginn
Am 28.12. bin ich erst noch mal mit dem Zug nach Hamburg um abends über www.intellipoker.de eine Online-Pokershow (Super Sunday bei Pokerstars) zu moderieren. Mit Florian Langmann und Robin Scherr kriegen wir die 3 Stunden relativ problemlos über die Runden. Vielen Dank auch an Nils von der Technik. Schnell ins Hotel und zum Schlafen gelegt und ganz früh morgens dann bereits wieder zurück nach OWL, da ich mittags in Verl bei der Jahresabschlusspokerveranstaltung mit einigen ehemaligen Bertelsmann-Kollegen unbedingt dabei sein wollte. Hatte mir für dieses Turnier schon viel vorgenommen, da es Deep-Stack gespielt wurde und die Levels auch recht lang waren. Zunächst 30 Minuten und später sogar 45 Minuten. 18 Mann am Start. Nach 2 Levels hatte ich knapp 20 K und war klarer Chipleader. Dann ging jedoch einige Zeit gar nichts mehr und ich musste etliche Hände am Flop oder Turn passen oder zahlte meine Gegner teilweise sogar noch aus und war geschlagen. Wieder runter auf 10 K. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 6 oder 7 Spieler ausgeschieden.
Dann ging es an den Final Table. Von den 9 Spielern war jedoch nur einer dabei, der noch weniger Chips hatte als ich. 2 Mal konnte ich zwar noch die Blinds abkassieren (1 x mit QQ), aber dann erwischte es mich, als ich am Cutoff mit wiederum QQ All-in ging und vom Button (Sven) mit AK gecalled wurde. Ein K am Flop machte meine Hoffnungen zunichte und ich wurde der Bubble-Boy als 6. Besser jedoch hier der Bubble-Boy als bei irgendeinem großen Turnier, wo es um richtig Zaster geht.
Am 31. nachmittags ging es dann mit dem Zug nach Berlin. Mit meinem Kumpel „Fliege“
hatten wir Tickets für die Radio1 Party im Admiralspalast. Massenveranstaltung mit über 3000 Teilnehmern. Nach anfänglicher Skepsis und vor allen Dingen mit steigendem Alkoholpegel wurde die Party dann recht gut.
Gegen 3.oo Uhr morgens lerne ich D. kennen. Wir unterhalten uns ganz nett und albern ein wenig herum, als sie auf dem glatten Boden ausrutscht (zugegebenermaßen lag es auch ein bisschen an ihrem Alkoholkonsum), mit dem Fuß umknickt und sich vor Schmerzen krümmt. Von Beginn an scheint sie zu ahnen, dass es etwas Schlimmeres ist. Wir werden mit einem Krankenwagen ins Bundeswehrkrankenhaus gefahren und nach 2 Stunden Wartezeit wird ihr Bein endlich geröntgt. Gegen 8 Uhr morgens dann die niederschmetternde Diagnose: komplizierter Wadenbeinbruch!! Sie muss operiert werden und es kommt eine Platte in ihr Bein. 2009 geht ja mal gut los… (gute Besserung von hier aus!)
Am 2.1 früh morgens dann zum Flughafen Tegel…es geht auf die Bahamas. Zunächst nach NYC, von wo es dann über Atlanta nach Nassau weitergehen soll. Aber bereits in Tegel haben wir knapp 1 Stunde Verspätung und ich verpasse meinen Anschlussflug. Da alle Flieger gen Süden ausgebucht sind, will man mich bereits in einem Flughafenhotel einbuchen. Ich mache jedoch ein bisschen Dampf am Schalter und lüge, dass sich die Balken biegen. „Ich hätte am nächsten Morgen in Nassau eine wichtige TV-Sendung fürs deutsche Fernsehen“ …und schwuppdiewupp gab es auf einmal doch noch einen Platz. First Class geht es dann weiter von NYC nach Fort Lauderdale. Dort aber wieder meinen Anschlussflug verpasst. Gott sei Dank aber geht 1 Stunde später noch eine Maschine mit Bahamas-Air nach Nassau raus und den Bomber bekomme ich dann auch und lande um ca. 22.30 Uhr auf der Karibikinsel. Unter anderem mit Luca Pagano und Vito Branciforte teile ich mir eine Limousine zum Atlantis-Hotel, schnell eingecheckt und um kurz vor Mitternacht falle ich todmüde ins Bett!
Gestern dann den ganzen Tag bei Temperaturen von ~ 25 C am Pool gelegen, abends ein bisschen NFL geschaut und auch noch ein bisschen Online gedaddelt. Heute Abend steht eine Welcome-Party auf dem Programm und morgen geht es dann auch bereits mit dem Turnier los. Das wird ein absolutes Hammerturnier, da neben allen Pokerstars-Pros auch Full Tilt fast sein komplettes Team an den Start schicken wird. Zudem mit Boris Becker und Michael Phelps noch einige A-Promis am Start. Freue mich tierisch auf die Übertragungen.
Bilder reiche ich in den nächsten Tagen nach.
In den nächsten Tagen stehen dann auch weitere Duelle mit George Danzer auf dem Programm. Die Disziplinen Tennis und Golf wollen wir hier abwickeln. Muss beides gewinnen, wenn ich noch eine Chance auf den Gesamtsieg haben will!
Sonnige Grüße
Potti
Donnerstag, Dezember 25, 2008
Zehnkampf, EPT & frohe Weihnachten
Poker
Der Oktober lief saumäßig gut und den ganzen Monat über habe ich lediglich einen einzigen Tag verloren (von 18). Im November und im Dezember kam ich zwar an diese Top-Scores nicht dran, aber unterm Strich blieben in beiden Monaten zumindest einige Stacks Gewinn. Hatte mir aber wesentlich mehr erhofft, zumal ich besonders im Dezember sehr viel gespielt habe. Allein in den letzten 3 Wochen ca. 30.000 Hände. Merke jedoch momentan, dass ich einfach ein wenig überspielt bin und in solchen Phasen mache ich wesentlich zu viele schlechte Calls (glaube dem Gegner nicht die Hand, die er repräsentiert), breche Bluffs zu spät ab oder versuche gewisse Hände einfach zu tricky zu spielen. Mit Top-Startkarten z.B. zu oft aus early position nur limpen anstatt zu raisen oder zuviel Slowplay kann zwar hin und wieder ganz effektiv sein, aber unterm Strich darf man das nicht übertrieben. Das spiegelt sich dann auch direkt in den Ergebnissen wieder. Dennoch bin ich recht optimistisch, dass ich mit der derzeit angewendeten Strategie das NL 200 auch im neuen Jahr regelmäßig schlagen werde. Da laufen einfach zu viele Leute rum, die das Spiel nicht richtig beherrschen und ordentlich sowie regelmäßig Fehler einstreuen.
Zehnkampf mit Pokeramigo George Danzer
Tja, die ersten 5 Disziplinen sind absolviert und es sieht absolut beschissen aus. 1:4 liege ich zurück und die Hoffnungen auf einen Sieg sind auf ein Minimum gesunken. Wie kam es dazu?
Gestartet sind wir mit Backgammon. Hatte am Vorabend noch 2 Trainingsmatches auf 15 Punkte mit der Computersoftware „Snowie“ absolviert und in beiden Matches (1 gewonnen und 1 verloren) hatte ich recht ordentliche Werte (4,8 bzw. 6,6), so dass ich mir recht sicher war im Match gegen George 1:0 in Führung zu gehen. Und obwohl George wie erwartet einige Fehler sowohl beim Ziehen der Steine als auch beim Umgang mit dem Dopplerwürfel unterliefen, so machte er dies durch passende Würfe wieder wett. 9:8 lag ich zwar noch in Führung, aber ab diesem Zeitpunkt schmiß George fast nur noch gute Zahlen und konnte sich mit viel Päschen immer wieder in Sicherheit bringen. So ging er mit 12:9 in Führung. Im letzten Spiel machte er noch einen riesigen Fehler beim Doppeln, so dass ich sogar noch die Möglichkeit hatte bei einer 50/50 Chance das ganze Match zu gewinnen. Es kam nur noch darauf an, die Steine möglichst schnell nach Hause zu spielen, aber auch hier hatte George den Rennvorteil und einige gute Würfe seinerseits besiegelten letztendlich mein Schicksal. 0:1 ;-(
An der Dartscheibe (301 Double-out – best of 7) kam ich überhaupt nicht in Schwung. Zwar war ich in fast jedem einzelnen Leg vor George oder zumindest gleichzeitig unten und hatte meine „Schüsse“ zum Ausmachen, aber ich hatte einfach kein Zielwasser getrunken. George hingegen zeigte Killerinstinkt und konnte sich alle 4 Sätze sichern. Klarer Punkt für ihn…0:2
Dann ging es an den Kickertisch. Dieser Punkt musste jetzt schon kommen, ansonsten wäre der klassische Fehlstart komplett perfekt. Best of 5 auf jeweils 6 Tore. Den ersten Satz gewann ich 6:3, die Sätze 2 und 3 verlor ich 3:6 und 4:6. Im 4.Satz konnte ich beim Stand von 2:5 noch 3 Matchbälle abwehren und gewann diesen sogar noch. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits pitschenaß. Das Match befand sich (glaube ich) auch auf einem recht hohen Niveau. Im Entscheidungssatz lag ich wiederum 3:5 hinten und wehrte weitere Matchbälle ab. Bei 5:5 …es wurde dann auf 2 Tore Vorsprung gespielt…war ich bereits konditionell am Limit. Aber ich kämpfte und wehrte bei 5:6 und 6:7 weitere 2 Matchbälle ab. Dann ging ich sogar 8:7 in Führung und hatte meinerseits meinen ersten Matchball. Abgewehrt! 8:8. Dann 2 dumme Kirschen kassiert und 8:10 verloren. 0:3
Beim Billiard (Karambolage-Dreiband!) haben wir uns beide nicht mit Ruhm bekleckert und obwohl wir nur auf 2 Gewinnsätze auf jeweils 10 Punkte spielten, so dauerte das Match geschlagene 3 Stunden. Beide Sätze mit 8:10 verloren. Hätte ich im Vorfeld nur einmal trainiert, so hätte ich diesen Punkt sicher nach Hause gefahren, aber wenn man sich im Vorfeld einfach zu sicher ist, dann wird man halt bestraft. Hochmut kommt sehr häufig vor dem Fall. 0:4
Als George mir vor dem Badmintonmatch auch noch erzählte, dass er in seiner Jugend Mitglied des bayrischen Landesstützpunktes war und über Jahre leistungsmäßig Badminton gespielt hat, kamen in mir bereits leichte Zweifel hoch, ob ich diesen (für mich bereits als todsicher einkalkulierten) Punkt nicht auch noch abgeben würde, aber als wir uns die ersten Bälle beim Warmspielen zuspielten, ahnte ich bereits, dass ich das Match vermutlich nur verlieren kann, wenn ich mir einen Bänderriß zuziehen würde oder durch einen Herzinfarkt spielunfähig wäre. Mit 21:5 und 21:8 fiel das Ergebnis dann auch relativ glatt aus. Somit immerhin auf 1:4 verkürzt.
Tennis, Golf, Bowling, Kartfahren und Poker heißen die nächsten Disziplinen. Die Punkte beim Tennis, Golf und Bowlen sind nun Pflicht und dann beim Kartfahren oder Pokern muss irgendwie noch ein
Sieg her. Wird aber schwer genug und ich schätze meine Chancen auf ein Unentscheiden aktuell auf schlappe 30% ein. Hätte ich im Vorfeld nicht gedacht. Obwohl ich ja ein bißchen tiefgestapelt habe und einen ausgeglichenen Wettkampf prognostizierte, so war ich zu Beginn eigentlich 100%ig sicher, dass ich George schlagen würde. Habe ihn defintiv erheblich unterschätzt (oder mich überschätzt?)
Zumindest aber werde ich fighten bis zum bitteren Ende!
In meinem parallel stattfindenden Zehnkampf gegen Burkhard, Uwe und Christian habe ich nach 9 von 10 absolvierten Disziplinen nun nur noch 2 Punkte Vorsprung. Eigentlich sollte zu diesem Zeitpunkt „der Sack bereits zu sein“, aber beim Pokern konnte ich lediglich einen Punkt holen und da zu allem Überfluß auch noch Christian beim Pokern gewann und somit die 3 Punkte kassierte, muss ich noch ein bißchen schwitzen und bei der Abschlußdisziplin Tennis nun mindestens Zweiter werden um ganz auf sicher zu gehen und Christian auf Distanz zu halten. Die Tennismatches werden dann wohl Ende Januar stattfinden und hoffentlich kann ich bis dahin noch ein bißchen trainieren.
Im November war ich dann auch noch eine Woche in der Türkei. Sonne tanken…bin voll auf meine Kosten gekommen, denn ich der Woche habe ich nicht eine einzige Wolke gesehen und bei Temperaturen um die 28 °C ließ es sich wunderbar aushalten. Zudem noch einige sehr nette Urlaubsbekanntschaften kennengelernt und in einem tollem Hotel und bei gutem Essen habe ich mich bestens erholt. Da der November in Deutschland sicher nicht zu meinen Lieblingsmonaten gehört, denke ich, dass ich auch im nächsten Jahr einen Trip in die Türkei zu dieser Jahreszeit anstreben werde. Auf jeden Fall paßte das Preis-Leistungsverhältnis! Schöne Grüße an dieser Stelle an Matthis und Ilse, Conny und Ralf sowie an Martina & Dieter (falls die aus Versehen hier mal reinschauen sollten).
Im Dezember stand dann das EPT Turnier in Prag an. Waren ein paar schöne Tage und Prag ist einfach eine sehr schöne Stadt, in die man mit den Billig-Airlines auch relativ preiswert fliegen kann. Übernachtungen findet man ebenfalls zu noch angenehmen Konditionen und wer Poker spielt, der findet vor Ort auch recht gute Möglichkeiten, da es einige Clubs dort gibt, in denen fast rund um die Uhr gedaddelt wird. Getränke & Essen übrigens frei! Da das Niveau der Gegner auch nicht sonderlich hoch ist, könnte sich eine Reise in die Tschechische Hauptstadt also definitiv lohnen.
Das EPT Turnier wird man sicherlich nicht lange in Erinnerung behalten. Es war meines Erachtens nach der am schwächsten besetzte Final Table ever bei einer EPT. 5 der 8 Spieler hatten dort eigentlich nichts zu suchen und ich frage mich allen ernstes, wie die sich in einem Feld, in dem so viele klasse Pokerspieler angetreten sind, durchsetzen konnten. Hatte diesbezüglich noch vor einigen Wochen mit Benjamin Kang eine Diskussion und er behauptete, dass auch ein schwacher/schwächerer Spieler ein EPT-Turnier gewinnen können, während ich die Ansicht vertrat, dass bei einem solch großen Turnier die schlechteren Spieler im Laufe der ersten Tage grundsätzlich immer aussortiert würden. Tja, muss meine Meinung nun wohl revidieren. Benjamin hatte Recht.
Am Samstag (Final Table) habe ich mit Markus Krawinkel dann 12 Stunden durchkommentiert. Das war heftig, denn wenn man keine große Namen am Tisch sitzen hat und die Spieler dann durchweg auch noch stumm sind (der Grieche war hier eine Ausnahme und hat zumindest für ein wenig Unterhaltung gesorgt), dann werden diese 12 Stunden auch schnell mal zu einem Höllenritt. Markus und ich haben uns in der Endphase auf jeden Fall richtig gequält und waren dann heilfroh, dass zumindest das Heads-Up zwischen den beiden Italienern relativ schnell beendet war.
Was steht in den nächsten Tagen/Wochen an? Samstag geht mit ein paar Kumpels nach Schalke in die Veltins-Arena zum Biathlon. Das ist schon Tradition und ich bin mir sicher, dass es wieder recht feucht und fröhlich zur Sache gehen wird. Vom eigentlichen Wettkampf werde ich vermutlich wieder nicht mehr all zu viel mitbekommen. Die letzten Jahre bin ich dort auch eigentlich immer eingeschlummert.
Kommenden Montag steht dann in Verl die Pokerabschlußrunde an. Deep-Stack …50 € Einsatz inkl. Buffet. Auch hier werde ich dem Alkohol nicht widerstehen und wenn ich bei gestiegenem Konsum nicht zu loose spielen sollte (und zuviel bluffe), dann hoffe ich möglichst weit zu kommen bzw. zumindest den Final Table zu erreichen. Denke, dass in etwa 30 Spieler teilnehmen werden.
Am 31. geht es dann bereits nach Berlin und mit Fliege werde ich dann im Admiralspalast das Jahr 2009 einläuten. Bleibe dann direkt in Berlin, von wo es bereits am 2.1. mit dem Flieger auf die Bahamas zum Pokerstars Carribean Adventure geht. Vor diesem Major Event steht noch der World Cup of Poker sowie das Highroller Event statt, so dass ich insgesamt an 4 Tagen ans Mikro muss. Hoffe aber, dass ich zwischendurch noch ein bißchen Zeit finde, mich in die Sonne zu fletzen und zu relaxen.
Abschließend noch eine Pokerhand zum Mitraten.
Cashgame NL 200
Ich sitze am Button und habe 218 $ auf dem Tacho. Das Spiel am Tisch ist recht tight und ich habe bereits etliche Male mit Schrotthänden preflop geraised und kampflos die Blinds eingesammelt. Besonders aus den Positionen am Cutoff und am Button und ich spüre, dass die Spieler links von mir nur darauf warten eine Hand gegen mich zu finden und gegenzuspielen. Genau der richtige Zeitpunkt für 2 schwarze Asse am Button. Vor mir passen (mal wieder) alle und ich raise auf 8 $. Jetzt kommt allerdings Small Blind mit einem Reraise auf 23 $ aus seinem Dornröschenschlaf hervor. Bingo!
Big Blind paßt und ich überlege, wie ich die Hand weiterspiele. Slowplay und nur callen um am Flop oder am Turn (je nachdem wie gefährlich der Flop aussieht) erst die wahre Handstärke zu präsentieren oder direkt preflop scharf spielen?
Ich entscheide mich dafür direkt vorm Flop aggressiv zu spielen und rereraise auf 52 $. Ich kenne meinen Gegner relativ gut (ständiger Spieler auf der Plattform) und schätze sein Spiel auch. Er hat 240 $ auf dem Tacho. Zu meiner Überraschung called er. Der Flop kommt Qh Jh 8d. Ich habe 2 schwarze Asse. Also nicht gerade der Flop, wovon ich geträumt habe. Mein Gegner checked und ich setze 60 $ in den Pot, der bereits preflop 106 $ enthielt. Nun kommt ein relativ schneller Minicheck-Raise meines Kontrahenten auf 120 $.
Oh Gott…das sieht nicht gut aus. Habe allerdings bereits 112 $ investiert und bin mir sicher, dass er diesen Check-Raise nicht nur mit einem Set, sondern auch mit jedem Draw spielen würde und somit pushe ich meinen Rest in die Mitte. Er called innerhalb von Millisekunden. War also kein Bluff seinerseits. Turnkarte ist Karo 6 (gut!) und Riverkarte ist dann die schlimmste Karte im ganzen Deck. Herz 10 !!!
Ich weiß, dass der Pot (438 $) nun zu meinem Gegner geschoben wird, stoße aber ein lautet „YES“ aus, als es Kingeling macht und die 438 $ zu mir herübergeschoben werden.
Welche Hand hatte mein Gegner? Eigentlich nicht zu schwer, oder? Muss als Ergänzung sagen, dass mein Gegner wirklich ein sehr solider Spieler ist und eigentlich nie auf “Tilt“ geht. Eigentlich kann er somit nur eine einzige Hand gehabt haben und genau diese hatte er auch, als ich aus Neugier dann noch in die Handhistorie geschaut habe.
So…abschließend allen noch ein schönes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch in ein tolles Jahr 2009!
Viele Grüße
Potti
Freitag, Dezember 19, 2008
Long time no hear
Themen dann:
Aktuelle Pokerergebnisse
Urlaub in der Türkei
Zehnkampfduell gegen Uwe, Burkhard und Uwe
Heads-Up Zehnkampf gegen George Danzer
Die Tage bei der EPT in Prag
Vorschau auf die nächsten Wochen
Viele Grüße
Martin
EPT London
Drehbuch & Regie: Alfred Hitchcock
Dramatik, Spannung und Unterhaltung gab es reichlich beim zweiten Turnier der 5.EPT Saison und wenn ich es in London nicht mit meinen eigenen Augen gesehen bzw. LIVE kommentiert hätte (über www.pokerstars.tv), dann würde ich vermutlich nur schwerlich glauben, was sich im ehrwürdigen Victoria Casino im Herzen der Weltmetropole abgespielt hat. Aber alles der Reihe nach…
Die maximale Spieleranzahl war von den Organisatoren im Vorfeld auf 500 festgelegt worden, aber der Andrang war so riesig -es waren fast 250 Spieler auf der Warteliste-, dass man sich seitens der Turnierleitung kurzerhand entschloß zusätzlich Tische und Stühle aus dem Lager zu besorgen und buchstäblich den letzten Quadratmeter des Casinos zu nutzen um es noch möglichst vielen Pokerspielern zu ermöglichen an diesem prestigeträchtigen Event teilzunehmen.
Die Beteiligung der Topstars war riesengroß. Bedingt dadurch, dass direkt im Vorfeld dieses Turniers das Main Event der WSOPE in London stattfand und direkt im Anschluß an das EPT London das Highroller-Event (mit einem Buy-In von 20.000 GBP) ebenfalls im gleichen Casino anstand, war so ziemlich alles am Start, was in der Pokerwelt Rang und Namen hat. POKERSTARS hatte sein komplettes Starensemble ausgesendet, aber zum ersten Mal schickte auch Full Tilt Poker seine Top Profis ins Rennen um die begehrte EPT-Trophae und die 3,35 Millionen Britische Pfund. Allein der Gewinner sollte 1 Million Pfund kassieren.
Samstag, 4.Oktober, kurz nach 17.oo Uhr…Von den insgesamt 596 gestarteten Spielern, die jeweils 5.200 GBP Startgebühr ( ~ 6.100 €) entrichteten oder sich im Vorfeld Online für dieses Event qualifiziert hatten, sind lediglich 18 Spieler verblieben. Michael Martin aus Washington Crossing, Pensylvania, 24 Jahre alt und Pokerprofi, ist zu diesem Zeitpunkt massiver Chipleader. Ein paar Minuten später eliminiert Michael Martin mit einem Pocketpaar Damen den Dänen Peter Eastgate (18.Platz – 16.300 GBP) und durchbricht als erster Spieler die Schallmauer von einer Millionen Chips. Eben jenen Peter Eastgate, der im November in Las Vegas für Furore sorgen sollte, als er das Main Event der WSOP und über 9 Millionen $ an Preisgeld gewann.
Kurz danach geht es ins Dinnerbreak und Michael Martin entschließt sich dazu seine Mutter und seine Freundin Jennifer in den USA anzurufen und er gibt den beiden grünes Licht für den Trans-Atlantikflug von Philadelphia nach London. Es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn er den Final Table am nächsten Tag nicht erreichen würde und hierfür kann er natürlich jede moralische Unterstützung bestens gebrauchen. An der Ostküste der USA machen sich die beiden auf dem Weg zum Flughafen um ihren Sohn bzw. Freund am nächsten Tag beizustehen.
Samstag…kurz nach 22.oo Uhr…Seit geraumer Zeit bereits läuft nichts mehr zusammen bei Michael Martin. Die Führung im Chipcount hat er längst an den Schweden Michael Tureniec abgegeben und als der US-Boy kurze Zeit später eben gegen jenen Schweden in einen dicken Pot verwickelt wird und Tureniec am Turn All-in geht, da droht sogar das Aus für Michael Martin, wenn er jetzt called und die Hand verlieren sollte. Michael Martin überlegt lange…sehr lange…und sicherlich werden ihm in dieser Situation 1000 Gedanken durch den Kopf gegangen sein. Mutter und Freundin hätten den langen Flug vergebens gemacht und könnten sich zwar ein paar Sehenswürdigkeiten in der Londoner Innenstadt anschauen, aber ihren Liebling würden sie am Final Table nicht anfeuern können. Michael Martin entscheidet sich für sie sichere Variante und nach mehr als 5 Minuten Bedenkzeit passt er seine Hand.
Samstag…22.56 Uhr…Die Besetzung des Final Tables scheint zu stehen, als der Pole Marcin Horecki vom Team Pokerstars PRO mit seinen letzten 220.000 Chips und Q9 All-In geht und von Johannes Strassmann mit einem Pocketpaar Assen gecalled wird. Der Flop kommt 742 und nun bräuchte der Pole schon 2 perfekte Karten um nicht auszuscheiden. Turnkarte ist eine 9 und die Hoffnungen des Polen bleiben erhalten und als der Dealer am River dann tatsächlich eine weitere 9 umdreht und der Pole mit seinem Drilling das Paar Asse vom Deutschen überholt, ist die Aufruhr am TV-Table riesengroß und die Suche nach dem Spieler, der den Final Table nicht erreichen würde, geht weiter.
Samstag…23.38 Uhr…Es ist vollbracht! Die Besetzung des Final Tables steht, als der Schwede Sjodin mit AJ All-In geht und vom US-Amerikaner Eric Liu mit einem Paar Königen gecalled wird. Das Board bringt zwar noch einen J für den Schweden, aber die Könige von Liu halten. Sjodin erhält für seinen Platz 9 GBP 50.574 und die 8 noch im Rennen befindlichen Kontrahenten haben allesamt bereits 81.000 GBP sicher.
Neben den beiden US-Boys Michael Martin (718.000 Chips) und Eric Liu (1.308.000) hat es auch der Wahlberliner Johannes Strassmann (434.000) geschafft. Es ist bereits die vierte TOP-Ten Platzierung bei einem EPT-Turnier für den gebürtigen Bonner innerhalb von nur 10 Monaten. Etwas, das vor ihm noch keiner geschafft hat und ich behaupte mal, dass diese Leistung auch in Zukunft sehr lange unerreicht bleiben wird. Neben den Dreien hat auch der Pole Marcin Horecki (309.000) vom Team Pokerstars den Einzug an den Final Table geschafft. Obwohl er bereits einige Male mit mehr als einem Bein ausgeschieden war, so war dem Polen das Glück in den entscheidenden Situationen immer wieder hold und die Riverkarte brachte gleich serienweise die Wende zugunsten Horecki. Ebenfalls noch im Rennen ist Alan Smurfit (396.000) aus Irland. Der millionenschwere Unternehmer, der als Einziger der verbliebenen 8 Spieler nicht professionell pokert, ist kurioserweise aber der Einzige, der bereits ein Bracelet bei der WSOP in Las Vegas gewonnen hat und darf sicherlich nicht unterschätzt werden. Komplettiert wird der Final Table vom kanadischen Jungprofi Philippe D’Auteuil (476.000), vom Schweden Michael Tureniec (Chipleader mit 1.331.000) und vom Franzosen Highstakes Pokerspieler Anthony Lellouche (1.022.000).
Sonntag, 5.Oktober…14.oo Uhr…Michael Martin’s Mutter und Michael’s Freundin Jennifer kommen im Casino an und nehmen im Publikum genau zu dem Zeitpunkt Platz, als der Turnierdirektor die Spieler vorstellt. Es würde ein Tag für die beiden werden, den sie sicherlich sehr lange nicht vergessen werden und der an Aufregung und Gefühlsschwankungen wohl sehr schwer zu toppen sein wird.
14.02 Uhr…Gleich in der allerersten Hand überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem der Kanadier D’Auteuil geraised hat, geht Lellouche All-In und D’Auteuil called in Sekundenbruchteilen. Lellouche hält ein Paar 4er und der Kanadier Pik AS und Kreuz König. Der Flop bringt 852 mit 2 Kreuzen. Turnkarte ist Kreuz J. Der Franzose ist zwar noch vorn, aber D’Auteuil hat etliche Outs. Ein AS, ein K oder ein viertes Kreuz auf dem Board würde ihn vor dem Ausscheiden retten. Riverkarte ist Kreuz 3, bringt ihm den Flush und im Publikum macht sich der Fanclub des jungen Kanadiers lautstark bemerkbar.
14.07 Uhr…Johannes Strassmann doppelt mit seinem Paar Assen gegen Anthony Lellouche (77) auf, hat nach der Hand über 900.000 Chips und liegt in Schlagdistanz zu den im Chipcount führenden Spielern.
14.20 Uhr…Der Franzose Lellouche, mit sehr großen Hoffnungen in den Tag gestartet, wird von Johannes Strassmann eliminiert. Obwohl vor dem Flop mit A9 gegen Johannes KJ noch vorn, so beendet der K am Flop alle Träume des Franzosen und er muß sich mit 81.569 GBP und Platz 8 zufrieden geben.
15.25 Uhr …Bei Michael Martin läuft es nicht und mit nur knapp über 300.000 Chips liegt er am Ende des Feldes. Er muß etwas tun und als er AQ am Button findet, schiebt er seine restlichen Chips in die Mitte. Er wird jedoch von Johannes Strassmann mit KJ im Big Blind gecalled. Der Flop mit T82 sieht noch gut aus für den 24-jährigen US-Boy, aber ein K am Turn bringt Johannes in Front und nur ein AS am River für das höhere Pärchen oder ein J für die straight würden Michael Martin vor dem Turnieraus retten. Michael’s Freundin Jennifer und auch seine Mama halten es vor Aufregung im Publikum kaum noch aus und als der Dealer am River dann tatsächlich einen J zur Komplettierung der Straße umdreht, ist der Jubel bei Michael’s Anhang gewaltig.
Auch für alle anderen noch im Rennen befindlichen Spieler beginnt nun eine Achterbahnfahrt, wie sie es zuvor und vor allen Dingen in einer solch entscheidenden Situation wohl noch nie vorher erlebt haben. Jeder der 7 Spieler geht zwischendurch im Chipcount mal in Führung um nur ein paar Minuten später wieder ganz am Ende des Feldes zu liegen. Eine unglaubliche Rotation an Chips! Es macht unglaublich Spaß die Action über www.pokerstars.tv zu kommentieren und wer es LIVE verfolgt hat, der wird diese Sequenzen wohl auch so schnell nicht vergessen. Leidtragender jedoch ist Johannes Strassmann. Nachdem er ein paar Minuten zuvor gegen Marcin Horecki einen Riesenpot mit der Riverkarte verloren hat, so zog er nun in einem Coinflip gegen Michael Martin (JJ vs. KQ) abermalig den Kürzeren. Knapp 121.000 GBP für Platz 7 sind für Johannes zwar ein kleiner Trost, aber ich bin mir sicher, dass er sich hier definitiv mehr vorgenommen und auch einkalkuliert hatte.
Eine knappe halbe Stunde später erwischt es den Multimillionär Alan Smurfit aus Irland. Smurfit, der mittlerweile in Florida lebt und als zweitreichster Mann Irlands in den Forbes-Listen geführt wird, geht mit A4 All-In und wird von Michael Martin mit JJ gecalled. Der Flop kommt KJ3 und nur 2 passende Karten für eine Straße würden den Iren retten. Turnkarte ist eine 5 und es keimt nochmals ein bißchen Hoffnung für Smurfit auf, aber als am River eine weitere 5 aufgedeckt wird, ist das Turnieraus für Smurfit besiegelt und er muss sich mit Platz 6 und GBP 153.351 zufrieden geben. Im Chipcount führt derzeit Eric Liu mit knapp 2,4 Millionen Chips vor Marcin Horecki mit 1,3 Millionen und Michael Martin mit 1,03 Millionen, während Philippe D’Auteuil und Michael Tureniec knapp 700.000 Chips vor sich stehen haben. Als kurze Zeit später D’Auteuil mit einem Paar 8er in die Könige von Horecki läuft und keine Hilfe vom Board erhält, bleiben nur noch 4 Spieler übrig. D’Auteuil erhält für seine Performance und Platz 4 bereits knapp 196.000 Britische Pfund.
20.16 Uhr …Das Dinnerbreak ist gerade vorüber und Michael Martin, der zu diesem Zeitpunkt chipmäßig an vorletzter Stelle liegt, macht am Button einen Move und schiebt mit einem Paar 2er seine restlichen 700.000 Chips in die Mitte, wird aber von Eric Liu -er ist ebenfalls All-In mit etwas weniger Chips- mit AT gecalled. Gleich am Flop (KQJ) vervollständigt Eric Liu seine Straße. Turn- und Riverkarte bringen keine Veränderung und Michael Martin bleiben nach der Hand lediglich 100.000 Chips über, also nur etwas mehr als ein Big Blind, denn die Blinds liegen in dieser Spielphase bereits bei 40.000 und 80.000 (Ante 5000). Tureniec und Horecki haben zu diesem Zeitpunkt über 20 Mal so viele Chips wie Michael Martin und die Lage erscheint mehr als aussichtslos. Was dann jedoch in den nächsten 45 Minuten im Londoner Victoria Casino geschieht, ist in Worten wahrlich nur sehr schwer zu beschreiben und gleicht in der Tat einem Pokerwunder.
20.20 Uhr…Michael Martin verdreifacht zunächst seine Chips, als sein Paar 8er gegen 2 Gegner halten. Gleich in der nächsten Hand verdoppelt er erneut gegen den Schweden Tureniec mit 99 gegen K7 und als er nur eine weitere Hand später wiederum gegen den Schweden mit AA gegen QJ nochmals aufdoppelt, hat er innerhalb von weniger als 10 Minuten aus 100.000 Chips knapp 1,5 Millionen gemacht und liegt wieder konkurrenzfähig im Geschäft. Aber sein Lauf war noch längst nicht zu Ende. Direkt in der darauffolgenden Hand nimmt er seinen Landsmann Eric Liu aus dem Rennen, als dieser mit JT All-In geht und von Martin mit A9 gecalled wird. Gleich ein AS auf dem Flop sowie ein weiteres AS auf dem Turn besiegeln das Schicksal von Liu, der für Platz 4 mit 235.000 GBP entlohnt wird. Michael Martin gewinnt in dieser heißen Phase 11(!) Pötte in Serie und nimmt knappe 20 Minuten später auch den Polen Marcin Horecki vom Tisch. Mit K8 ging Marcin Horecki All-in und mit KJ callte Martin. Der Flop (Q63) brachte keine Veränderung, aber eine 8 am Turn löste zunächst Jubel im polnischen Lager aus. Aber Michael Martin traf in dieser Phase einfach alles, was er benötigte und ein J am River bedeutete das Aus für den Pokerstars Pro Marcin Horecki.
21.05 Uhr…Es geht ins Heads-Up. Michael Martin gegen Michael Tureniec. USA vs. Schweden. Beide spielen professionell Poker, bei beiden hat das Leben aber noch vor gut 2 Jahren ganz anders ausgesehen. Während Michael Martin am College von Penn State Englisch studierte, aber parallel eine Karriere als Eishockey-Profi in der NHL anstrebte (bis ihn eine Verletzung aus all seinen Träumen riß), so arbeitete Michael Tureniec noch vor gut 2 Jahren an der Kasse eines Supermarktes und scannte Lebensmittel ein. Beide haben den Wechsel in das Pokerbusiness jedoch nie bereut und in den letzten 18 Monaten bereits ordentlich Erfolge eingeheimst. Dennoch ist es für beide der größte Erfolg ihrer noch jungen Pokerkarriere, wobei der Vorteil und die Trümpfe sicherlich eindeutig bei Michael Martin liegen. Zum einen hat er bereits „Endspielerfahrung“ (ein 2.Platz bei den Master Classics in Amsterdam 2007 sowie ein 5.Platz beim EPT Finale in Monte Carlo im Frühjahr 2008 spülten bereits mehr als 1 Millionen € auf sein Bankkonto), zum anderen geht er zudem auch noch mit einem Chipvorsprung von 4:1 in das Duell gegen den 23-jährigen Tureniec, der in Stockholm wohnt und sich Online bei Pokerstars für dieses EPT Event qualifiziert hat. Aber dieser erweist sich als sehr zäh und es sollte noch ein hartes Stück Arbeit für Michael Martin werden.
Zunächst spielen beide eher defensiv und im Chipcount tut sich nicht allzu viel. Dann aber gewinnt der Schwede mehrere Pötte in Folge und um kurz nach 22.oo Uhr geht Tureniec chipmäßig erstmals in Führung. 20 Minuten später dann eine Schlüsselhand. Der Schwede setzt an Flop sowie am Turn relativ hohe Beträge und Michael Martin hat einen schweren Call, entschließt sich nach reichlich Überlegen aber dazu und erwischt den Schweden bei einem Bluff. Der alte Abstand an Chips ist wieder hergestellt.
22.53 Uhr…die Entscheidung
Michael Martin geht aus dem Small Blind mit einem Paar 4er All-In und wird in vom Schweden mit K9 gecalled. Die klassische Coinflip-Situation! Der Flop kommt mit 632 für den US-Amerikaner optimal. Als dann auch noch eine 4 am Turn umgedreht wird, würde dem Schweden nur noch eine 5 für einen Split-Pot helfen, aber die Pik 2 am River bringt die Entscheidung und der Sieger des EPT Turniers in London heißt Michael Martin! 1 Millionen GBP (~ 1.170.000 €) gehen an den sympathischen US-Boy, während der Zweitplatzierte Michael Tureniec immerhin noch stolze 525.314 GBP (~ 615.000 €) mit zurück nach Stockholm nimmt. Ein Turnier geht zu Ende, dass wohl alle (Spieler, Angehörige und auch unbeteiligte Zuschauer) in seinen Bann gezogen hat und begeisterndes Poker gezeigt hat und richtig Geschmack gemacht hat auf die kommenden EPT Events.
Die nächsten LIVE über www.pokerstars.tv zu verfolgenden Turniere:
EPT Prag am 12./13.Dezember sowie PCA Bahamas am 09./10.Januar 2009
EPT London, England vom 01.-05.10.2008
Buy-In: £ 5.200,-; 596 Teilnehmer; Preispool: 3.349.200,- £
1 Michael Martin USA 1.000.000,-
2 Michael Tureniec Schweden 525.314,-
3 Marcin Horecki Polen 303.439,-
4 Eric Liu USA 234.920,-
5 Philippe D'Auteuil Kanada 195.766,-
6 Alan Smurfit Irland 153.351,-
7 Johannes Strassmann D 120.723,-
8 Anthony Lellouche Frankreich 81.569,-
12 David Benyamine Frankreich 35.891,-
18 Peter Eastgate DK 16.313,-
28 Ramin Henke D 13.052,-
32 Scotty Nguyen USA 13.052,-
38 Vicky Coren UK 11.419,-
39 Vanessa Rousso USA 11.419,-
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High Roller Event in London fest in nordamerikanischer Hand
Wenn bei einem Pokerturnier mit Scotty Nguyen (WSOP Champion 1998), Chris “Jesus“ Ferguson (WSOP 2000) und Greg Raymer (WSOP 2005) gleich 3 Weltmeister an einem Tisch sitzen, aber dieser Tisch nicht im Hauptblickpunkt der Medien steht, spätestens dann weiß man, dass ein ganz besonderes Event begonnen hat. Der High Roller Showdown in London – ausgetragen im Rahmen des EPT Events im Victoria Club an der Edgware Road im Herzen Londons. Auf 20.000 Britische Pfund, umgerechnet in Euro etwa 23.500, belief sich das Startgeld für dieses Event der Extraklasse und das “Who is Who“ der Pokerszene fand sich ein um den Siegerscheck in Höhe von 500.000 GBP abzukassieren.
1 Million Pfund hatte Pokerstars als Preisgeld garantiert und wohl mit einer Teilnehmerzahl um die 50-60 gehofft und gerechnet, aber dass es dann gleich 85 Spieler wurden, die die £ 20.000 Startgebühr entrichteten, übertraf doch die Erwartungen der kühnsten Optimisten. Und als ich am 5.Oktober das Casino betrat, da traute ich meinen Augen kaum. Es gab wirklich nicht einen einzigen Tisch, an dem man nicht mindestens 4-5 Topstars erblickte. Als Todestisch entpuppte sich sehr schnell Table 6, denn mit Vicky Coren (EPT Gewinnerin 2006), Scotty Fischmann (2-facher Braceletsieger bei der WSOP), Sorel Mizzi (Highroller aus Kanada), Gus Hansen (4-facher WPT-Sieger), Daniel Negreanu (4-facher Braceletgewinner und mit knapp 11 Millionen $ an Turnierpreisgeldern an Platz 2 der ewigen Geldrangliste), William Thorson (Highroller aus Schweden) und Bertand “ElkY“ Grospellier (Sieger PCA Bahamas 2008) saßen gleich 7 Hochkaräter am gleichen Tisch und Action pur war vorprogrammiert. Dominiert wurde der Tisch eindeutig vom Sunny-Boy Daniel Negreanu, der die Profis gleich serienweise eliminierte. Zunächst mussten Vicky Coren und Scotty Fischmann dran glauben, etwas später auch Sorel Mizzi, William Thorson und Gus Hansen, dessen Pocket-Asse Negreanu mit 74 von Herz knackte, als der Flop gleich seinen Flush komplettierte.
Aber auch an den anderen Tischen schieden die Top-Stars wesentlich früher aus als ihnen lieb war. So war für Brandon Adams, Phil Ivey, Joe Hachem, Chris Moneymaker, Chris ”Jesus“ Ferguson, Tom Dwan, Humberto Brenes, Eric Seidel und David Williams bereits nach einigen Stunden das Turnier beendet und der Startingstack von 20.000 Chips hatte sich in Luft aufgelöst.
Einziger Deutscher in diesem exklusiven Feld war Sebastian Ruthenberg aus Hamburg. Der EPT-Gewinner aus Barcelona kam zwar einigermaßen gut aus den Startlöchern und konnte vor allem dem WSOP-Sieger 2003 Chris Moneymaker zu Beginn gleich ordentlich Chips abnehmen, aber auch die Luckbox musste bereits am frühen Abend die Segel streichen. Ebenso wie Peter Eastgate (WSOP Sieger 2008), Patrick Antonius, Greg Raymer, David “Chino“ Rheem (ebenfalls am Final Table des WSOP Main Events 2008), Ivan Demidov (2.Platz WSOP 2008), Barry Greenstein und David “Devilfish“ Ulliott.
So langsam ging es in die kritische Phase. Lediglich 9 Plätze wurden bezahlt und gegen Mitternacht, als noch 26 Spieler übrig waren, führten mit Daniel Negreanu und David Benyamine 2 Profis die Chipliste an, die sich aus gemeinsamen Highstakesrunden in Las Vegas nur allzu gut kennen. Würden die beiden das Rennen unter sich ausmachen?
Es waren jedoch noch viele andere wohlklingende Namen im Wettbewerb vertreten und der Weg an den Final Table sollte noch sehr steinig werden. Scotty Nguyen, John Juanda, Isabelle Mercier, Michael Watson, Dennis Phillips, Steve Zolotow, Peter Jetten, Isaac Haxton sowie auch der Sieger des EPT Turniers San Remo 2008 Jason Mercier befanden sich zu diesem Zeitpunkt allesamt noch in aussichtsreicher Position.
Für Daniel Negreanu lief es dann jedoch alles andere als gut und in gleich mehreren Pötten, in die er verwickelt war, musste er am Turn oder River passen. Als er gegen 2.oo Uhr morgens mit A2 auf einem AT8 Board seine restlichen Chips in die Mitte schob und von Alexander Roumeliotis mit AQ gecalled wurde, war es um den sympathischen Superstar aus Las Vegas geschehen. Platz 16 in diesem elitären Feld kann sich zwar gewiß sehen lassen, aber die Unzufriedenheit stand Negreanu ins Gesicht geschrieben, hatte er doch 2 Stunden zuvor das Feld chipmäßig noch klar angeführt.
Kurze Zeit später entschied sich die Turnierleitung dann dazu bei noch 14 verbliebenen Spielern das Spiel am Folgetag fortzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt sah der Chipcount wie folgt aus:
David Benyamine 295,900
Alexander Roumeliotis 229,400
Jason Mercier 161,200
Scotty Nguyen 159,100
Masaaki Kagawa 159,000
John Juanda 138,900
Michael Watson 118,000
Peter Jetten 105,100
Isabelle Mercier 99,200
Isaac Haxton 83,200
Dennis Phillips 73,200
Ghassan Bitar 58,700
Andrew Feldman 33,000
Jani Sointula 6500
Um kurz nach 13.oo Uhr Ortszeit ging es dann weiter und es wurden die 5 Spieler gesucht, die den Final Table nicht erreichen sollten. Gleich in der ersten Hand erwischte es den Finnen Jani Sointula und als kurz darauf später auch der Brite Andrew Feldman, der Ghanese Ghassan Bitar sowie zur großen Überraschung auch der Schwede Roumeliotis eliminiert wurden, befanden wir uns bereits inmitten der Bubble-Phase. Diesen unglücklichen 10.Platz belegte Dennis Phillips. Obwohl es ihn sicherlich mächtig geärgert hat, immerhin gab es für Platz 9 bereits £ 51.000, so wird es der US-Amerikaner im Nachhinein sicherlich verschmerzen können, denn nur ein paar Wochen später sollte er den Final Table der diesjährigen WSOP als 3.Platzierter beenden und über 4,5 Millionen Dollar einstreichen.
Der Final Table
Seat 1: Peter Jetten, 23 Jahre, Toronto (Kanada) – 347.000 Chips
Seat 2: Michael Watson, 24 Jahre, Toronto (Kanada) – 104.000 Chips
Seat 3: Isaac Haxton, 23 Jahre, New York (USA) – 293.000 Chips
Seat 4: Isabelle ‘No Mercy’ Mercier, Quebec (Kanada) – 86.000 Chips
Seat 5: David Benyamine, 36 Jahre, Las Vegas (USA) – 175.000 Chips
Seat 6: Scotty Nguyen, 45 Jahre, Las Vegas (USA) – 68.000 Chips
Seat 7: Jason Mercier, 21 Jahre, Florida (USA) – 204.000 Chips
Seat 8: Masaaki Kagawa, 45 Jahre, Tokio (Japan) – 142.000 Chips
Seat 9: John Juanda, 37 Jahre, Las Vegas (USA) – 302.000 Chips
Der Final Table war somit fest in nordamerikanischer Hand. Lediglich der Franzose David Benyamine, mittlerweile aber auch in den USA lebend und mit der Pokerspielerin Erica Schoenberg verheiratet, vertrat die europäischen Farben und mit Massaki Kagawa, einem Multimillionär aus Tokio, schaffte es auch ein Asiate in die elitäre Runde und somit ins Geld zu kommen.
Die Action wurde zu Beginn aber ausschließlich von Scotty ’Baby’ Nguyen dominiert. Der gebürtige Vietnamese, der in diesem Jahr in Las Vegas das 50.000 $ Horse Event gewann, war bester Laune, scherzte mit den Zuschauern und spielte von Beginn an sehr offensiv und aggressiv. Er gewann mehrere schöne Pötte und nach nur 90 Minuten Spielzeit lag er im Chipcount bereits fast in Augenhöhe mit den Führenden John Juanda, Isaac Haxton und Peter Jetten. Nicht ganz so gut hingegen lief es für Isabelle Mercier und als sie shortstacked ihre Chips mit AJ in die Mitte schob, aber von Michael Watson mit AK gecalled wurde, da stand das Turnieraus für die einzig verbliebende Lady vor der Tür. Als dann auch noch ein K am Turn umgedreht wurde, war es um die hübsche Kanadiern geschehen. Für Platz 9 durfte sie sich immerhin über ein Preisgeld von £ 51.000 freuen.
Kurze Zeit später erwischte es auch David Benyamine. Der Highstakesspieler, der als Jugendlicher zu den stärksten Tennisspielern Frankreichs zählte, sich dann aber von einer Rückenverletzung nie richtig erholte und seine hoffungsvolle Tenniskarriere abbrechen musste, fand am Final Table nie wirklich zu seinem Spiel und als er dann mit KJ endlich mal ein paar Facecards fand und All-In ging, da lief er obendrein auch noch in die Asse von Michael Watson. £ 69.000 bekam der letzte Europäer im Feld für Platz 8 ausgezahlt. Die £ 86.000, die Masaaki Kagawa für Platz 7 erhielt, werden den Japaner nicht wirklich interessiert haben. Für ihn als Hobbyspieler war einzig und allein der Sieg gegen die vielen Profis sowie der Gewinnerpokal das ausgegebene Ziel, denn Geld hat der Multimillionär bereits mehr als genug. Der immer lächelnde und sympathische Japaner (AQ) wurde ebenfalls von Michael ’Sirwatts’ Watson (AK) eliminiert.
Das Highroller Event wurde jetzt zu einer internen nordamerikanischen Meisterschaft, denn 2 Kanadiern standen bzw. saßen 4 US-Amerikaner gegenüber. Wenig später schied dann Isaac Haxton aus. Nachdem er mit seinem Paar 8er geraised hatte und von John Juanda gereraised wurde, schob er seine restlichen Chips in die Mitte. Juanda aber saß auf einem Pocker Pair Assen und hatte natürlich einen leichten Call. Als dann auch noch ein AS am Flop aufgedeckt wurde, war es um Haxton geschehen und für Platz 6 durfte der Jungprofi immerhin bereits £ 103.000 mit nach New York nehmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte John Juanda fast die Hälfte aller im Spiel befindlichen Chips vor sich liegen und es sah ganz danach aus, als könne er seinem Sieg beim Main Event der WSOPE, welchen er ein paar Tage zuvor erringen konnte, gleich noch das Sahnehäubchen obenauf setzen.
Platz 5 belegte Scotty Nguyen. Obwohl er als außergewöhnlich guter shortstack Spieler bekannt ist und diesem Ruf in London auch wirklich alle Ehre machte, so musste auch er sich dem guten Lauf von John Juanda beugen, als er mit AT All-In ging und von Juanda mit K9 von Herz gecalled wurde. 2 Herzen direkt am Flop brachten bereits höchste Gefahr und als am River dann die dritte Herzkarte aufgedeckt wurde und Juanda seinen Flush komplettierte, war Scotty zum Leid vieler Zuschauer ausgeschieden. Immerhin kassierte der Unterhaltungskünstler Nguyen bereits £ 137.000 für seinen Platz 5 und seine kurzweilige und extrem unterhaltsame Performance.
Nur ein paar Minuten später erwischte es dann auch Peter Jetten. In einem Coinflip-Duell der besonderen Art hielt Jetten AJ und Jason Mercier ein Paar 2er und Mercier hatte nur ein paar Chips mehr als der Kanadier. Alle warteten gespannt auf den Flop. Die erste umgedrehte Karte, die man zu sehen bekam, war gleich ein As und Jetten schien in Führung zu gehen, aber gleich als zweite Karte drehte der Croupier eine 2 um und Mercier hatte seinen Set getroffen. Als dann jedoch ein weiteres As auf dem Turn umgedreht wurde und Jetten etliche Outs eröffnete, war die Spannung auf dem absoluten Höhepunkt. Kreuz König am River jedoch besiegelte das Schicksal des 23-jährigen Onlinepoker Profis.
Platz 3 und £ 241.000 gingen an Michael ’SirWatts’ Watson. Watson, der in diesem Jahr das WPT Turnier im Bellagio in Las Vegas gewann und hierfür fast $ 1,7 Millionen kassierte, fand ebenfalls in John Juanda seinen Meister und seine Hand (A7) war gegen Juandas AK chancenlos.
Im Heads-Up standen sich nun die beiden US-Amerikaner John Juanda und Jason Mercier gegenüber. Auf der einen Seite der erfahrene Full Tilt Profi Juanda, der in seiner Karriere bereits knapp 9 Millionen $ an Turnierpreisgeldern gewonnen hat und noch ein paar Tage zuvor das Main Event der WSOPE für sich entscheiden konnte und auf der anderen Seite der junge Mathematikstudent aus Florida, der sein Studium aber aufgrund seiner beachtlichen Erfolge in diesem Jahr vorübergehend auf Eis legte. Immerhin gewann er im Frühjahr diesen Jahres bereits das EPT-Event in San Remo (knapp 1,4 Mio $), belegte beim EPT in Barcelona ein paar Wochen zuvor einen hervorragenden 6.Platz (325.000 $) und auch beim WSOPE Omaha-Event erreichte er den Final Table, wo er für Platz 8 $ 49.000 kassierte. Beide Spieler strotzten also vor Selbstbewußtsein.
Juanda hielt jedoch einen 2:1 Chipvorsprung und viele tippten darauf, dass er in London nun zum großen Doppelschlag ausholen würde. Als Mercier dann gleich in der allerersten Heads-Up Hand mit QJ das All-in von Juanda (A2) callte, schien das Rennen bereits gelaufen, denn sowohl der Flop T87 als auch der Turn brachten keine Hilfe für den jungen Mercier. Riverkarte jedoch ist der Kreuz J und auf einmal liegt Mercier im Chipcount 2:1 vorn.
Es ging noch einige Mal hin und her, aber die alles entscheidende Hand sollte nicht lange auf sich warten lassen. Juanda raised aus dem Small Blind mit AJ und als Mercier mit KQ All-in geht, called Juanda ungewöhnlich schnell. Aber gleich der Flop mit JT9 vervollständigt Jason Mercier die Straße und Juanda würde schon 2 perfekte Karten benötigen um den Sieg des angehenden Mathematiklehrers zu verhindern. Bereits die Turnkarte jedoch (Kreuz 5) brachte die Entscheidung und der Gewinner des ersten Highroller Showdowns hieß Jason Mercier.
John Juanda kassierte für seinen 2.Platz £ 327.000 und er wird die 2 Wochen, die er in London verbrachte, sicherlich so schnell nicht vergessen. Jason Mercier aber krönte sein supererfolgreiches Pokerjahr 2008 mit dem Gewinn des Highroller Events, wofür er £ 516.000 erhielt. Innerhalb von nur 6 Monaten schraubte Mercier somit seine Gewinnsumme nun auf 2,8 Millionen US $. Es liegt derzeit nicht im Kenntnisbereich des Verfassers dieser Zeilen, ob Jason Mercier seine Mathematik-Studium in absehbarer Zeit wieder aufnehmen wird, aber eines steht auf jeden Fall fest:
Dieses Highroller Event war ein voller Erfolg und bereits beim PCA auf den Bahamas wird es zu einer Neuauflage kommen. Auch dann wird die Action über www.pokerstars.tv wieder LIVE mitzuverfolgen sein.
EPT Highroller Event London, England vom 05.-06.10.2008
Buy-In: £ 20.000,-; 85 Teilnehmer; Preispool: 1.719.000,- £
1 Jason Mercier USA 516.000,-
2 John Juanda USA 327.000,-
3 Michael Watson Kanada 241.000,-
4 Peter Jetten Kanada 189.000,-
5 Scotty Nguyen USA 137.000,-
6 Isaac Haxton USA 103.000,-
7 Masaaki Kagawa Japan 86.000,-
8 David Benyamine Frankreich 69.000,-
9 Isabelle Mercier Kanada 51.000,-
Sonntag, Oktober 26, 2008
Goldener Pokeroktober + Zehnkampfduell gegen George Danzer
Anbei einige kuriose Hände aus den letzten Sessions:
Bad Beat
Im mittlerer Position raise ich auf 8 $ mit einem 7er Pärchen und kriege hinter mir 2 Caller. Big Blind called ebenfalls, so dass wir mit 4 Mann den Flop sehen (33 $ im Pot). Der Flop kommt 744 mit 2 Herzen (Traum!) und der Big Blind setzt 15 $ an (Pokerherz – was willst du mehr?).
Meine Gedanken in dieser Situation:
Ich denke, dass der BB durchaus die 4 gefloppt haben könnte, jetzt auf einen Raise meinerseits hofft und dann All-in pushed (er hat etwas über 200 $ auf der Uhr). Da der Flop allerdings auch einen Flush draw bietet und ich das Full house bereits fertig habe, möchte ich hinter mir einen potentiellen flush draw (oder straight draw) mit einem Raise nicht vergraulen. Also calle ich nur und tatsächlich beißt einer der beiden Spieler hinter mir noch an und called ebenfalls. Jetzt liegen 78 $ im Pot. Turnkarte ist ein K (offsuit) und Big Blind kommt wieder mit einem Bet heraus. Jetzt sogar 70 $ und ich bin mir sicher, dass er eine 4 hält. Ich könnte nochmals callen um den Spieler hinter mir zu einem Overcall zu animieren, aber ich mache einen Miniraise auf 140 $, da ich mir sicher bin, dass BB sowieso called und der Pot auch schon groß genug ist. Der Spieler hinter mir paßt und Big Blind raised anschließend All-in für ca. 60 $ mehr, ich calle innerhalb einer Millisekunde und stoße bereits einen Siegesschrei heraus, als ich lediglich AK bei ihm sehe! Was denkt der Penner, was ich habe? Keine Ahnung! Na ja, eben kurz noch die Riverkarte ausschwitzen….diese ist aber ein weiterer K (2 outer!) und ich muß mit ansehen, dass ein Pot in Höhe von knapp 430 $ an meinen Gegner überwiesen wird….Man, man,man! VOLLFISCH!
Bauerntrick
Ich sitze am Button mit K2 von Kreuz und vor mir haben bereits 4 Spieler gelimped. Nun, in gewissen Situationen bietet sich hier ein Squeeze-Move an. Ein Raise auf 14 oder 15 $ und in mehr als 50% der Fälle werden alle Spieler schnell folden. Irgendwie habe ich aber ein schlechtes Gefühl dabei (der Limper UTG ist recht solide und der könnte auch mit AA gelimped haben und auf ein Squeeze gewartet haben) und da meine Hand ja zudem noch ein bißchen Potential für einen größeren Pot hat, entscheide ich mich dafür auch nur die 2 $ zu callen. Im Small Blind sitzt mit „Elvividor“ jedoch ein Spieler, der auch gern mal einen „Squeeze“ ansetzt und als er ein bißchen zögert, befürchte ich schon, dass er jetzt meinen Ursprungsplan ausführt, aber zu meiner kompletten Überraschung paßt er jetzt seine Hand (?). Hey…es liegen 13 $ im Pot und er muß nur noch 1 $ callen! Da muß er jede Hand spielen! Dann sehe ich, dass auch Big Blind paßt und alle anderen auch! Was ist denn jetzt los? Dann erst kapiere ich, was passiert ist! Der Typ rechts von mir hatte nicht 2 $ gecalled, sondern er hatte auf 101 $ geraised! „Die Sau“ hatte den ältesten Bauerntrick der Welt angewendet (macht man grundsätzlich nur mit Pocket-Aces) und dabei den 100er Chip geschickt unter dem 1 $ Chip verborgen (lol) und ich bin voll drauf hereingefallen! Normalerweise schaue ich natürlich nicht nur auf den Tisch, sondern schon auch immer auf die aktuelle Potsize, aber dieses Mal war ich wohl ein wenig zu unkonzentriert und calle mit K2 (suited) einen Preflop-Raise von 50 Big Blinds…unglaublich! Der Flop kommt dann JT2 mit einem Kreuz und es liegen 210 $ im Pot. Der Typ rechts von mir, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Asse hält, hat jetzt jedoch nur noch 42 $ auf der Uhr. Oh…schnell mal durchrechnen. Wenn er die Asse hat, dann habe ich 5 Outs (zwei 2er und 3 Könige sowie minimale Chancen auf einen Backdoor flush und backdoor straight. Mit seinem Bet liegen nun 252 $ im Pot und für 42 $ mehr kann ich hier nicht passen. Evtl. sogar denkbar, dass der nur AK hält und dann läge ich ja bereits jetzt vorn und hätte ihn quasi „dominiert“. Ich mache also den mathematisch korrekten Call. Er hat in der Tat das befürchtete Paar Aces. Turn ist dann eine 4 und der River ist ein wunderbarer PIK K! …..Ship it ! Im Chat muß ich mich anschließend als Oberfisch und German Donkey beschimpfen lassen, aber damit kann ich ganz gut leben…lol
Heads-Up gegen Pokeramigo George Danzer
Mein aktuelles Zehnkampfduell gegen Burkhard, Uwe & Christian ist nicht einmal ganz beendet, da steht schon der nächste Wettkampf auf dem Programm. Während des EPT Turniers in Barcelona hatte George von meinem Wettbewerb gehört und da er die Idee toll fand und sportlich auch recht vielseitig talentiert ist, forderte er mich zu einem Eins gegen Eins Duell heraus. Ein paar e-Mails gingen anschließend hin und her und schnell waren die 10 zu absolvierenden Disziplinen gefunden. Während z.B. Schach aus dem Programm genommen wurde (zu einseitig, da George 2.Liga-Niveau spielt und ich lediglich 2.Kreisklasse), so mußten wir auch Doppelkopf streichen, da hier 4 Mann benötigt werden. Statt dessen haben wir Badminton und Bowling neu mit aufgenommen. Hier nun die 10 Disziplinen und ich füge auch gleich einmal meine Chanceneinschätzung hinzu:
Kartfahren
Obwohl ich auf der Kartbahn ganz bestimmt nicht zu unterschätzen bin, so dürfte der Vorteil hier klar bei George liegen, da er in etwa einen Zentner weniger aufs Gefährt bringt und er mir daher auf den Geraden sicherlich einiges an Zeit abnehmen wird. Werde allerdings fighten bis zum geht nicht mehr!
Prognose allerdings klar: 0:1
Golf
George hat erst einige Male auf dem Platz gestanden. Hier sollte ich wohl die Oberhand behalten. Wenn er nicht einen absoluten Schokoladentag erwischt oder ich völlig neben der Spur stehe und gar nichts treffe, dann gleiche ich auf dem Golfplatz zum 1:1 aus.
Billiard (Karambolage)
Gespielt wird Karambolage (Dreiband) mit einer noch zu bestimmenden Anzahl von Aufnahmen. Habe früher regelmäßig Dreiband geübt und in gewissen Standardpositionen mache ich auch meine Punkte, aber Billiard gehört zu George’ Steckenpferden und ich bin mir fast sicher, dass ich hier das Nachsehen habe. Zu 90% steht es nach dieser Disziplin 1:2!
Backgammon
Gespielt wird ein Match auf 17 Punkte. Obwohl George sehr viel Theorie gebüffelt hat in den letzten Wochen/Monaten, so sehe ich mir hier vorn und ich gehe davon aus, dass es nach diesem wunderschönen Brettspiel 2:2 steht.
Kickern
Eigentlich eine meiner Paradedisziplinen. Gerade im Einzel liegt meine Stärke. Allerdings hat mich George bei einem vorherigen Match (während des EPT’s Monte Carlo) im Kickern recht stark
beeindruckt und es dürfte verdammt schwer werden. Ich schätze die Chancen hier auf 50:50! Prognose Zwischenstand somit 2.5:2.5!
Tennis
Hmmm…schwer zu sagen. Mein Aufschlag ist zwar eine „Waffe“, aber das war es auch schon. George hat wohl einige Jahre in Verein gespielt und daher dürfte er mich locker schlagen, sofern es ihm gelingt mir die Bälle auf die Rückhand zu spielen und/oder die Bälle lange im Spiel zu halten. Dann wird mein Akku relativ schnell leer sein (30 Kippen am Tag sind einfach zu viel!) und ich werde das Match mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verlieren. 3.5 zu 2.5 für George!
Badminton
Klarer Vorteil auf meiner Seite. 22 Jahre Vereinsbadminton gespielt (einige Jährchen auch höherklassig) wird er auch nicht durch eine bessere Kondition wettmachen können. Ich werde ihm die Federbälle um die Ohren hauen. Klarer Punkt für mich! 3.5 zu 3.5!
Poker
Tja…bin zurzeit in Topform, aber der Vorteil liegt wohl dennoch knapp auf George’ Seite, da er reichlich Heads-Up Erfahrung hat. Wir spielen Best of 3 (Deep stack) …30-40% Siegchancen zwar sicherlich bei mir, aber wenn es normal läuft, dann liege ich nach dem Poker wieder mit einem Punkt hinten. 3.5 : 4.5
Bowling
Während mir beim Kartfahren das Gewicht zum großen Handicap wird, so dürfte George mit seinen geschätzten 55 KG Körpergewicht beim Bowling bereits Schwierigkeiten haben die Kugel bis nach vorne zu den Pins zu bekommen. Den Punkt brauche ich unbedingt und ich werde ihn mir auch holen. Bei guter Form „bowle“ ich immerhin einen Schnitt von 170 (Highscore bei 208). Stand 4.5 :4.5!
Dart
Sollten sich bei allen Disziplinen der jeweilige vermeintliche Favorit durchsetzen, so fällt also beim Darts die Entscheidung. Ich habe keine Ahnung, wie gut George hier ist, aber es dürfte sicherlich eine enge Kiste werden. Wenn ich an dem Tag gut in Form bin und die Hand ruhig bleibt (zur Not trinke ich vorab 1 oder 2 Bierchen), dann wird es spannend. Wir spielen 301 Double out – best of 7 legs.
Es dürfte insgesamt also einen recht spannenden & ausgeglichenen Wettkampf geben und ein Unentscheiden liegt durchaus in der Luft. Sollte es dann tatsächlich am Ende 5:5 stehen, so werden wir den Sieger auf dem Fußballplatz beim Elfmeterschießen ermitteln. Jeder schießt 5 Elfer, wobei der Gegner im Tor steht. Sollte es tatsächlich dazu kommen, sehe ich mich als Favorit. Werde dort nämlich bei jedem Schuß voll draufhalten und selbst, wenn George den Ball hält, dann wird er durch die Wucht des Schusses samt Pille durch die Maschen fliegen.
Montag, Oktober 20, 2008
9 Stacks PLUS & meine Youtube-Favorites
Die letzte Woche lief 100%ig für mich. 7 Tage „gezockt“ und meine Tagesbilanz lautet 7:0 mit einer 9:1 Sessionbilanz. Sicherlich hier und da auch Sahne gehabt, aber die Pokerpause hat mir wohl sichtlich gut getan. 9 Stacks (Nl 200) gewonnen. So kann’s weitergehen!
Dann die Handauflösung aus dem letzten Blog. Die Hand hatte sich übrigens während eines Cashgames in London bei letzten EPT zugetragen und direkt im Anschluß habe ich mit einem sehr ambitionierten deutschen Spieler zumindest eine sagen wir Meinungsverschiedenheit bzgl. des Ablaufs gehabt.
Tja, überraschender Weise wird hier in den Kommentaren der Fold empfohlen!
Diese Option hatten wir in London bei unserer Kontroverse nicht einmal ansatzweise mit in Erwägung gezogen in unserer Diskussion. Während ich die Meinung vertrat, dass ich mit Ad8d (genauer Handverlauf siehe im letzten Blogeintrag) hier ein All-in bevorzugen würde, vertrat der Kollege die Meinung, dass ein Call hier korrekt sei um das Geld der anderen Spieler dahinter noch „mitzunehmen“.
Das Problem dabei ist aus meiner Sicht, dass ich mit A8 von Karo bei einem Flop von 754 mit 2 Karos bislang noch gar nichts habe.,,,lediglich einen recht schönen Draw. Und ich müßte 30 $ callen, immerhin 20% meines Stacks. Was mache ich denn, wenn am Turn irgendeine schwarze Karte kommt, die mich nicht weiterbringt und der Flop-Raiser nochmals ¾ Pot anspielt?
Meine These sieht so aus:
Small Blind, der 15 $ am Flop anspielt, hat eine Hand, die er zu diesem Zeitpunkt schützen will. Die gemachte Straße schließe ich in diesem Fall aus, da er damit vermutlich einen check-raise ansetzen würde. 76, A7 oder 65 oder so ähnlich gebe ich ihm. Dem Flopraiser gebe ich 2 Paar oder eine Hand wie K6 von Karo oder irgendwo in der Range. Einen Drilling schließe ich hier aus, weil er loose/aggressiv spielt und auch mit einem kleinen Paar vermutlich preflop geraised hätte. Wenn ich mit meiner Analyse korrekt liege, dann habe ich bei beiden noch eine recht passable Fold-Equity, wenn ich All-in gehe und gewinne den Pot zu mindestens 50% kampflos. Immerhin liegen ja bereits 57 $ darin! Bekomme ich jedoch einen Call, so ist meine Hand immer noch recht konkurrenzfähig, denn gegen 2 Paar habe ich noch um die 42% und gegen 1 Paar z.B. mit straight draw ~50%. Selbst gegen einen Set läge ich immer noch bei rund 36%. Angesichts der einkalkulierten Fold-Equity meiner Gegner ist dies im Cash-Game bei den gesetzten Vorgaben aus meiner Sicht hier immer ein All-in. Sind die Voraussetzungen jedoch nur ein klein wenig anders und der Postflop-Raiser ist ein sehr konservativer Spieler (dann Fold OK) oder mein eigener Stack ist wesentlich höher (dann call OK) und ich könnte ungleich mehr verlieren, sieht die Entscheidung jedoch sofort wieder ganz anders aus. Und im Turnier würde ich die Hand in der beschriebenen Situation vermutlich ebenfalls folden!
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So, dachte mir, dass ich heute mal meine Favoriten-Videos aus Youtube hier einstelle. Sport, Zauberei, Musik und Comic – es sollte für jeden Geschmack zumindest etwas dabei sein.
http://www.youtube.com/watch?v=Crj9tvOH86w
Weltmeisterschafts-Boxkampf im Mittelgewicht zwischen dem Mexikaner Gomes und dem US-Amerikaner Hill. Der Mexikaner geht als Titelverteidiger und Favorit in den Fight und macht zu Beginn auch ordentlich Druck. Dann aber wehrt sich Hill ein wenig …
Die ganze Action spielt sich in der 1.Runde(!) ab und beide werden den Kampf wohl noch recht lange in Erinnerung behalten. Vermutlich die beste & unterhaltsamste erste Runde, die es je in einem Profikampf gegeben hat. (Länge 3:30 Minuten)
http://www.youtube.com/watch?v=3Er7gJbhYFw
David Chesterfield – die englische Antwort auf David Copperfield zeigt einige seiner unglaublich faszinierenden Tricks! (Länge 2:05 Minuten)
http://www.youtube.com/watch?v=LU8DDYz68kM
Etwas für die Naturfreunde. Es fängt relativ unspektakulär an mit einer durch die Steppe trottenden Horde Büffel. Dann jedoch überschlagen sich die Ereignisse im Krüger Nationalpark und es wird recht spannend. Eines der populärsten Videos bei Youtube! (Länge 8:24 Minuten)
http://www.youtube.com/watch?v=ECMDAg0GgKc
In dieser holländischen TV-Produktion (oder Belgien…egal) geht es darum, dass bei einigen Talk-Gästen aufgrund eines Fehleingriffs während einer Operation das Leben nach dem chirurgischen Eingriff nicht mehr das gleiche war wie vorher. Der Moderator hat sich während der Interviews allerdings dann nicht mehr so ganz unter Kontrolle…
Es war übrigens sein letzter Auftritt im TV. Welch Wunder…ich hätte ihn auch gefeuert, wenn ich Programmchef gewesen wäre. Ich habe mir das Video garantiert schon 30 x angeschaut und muß mir vor Lachen fast jedes Mal in die Hose machen – einfach zu köstlich! (Länge 6:19 Minuten)
http://www.youtube.com/watch?v=-aPnFTFrg5k
Barcley James Harvest mit dem Song Hymn LIVE vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Ein richtig geiler Song, der aber durch die Textinhalte verbunden mit der Location erst richtig an Dynamik gewinnt! „“Water is deep and the mountain so high.…if you want to see you got to move to the other side”…und das direkt am Grenzübergang, wo zig Tausend Leute auf der anderen Seite der Mauer dem Konzert quasi beiwohnten…huh! (Länge 5:10 Minuten)
http://www.youtube.com/watch?v=QRvVzaQ6i8A
Noch ein Musikvideo! Marvin Gaye (wohl einer der begnadetsten Sänger, die jemals gelebt haben) singt die amerikanische Nationalhymne vor einem NBA-Allstargame. Erzeugt Gänsehaut bei mir! (Länge 2:55 Minuten)
http://www.youtube.com/watch?v=uE6lRp5zVOQ
Und gleich noch eins! Vader Abraham und das Lied der Schlümpfe. Allerdings kopiert von 2 jungen Deutschen. Gute Performance! (Länge 4:08 Minuten)
http://www.youtube.com/watch?v=WTxk7uZz7NM
Mal wieder was zum Lachen. Ein Trampolin kann, sofern sich mehrere Teilnehmer darauf befinden, hin und wieder eine eigene Sprungdynamik entwickeln…lol. Der letzte “Act“ im Video ist der absolute Hammer! (Länge 1:00 Minuten)
http://www.youtube.com/watch?v=TGGLR390a5M
Geiler Kartentrick & kein fauler Zauber durch Szenenschnitte oder ähnliches! Der Typ kombiniert eine gewisse Fingerfertigkeitstechnik mit Schnelligkeit und performed diesen Trick in absoluter Perfektion! (Länge 1:17 Minuten)
http://www.youtube.com/watch?v=XXmlJQN5Pm8&feature=related
Der Song ist zwar auch ganz nett, aber dieses Video könnte ich mir allein aufgrund der sexy Aufnahmen von Helena Christensen ebenfalls mehrmals am Tag reinziehen. (Länge 4:03 Minuten)
Mittwoch, Oktober 15, 2008
Master of Games
Oh Mann, die letzten Wochen waren wieder einmal sehr turbulent!
Fangen wir dieses Mal mit den aktuellen Ereignissen an.
Sonntag Abend entschloß ich mich kurzfristig dazu an den Sunday Million bei Pokerstars teilzunehmen. 215 $ Startgeld und ein Preispool von 1,5 Millionen $ !
Nach ruhigem Start bekam ich im 3.Level die erste richtig gute & spielbare Hand ausgeteilt. Pocket Kings. Ich raise auf 600 (Blinds 100/200) aus mittlerer Position und bekomme 2 Calls hinter mir. Mit den Blinds nun 2.100 im Pot. Der Flop kommt runter mit T53, allerdings mit 2 Karos. Ich setze 1.050 Chips an und beide Spieler callen! Oh – jetzt muß ich aufpassen. Nur nicht in einen Set laufen oder das Turnier ist schneller vorbei als es angefangen ist. Turnkarte ist eine weitere 3 - optimal. Ich will den Pot hier allerdings nicht zu stark aufblähen und checke. Beide Spieler hinter mir checken ebenfalls und jetzt bin ich mir zumindest sicher, dass mindestens einer der Jungs auf einem Flush draw ist. Riverkarte ist eine 8 (kein Flush) und ich setze 1.800 an und erhalte einen Call (AT) und ich bin bei 15.000 Chips. Das geht ja gut los!
Mit A7 im BB kann ich dem Small Blind ein Level später ein paar Chips abnehmen, als der Flop A76 kommt und er mir Action gibt, es ihm aber am Turn zu heiß wurde. Dann, wieder ein Level später, füllt SB gegen mich wieder auf, nach dem alle anderen gepaßt hatten und ich halte QQ. Ich raise 3.5-fach den Blind und er called. Der Flop kommt AQ4 und zu meiner Überraschung schiebt er all seine Chips in die Mitte (und das waren immerhin knapp 15.000). Ich calle instantly und er zeigt mir A5 offsuit. Ship it – thank you! Anschließend noch 1-2 kleinere Pötte gewonnen und im 7.Level liege ich mit 44.000 Chips unter den Top 300 im Chipcount. An meinem Tisch hat der nächstbeste 21.000 und alle anderen liegen zwischen 5 und 15 K. In dem Moment ruft ein Bekannter an, der das Geschehen am Tisch beobachtet hatte und ich sage ihm noch, dass ich jetzt erst einmal ein bißchen den Table-Bully spielen werde und das ich nur nicht gegen den anderen Big Stack in eine fette Hand verwickelt werden darf, als genau dieser Gegner raised (auf 2400) und ich AKs am Button finde (?!). Ich reraise auf 4400 und er called.
Der Flop kommt QQ7, er checked und ich setze 6500 und hoffe, dass er sich von seiner Hand trennt. Aber er called! Hat er die Q getroffen? Turnkarte ist nun eine weitere Q auf einmal schiebt er seine restlichen Chips in die Mitte. Das würde er nie machen, wenn er wirklich den Vierling hätte, aber was kann er für eine Hand haben, wo er jetzt sein Turnierleben aufs Spiel setzt? Schlagen kann ich eh nur einen Bluff (z.B. AJ). Ich setze ihn auf eine Hand wie JJ-99 und ich weiß nicht, welcher Teufel mich da geritten hat, aber ich drücke im Wahn auf die Call-Taste. Er zeigt mir 88! Zumindest habe ich noch ein paar Outs, aber eine harmlose 3 am River und ich bin wieder runter auf 23.000 Chips.
Im Nachhinein hat er alles richtig gemacht, aber irgendwie schon unfaßbar, auf welche Weise er hier sein Turnierleben riskiert hat. Wenn ich eine Hand wie AA, KK oder JJ gehabt hätte, hätte ich es genauso gespielt und er wäre raus gewesen. Ich bin mir nicht 100%ig sicher, aber ich glaube dieser Gegner (ich meine es war MyGambit) wurde dann letztendlich 8. im Turnier für 17.000 $!Ich konnte mich noch ein bißchen halten, aber im 11.Level hat es mich dann gerissen. Bei einem Stack von ca. 15 BB’s raise ich mit Pocket T’s auf 4200 (Blinds bei 750/1500) und genau der Spieler am Tisch, der vorher bereits durch einige recht seltsame Moves aufgefallen ist, reraist auf 18.000! Ich erwäge zwar einen Fold (hätte ich vermutlich gegen jeden anderen am Tisch auch getan), aber calle letztendlich, hoffe auf einen Coinflip mit der leichten Option evtl. auch eine Hand wie 99 oder 88 anzutreffen. Aber er zeigt mir KK und ich scheide aus. Platz 1779 von 7100, aber 700 Plätze am Geld vorbei.
Bei unserer Zehnkampfwette stand die 8.Disziplin auf dem Programm – Schach
Ich hatte in den Wochen zuvor etliche Partien gespielt und viel geübt und obwohl ich dabei viel Spaß hatte und sicherlich auch einiges dazugelernt habe, war ich recht skeptisch, was meine Chancen betraf. Der Modus sah so aus, dass wir 4 zunächst jeder gegen jeden „blitzen“ bei 5 Minuten maximaler Bedenkzeit pro Seite. Das Spiel ist beendet, wenn man entweder Schachmatt gesetzt wird oder wenn auf einer Seite die Klappe fällt aufgrund der aufgebrauchten Zeit. Nach anfänglicher Aufruhr hinsichtlich einiger Regelfragen kommt Spaß in der Runde auf und einige brisante Duelle (mit teilweise katastrophalen Fehlern von allen Teilnehmern) entwickeln sich.
Ich kann 2 der 3 Matches für mich entscheiden (gegen Uwe und Christian) und gegen Burkhard übersehe ich eine Schachdrohung und er kickt meinen König vom Brett. Burkhard verliert allerdings gegen Uwe, so dass nach dem Blitzen Uwe, Burkhard und ich mit jeweils einer Bilanz von 2:1 dastehen, während Christian alle 3 Partien abgeben mußte. Leider gab Christian zu diesem Zeitpunkt auf und er wollte die „lange“ Runde (jeder gegen jeden mit Partien auf 30 Minuten Bedenkzeit) nicht mehr mitspielen und verließ die Runde. Schade!
Burkhard, Uwe und ich spielten aber weiter. Gegen Uwe konnte ich gewinnen, gegen Burkhard jedoch verlor ich. Hier musste ich zwar bereits früh einen Qualitätsverlust erleiden, hatte aber meine Figuren im Gegensatz zu ihm sehr stark und aktiv entwickelt und einen recht starken Angriff auf seinem Königsflügel gestartet, den er aber mit Bravour parieren und dann seinen Figurenvorteil sauber nach Hause retten konnte. Burkhard gewann dann auch noch gegen Uwe, so dass er 3 Punkte, ich 2 P., Uwe einen Punkt holte und Christian leer ausging. Somit steht es nach 8 von 10 absolvierten Disziplinen wie folgt:
Potti 16.5 Punkte, Christian 12.5 Punkte, Burkhard 10.5 Punkte und Uwe 8.5 Punkte.
Rein theoretisch ist der Sieg zwar noch nicht im Sack, aber Christian müßte jetzt in den beiden noch verbleibenden Disziplinen 4.5 Punkte mehr als ich ergattern und das halte ich eigentlich für ausgeschlossen, zumal mit Poker und Tennis noch 2 Sachen anstehen, wo ich nicht ganz aussichtslos an den Start gehen werde.
Master of Games (www.masterofgames.de)
Am 6. und 7.Dezember wird in Berlin der Wettbewerb “Master of Games” ausgetragen. Poker, Backgammon und Schach heißen die Disziplinen und jeweils Heads-Up im KO-System wird derjenige gesucht, der alle 3 Disziplinen am besten meistert. Wird sicherlich eine interessante & spaßige Sache und ich werde am Event teilnehmen, wenngleich meine Chancen sehr weit zu kommen aufgrund fehlender Schachspielstärke sicherlich limitiert sind. Gegen die guten Schachspieler muß ich schon sowohl beim Backgammon als auch beim Poker siegen um nicht auszuscheiden. George Danzer (spielt alle 3 Sachen ziemlich gut) oder auch Achim Mueller (Backgammon-As und Schachspieler in der Verbandsliga) aus meinem Bekanntenkreis sind ebenfalls am Start und allein gegen die beiden bräuchte ich schon einen Weihnachtslauf um nicht die Segel streichen zu müssen.
Nach dem EPT Turnier in Barcelona Mitte September stand nun Anfang Oktober das EPT in London an. Wow – welch ein spitzenmäßig besetztes Turnier das war. Sowohl Pokerstars als auch Full Tilt hatten ihre komplette Starbesetzung ins Rennen geschickt. Es hat dieses Jahr in London wirklich unheimlich viel Spaß gemacht das Geschehen zu verfolgen und natürlich auch den Livestream zu kommentieren. Ausführliche Berichte zu den Events (WSOPE, EPT & Highrollerturnier) sowie einige Fotos stelle ich separat Anfang der nächsten Woche ein.
von links nach rechts:
Phil Ivey, David Benyamine, Barry Greenstein, Chris Ferguson, Daniel Negreanu
Online bin ich in den letzten Tagen nun auch wieder ein bißchen intensiver eingestiegen und die ersten Sessions liefen recht gut an. 3 Sitzungen und in allen dreien mit einem soliden Gewinn (jeweils ca. einen Stack Gewinn) rausgegangen. Und dies, obwohl ich unheimlich wenige Sets gefloppt habe und auch keine Traumkonstellationen (Asse gegen Könige, wo die Chips i.d.R. preflop in die Mitte wandern) dabei waren. Aber es gab halt auch keine Albtraumkonstellationen (KK vs. AA) und mit Assen oder Königen bin ich nur einmal in ein Set gelaufen. Ich hoffe, dass ich meine Gewinnserie noch ein bißchen ausbauen kann, denn das motiviert mich immer recht stark.
So, abschließend noch eine Hand, wo ich euch um eure Meinung bitte:
Cashgame – 1-2 $
2 Spieler in mittlerer Position limpen jeweils für 2 $, Ich halte A8 von Karo und limpe ebenfalls und nach mir noch ein weiterer Spieler. Small Blind füllt 1 $ auf und Big Blind checkt seine Option. Wir sehen also zu sechst den Flop und es liegen 12 $ im Pot.
Der Flop kommt 754 mit 2 Karos
Small Blind checked, Big Blind setzt 15 $ an. Der erste Spieler passt und der Spieler direkt vor mir (sehr loose & aggressiv) erhöht auf 30 $. Ich habe 150 $ auf dem Tacho, Big Blind ebenfalls um die 150 $ und der Spieler, der auf 30 $ erhöht hat, wesentlich mehr.
Ich habe nach dem Flop also den Nut-flush draw, einen inside-straight draw sowie 2 Overcards. Wie würdet ihr in der Situation nun A8 von Karo weiterspielen?
Bis denne
Dienstag, September 30, 2008
Heiße Tage in Barcelona
Auch so war es ein toller Trip für mich. Erstklassiges Hotel (H10 – ca. 500 m entfernt vom Strand), überwiegend gutes Wetter und schlicht und einfach eine entspannte Stimmung allerseits machten den Trip zu einem wirklich tollem Erlebnis. Einziger Wermutstropfen war vielleicht, dass man beim Verlassen des Casinos jedes Mal richtig Muffe haben musste, dass man nicht von einem Überfallkommando (meist 5-6 Personen) angegriffen wird, das dann in Windeseile das jeweilige Opfer überwältigt und komplett ausraubt. Dieses Szenario ist gleich ein halbes Dutzend Mal aufgetreten und hierbei konnten die Übeltäter etliche Tausend € erbeuten. Da es in jedem Fall Opfer waren, die auch ordentlich „geladen“ waren, gingen wir stark davon aus, dass im Casino gleich noch weitere Komplizen saßen, die die entscheidenden Tipps (wo lohnt es sich und wo eher nicht) gaben. Ich hoffe ganz stark, dass sich diese Szenarien im nächsten Jahr nicht wiederholen und die Organisatoren es zumindest hinkriegen einen vernünftigen Geleitschutz vom Casino zum Taxistand zu gewährleisten!
Kommende Woche geht es bereits weiter nach London. Am 2.10. fliege ich hin (Paderborn – Stansted) und wiederum werden die letzten beiden Tage des EPT-Events LIVE im Internet übertragen und kommentiert. Im Anschluss daran wird zudem auch noch der Final Table des High-Roller-Turniers (~ 25.000 € Startgeld!) übertragen. Bin also knapp eine Woche in London und komme erst am 7.10. zurück. Nach dieser Woche werde ich aber aller Voraussicht erst einmal eine Woche Urlaub benötigen, denn nicht nur das Kommentieren (~ 8-10 Stunden pro Tag), sondern auch das Ganze Drumherum (die Kollegen sind alle recht trinkfest und „spucken nicht rein“) wird reichlich Energie kosten.
Hier alle Daten für die LIVE-Übertragungen der nächsten Wochen/Monate:
EPT London – 4./5.10. www.pokerstars.tv
London Highroller-Turnier www.pokerstars.tv
EPT Prag – 12./13.Dez. www.pokerstars.tv
CPA Bahamas 9./10.1.2009 www.pokerstars.tv
Vielleicht streue ich Ende Oktober/Anfang November noch einen kleinen Urlaub ein. Eine Woche Türkei oder Ägypten würden mich auf jeden Fall reizen und preistechnisch ist es ja auch nicht die allerschlechteste Reisezeit. Eine Woche in einem 4 oder 5-Sterne Hotel sollte für ca. 500 € zu erstehen sein.
In meinem „Zehnkampfduell“ gegen Uwe, Christian und Burkhard standen letzten Montag ebenfalls die nächsten beiden Runden an. Kicker und Dart waren die Disziplinen. Beim Kicker hatte ich insgeheim schon 3 Punkte auf der Rechnung (gegen Uwe, dachte ich, könnte es evtl. eng werden) und im Dart wäre ich schon sehr froh gewesen, wenn ich nicht Letzter würde. Der Modus beim Kicker sah folgendermaßen aus: Jeder würde gegen jeden Einzel spielen (2 Gewinnsätze auf 6) und zudem noch jeder mit jedem einmal zusammen im Doppel gegen die beiden anderen. Ebenfalls auf 2 Gewinnsätze.
Ich mache es mal kurz. Im Doppel habe ich mit meinem jeweiligen Partner alle 3 Spiele in 2 Sätzen gewonnen und auch im Einzel konnte ich alle 3 Matches für mich entscheiden (lediglich einen Satz gegen Christian verloren), so dass unterm Strich sichere 3 Punkte standen. Den 2.Platz belegte Christian (2 P.), Dritter wurde Uwe (1 P.) und Burkhard musste sich mit 0 Punkten geschlagen geben.
Anschließend ging es an die Dartscheibe. Früher habe ich zwar mal regelmäßig ein paar Pfeile geworfen, aber das ist mittlerweile auch schon fast 20 Jahre her und Ziel war es, mich einfach nur irgendwie durchzuschummeln und irgendwie einen Punkt zu ergattern. Es lief jedoch erstaunlich gut an und gleich in den ersten Runden (Modus war 8 Runden 301 mit Double-Out) hörte ich mehrere Male die Automatenmusik, die erklingt, wenn ein hohes Triple erzielt wird. So konnte ich gleich mehrere Mal als Erster abschließen und als es in den letzten Durchgang ging, war ich in Schlagdistanz auf den Sieg und die 3 Punkte. Als ich dann tatsächlich die Doppel 2 traf für das Out, war die Überraschung perfekt und die Punkte im Sack. Burkhard und Christian belegten gemeinsam Platz 2 (je 1.5 P.) und beim Dart ging Uwe leer aus. In der Gesamtwertung sieht es somit wie folgt aus:
Potti 14.5 Punkte, Christian 12.5 P., Burkhard und Uwe je 7.5 P.
Die letzten 3 Disziplinen sind Schach, Tennis und Poker und sofern kein Wunder mehr eintritt, sollte ich in der Gesamtwertung auch am Ende vorne liegen. Meine Kalkulation sieht wie folgt aus: Schach 1-2 P., Tennis 1-2 P. und Poker 2-3 P. Das sollte reichen, sofern Christian nicht in allen 3 Bewerben voll zuschlägt!
Eurosport
Bis Ende November steht fast jeden Freitag Abend eine Sendung auf dem Programm. Partouche Poker Tour und Poker Race Trophy im Wechsel. Für mich hat das zur Folge, dass ich fast an jedem Wochenende in Berlin bin. Freitags nachmittags mit der Bahn hin und Samstag mittags (oder abends, falls ich mit “Fliege“ noch um die Häuser ziehe) dann wieder zurück. Dann meine Tochter aus Bielefeld abholen und die Wochenenden sind schneller vorbei als man sich das wünscht.
Auflösung Sunday Million-Situation aus letztem Blogeintrag:
Also…wir sind mit KJ All-in gegangen! Small Blind hat schnell gepasst und Big Blind hat (leider) ziemlich schnell gecalled! ATs hatte er anzubieten. Ich denke sein Call in dieser Situation ist durchaus zu rechtfertigen, wenn natürlich auch nicht ohne Risiko, da wir fast annähernd gleich viele Chips wie er hatten und bei jedem kleinen Paar auf unserer Seite er nur einen Coinflip hat und bei starken Assen unsererseits er sogar heftiger Außenseiter ist. Hohe Paare ((TT aufwärts) wird er vermutlich komplett ausgeschlossen haben, da wir dann sehr wahrscheinlich etwas geringer geraised hätten (ja, hätten wir wohl auch!). Schwache Asse oder noch weniger dominiert er hingegen. Na ja…wie auch immer….er hat gecalled und ein As gleich auf dem Flop hat unsere Chancen auf ein Überleben eigentlich gleich auf ein Minimum reduziert. Keine Hilfe am Turn und aus die Maus und die Chance beim Sunday-Million mal richtig abzukassieren war dahin. Aber auch aus den Kommentaren zum Blogeintrag habe ich entnommen, dass es eigentlich keine richtige Alternative zum All-in gab.
Wäre hingegen der nächste Preissprung jedoch nicht knapp 200 $ gewesen (es hätten ja nur noch 8 Spieler ausscheiden müssen und wir hätten uns dahin locker durchpassen können), sondern z.B. 3.000 $ oder gar mehr, dann hätten wir diesen Move garantiert nicht gemacht, sondern entweder gepasst oder alternativ geminiraised um dann auf ein All-in des Big Blinds die Hand ebenfalls aufzugeben, denn dann hätten wir immer noch ausreichend Chips übrig gehabt uns bis in die nächst höhere Preisstufe durchzupassen. Es war also eine relativ enge Kiste und daran sieht man auch, wie wichtig es ist beim Poker die jeweils richtigen Entscheidungen zu treffen. Immer wieder sind die Voraussetzungen verschieden und man muss alle Pros und Contras in die Waagschale werfen um den jeweils korrekten Move in der jeweilig auftretenden Situation zu finden.
So, wer also am kommenden Wochenende nichts vor hat, dem würde ich empfehlen sich auf www.pokerstars.tv einzuschalten. Wird garantiert eine heiße Sache in London und es wird um eine Menge Kohle gehen. Ich freue mich auf jeden Fall bereits sehr darauf!
Bis die Tage
Ciao
Potti
Montag, September 08, 2008
EPT - es geht schon wieder los
Mein letzter Blogeintrag ist mittlerweile bereits über einen Monat her und es ist wohl Zeit für ein kleines Update. Ganz viele neue Sachen gibt es allerdings nicht zu berichten. Fangen wir mal chronologisch an.
Anfang August standen 2 Backgammon-Sendungen auf Eurosport 2 zur Kommentierung an. Diese habe ich zum ersten Mal mit Rolf Kalb, bei den Sportfreaks unter euch sicherlich als Snooker-Experte bei Eurosport bekannt, in seinem Studio in Gütersloh kommentiert. Ist ganz glatt gelaufen und hat sehr viel Spaß gemacht. Wenn man dann noch den Vorteil sieht, dass ich lediglich 5 Minuten mit dem Auto „zur Arbeit“ fahren mußte…ich glaube andere müssen härter für Ihr Geld schuften.
Anfang August bekam ich dann von Uwe, auch Teilnehmer unseres sportlichen Zehnkampfes (derzeit auf Eis gelegt, da Christian verletzt ist) Sonntag abends einen Anruf. Er hatte sich für die Sunday Million bei Pokerstars qualifiziert und war nun bereits einigen Stunden im Turnier und auch bereits kurz vorm Geld. Der Chipstand war jedoch kritisch. Es mußte etwas passieren. Dann kam jedoch eine Hand, die „unsere“ Situation schlagartig änderte. „Wir“ hatten KK im Small Blind und in vorderer Position raiste ein Big Stack. Dann ging der Spieler am Button (er hatte weniger als wir) All-in. Wir hatten natürlich einen easy call und zu unserer Überraschung callte auch der erste Raiser. QQ und AQ zeigten unsere Gegner und unsere Hand hielt, wir verdreifachten und konnten somit locker ins Preisgeld durchcruisen. Hier und da ein paar Preflop-Raises und wir hielten uns permanent im Durchschnittsbereich.
Dann kam folgende Situation und ich stelle hier mal nur die Ausgangssituation dar:
Blinds sind bei 3.000 und 6.000 / Ante bei 500. Wir haben 82.000 Chips, also knapp 14 BB’s bzw. ein M von gut 6. Wir sitzen am Button mit KJo und alle Spieler passen vor uns.
Hinzufügen sollte ich, dass noch mehrere Hundert Spieler im Turnier vertreten sind, aber nur noch 8 Spieler ausscheiden müssen, damit die nächst höhere Preisstufe erreicht wird. Immerhin eine Differenz von knapp 200 $. Die beiden Kontrahenten in den Blinds stuften wir auf jeden Fall als sehr tight ein. Small Blind hatte ungefähr noch 60.000 Chips und der Big Blind ein wenig mehr als wir.
Was tun mit KJ? Passen mit dieser Hand am Button kommt hier wohl definitiv nicht in Frage! All-in? Kleines Raise (auf 15 – 20 K) und bei Reraise passen um nicht das Risiko einzugehen die höhere Preisgeldstufe zu verpassen?
Gibt es hier eine ultimativ korrekte Vorgehensweise? Wir würdet ihr es spielen?
Vorschläge sind in den Kommentaren herzlich willkommen. Auflösen bzw. „von unserem weiteren Turnierverlauf berichten“ werde ich im nächsten Blogeintrag.
Die olympischen Spiele im Zeitraum vom 8.-24.8. habe ich “voll“ mitgenommen. Wirklich vom ersten bis zum letzten Wettkampftag fast nichts verpaßt. Das kann man schon wirklich als hochgradig krank bezeichnen. 10-12 Stunden pro Tag Fernsehen geschaut und dann noch ein paar Stunden vor dem PC gesessen und gedaddelt. Die Wohnung habe ich eigentlich nur verlassen, wenn ich Hungergefühl hatte um dann irgendeine Schnellimbissbude aufzusuchen. Die Quittung dafür habe ich dann allerdings ebenfalls recht schnell bekommen, denn aufgrund der doch argen Bewegungsarmut habe ich erhebliche Blutdruckprobleme bekommen und bin dann am Sonntag Nachmittag (24.8.) ins Krankenhaus, als ich nach dem Verspüren von 2 Herzstichen irgendwie vermutete, dass meine Stunde geschlagen haben könnte. In der Tat war mein Blutdruck ziemlich hoch (160/110) und mit einigen kleinen Sofortmaßnahmen brachte der zuständige Arzt diesen zumindest wieder in den Normalbereich. In den letzten 2 Wochen habe ich dann wieder ein bißchen Sport getrieben und es scheint jetzt erst einmal wieder alles in Ordnung zu sein. Ich muß aber unbedingt die Qualmerei reduzieren und mit dem regelmäßigen Joggen anfangen. Sonst wird es mich irgendwann erwischen!
Letzten Donnerstag war ich mit meiner Tochter beim Madonna-Konzert in Düsseldorf. Das Ticket hatte ich ihr zum Geburtstag geschenkt. Auf der einen Seite muß ich gestehen, dass es schon irgendwie faszinierend war und Madonna eine wirklich gute Show geboten hat, auf der anderen Seite jedoch würde ich mal bezweifeln, dass der Preis von 190,- € (pro Ticket!) gerechtfertigt ist. Zudem hat Madonna einige bekanntesten Lieder noch nicht einmal gesungen und die erste Stunde fast ausschließlich neue Lieder ihrer aktuellen CD präsentiert. So ging die Post eigentlich erst in der zweiten Stunde so richtig ab. Das hatte ich mir im Vorfeld eigentlich besser erhofft und vorgestellt. Die Bühnenshow und auch die tänzerischen Einlagen waren jedoch erste Sahne und es ist schon Wahnsinn, was für eine Power Madonna im zarten Alter von 50 noch an den Tag legt. Spätestens nach dem 2.Lied hätte man mich bei gleicher Leistung direkt an die Sauerstoffmaschine anschließen müssen!
Papa & Tochter auf dem ersten gemeinsamen Konzert
So, die EPT Saison V steht ebenfalls direkt vor der Tür. Morgen geht es mit dem Turnier in Barcelona los. Auch in dieser Saison wird es wieder einen EPT-Livestream geben und die Turniere in Barcelona und London sind bereits fest gebucht.
Barcelona Livestream 13.+14.9 Startzeiten auf www.eptlive.com
London Livestream 4.+5.10 Startzeiten auf www.eptlive.com
Am 6.10. wird zudem noch ein HighRoller Event (Startgeld 25.000 €) auf EPTLIVE
übertragen. Wer sich von euch für dieses Turnier noch anmelden möchte, der sollte sich beeilen, da dass Starterfeld bei diesem Event auf 100 Spieler limitiert ist.
Ich fliege am Donnerstag (bis Montag) nach Spanien und werde im nächsten Blogeintrag natürlich von ein paar netten Story’s, die sich hinter den Kulissen abgespielt haben, berichten. Allen einen schöne Woche & Gruß
Martin
Dienstag, August 05, 2008
Glatter Durchmarsch!
Pünktlich um 18.oo Uhr ging es gestern los mit unserem "Backgammon-Duell".
In der ersten Runde musste ich gegen Burkhard antreten. Vermeintlich der leichteste Gegner, da er am wenigsten Erfahrung mit diesem schönen und faszinierenden Brettspiel hat. Es ging auch gleich gut los für mich und schnell führte ich 3:0, dann 4:1 und 6:3. Aber Burkhard hatte teilweise an Ansammlung von Jokerwürfen (gerade in der Eröffnung) und konnte somit den Abstand stetig knapp halten. Bis auf 5:7 und 6:8 bleib er dran. Aber am Ende konnte ich ihm noch 2 Gammons (bringt je 2 P.) verpassen und das Match relativ schwitzfrei mit 10:6 nach Hause fahren. Im anderen Duell gewann Uwe gegen Christian 10:4.
In der 2.Runde saß mir Christian gegenüber. Ihn habe ich quasi vom Brett gefegt. Schnell stand es 5:0. Er kam nochmals bis auf 6:3 heran, aber dann ging alles ganz blitzschnell und mit 10:3 stand der zweite Sieg zu Buche. Uwe hingegen tat sich mit Burkhard, der in den letzten Wochen wohl eine Menge geübt hat und sich ordentlich mit der Theorie (und Praxis) beschäftigt hat, recht schwer. 7:1 lag Uwe bereits zurück, arbeitete sich aber mühsam wieder heran und konnte das Match beim Stand von 9:9 (Double-Match-Point) dann doch noch für sich entscheiden.
Dann die letzte Runde gegen Uwe. Jetzt ging es um die wichtigen 3 Punkte für die Gesamtwertung und ich musste dieses Match unbedingt für mich entscheiden. Optimalerweise würde Burkhard am anderen Brett sogar Christian schlagen und ich könnte direkt wieder die Führung in der Gesamtwertung übernehmen. Mein Match verlief ehrlich gesagt nicht ganz so dramatisch und auch Uwe musste erkennen, dass es beim Backgammon nicht immer reicht einfach nur gute Würfe abzuschmeißen, sondern auch ordentlich Strategie involviert ist. Auch hier hieß es am Ende 10:3 für mich und die 3 Punkte waren im Sack. Am anderen Brett behielt Christian die Oberhand und konnte Burkhard, der somit alle 3 Matches relativ knapp verlor, mit 10:7 besiegen.
Endstand Backgammon:
1.Potti (3 P.) 2.Uwe (2 P.) 3.Christian (1 P.) 4.Burkhard (0 P.)
Zwischenstand Gesamtwertung nach 5 von 10 Disziplinen:
1.Christian (9 P.) 2.Potti (8.5 Punkte) 3.Uwe (6.5 Punkte) 4.Burkhard (6 Punkte)
Nachdem ich die letzten Wochen fast ausschließlich nur mit der Backgammon-Software Snowie (das ist wie ein perfekt spielender Computer - ähnlich wie "Fritz" beim Schach) trainiert habe, war es mal ganz angenehm auch gegen Gegner anzutreten, die Fehler produzieren. Diese Fehler beim Ziehen der Steine machen pro Zug vielleicht nicht immer so viel aus (mal 1, mal 2 und im worst case auch mal 5% auf das einzelne Spiel bezogen), aber diese kleinen Fehler summieren sich natürlich im Laufe eines Matches und irgendwann bekommt man dann seine Chancen (Schussmöglichkeiten) und das inkorrekte Ziehen der Steine macht sich negativ bezahlt. Gott sei Dank war es auch so. Das Endergebnis im BG spiegelt meiner Meinung nach auch absolut die derzeit wahre Leistungsstärke wieder. Für Burkhard kam der Wettkampf vermutlich noch 2-3 Wochen zu früh, denn wenn er in gewissen Situationen nicht haarsträubende Fehler gemacht hätte, dann wäre gestern für ihn evtl. auch der 2.Platz drin gewesen.
Zur 6.Disziplin (Kicker) kam es dann gestern Abend nicht mehr, da es doch bereits sehr spät war, als wir fertig wurden und somit geht es erst am 18.8. in die nächste Runde unseres Wettkampfes. Vermutlich mit Kicker und Dart.
Kein Blog ohne ein bißchen Poker!
Gestern erhielt ich eine Meldung, dass es nun eine neue Software auf dem Markt gäbe, die das Spielverhalten von etlichen Millionen Online-Spielern angeblich ziemlich genau analysieren und tracken würde können. Nicht nur die Ergebnisse, sondern auch das komplette Verhalten vor und nach dem Flop, sowie nach dem Turn und River. Und das Ganze auch noch kostenlos!
Link siehe hier: http://www.isa-guide.de/articles/22101_neue_software_trackt_spielverhalten.html
Das hatte mich natürlich neugierig gemacht und ich machte mich auf die Suche nach dieser Freeware (und fand sie auch schnell)
Siehe hier: http://www.123-free-download.com/category/poker-games/0/32/0.html
Sofort runtergeladen und getestet. Kann aber sagen, dass die Datenbank zum einen nur extrem mangelhaft gefüttert ist, da ich zu etlichen mir bekannten Accounts keine (!) bzw. nur sehr unzureichende Informationen gefunden habe und zum anderen glaube ich, dass sich mit dem Installieren der Software auch etliche anderen Sachen auf dem Rechner verewigen. So haben sich, obwohl ich das Tool schnell wieder geschlossen hatte, auf einmal Pop-Ups von irgendwelchen Online-Casinos auf meinem Desktop geöffnet, es wurde Werbung für diverse Einzahlungsboni von mir total unbekannten Online-Portalen offeriert usw. Ich habe ein sehr unangenehmes Gefühl bei dieser Software (vielleicht werden ja auch Login-Daten gecrackt?) und habe das Programm direkt wieder deinstalliert. Ich würde euch hiervon also in jedem Fall abraten.
Um ganz sicher zu gehen verfolgt aber hier bitte die Diskussionsforen der größeren Pokergemeinden (z.B. www.intellipoker.de)
Gruß
Potti
Montag, August 04, 2008
Tilt bei Omaha & Zehnkampf (Runde 5+6)
Heute geht es bei unserem Zehnkampf in die nächste(n) Runde(n). Backgammon und Kicker stehen auf dem Programm. Beim Backgammon spielen wir (ohne Doppler) jeder gegen jeden auf 10 Punkte. Gammons (2 Punkte) oder auch Backgammons (3 Punkte) zählen natürlich. Bei einem Match auf nur 10 Punkte ist natürlich vieles möglich und mit
einer schlechten Wurfsequenz kann man selbst gegen sehr schwache Spieler schnell mal etliche Matches am Stück verlieren und auch mal schnell 10 Punkte abgeben, aber dennoch gehe ich hier ganz stark von 3 Punkten aus. Alles andere wäre eine herbe persönliche Enttäuschung für mich. Wobei ich sagen muss, dass Uwe, gegen den ich auch bereits ein paar Trainingsmatches gespielt habe, sicherlich nicht zu unterschätzen ist. Über Christian's Spielstärke habe ich kein genaues Bild, aber ich schätze ihn mal so ungefähr auf Uwe's Level ein, so dass die beiden wohl um Platz 2 spielen werden (wenn es normal läuft!).
Meine Prognose für den Ausgang:
1.Potti 2.Uwe oder Christian 3.Uwe oder Christian 4.Burkhard
Anschließend wird gekickert. Auch hier werde ich wohl ein gewaltiges Wörtchen bei der Punktevergabe mitreden und gehe ebenfalls von 3 Punkten aus, wobei ich absolut nicht weiß, wie stark Christian und Burkhard spielen. Meine Prognose für den Ausgang hier ist identisch wie beim Backgammon:
1.Potti 2.Uwe oder Christian 3.Uwe oder Christian 4.Burkhard
Wenn es rund läuft, hole ich heute Abend also 6 Punkte. 5 Points sind absolutes Minimalziel, alles darunter wäre eine mittlere Katastrophe. Wenn es auf den Rängen hinter mir auch super laufen sollte und Uwe evtl. gleich 2 mal Zweiter werden sollte, dann könnte ich mir
zudem die Führung im Gesamtstand zurückholen. Immerhin hat Christian bereits 2.5 Punkte Vorsprung und er hat mit Tennis noch eine absolute Paradedisziplin in Petto. Ihn muss ich im Hinblick auf die Gesamtwertung (Schach, Tennis, Dart und Poker stehen noch aus) im Auge behalten.
Pokertechnisch gibt es eigentlich nicht viel Neues. Außer, dass ich vergangenen Freitag mal wieder mal ein bißchen "heiß" gelaufen bin. Nachdem ich die Woche über ein paar schöne kleinere Scores eingefahren hatte, habe ich in Berlin ein bißchen (online) Pot-Limit Omaha
gespielt. PL 200. 3 Tische. Es lief sehr gut an und schnell war ich etwas mehr als ein Stack vor. Dann kamen einige Situation, wo ich entweder mit einer Drawing-hand gegen eine gemachte Hand verlor, nachdem die Chips am Flop reingingen oder andersherum eine made Hand gegen einen Draw verlor. Anschließend bin ich ein wenig auf Tilt gegangen und habe dann gut 5 Stacks verloren. Alle Draws durch die Bank verpaßt und alle wichtigen Pötte verloren, wobei ich zugeben muss, dass ich es wenig zu aggressiv gespielt und zu schnell die Pötte in die Höhe getrieben habe. War nicht unbedingt nötig, aber ich hatte keine Kontrolle mehr. Habe dann Gott sei Dank bei -1.100 $ die Notbremse gezogen.
Die Hand, die bei mir ein bißchen die Tiltphase ausgelöst hat, war Folgende:
Ich habe Jd Jc As Kd. Sehr gute Starthand. Ich sitze im Big Blind und es hatte keiner geraised (4 Mann im Pot) und ich hatte meine Option zu erhöhen gechecked. Der Flop kommt Ad Jh 6d. Habe mittleres Set getroffen und den Nut-flush draw. Ich setze Pot an und kriege einen Caller. Turnkarte ist Pik 7. Optimal für mich und ich bin mir sicher, dass ich derzeit vorn liege und setze wiederum Pot an (24 $) und nun raised mein Gegner Pot. Da er einige Hände vorher bereits einige Male sehr aggressiv zu Werke gegangen ist, setze ich ihn entweder auf einen Drilling 5 oder eine kompletten Raparound (z.B. 89TQ) oder so und ich reraise nochmals Pot (all-in). Er called instantly und der Knabe zeigt mir doch glatt 3 Asse, die dann nach der Rivercard (kein J und auch kein Karo) auch halten. Immerhin hatte ich selbst auch ein As und ich hatte diese Option eigentlich völlig ausgeschlossen, zumal er vorm Flop auch nicht geraised hatte. Wie gesagt hat mich dieser Pot ein wenig aus dem Rhythmus gebracht und die nächsten 2 Stunden verliefen recht unglücklich - um es mal vorsichtig auszudrücken.
Was steht diese Woche an:
Heute - Zehnkampf
Morgen - Moderation eines kleinen Pokerevents in einer größeren Firma
Mittwoch - Tagestour mit meiner Tochter und meinem Patenkind zu den Karl-May-Festspielen nach Elspe
Donnerstag - Backgammon-Sendung auf Eurosport2 (Kommentatoren-Debüt mit Rolf Kalb, dem “Snooker-Guru" auf Eurosport)
Morgen gibt's die Ergebnisse vom heutigen Wettkampftag!
Ciao & eine erfolgreiche Woche
Potti
Montag, Juli 28, 2008
Balack Obama und Höllenqualen
Mit Markus und Jacqueline war ich ein paar Tage in Berlin. Am Donnerstag Vormittag sind wir mit dem Zug angereist und nachdem wir uns am Nachmittag ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut haben (u.a. Checkpoint Charlie, Alexanderplatz, Brandenburger Tor und Reichstag), sind wir am frühen Abend dann zur Siegessäule um Barack Obama, den hoffentlich bald neuen US-Präsidenten, reden zu hören. 200.000 Leute hatten den gleichen Gedanken wie wir und so war es natürlich kein Wunder, dass wir nicht sehr nah an das Rednerpult rankamen. Ungefähr 250 m entfernt standen wir, hatten jedoch Glück, dass fast direkt vor uns eine große Leinwand aufgebaut war und wir somit quasi alles aus nächster Nähe sehen konnten. Die Rede konnten wir allerdings nicht ganz bis zum Schluß mitverfolgen, da die Zeit drängte und ich weiter nach Babelsberg zum Eurosport-Studio musste. Für 22.oo Uhr stand eine Backgammon-Sendung auf Eurosport2 auf dem Programm. Abends, nach erledigter Arbeit, haben wir dann alle zusammen (also mein Kollege Frank ebenfalls) noch 2 Bierchen in einer netten Kneipe am Griebnitzsee getrunken, bevor es dann wieder auf den Heimweg ging. Freitag stand dann nach einem netten und gemütlichen Frühstück in einer Kreuzberger Kiezkneipe wieder Sightseeing auf dem Programm. Bootsfahrt durch das alte und neue Berlin und später dann Besuch der Original Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Zwischendurch noch kurz zum Potsdamer Platz ins IMAX, wo wir den Film "Grand Canyon" sahen. Kann ich auf jedem Fall empfehlen!
Abends ging es dann in die "Kalkscheune". Mein Kumpel Fliege stoß irgendwann kurz nach Mitternacht auch noch hinzu und es wurde ein feucht fröhlicher Abend. Gegen 6.30 Uhr morgens kam ich dann "zu Hause" an und fiel todmüde und sturzbesoffen ins Bett. Die Nacht war jedoch nur sehr kurz, denn bereits um kurz nach 8.oo Uhr wachte ich mit abartigen Zahnschmerzen auf. Bereits in den Wochen zuvor hatte ich so komische Nervschmerzen in der linken Gesichtshälfte. Manchmal strahlte dieser Schmerz auf die Zähne aus, manchmal über die Ohren oder über die Schläfe. Sehr seltsam. Ich musste auf jeden Fall agieren. Ich suchte eine Apotheke in Kreuzberg auf. Keine Ahnung, was der Apotheker dachte, als er mich erblickte, denn ich sah aus wie ein frisch geficktes Kaninchen und habe mich auch genauso gefühlt. Augen noch total rot (hatte garantiert noch knapp an die 2 Promille im Blut), total nassgeschwitzt vor den Schmerzen und Fieber und vermutlich auch noch eine gewaltige Alkoholfahne. Ich erklärte dem Apotheker die Symptome meiner Schmerzen. Ganz cool und gelassen sagte er:" Das ist der Trigeminusnerv. Sehr vermutlich werden die Nervschmerzen von irgendeinem Zahn ausgelöst. Ich gebe Ihnen ein paar Schmerztabletten mit, aber sie sollten so schnell wie möglich einen Zahnarzt aufsuchen und wenn der nicht weiterkommt, dann weiter zu einem Neurologen." Auf meine Frage, wie es denn bei Einnahme der Tabletten in Verbindung mit Alkohol aussähe, sagte er mir, dass ich jetzt nicht unbedingt noch nachfüllen sollte...lol. Mann, der Apotheker schien echt Plan zu haben. Die verabreichten Schmerztabletten halfen ein wenig, aber trotz dieser habe ich ein absolutes Horrorwochenende durchlebt. Zu Hause in Wiedenbrück angekommen, habe ich dann sofort eine Zahnschmerztablette eingeschmissen (die sollte ja eigentlich für ein paar Stunden alles betäuben!), aber die Schmerzen kamen trotz Tablette noch durch. Unfassbar - Ich wäre fast durchgedreht!
Heute morgen dann sofort zum Zahnarzt. Der konnte natürlich auf die Schnelle auch keine Diagnose stellen, aber hat dann meinen Kiefer röntgen lassen und kam dann zur starken Vermutung, dass die Schmerzen vom Weisheitszahn ausgelöst werden und machte mir den Vorschlag diesen zu ziehen. Er sei sich nicht 100% sicher, aber zumindest zu 98%. Auch wenn es nur eine 50/50 Chance gewesen wäre (vermutlich sogar bei nur 30/70 - kann ja mal kommen...lol), hätte ich seinem Vorschlag zugestimmt und ich gab ihm den direkten Auftrag zum Entfernen des vermeintlichen Übeltäters. Noch ein paar Tage mit diesen Höllenqualen hätte ich eh nicht überstanden und mich vermutlich sowieso weggehängt. Jetzt sind gut 10 Stunden vergangen, der Wundschmerz lässt auch so langsam nach und es könnte sein, dass er mit seiner Prognose richtig lag, denn er geht mir wesentlich besser, wenngleich ich noch nicht komplett fit bin. Die nächsten Tage werden es zeigen. Falls hier irgendwann keine Updates mehr kommen, dann sind die Schmerzen wieder zurückgekommen und ich habe vermutlich eine Kurzschlußhandlung begangen.
Gestern Abend habe ich "im Wahn" sogar knapp zwei Stunden gepokert. Keine besonderen Hände dabei. Außer evtl. diese Hand, wobei die meisten der pokerspielenden Leser sich in dieser Situation wohl auch schon des öfteren befunden haben:
NL 200. Ich habe ein Paar Könige in hinterer Position. Seit langen mal wieder eine spielbare Hand. In vorderer Position raised ein Spieler (hat 200 $ auf dem Tacho) auf 8 $. Alle passen und ich raise auf 24 $ (habe ebenfalls knapp 200 $). Jetzt kommt er wieder an die Reihe und reraised auf 52 $!
Analyse:
Welche möglichen Hände kann er haben? Paar J's oder Q's ? Nicht komplett ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich. Paar Könige? Habe ich ja schon!
AK ...möglich, aber Chancen sehr gering. Bleibt eigentlich nur das Paar Asse. Man fühlt und befürchtet es, aber eigentlich weiß man es sogar, dass er hier nur Asse haben kann. Er hat sie zu 95%. Zu 5% hat er AK, Q's oder J's oder eine andere Hand. Und trotzdem schmeißt man die Könige hier nicht weg. Kennt das jemand? Oder bin ich der einzige Volltrottel, der hier nochmals drübergeht und seine Chips quasi herschenkt? Ich habe es jedenfalls gemacht. Instant-call von meinem Gegner und natürlich zeigt er mir die Asse. Das Board bringt keine Hilfe und die ganze Arbeit von 1,5 Stunden solidem Spiel ist zerstört! Anschließend selbst mit Assen noch in ein Set reingelaufen (fast gleiches Szenario - man weiß, dass der Gegner einen Set gefloppt hat und called trotzdem - lerne ich es denn nie?) und satte 1,5 Stacks Minus gemacht. Gott sei Dank laufen nicht alle Online-Sessions so, sonst hätte ich es schon längst drangegeben. Hin und wieder habe ich ja auch die Asse und mein Gegner die Könige und ab und an floppe ich ja auch mal ein Set und knacke das big pair meines Kontrahenten und die meisten Gegner zahlen mich dann genau auf die gleiche Weise aus.
Letzte Woche habe ich von Sven aus Berlin übrigens noch ein netten Youtube-Link zugesendet bekommen. Dieses Video müsst ihr euch anschauen. Einfach zu köstlich. Besonders über den letzten Satz ca. 5 Sekunden vor Schluß (ab 2.43) könnte ich mich schlicht und einfach nur beömmeln. Worum es in dem Video geht, verrate ich im Vorfeld mal nicht. Handlung ergibt sich von selbst:
http://www.youtube.com/watch?v=fw8AcSxtdC8
So, was steht diese Woche an? Donnerstag/Freitag wieder Berlin. Gleich 2 Sendungen. Das letzte Mal für die nächsten Wochen. Dann ist erst einmal TV-Pokerpause aufgrund der olympischen Spiele. Nächste Woche kommt meine Kurze wieder zurück aus dem Urlaub. Sie hat mich angerufen und voller Stolz mitgeteilt, dass sie einen Windsurfkurs mitgemacht und mit Urkunde erfolgreich abgeschlossen hat. Genauso sportlich wie der stolze Papa. Wir werden dann nächste Woche wohl noch 1-2 Tagestouren unternehmen. Evtl. zu den Karl-May Festspielen nach Elspe (Winnetou „unter Geiern“) oder zum Safaripark nach Stukenbrock, bevor für sie dann übernächste Woche bereits wieder der erste Schultag ansteht.
Und nächsten Montag, 4.8., steht dann auch definitiv der nächste Wettkampftag im Zehnkampf an. Wie prognostiziert: Kicker und Backgammon. Wettkampfort ist wieder der United Pool in Gütersloh. 5-6 Punkte müssen her...egal wie!
Ciao Potti
Anbei noch ein Impressionen des Berlin-Trips:
Markus und Jacqueline am Checkpoint Charlie

Balack Obama – der neue US-Präsident

Es war mächtig was los an der Siegessäule

Frank (r.) und ich kurz vor Sendungsbeginn

Nettes Frühstück in Kreuzberg
Dienstag, Juli 22, 2008
Abartiger Lauf!
So, bin noch eine Berichterstattung von den letzten Tagen aus Monte Carlo von der Backgammon-WM schuldig. Am Freitag, 11.7., ging es dann mit der Last Chance weiter. Hier wird nur noch auf 5 Punkte gespielt. Los ging es um 14.oo Uhr. Bis 13.30 Uhr war ich am Pool. Dann schnell aufs Zimmer und geduscht und runter in den Spielsaal und pünktlich sitze ich am Brett. Ich bekomme einen Israeli zugelost, der meganervös war. Seine Hände waren am Zittern wie Espenlaub. Nach 3-4 guten Würfen zu Beginn (3/1 gefolgt von Pasch 4 und Pasch 6) doppelt er mich und ich muss direkt passen. 0:1. Dann gewinne ich ein gedoppeltes Spiel einfach und gehe 2:1 in Führung und die nächste Partie (auch gedoppelt) gewinnt er dann wieder und es steht 3:2 für ihn. In der darauffolgenden Partie macht er einen Riesenfehler und doppelt mich in einer Stellung, in der lediglich einen klitzekleinen Rennvorteil hat, auf 2 und ich zeige ihm natürlich direkt im Gegenzug die 4 (denn ich hätte sonst ja eh 5:2 verloren). Ich liege im Rennen nur minimal hinten, kann aber anschließend keinen Pasch oder gute hohe Würfe mehr produzieren und verliere das Match 5:2. Wieder raus! Ab zurück an den Pool und nochmals knapp 3 Stunden in die Sonne!
Während ich oben am Pooldeck (liegt im 6.Stock mit herrlicher Sicht auf die komplette Bucht - siehe Foto) den lieben Gott einen guten Mann sein lasse, geht es unten im Saal hoch her. Viele der Spieler, die bereits aus dem Turnier ausgeschieden sind, wollen nun im Cashgame ihre erlittenen Verluste (Kosten der Woche) wieder reinholen. An einem Brett wird um 5.000 € pro Punkt gespielt!!! Für die, die im Backgammon nicht ganz so tief drin sind: Es ist noch ein Verdoppelungswürfel im Spiel, der bei entsprechender Konstellation, wenn also das Spiel z.B. 2-3 Mal kippt, durchaus auch mal bei 4, 8 oder noch höher landen kann. Ein Würfel bei 4 und dann z.B. noch doppelt verlieren, und man müsste gleich mal mit 40 K in die Tasche! Nichts für schwache Nerven und ich bekam, als ich später hier kiebitzte, allein beim Zuschauen feuchte Hände. Junge, Junge, da müssen viele, viele Leute ein ganzes Jahr für arbeiten und hier hängt eine solche Summe teilweise nur von einem Abschlußpasch oder einem Jokerwurf ab.
Am Sonntag stand dann noch der Teamwettbewerb auf dem Programm. Ich spiele zusammen mit Christian Plenz(D)und Rolf Vetsch(CH) in einem Team. 3 Mann von Team A spielen einzeln gegen 3 Kontrahenten von Team B. Einzelpaarungen werden ausgelost. In der ersten Runde (64er Feld) spielen wir gegen ein Team aus Frankreich. Rolf hatte sein Match relativ schnell gewonnen und als auch ich meinen Gegner besiegt hatte, lagen wir uneinholbar mit 2:o in Führung. Nächster Gegner: ein dänisches Team - bestehend u.a. aus 2 Damen! Backgammon ist in Dänemark Volkssport und es gibt glaube ich überhaupt keinen Spieler in Dänemark, der nicht superstark BG spielt. So auch meine Gegnerin. Schnell liege ich 2:3 zu hinten. Dann zeigt sie mir einen Doppler, den ich wiederum nicht ablehnen kann. Schnell redoppele ich auf 4 und als sie auf meinem 5-er Board einige Male "tanzt", habe ich sage und schreibe 5 Wurf Zeit eine 6 zu würfeln und mit meinem letzten Stein ihre 5-er Blockade zu überspringen und das Match zu gewinnen, aber es gelingt mir nicht. Stattdessen crashed mein Homeboard, sie kommt rein und kann mich dann komplett ausschließen und sie gewinnt. Vor mir hatte bereits Christian verloren und das Mixed Team aus DK erreicht somit die Runde der letzten 16. Die Dänen kamen dann sogar bis ins Halbfinale, wo sie allerdings gegen die späteren Sieger aus Griechenland ausschieden.
Das war also Monte Carlo 2008. Außer Spesen nichts gewesen! Zwar konnte ich fürs Hotelzimmer noch einen kleinen Journalistenrabatt aushandeln, aber die Woche hat mich mal eben gut 3.000 € gekostet. Hmmmm....trotzdem fahre ich nächstes Jahr wieder hin!
Aus Trotz - ich fahre solange dorthin, bis ich dieses verdammte Kackspiel endlich richtig gut beherrsche!
Letzte Woche ist nichts sehr Aufregendes passiert. Freitag war ich in Berlin zum Kommentieren einer Pokersendung (Partouche Poker Tour aus Nizza - Teil I von II), Samstag direkt wieder mit dem Zug zurück.
Heute ist dann unser „Zehnkampf“ in die 4.Runde gegangen. Ursprünglich sollten Dart und Kicker auf dem Programm stehen, aber Uwe, der das Recht zum Bestimmen der nächsten Disziplin hatte (weil er an letzter Stelle in der Gesamtwertung lag) entschied sich um und es ging an den Snookertisch. Sichere Null Punkte für mich, wenn nicht ein Wunder passieren würde. Und wie groß so ein Snookertisch dann ist, das werden wohl nur die wirklich wissen, die auch schon einmal daran gestanden und bereits selbst einmal gespielt haben. In der ersten Runde musste ich gegen Uwe "ran" und bevor ich überhaupt einigermaßen warm war, lag ich auch schon ungefähr 25:0 hinten. Nicht weil er eine Kugel nach der anderen einlochte, sondern aufgrund von Foulpunkten, die ich produzierte. Zu feste in den Pulk reingeballert und anstatt einer roten Kugel eine farbige versenkt oder mit meiner Jacke oder mit dem Hilfsqueue verbotenerweise eine Kugel touchiert. Jedes Mal 4-7 Strafpunkte! Es lief nichts zusammen und auch die einfachsten Bälle (Mann, das sieht doch im TV so leicht aus!) fielen einfach nicht. Beide Sätze glatt verloren. Dann gegen Christian, der am anderen Tisch mit Burkhard kurzen Prozeß machte. Den ersten Satz verlor ich haushoch, aber im 2.Satz habe ich zum ersten Mal auch eine kleinere Serie (~ 16 P.) hinlegen können und es wurde relativ eng. Selbst, als es zum Schluß auf die farbigen Kugeln ging, hatte ich noch kleine Siegchancen, aber da gab Christian nochmals ein wenig Zwischengas und auch dieses Match ging verloren. In der anderen Partie unterbrachen Uwe und Burkhard ihr Duell beim Stand von 1:1 (wir waren bereits fertig) und wollten dieses dann später zu Ende spielen. Dann mein letztes Match gegen Burkhard. Erster Satz ziemlich glatt an Burkhard. Im 2.Satz lief es dann jedoch wie geschmiert und ich ging relativ hoch in Führung. Zudem machte Burkhard noch einige Fouls und als wir bei den Farbigen ankamen, hatte Burkhard nur noch eine leichte theoretische Chance. Als ich dann die blaue Kugel zielsicher einlochte, stand es auf einmal zur allgemeinen Überraschung 1:1 in Sätzen. Jetzt noch einmal über mich hinauswachsen und ich könnte evtl. für eine Sensation sorgen. Aber im 3.Satz lief wieder nichts zusammen. Auch die leichtesten Bälle fielen nicht und bei hoher Führung für Burkhard mit nur hauchdünner theoretischer Chance (etliche „Snooker“ hätte ich schon benötigt) schenkte ich den Satz und somit das Match ab. Am Nachbartisch besiegte Christian auch Uwe und stand somit als Disziplinsieger fest. Jetzt kam es also nur noch auf den Entscheidungssatz zwischen Burkhard und Uwe an. Wer würde zwei und wer einen Punkt holen? Es wurde eng bis zum Schluß und das Match wurde erst mit der vorletzten Kugel (pink) zugunsten von Burkhard entschieden.
Entstand Snooker somit: Christian 3 Punkte, Burkhard 2 P., Uwe 1 P. und ich 0 Punkte.
Zwischenstand Gesamtwertung: Christian 8 Punkte, Burkhard 6 Punkte, Ich 5.5 Punkte und Uwe 4.5 Punkte.
Bin zwar von Platz 1 auf Platz 3 zurückgefallen, aber meine beiden absolut schlechtesten Disziplinen (Golf/Snooker) sind bereits abgehakt. Kein Beinbruch also. Ab jetzt sollte es keine Nullrunde mehr für mich geben und von nun an wird mit harten Bandagen um jeden einzelnen Punkt gefightet! Christian darf mir nicht wegziehen und auch Burkhard sollte ich in der Gesamtwertung nicht mehr unterschätzen, da er Spezialist im Dart und auch gut im Schach und Tennis ist. Im Backgammon ist er ein "Fisch", auch wenn ich schon einige Trainingseinheiten mit ihm absolviert habe. Nächster Spieltag ist der kommende Montag. Disziplin/en ist/sind noch nicht festgelegt. Ich rechne aber mit Kicker und Backgammon, da Uwe wieder entscheiden kann und er sich hier sicherlich einiges ausrechnen wird und darauf hofft den Anschluß wieder herzustellen. Falls die beiden Disziplinen nächsten Montag auf dem Programm stehen, muss ich unbedingt mindestens 5 Punkte holen. Ansonsten wird es auch für mich eng. Zum ersten Mal komme ich selbst unter Druck...aber genau dann werde ich erst richtig stark!
Donnerstag geht es mit Schleppi (und Jaqueline) für ein paar Tage nach Berlin. Abends zuerst noch eine Backgammon-Sendung auf Eurosport2 und dann 2 Tage Berlin erkunden. Obwohl ich in den letzten 3 Jahren so oft dort war, habe ich bislang eigentlich doch herzlich wenig von der Stadt gesehen. Wird also mal Zeit für ein bißchen Sightseeing. Freitag Abend wird allerdings abgefeiert. Mit Ankündigung gibt es da einen Vollrausch! Vermutlich in meiner "Stammdisco Kalkscheune".
Ach so - gepokert habe ich in der letzten Woche auch noch. 2 Sessions. Beide sind in etwa so gelaufen wie meine Snoookermatches heute!Ciao
Potti

Mein 2.Rundenmatch gegen den Multimillionär Freddy Chamanara

Blick vom Pool in die beeindruckende Bucht

Die Japaner holen den Titel im Doppel - superspannendes Finale!
Die glohreichen 4 beim Snooker
v.l.n.r.: Potti, Burkhard, Uwe, Christian
Freitag, Juli 11, 2008
News von der Cote d'Azur
Habe heute Mittag beim Buchmacher hier vor Ort (das macht der Däne Morten Holm in Eigenregie) auf Achim Müller gesetzt, dass er sein heutiges Viertelfinalspiel gegen einen Schweden gewinnt. Die Quote war 2.05 – Achim war somit sogar Außenseiter. Vor der Partie strotzte er aber bereits vor Selbstbewusstsein und er sagte mir, dass ich ruhigen Gewissens auf ihn setzen könne und er das Match "nach Hause fahren" würde. Ich wollte zuerst 500 € setzen, aber irgendwie habe ich mich dann doch nicht so richtig getraut und habe es bei lediglich 100 € gelassen. Achim gewann sein Match dann relativ glatt (und schwitzfrei) mit 21:16 und steht somit nun im Halbfinale, wo er morgen auf den Portugiesen Seqeira (?) trifft. Da ich zusätzlich noch 100 € auf Achim gesetzt habe, dass er Weltmeister wird (Quote 7.5) und er gegen den Portugiesen auf jeden Fall auch Favorit ist, habe ich nun zumindest eine ganz gut Chance noch ein paar Euronen extra zu verdienen und die sündhaft teure Woche somit etwas günstiger zu gestalten.
Morgen kurz nach Mittag fängt die “Last Chance“ an und am Sonntag Mittag gibt es dann noch die inoffiziellen Mannschaftsweltmeisterschaften. Hier werden 3er Teams gebildet und jeder Spieler von Team A tritt gegen einen Gegner des zugelosten Teams (jeweils auf 5 Punkte) an. Die Mannschaft, die 2 der 3 Matches gewinnt, zieht in die nächste Runde ein. Ich werde zusammen mit Christian Plenz und meinem Trinkgenossen Rolf (siehe vorherigen Blog) antreten. Es werden vermutlich so um die 30–50 Mannschaften teilnehmen, so dass man 5-6 Runden gewinnen muss um sich den Titel (und Sachpreise) zu schnappen.
Montag früh geht es dann von Nizza aus wieder zurück in die Heimat. Es stehen 2 ereignisreiche Wochen mit mehren Sendungen an und zudem habe ich meine Tochter einige Tage bei mir. Oben drauf muss ich auch noch einen Artikel schreiben, so dass mir wohl definitiv nicht langweilig wird.
WSOP
Tag 3 ist vorbei und es sind noch 474 Spieler im Rennen. Hier einige der Namhaftesten:
Dag Martin Mikkelsen 931000
Sehr guter Däne. Mein Geheimtipp!
Phil Hellmuth 475000
12.Bracelet? Das wäre mit Sicherheit eine große Show!
Victor Ramdin 471000
Pokerstars-Pro
Hoyt Corkins 439500
In den USA sehr populär
Cort Kibler-Melby 439000
Habe mit ihm schon einige Male in Berlin zusammen gespielt
Mike Matusow 438500
Hat schon ein Bracelet geholt dieses Jahr. Scheint Top in Form
Evelyn Ng 414500
Sieht recht gut aus. Ex von Daniel Negreanu
Samir Shakhtoor 405000
Ebenfalls Geheimtipp von mir. Hyperaggressiver Spieler aus SWE
Allen Cunningham 386500
Muss man immer auf der Liste haben
Maya Geller-Antonius 245000
Das ist die Frau von Patrick Antonius (der schon raus ist)
Bertrand Grospellier 181500
Könnte ein goldenes Jahr für ihn werden
Kara Scott 171000
Die EPT-Moderatorin. Was für eine tolle Frau!
Kirill Gerasimov 146500
Sehr solider Spieler aus Russland. Lehrmeister von Yfgeni Kafelnikov
Peter Hedlund 146500
Der wäre auch gut für die Show. Schwatzt ohne Ende!
Robert Mizrachi 138000
Mit dem habe ich auch schon am Tisch gessen (und Muffe gehabt!)
Jean-Robert Bellande 124500
Ebenfalls ein Dauerschwätzer
Andreas "Randy" Märtens 104500
Randy hat leider nur noch gut 100.000 Chips, aber ein bißchen "Lauf" und alles ist drin
Sonnige Grüße
Potti
Donnerstag, Juli 10, 2008
Aus die Maus!
Ich schieße panikartig aus dem Bett und zünde mir zuerst eine Zigarette an. Was jetzt machen? Mit dem Auto nach Düsseldorf und darauf hoffen, dass ich noch rechtzeitig in Düsseldorf am Airport ankomme? Chancen gleich Null.
Einen Zug später nehmen und darauf hoffen, dass die Deutsche Bundesbahn mich nicht im Stich lässt und die 80 Minuten Zeitpuffer für Einchecken, Security-Kontrolle und Gang zum Abflug-Gate ausreichen? Schon eher …wobei bei dieser Variante immer noch fraglich ist, ob ich es rechtzeitig zum Bahnhof schaffe, denn für Duschen, Kofferpacken und Transport zum Bahnhof bleiben mir insgesamt noch gute knapp 25 Minuten Zeitpuffer! Oder umbuchen und am nächsten Morgen fliegen? Oder vielleicht den ganzen Trip ausfallen lassen? Ungefähr 250 Gedanken schießen mir fast gleichzeitig durch den Kopf. Ich entscheide mich für den 7.15 Uhr Zug und springe geschwind unter die Dusche. Innerhalb von 2 Minuten habe ich mich abgeseift, mir die Haare gewaschen und mich abgetrocknet. Dann schnell das Nötigste in den Koffer gepackt. T-Shirts, Hosen, Unterwäsche, Socken, etc. Dann nochmals kurz die Checkliste der wichtigsten Sachen durchgegangen. Personalausweis, Kohle, Kreditkarte, Handy, Digitalkamera, Laptop. Yep…alles an Bord. Ab ins Auto und mit Vollgas zum Bahnhof. Um Punkt 7.15 Uhr betrete ich den Bahnsteig und genau in diesem Moment sehe ich auch schon die Lichter des einfahrenden Zuges. Geschafft! Auch in Düsseldorf am Flughafen läuft alles glatt und 2 Minuten vor dem Boarding erreiche ich mein Abflug-Gate. Alles richtig gemacht!
In Monte Carlo angekommen entrichte ich schnell meine Anmeldegebühr fürs Turnier, gehe aufs Zimmer, ziehe mich kurz um und auf geht’s zum Pool. Das habe ich mir nach dem turbulenten Tag verdient. Abends bei der Eröffnungsgala haue ich mir dann mit Rolf (einem sehr netten Schweizer) gleich mal fast 2 Pullen Champus in den Kopf und um 3.oo Uhr in der Früh falle ich todmüde ins Bett.
Am Morgen dann bin ich zunächst nett frühstücken gegangen, habe anschließend noch ein bisschen am Pool relaxed und um 14.oo Uhr ging es dann mit dem Turnier los.
Die Auslosung meinte es in diesem Jahr gut mit mir. 1.Runde Freilos! Heißt schon mal, dass ich die Runde der letzten 128 Spieler (199 insgesamt) kampflos erreichte habe. Mein Gegner für die 2.Runde kommt aus den USA und heißt Freddy Chamanara. Auch er hatte in Runde 1 ein Freilos.
Freddy ist ein sehr netter Typ, den ich im letzten Jahr bereits auf den Bahamas kennen gelernt habe. Er ist Multi-Millionär (hat etliche Restaurants im Raum Chicago) und leidenschaftlicher Zocker. Backgammon spielt er recht gut, aber ich denke, dass ich knapper Favorit gegen ihn bin die nächste Runde zu erreichen. Freddy hat jedoch einen tierisch guten Lauf und gleich zu Beginn hat er in fast jeder Partie gute Startwürfe und etliche Päsche, so dass ich etliche Doppler schlicht und einfach ablehnen muss. Schnell geht er über 4:0 und 6:2 dominierend 10:3 in Führung. Allerhöchste Zeit für eine Pause um etwas zu ändern. Ich scheine die Pause gut gesetzt zu haben, denn direkt anschließend gewinne ich einige Partien und kann auf 10:7 verkürzen. Dann die Schlüsselpartie. Ich habe einige gute Würfe und zeige ihm einen frühen Doppler, denn er “frisst“. Das Match entwickelt sich gut für mich und er steht mit 2 Steinen in meinem Board und wenn ich jetzt noch sauber abtrage, gewinne ich sehr wahrscheinlich GAMMON und würde 11:10 in Führung gehen. Leider muss ich dann allerdings einen Schuss lassen, denn er dann auch noch trifft (Sch….) und da sein Board auch noch intakt ist und ich erst 3 Steine rausgespielt habe, muss ich den Doppler, den er mir dann mit der 4 oben vorsetzt, auch noch passen. 12:7 für ihn. Bei 16:10 habe ich dann nochmals eine Chance ihn Gammon zu schlagen und auf 16:14 zu verkürzen (Spiel geht in den ersten beiden Hauptrunden bis 17), aber wiederum muss ich einen Stein einzeln stehen lassen, den er durch einen Jokerwurf abholt und ich verliere das Spiel dann 17:10. Freddy hat sich während des Spiels und auch danach noch mehrmals bei mir für seine vielen guten Würfe entschuldigt. Bringt mir aber nichts … ich scheide aus und er zieht in die Runde der letzten 64 ein, wo er dann einen wirklich ganz schwachen Gegner (der hat wirklich extrem viele Fehler gespielt und ich bin sicher, dass ich den auch weggeputzt hätte) sehr hoch besiegt und noch eine Runde weiter kommt, dort aber dann auch verliert. Hier übrigens ein Link zu Freddy, der sogar auch bereits beim Highstakes Poker in den USA einige Gastauftritte hatte und gegen die ganz Großen gespielt hat.
http://donkpedia.net/wiki/Fred_Chamanara
In der ersten Trostrunde (Consolation I) schlage ich zunächst einen Norweger relativ glatt, bevor ich denn gegen den Zweitplatzierten der UK Open aus diesem Jahr, Christian Plenz, trotz hoher Führung noch verliere. Hier habe ich in der Endphase beim Stand von 8:8 (auf 11 Punkte) einen Doppler genommen, den ich mal besser nicht genommen hätte, denn hier verlor ich Gammon und das Spiel war direkt vorbei.
In der zweiten Trostrunde (Consolation II) verlor ich gegen den Türken YENISEN, der beim Stande von 8:8 (auf 9) mit zunächst einem Pasch 6 und direkt danach einem Pasch 5 seinen (eigentlich) uneinholbaren Rennrückstand von über 40 Pips wettmachte. Selbst danach hätte ich das Match noch gewinnen können, wenn ich in einem der letzten beiden Würfe einen einzigen Pasch geworfen hätte, aber es sollte leider nicht sein.
Samstag geht es dann noch mit der Last Chance weiter, wo ebenfalls noch einiges an Cash zu gewinnen ist, aber hier benötigt man schon ziemlich viel Dusel, denn ca. 12-13 Matches á 5 Punkte müssen schon gewonnen werden.
WSOP
Über meinen Laptop verfolge ich ein wenig die Geschehnisse aus Las Vegas. Leider sind alle meine “Pferdchen“ bereits ausgeschieden. Jedoch sind mit Andreas „Randy“ Mertens sowie Jan Heitmann noch 2 Bekannte recht ordentlich (Average Stack) im Rennen. Ich würde mich sehr freuen, wenn es einer der beiden noch weit bringen und richtig “tief“ ins Geld kommen würde. Denn dann macht das Verfolgen der Action natürlich noch viel mehr Spaß.
Hier in Monte Carlo beim Backgammon fiebere ich nun mit Achim Müller mit, der zwar quasi aus der Nachbarschaft kommt (nähe Münster), den ich hier aber erst kennen gelernt habe. Er ist der letzte verbleibende Deutsche im Wettbewerb und aktuell steht es in seinem Achtelfinalspiel gegen den ehemaligen Weltmeister Royset aus Norwegen 14:9 für Achim. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er dieses Jahr Weltmeister wird. Hoffentlich ist das mal kein schlechtes Omen für ihn, denn die meisten von euch wissen ja, wie katastrophal daneben ich oft mit meinen Tipps und Bauchgefühlen liege…lol
In diesem Sinne
Ciao
Martin
Samstag, Juli 05, 2008
Auf geht's nach Monte Carlo
Dienstag, Juli 01, 2008
Sensation beim Golf - Vorbereitung auf die Backgammon-WM
Ich weiß, dass dieser Blog ja eigentlich auf das Thema Poker basiert, aber momentan stehen 2 andere Sachen im Vordergrund. Die private Zehnkampfwette gegen Burkhard, Uwe und Christian sowie die Backgammon-Weltmeisterschaft, die nächste Woche Montag in Monte Carlo beginnt. Hierfür bin ich bereits heftigst am üben und ich habe mich gerade in den letzten Wochen ganz ordentlich verbessert. Meine Übungseinheiten gegen die Trainingssoftware "Snowie" bringen immer bessere Ergebnisse und im Schnitt spiele ich eine 4-6 (das ist Expertenlevel) bei Matches auf 7-17 Punkte. Zwar nicht Weltklasse, aber immerhin wesentlich besser als noch vor ca. einem Jahr, als mein Schnitt eher bei 6-8 (Fortgeschritten) lag. Trotzdem erwarte ich von der nächste Woche keine Wunderdinge von mir selbst. Die Jungs, die aus der ganzen Welt nach Monte Carlo reisen werden, wissen auch, wie man die Steine schiebt und in den meisten Matches werde ich leichter bis krasser Außenseiter sein. Die meisten der Kollegen (viele Gegner aus den USA, Dänemark, Japan und Deutschland) spielen eine Error-Rate von unter 3 (World-class Level). Aber dieses Jahr möchte ich unbedingt die erste Runde überstehen im Hauptfeld - das ist mein Ziel. Alles andere wäre Zugabe. Mit ein bißchen Würfelglück wäre dann sogar noch mehr drin, aber um ins Geld zu kommen, muss man schon 5 Runden gewinnen und da bräuchte ich dann wohl schon einen richtig netten Weihnachtslauf. Aber wer weiß, beim Backgammon ist alles möglich. Die auftretenden Sequenzen sind desweilen schon noch ungewöhnlicher als z.B. beim Poker und selbst die größte Vollniete kann einen Weltklassespieler deklassieren. Wieso soll ich nicht auch mal einen richtig abartig guten Lauf haben und die No.1 der Weltrangliste vom Brett hauen?
Ich freue mich auf jeden Fall tierisch auf die Woche in Monte Carlo. Werde wie gehabt im Fairmont Hotel -direkt im Zentrum und an Meer- wohnen. Tagsüber ein bißchen an den Pool und dann bis spät in die Nacht zocken. So stelle ich mir übrigens auch das ideale Leben vor (umgeben von hübschen Frauen natürlich)!
Die Zehnkampfwette ging heute in die dritte Disziplin. Golf !
Mein Ziel war es einen Punkt zu holen. Uwe (hat 2 Jahre nicht gespielt, aber war seinerzeit ein Handicap 12 Spieler mit einer Bestrunde von 79 auf einem 71er Kurs) würde nicht zu holen sein. Burkhard ebenfalls nicht, wenn seine Nervenkostüm hält, aber Christian wollte ich mir packen. Ich wußte zwar nicht, wie er spielt, aber ich schätzte Christian im Vorfeld ungefähr in meinem Leistungsbereich ein. Mein Ziel war es gleich auf den ersten Bahnen mit ein paar guten Abschlägen (optimalerweise direkt aufs Grün) ein paar Duftmarken zu setzen und bei den Kontrahenten für ein bißchen Unruhe zu sorgen und den Druck & die Spannung aufzubauen. Es ging optimal los. Während bei Bahn 1 alle 3 ihren Abschlag einigermaßen versemmelten, legte ich meinen Shot bei der ca. 120 m langen Bahn 3 Meter neben die Fahne. Gleich mal eine nette Chance auf ein Birdie! Die Birdie-Chance konnte ich zwar nicht nutzen, aber ich spielte als einziger ein Par und ging direkt in Führung. Auch an den nächsten 4-5 Bahnen kamen meine Abschläge einigermaßen und ich schloss mit Bogeys/Doppelbogeys ab und sammelte weiter Punkte (wir haben nach Stabefort-Regeln gespielt). Burkhard spielte überaus konstant. Sowohl seine Abschläge als auch seine Annnäherungsschläge hatten eine recht hohe Qualität und zur Halbzeit und nach 9 gespielten Löchern traute ich meinen Ohren und Augen nicht, als wir die Zwischenwertung vornahmen. Burkhard lag mit 2 Punkten Vorsprung an Position 1, dahinter ich (!), dann Christian knapp dahinter und mit einem bereits relativ sattem Rückstand von 8 Punkten der große Favorit Uwe nur auf Platz 4.
Jetzt noch 9 Löcher das Niveau halten und eine Riesensensation wäre perfekt!
Leider konnte ich die Leistungen aus der ersten Runde nicht ganz halten und ich schloss die zweiten 9 Löcher mit insgesamt 44 Schlägen ab (1.Runde = 42 Schläge). Burkhard steigerte sich im 2.Durchgang nochmals und spielte eine blitzsaubere 36er Runde und landete somit schon einmal klar vor mir. Jetzt kam es auf Christian und Uwe an. Christian ist ein Fighter und ihn hatte jetzt gewaltig der Ehrgeiz gepackt. Bereits beim Doppelkopf hatte er die sicher geglaubten 3 Punkte kurz vor dem Ziel noch mit viel Pech hergeben müssen und auch beim Golfen hatte er sich vor Beginn sicherlich mehr ausgerechnet. Er spielte auch wesentlich stärker als ich im Vorfeld gehofft hatte. In Runde 2 spielte er hochkonzentriert und schloss mit einer erstklassigen 35er Runde ab! Damit ließ er mich hinter sich, aber Burkhard konnte er aufgrund der ersten Runde nicht mehr einholen. Uwe hingegen musste nun mehr riskieren um noch an mir und ggfs. auch an Christian vorbeizuziehen, aber es lief weiterhin nicht richtig rund (vorsichtig ausgedrückt!) und ein ums andere Mal haute er seinen Abschlag jwd (ostwestfälisch und bedeutet: janz weit draußen). Sein Chip- & Put-Spiel deutete oftmals seine Klasse an, aber wenn die Abschläge nun mal permanent in die Walachei gehen und ab und an auch noch nicht einmal der Ball gefunden werden konnte, dann kannst du noch so gut chippen & putten und es wird dir nichts nützen. Ich mache es kurz: Der als großer Favorit gestartete Uwe belegte den letzten Platz. Sorry Uwe - aber es war wohl irgendwie nicht dein Tag.
Punktevergabe beim Golf somit wie folgt: Burkhard: 3 Punkte, Christian 2 Punkte, Potti 1 Punkt und Uwe 0 Punkte.
In der Gesamtwertung und nach 3 absolvierten Disziplinen steht es damit so: Potti 5.5 Punkte, Christian 5 Punkte, Burkhard 4 Punkte und Uwe 3.5 Punkte.
Noch konnte ich meine Führung also behaupten. Jetzt stehen erst einmal 2 Wochen Pause an. Dann geht es in die "Kneipe" und die beiden Disziplinen "Dart" und "Kicker" stehen auf dem Programm. 4 Punkte sind hier mein Minimalziel und wenn ich diese holen sollte, dann dürfte ich vermutlich auch noch in Führung liegen. Ich habe bislang gegen keinen der 3 gedartet oder gekickert und somit ist alles offen. Trotzdem gebe ich mal eine Prognose ab:
Kicker: 1.Potti 2.Christian 3.Uwe 4.Burkhard
Dart: 1.Burkhard 2.Uwe 3.Potti 4.Christian
EM-Endspiel: Auch wenn's weh tut, aber die Niederlage gegen Spanien war absolut verdient. Die Deutsche Mannschaft hat mich insbesondere in der 2.Halbzeit maßlos enttäuscht. Ballack, Podolski, Klose, Mertesacker, Metzelder Komplettausfälle! Ich kann zudem nicht verstehen, wieso Löw in der 2.Halbzeit z.B. nicht einen Mann wie Westermann eingewechselt hat, der nicht nur die Ärmel aufkrempeln kann, sondern auch noch rennt wie ein Bekloppter und obendrein noch torgefährlich ist.
Ich gönne den Spaniern jedoch den Titel! Diese Mannschaft und insbesondere das enorm starke Mittelfeld hat mich absolut überzeugt.
Ole!
Samstag, Juni 28, 2008
Zehnkampf Teil 3, Pokern in Verl & 3.Bracelet für D
Am Montag geht es nun in die nächste Runde unseres Zehnkampfes. Eine Runde Golf (18 Löcher) steht auf dem Programm. Gespielt wird auf der Bahn in Beelen/Vohren. Es ist eine 9-Loch-Anlage, auf der ich vor einigen Jahren meine ersten Kontakte mit diesem schönen Sport machte. Obwohl ich nie einen Golflehrer hatte und auch mein Ehrgeiz, mich hier drastisch zu verbessern, nicht sonderlich ausgeprägt ist/war, so konnte ich mich doch stetig verbessern mit der Zeit und mein persönlicher Rekord auf der 9-Loch-Bahn steht immerhin bei 35 Schlägen und somit nur 7 Schläge über Platzrekord. Man muss allerdings dazusagen, dass es sehr einfach zu spielende Löcher sind und mit einer richtigen 18-Loch-Anlage überhaupt nicht zu vergleichen ist. Die Gegner am Montag sind allerdings hart und die besten, gegen die ich jemals in einem Golfmatch antreten werde. Uwe, zu seinen Top-Zeiten ein Handicap 8 Spieler - Burkhard, der seit Anfang Februar mehr oder weniger auf dem Golfplatz wohnt und nur noch zum Schlafen nach Hause fährt und Christian, der ein Allrounder ist und vermutlich alles kann. Sollte mir jedoch ein guter Start gelingen und ich annähernd an meine persönlichen Rekord kommen und evtl. 2 Runden knapp über 35 spielen, so wäre unter Umständen sogar Platz 2 drin. Ich bin allerdings auch in der Lage mal eine 52 zu spielen, wenn ich die Abschläge komplett verhaue und dann gibt es einen definitiven "Nuller" für mich in der Gesamtwertung. Zudem spekuliere ich ein wenig darauf, dass bei Burkhard das Nervenkostüm nicht ganz hält, denn er muss so langsam punkten, wenn er in der Gesamtwertung noch etwas reißen will. Wie spielen nach Stablefort-Regeln: Double-Bogey = 1 P., Bogey = 2 P., Par = 3 P., Birdie = 4 P., Eagle = 5 P.
Da muss ich halt ein paar "Pars" raushauen. Direkt am Loch 1 gleich ein Birdie, das wärs natürlich, und ich wäre mir sicher, dass den Jungs bei den nächsten Abschlägen erst einmal gewaltig die Hand flattern würde und dann schließe ich mal gar nichts aus! Selbst den Sieg nicht!
Gestern Abend ging es mal wieder nach Verl zu einer LIVE-Pokerrunde. 20 € Einsatz, 10.ooo Starting-Stack und 20 Minuten Levels. 9 Spieler waren am Start und die Preisverteilung 90,60 und 30 €. Ich wollte unbedingt meinen beim letzten Mal errungenen Sieg "bestätigen". Die aus meiner Sicht wichtigsten Hände liste ich mal auf:
1.Level - Blinds 25/50: Ich sitze am Button - alle passen vor mir und ich finde AQs und raise auf 150. Small Blind (Jens, ein recht guter Spieler!) passt, aber Stefan im Big Blind called. Stefan ist immer schwer einzuschätzen. Er spielt in der Regel immer “sein“ Blatt. Position oder Chip-Stacks sind für ihn bei seinen Entscheidungen eher weniger relevant. Der Flop kommt KJ8 mit einer Karte meiner Suit. Stefan setzt 200 an. Vermutlich hat er irgendwas getroffen, er kann aber auch ein kleines Pocketpair haben oder so. Online würde ich hier ggfs. sogar raisen um Hände wie K7, AJ o.ä. zum passen zu bringen, aber gegen Stefan möchte ich hier nicht unbedingt Chips verplämpern, da er sowieso mitgeht, wenn er etwas getroffen hat und so calle ich nur und spekuliere auf ein Ass oder optimalerweise auf eine T für die Nut-straight. Dann könnte ich ihm mit etwas Glück evtl. sogar seinen kompletten Stack abnehmen. Ich zögere jedoch ein wenig mit dem Call, da ich nicht möchte, dass er am Turn nochmals setzt. Turnkarte ist eine Offsuit 9. Check-check. Riverkarte ist ein weiterer Bube. Er setzt 400 und ich passe. Entweder er hat 3 Buben und 2 Paar Buben und 8er. Ich kann beides nicht schlagen.
Dann gewinne ich mit Kh7h einen kleineren Pot gegen Alex. Der Flop brachte K96 mit einem Herz. Ich setze, er called. Turnkarte ist dann ideal mit Herz 8, welche mir Top-Paar, open-ended straight & flush-draw gibt. Ich setze halben Pot an, aber er passt. Denke, dass er eine 9 hatte.
Die beste Hand des ganzen Abends (66) erhalte ich dann zu Beginn des 3.Levels, aber Hirschi aus vorderer Position raised und Ulf direkt dahinter wacht mit einem Reraise auf, so dass ich mich bereits vor dem Flop von meinem Pocketpair trennen muss.
Im 3.Level (Blinds bei 75/150) dann folgende Hand. Stefan in vorderer Position erhöht auf 300 und 4 Mann (!) callen. Ich habe 53s im SB und calle ebenfalls. Jens im BB kann sich diese Odds ebenfalls nicht entgehen lassen und geht auch mit. 7 Mann - 2100 Chips im Pot. Flop kommt AK7 mit 2 Herzen. Flush-Draw für mich. Ich checke, da ich in den Augenwinkels bereits sehe, dass Stefan Munition schießbereit in der Hand hält. Er setzt 300 - (Stefan, falls du dies liest: Hier fehlt dir ein bißchen der Touch für die Betsizes). 2 Mann callen und ich gehe natürlich auch mit. Ein Raise kommt hier für mich nicht in Frage. Turnkarte ist Herz 8! Flush fertig. Es liegen 3.300 Chips in der Mitte und alle haben um die 9.000 Chips. Von vorn spielen ? Check-Raisen ? Ich überlege noch, da feuert Stefan bereits einen Tausender-Chip heraus, obwohl er noch gar nicht dran ist. Ich checke natürlich. Hirschi, dem ich anesehe, dass er ebenfalls recht aufgeregt und konzentriert in dieser Hand ist, called die 1000 ziemlich schnell. Jetzt darf ich nicht zu passiv spielen und ich check-raise auf 3.500. Stefan passt und Hirschi called allerdings wiederum ziemlich schnell. Riverkarte ist eine weitere 8. Vielleicht hat Christian nun ein Full-House oder er hatte bereits einen höheren Flush vorher fertig. Ich fühle mich nicht wohl und checke (zu schnell!). Nun setzt Hirschi 4.000 Chips!? Was tun? Wenn ich calle und falsch liege, bleiben mir noch etwas mehr als 1000 Chips über. Wenn ich calle und die beste Siegerhand halte, bin ich fast Chipleader. Er könnte evtl. auch eine Hand wie JT mit Herz J für einen Straight & flush draw haben und alles verpasst haben. Ich passe. Er zeigt seine Hand nicht, aber sagt mir später bei einer gemeinsamen Zigarette, dass er einen J high Flush fertig hatte. Muss aber nicht unbedingt stimmen, was er sagt. Könnte auch gut sein, dass er mich hier auf feinste Weise ausgeblufft hat. So oder so gut gespielt von ihm!
Anschließend geht es wieder ein bißchen aufwärts und ich kann Sven mit einem allerdings recht guten Draw aus der Hand drücken und anschließend auch Jens mit AK (er hielt ebenfalls AK) ein paar Chips abnehmen, als ich am Flop volles Risiko und All-in gegangen bin, als weder ein K noch ein Ass aufgedeckt wurde.
Dann mein Aus im 5.Level. Hirschi, mit Bergen vor Chips vor sich, der zu dieser Phase fast mit jeder Hand raised, erhöht abermals (Minraise). Ich sitze im Big Blind mit J5 von Pik und calle. Er hat um die 20.000 Chips, ich knappe 7.000. Also noch keine Not. Der Flop kommt 932 mit 2 Piken. Es liegen gute 1.200 in der Mitte. Ich setze ihn auf 2 Overcards und setze 1.100 an. Ziemlich schnell raised er auf 3000. Einen Drilling schließe ich hier bei ihm aus. Er hat entweder ein Overpair, die 9 getroffen und evtl. auch einen Flush-Draw (das wäre das Schlimmste für mich). Evtl. sogar eine Hand wie 88 - 66 und er möchte sehen, wo er steht. Ich zeige ihm, wo er steht und reraise All-in und hoffe natürlich, dass er seine Hand in die Muck schmeißt. Innerhalb von nur eine Millisekunde jedoch called er und er zeigt mir 98! Top-Paar, schlechter Kicker. Er sagt mir im Nachhinein, dass er mich fest auf einen Flush-Draw gesetzt hat, aber trotzdem halte ich diesen Call eher für schwach. Es kann gut sein, dass er meilenweit hinten liegt und selbst wenn ich einen Flush-Draw mit einer Overcard zum Board oder evtl. sogar einen Flush-Draw mit einer getroffenen Boardkarte halte, ist er hier Außenseiter auf den Sieg. OK - ich brauche einen Pik oder zumindest einen Buben am Turn oder River. Nichts dergleichen und ich scheide als 7. aus. Das Turnier gewinnt Hirschi dann am Ende vor Jens und Thilo. Beim nächsten Mal zeigt der Meister dann wieder, wo der Hammer hängt...lol
In Las Vegas kommen die Deutschen so langsam in Fahrt. Martin Kläser, der Anfang des Jahres Sieger der Full-Tilt-Challenge wurde und sich gegenüber 2000 anderen Deutschen durchsetzen konnte und dann gegen einige der Full-Tilt-Pros im Heads-Up ebebnfalls gewann und 350.000 € einstrich, holte im Pot Limit Omaha 8 or better den WM-Titel. Ich habe mir es mir im Stream angeschaut und muss sagen, dass er unglaublich gut gespielt und absolut verdient gewonnen hat. Hut ab!
Mein Tipp für morgen Abend: Deutschland - Spanien 4:3 ( Bombenspiel! Für D trifft Poldi 3 x und der eingewechselte Westermann )
Dienstag, Juni 24, 2008
Blitzauberer Start in die Wette & WSOP in LV
Fangen wir heute Mal mit der WSOP in Las Vegas an. Mittlerweile hat es bereits das zweite Bracelet für die Deutschen gegeben.Sebastian "Luckbox" Ruthenberg hat das 5.000 $ 7-Card-Stud High Low Event nach einen dramatischen Heads-Up gegen Chris "Jesus" Ferguson gewonnen! Hierfür meinen herzlichen Glückwunsch an den sympathischen Hamburger! Dieses Heads-Up Duell war nichts für schwache Nerven. Ich habe es die ganze Zeit über am Ticker verfolgt. http://www.pokernews.com/live-reporting/)
Zunächst sah Sebastian bereits wie der sichere Sieger nach einem sehr deutlichen Chiplead aus. Ferguson war in einer Hand All-in und bei günstigem Verlauf wäre es bereits das Ende und somit der Sieg des Hamburgers gewesen. "Jesus" zog den Kopf jedoch aus der Schlinge und kippte das Duell und einige Zeit später war der Hamburger All-in, konnte die Niederlage jedoch auch mit ein wenig Glück abwenden. Dann kippte es nochmals komplett und dann machte die Luckbox den Sack zu und gewann sein erstes Bracelet und somit in diesem Jahr nach Jens Voertmann bereits den 2. WM-Titel für Deutschland. Für den Sieg gab es übrigens 328.000 $ für Ruthenberg. Ein paar Tage später hatte Jan von Halle (Gründer und Betreiber der Plattform www.intellipoker.de sowie Ehemann von Pokerweltmeisterin Katja Thater) die große Chance auf ein Bracelet, als er beim 2.000 $ Pot Limit Holdem als Chipleader an den Final Table ging, aber dort mit vielleicht etwas zu vorsichtigem Spiel (ich hätte es aber vermutlich genauso gespielt aufgrund der doch großen Preissprünge) "lediglich" den 4.Platz und 77.000 $ gewann.

Sebastian Ruthenberg frisch nach dem WM-Titel
Gestern ging es also los mit unserer Zehnkampfwette (siehe vorherigen Blogeinträge). Zunächst stand das Kartfahren auf dem Programm. Vielleicht zunächst noch ein paar Worte zu den Kontrahenten.
Christian, 31 J., 1,96 m, 78 Kg / Burkhard, 36 J., 2,03 m, 126 Kg / Uwe, 49 J., 1,80 m, 65 Kg / Martin, 44 J., 1,85 m, 95 Kg. Im Bild von links nach rechts: Ich, Uwe, Christian und Burkhard
Vom Gewicht her also klare Vorteile für Christian und Uwe, aber Burkhard und ich haben wohl schon ein bißchen mehr Rennerfahrung als die beiden anderen und somit könnte es eine ganz enge Kiste werden. Und das wurde es auch. Während des Qualifying’s, wo es ausschließlich um die beste einzelne gefahrene Runde ging, ahnte ich bereits, dass alle 4 in etwa gleich schnell fuhren, denn in jeder Runde machte einer auf den anderen nur immer nur wenige Meter gut oder verlor sogar etwas an Vorsprung, wenn er mal eine Kurve nicht optimal nahm. Dennoch vermutete ich bereits, dass Christian hier wohl die beste Zeit fuhr, denn auf ihn verlor ich Runde für Runde immer 2-3 Meter und das konnte kein Zufall sein. Auf die anderen beiden gewann ich pro Runde ein paar Meter und so war ich mir eigentlich recht sicher die zweitbeste Runde hingelegt zu haben, als es nach 15 Minuten zurück in die Boxengasse ging. Immerhin hatte ich mit einer Zeit von 34,35 sek. (diese Zeiten werden immer auf dem Display während der Fahrt angezeigt) meine persönliche Bestzeit nochmalig um fast eine halbe Sekunde gesteigert. Als ich dann ausstieg und mir am Bildschirm die Zeiten der anderen anschaute, staunte ich nicht schlecht, denn Uwe hatte mit 34,05 sek. eine noch bessere Runde als ich hingelegt und Christian mit 33,60 sek. sowie etlichen Runden um die 34 Sekunden klar den Sieg errungen. Burkhard's beste Runde lag bei 35,80 Sek. und er war somit fürs Rennen auch nicht chancenlos, denn ein "Quersteher" könnte hier schnell alles auf den Kopf stellen.
Beim Rennen dann starteten wir in umgekehrter Reihenfolge mit fliegendem Start. Burkhard vorn, dann ich, Uwe dahinter und Christian als Quali-Sieger zum Schluß. Bereits bei der ersten sich bietenden Gelegenheit konnte ich Burkhard blitzsauber überholen. Da Uwe gleich in der ersten Runde gleich einen Fahrfehler beging und querstand und Christian zudem noch um einiges hinter mir lag, rechnete ich mir bereits recht gute Chancen aus. In der 3. oder 4. Runde hatte ich Christian jedoch bereits "im Nacken". Ich habe noch versucht ein bißchen Kampflinie zu fahren und ihn am Überholen zu hindern, aber die erstbeste Gelegenheit und meine Unsicherheit nutzte er dann clever aus und winkte mir beim Vorbeifahren nach dem Motto "Und tschüß" noch locker zu. Der Rennsieg war also nur noch möglich, wenn Christian einen oder mehrere massive Fahrfehler begehen würde. Für mich ging es jetzt nur noch darum den 2.Platz zu halten. Und dies gelang mir auch relativ souverän. Die letzten 5-6 Runden fuhr ich sogar komplett auf Sicherheit mit Zeiten lediglich um die 35-36 Sekunden, da ich einen solch großen Vorsprung auf Uwe und Burkhard hatte, die sich recht intensiv um Platz 3 duellierten. Letztendlich überholte Uwe Burkhard dann doch noch und erreicht den 3.Platz. Somit sah am Ende des Hauptrennens die Punktevergabe beim Kartfahren wie folgt aus:
Christian 3 Punkte, Uwe und ich je 1.5 Punkte (Quali + Rennen gingen jeweilsv zur Hälfte in die Wertung) und Burkhard 0 Punkte.
Abends ging es dann in Doppelkopfrunde. Es ging übermäßig spannend her. Wir hatten eine Nettospielzeit von 4 Stunden ausgemacht und als um ca. 23.15 Uhr die letzten 4 Spiele eingeläutet wurden, da lag Christian als Erstplatzierter nur ein paar Punkte vor Uwe, mir und Burkhard. Jeder konnte also mit einem kleinen Abschlußlauf und einem gewonnenen Solo noch Platz 1 bis 4 belegen. Im drittletzten Spiel (Burkhard hatte gegeben und ich kam raus), sagte Christian nun ein Damensolo an. Nun hatte ich ein Problem, da ich kein Ass zum Ausspielen hatte. Ich hatte jedoch 4 kleine Karos. Als ich gerade ausspielen wollte, brüllte Burkhard ein recht überzeugendes CONTRA auf das Solo. Jetzt war mein Ausspiel noch wichtiger und ich entschied mich weiter bei Karo zu bleiben. Es war die richtige Spielfarbe. Uwe hatte das Karo Ass und Christian musste sein blankes Karo Ass dazuschmeißen.
Jetzt annoncierte Burkhard "keine 90". Uwe spielte sein nächstes Ass aus und auch hier musste Christian ein blankes Ass dazu werfen. Dann spielt Uwe das nächste Ass aus und ein drittes Mal legt Christian ein blankes Ass dabei, während Burkhard bereits eine Fehlfarbe abschmiss. Letztendlich holt Christian (er war zum Damensolo gezwungen, da er beide Kreuz Damen und hatte und bei einer Hochzeit von uns unter Garantie hängen gelassen worden wäre) lediglich 2 Stiche (Burkhard hatte 6 Damen dagegen!) und war in der Gesamtwertung somit vom ersten auf den letzten Platz zurückgefallen. Vor dem letzten Spiel hatte ich somit einen kleinen Punkterückstand auf Uwe, einen relativ sicheren Vorspung auf Burkhard (es durfte jedoch kein fettes Spiel mehr geben, dass ich verlor und Burkhard gewinnen würde) und einen nahezu uneinholbaren Vorsprung auf Christian. Platz 1 wäre nur noch dann möglich, wenn ich gegen Uwe spielen und gewinnen würde. Ich nahm mein Blatt mit viel Spannung auf und war um so enttäuschter, als ich ein absolutes Gurkenblatt bekam. 4 Trumpf (zwar mit “Dulle“, aber sonst nur 3 rote Buben), aber wiederum alle Fehl und viel Schrott. Zu meinem Glück jedoch hatte Christian ein absolutes Superblatt als Contra-Mann (mit Sau als Bonus) und wir spielten die Rehmänner auf "keine 60" runter und ich konnte mit diesem Spiel doch tatsächlich noch den Tagessieg vor Uwe, Burkhard und Christian nach Hause fahren.
Punkte Doko: Potti 3, Uwe 2, Burkhard 1 und Christian 0
Fazit Doko: Mächtig viel Massel gehabt! Ich habe den Abend über weit unterdurchschnittlich gute Karten bekommen, hatte aber das Glück in einigen und entscheidenden Situationen den richtigen Partner zu erwischen, der mich quasi mit durchschleuste. Zudem habe ich den ganzen Abend keinen einzigen wirklich spielbaren Solo ausgeteilt bekommen. Es waren 2 mögliche Soli mit Siegchancen um die 40-50% dabei, aber in diesen beiden Spielen hatte ich jeweils kein Ausspiel und zudem noch recht gute Karten, mit denen ich in einem normalen Spiel fast sicher punkten würde können und somit das Solo ausließ. Zudem habe ich nur eine einzige Hochzeit gehabt (das kann richtig kosten, wenn man hängen gelassen wird) und hier konnte das Alleinspielen in dieser Partie ebenfalls abwenden. Es hat viel Spaß gemacht!
Gesamtstand nach 2 Disziplinen:
Potti 4.5 Punkte, Uwe 3.5 Punkte, Christian 3 Punkte und Burkhard 1 Punkt.
Nächsten Montag geht es auf den Golfplatz. Uwe müsste hier normalerweise gewinnen. Vermutlich wird Burkhard 2. und Christian und ich kämpfen um den 3.Platz. Aber wer weiß? Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Meine richtig starken Disziplinen kommen jedenfalls allesamt noch und ich bin derzeit recht optimistisch auf den Gesamtsieg!
Montag, Juni 23, 2008
Zehnkampf - heute geht's los !
Mittwoch, Juni 18, 2008
Serie gerissen, WSOP und geile Wette!
Vorab - das Pokermagazin Royal Flush ist letzten Freitag in den Kiosken erschienen und somit habe ich sowohl den EPT San Remo-Report als auch den EPT Report "Monte Carlo - behind the scenes" auch im Blog veröffentlicht. Leider ist der San Remo Report nicht einmal mit ins aktuelle Magazin aufgenommen worden (aus Platzgründen) und wird auf der Verlagsseite nur Online eingestellt. Ich hoffe die Berichte gefallen euch.
Meine Pokerserie von 9 siegreichen Sessions in Folge (siehe Blogeintrag vom 5.6.) ist gerissen. Leider bereits am Abend meines letzten Blogeintrages. Habe dann irgendwann in der Nacht aufgehört zu daddeln und den Verlust in Kauf genommen, da ich am nächsten Morgen zu einem Backgammon-Turnier nach Braunlage gefahren bin. Habe in den nächsten Sessions - sowohl Online als auch in Braunlage - dann gleich nochmals eins auf Hörnchen bekommen, so dass ich pokertechnisch erst einmal wieder eine kleine Pause eingelegt habe um neue Kraft und Energie zu sammeln. Dann wird eine neue Siegesserie gestartet! Braunlage ist auch Backgammontechnisch nicht so gut gelaufen wie geplant und da ich mich zudem über einige kleinere Organisationsschwächen aufgeregt habe, werde ich nächstes Jahr wohl nicht mehr dorthin fahren. Leider sehen dies auch andere dort anwesende Spieler ähnlich, so dass ich stark vermute, dass die Veranstaltung im nächsten Jahr entweder ausfällt oder zumindest nur noch vor Geisterkulisse stattfinden wird.
WSOP - in meinem Blog vor Beginn der WSOP hatte ich prognostiziert, dass die Deutschen dieses Jahr Minimum ein Bracelet holen werden und mindestens 10 Final Table Platzierungen erreichen. Tja, das Bracelet ist bereits im Sack (Jens Vörtmann aus Dortmund im 3 K H.O.R.S.E. Event) aber zudem gab es bislang nur einen weiteren Final Table und vermutlich haben sich viele der nach Las Vegas gereisten Deutschen Pokerspieler den bisherigen Verlauf vermutlich ein wenig anders vorgestellt. Es ist bislang alles fest in amerikanischer Hand. Die Profis schlagen voll zu. Daniel Negreanu hat sich ein Bracelet geholt, Erik Lindgren und auch Barry Greenstein. David Singer und Vanessa Selbst haben auch je einen Titel geholt und die TOP-Pros haben zudem noch etliche Final-Table Platzierungen aufzuweisen. Soll mir irgendeiner noch erzählen Poker wäre ein Glücksspiel!
Die Hälfte der Events ist jetzt bereits gelaufen und es wird langsam Zeit für den Durchbruch der Deutschen. Vielleicht holt der eine oder andere ja dann beim Main-Event zum großen Schlag aus. Das wäre natürlich eine richtig gute Sache! Ich drücke richtig doll die Daumen - ganz besonders für Jan, George, Benny, Johannes und Katja.
Besonders gefreut habe ich mich jedoch bislang für einen meiner "Pokerschüler". Sven Schmithuysen aus Hamburg konnte gleich im Event #3, 1.5 K Pot Limit Holdem, den 40.Platz belegen und 3.600 $ gewinnen. Er war total happy (zurecht!) und ich habe mich für ihn natürlich auch sehr gefreut. Letztes Jahr hat seine Lebensgefährtin, Frauke Ritter von Sporschill, beim Ladies Event Platz 6 und knapp 40.000 $ in Vegas gewonnen. Die beiden sind riesige Pokerfans und mit großem Enthusiasmus dabei.
Im Rahmen einer Europameisterschafts-Tipprunde bin ich vor 3 Wochen durch Zufall auf die Internetseite eines guten Bekannten gestoßen und habe dort entdeckt, dass er neben seinen Hobbies Golf und Poker (davon wußte ich) auch sehr gern Schach spielt und Kart fährt. Da ich all diese Leidenschaften auch teile, habe ich ihn einfach mal angehauen und ihm eine "Zehnkampfwette" vorgeschlagen. Jeder sollte noch ein paar Disziplinen vorschlagen und dann würden wir den wahren Sport-Allrounder ermitteln. Er (Burkhard) fand den Vorschlag gut und teilte dies sogleich einem Kumpel von ihm mit (Christian), der auch sofort seine Teilnahme an diesem Vergleichswettkampf zusagte und als ich dies meinem Kumpel Uwe berichtete, klinkte er sich ebenfalls direkt mit ein, so dass wir bei unserer Challenge jetzt 4 Teilnehmer haben. Heute haben wir uns getroffen und die 10 „ultimativen“ Disziplinen festgelegt.
Dabei sind: Poker, Golf, Schach, Kartfahren, Tennis, Dart, Doppelkopf, Snooker, Backgammon, Kicker
In jeder Disziplin werden 3,2, 1 und 0 Punkte vergeben und wer am Ende die meisten Punkte erspielt hat, ist der Champion.
Zu den einzelnen Disziplinen und meinen geschätzten Chancen:
Poker
Hier sollte ich einen kleinen Vorteil gegenüber den anderen haben, aber alle 4 spielen ebenfalls schon seit geraumer Zeit (und erfolgreich!), so dass mein Edge hier sicherlich recht gering sein wird. 1-2 Suckouts und ich stecke bis zum Hals in der Scheiße. Ich kalkuliere aber trotzdem mit mindestens(!) 2 Punkten.
Golf
Habe vor knapp 3 Jahren das letzte Mal einen Schläger in der Hand gehabt, aber da alle anderen bereits recht lange & zum Teil auch regelmäßig spielen, werde ich hier keine Chance haben. Alles andere als 0 Punkte wäre eine große Überraschung. Hoffe jedoch vor dem Wettkampf noch die eine oder Trainingseinheit einlegen zu können um evtl. noch einen der Kollegen hinter mir lassen zu können. War heute bereits auf dem Golfplatz und die Abschläge kamen nach anfänglichen Schwächen dann fast bereits wie früher. Das läßt zumindest ein wenig hoffen. Überlege sogar noch ein Golflehrer für ein paar Einheiten zu engagieren.
Schach
Habe zwar noch nie in einem Schachverein oder so gespielt, mich aber vor zig Jahren zeitweise mal ein bißchen mit der Theorie und einigen Eröffnungen beschäftigt. Halte den Ausgang jedoch für völlig offen. Habe keine Ahnung, was die anderen auf dem Kasten haben. Hoffe auf 2 Punkte.
Kartfahren
Hier war ich im Vorfeld sehr optimistisch, da ich auf meiner Hausbahn mit meinen Rundenzeiten und der Fahrweise eigentlich recht zufrieden bin. Als ich jedoch die Rundenzeiten von den Konkurrenten auf eben jener Bahn gehört habe, bekam ich Bauchschmerzen, da sie um 1-2 Sekunden unter meiner Zeit liegen. Wäre jetzt mit einem Punkt bereits hochzufrieden.
Tennis
Hatte hier eigentlich mit 2-3 Punkten spekuliert. Hier wurde aber mächtig „geblufft“ von den netten Kollegen und es stellte sich auf einmal heraus, dass alle wohl mehr oder weniger jahrelang im Verein gespielt haben und einer (Christian) sogar ehemaliger Stadtmeister war. Ein bißchen Ballgefühl habe ich jedoch auch und hoffe, dass ich zumindest einen hinter mir lassen und somit einen Punkt holen kann.
Dart
Völlig offen. Habe früher zwar nächtelang um Kohle gedartet, aber mehr geblutet als kassiert. Von 0 bis 3 Punkten alles möglich. Tagesform und auch ein wenig Glück wird den Ausschlag geben. Wir spielen 8 Runden á 501 Double-Out.
Doppelkopf
Spiele seit 20 Jahren mindestens 1 mal die Woche Doko und hatte hier fest mit 3 Punkten kalkuliert. Alle 3 spielen jedoch ebenfalls regelmäßig Doko und zudem auch noch etwas andere Regeln als ich (mit Sau und Supersau usw.?), so dass ich mich vermutlich erst an die neuen nun festgelegten Sonderregeln gewöhnen muss. Hoffentlich schnell genug. Tagesform und Kartenglück werden entscheiden. Gehe mal von einem Punkt aus.
Snooker
Absoluter Schwachpunkt. Es ist zwar nicht so, dass ich noch nie einen Queue in der Hand hatte, aber als ich hörte, dass einige der Jungs bereits Aufnahmen von 30 Punkten und mehr gespielt haben, habe ich Snooker schnell zu meinem Streichergebnis erkoren. Leider jedoch gibt es kein Streichergebnis. Das wird eine bombensichere Nullrunde!
Backgammon
Alle Kontrahenten kennen zwar die Regeln und haben wohl auch schon des öfteren gespielt, aber wenn ich hier keine 3 Punkte hole, dann werde ich meinen Trip zu den Backgammon-Weltmeisterschaften in der 2-Juli-Woche in Monte Carlo kurzfristig noch streichen! Hier geht der Sieg nur über mich!
Kicker
Auch hier rechne ich fest mit 3 Punkten. Früher mal einige Turniere gewonnen. Ziehe zwar bei weitem nicht mehr so schnell wie noch vor 15 Jahren, aber für die Jungs sollte es reichen.
=> Insgesamt dürfte der Wettkampf recht ausgeglichen sein, da jeder seine Stärken und Schwächen hat. Denke, dass man mit 17 Punkten (15 wäre bei 10 Disziplinen Schnitt) den Sieg erringen wird. Nächsten Montag geht es los. Wir starten auf der Kartbahn in Werther und anschließend werden wir Doppelkopf spielen. Hoffe natürlich, dass ich einigermaßen aus den Startlöchern komme. Werde die Zwischenstände hier einstellen.
Mein EM-Tipp:
VF
Portugal – Deutschland
Kroatien – Türkei
Italien – Spanien
Holland – Schweden/Rußland
HF
Portugal – Türkei
Italien – Holland
Endspiel
Portugal – Italien
Da ich beim Tippen die absolute Vollniete bin, stehen die Chancen für die Deutschen, noch recht weit zu kommen, somit also gar nicht so übel…lol
Gruß
Martin
Sonntag, Juni 15, 2008
EPT Monte Carlo "Behind the scenes"
Ein Blick hinter die Kulissen - EPT - Grand Final Monte Carlo 12.4. - 17.4.2008

Das Foto gibt nur einen kleinen Einblick in die ungeheure Technikwelt
Sunset & Vine
Die englische Produktionsfirma gehört wohl definitiv nicht zu den kostengünstigsten Produktionsfirmen auf dem Sportmarkt, aber gute Qualität ist selten billig und Sunset & Vine hat zweifelsohne das beste Personal und die beste Technik, wenn es um Sportübertragungen im Allgemeinen und speziell um Poker geht. In der Regel ist die gleiche Crew bei Live-Events wie Fußball Champions League Spielen, bei der Tour der France, bei Fußballeuropa- und Weltmeisterschaften oder auch bei größeren Tennisturnieren im Einsatz, aber sie freuen sich alle immer wieder ungemein darauf, wenn ein EPT-Event auf dem Terminkalender steht. "Das ist wie eine große Familie, die man in regelmäßigen Abständen wiedersieht. Man kennt mittlerweile die meisten Spieler persönlich, wir haben viel Spaß und trinken nach erledigter Arbeit gemeinsam ein Bierchen. Außerdem gibt es keine Sportart, in der die Stars so nett sind wie beim Poker. Überhaupt nicht abgehoben oder arrogant wie in manch anderen Sportarten", so Francine, die Produzentin. Mit 26 Mitarbeitern sind sie im Herbst 2004 beim allerersten EPT Event in Barcelona an den Start gegangen. Mittlerweile sind es über 50 Teammitglieder. Die EPT ist im Laufe der Jahre zu einem richtig großen Medienevent gewachsen. Allein 19 Kameras mit genau so vielen Kameramännern filmen nicht nur die Action an den Tischen, sondern alles, was für spätere TV-Übertragungen evtl. interessant sein könnte. Fast 5 Kilometer Kabel sind allein in Monte Carlo verlegt worden. Sie bauen den TV-Table auf und bis alle Leitungen stehen um die EPT-Livestreams störungsfrei zu den Zuschauern nach Hause zu bringen, wird so mancher Schweißtropfen vergossen. Die TV-Aufzeichnungen der EPT werden mittlerweile in fast 50 Ländern weltweit ausgestrahlt und die Tendenz ist weiter steigend und auch die EPT-Livestreams, mittlerweile in 6 verschiedenen Sprachen verfügbar, erfreuen sich ständig wachsender Beliebtheit. Das ganze Equipment wird übrigens in riesigen Trucks zu allen EPT Locations gefahren. In diesen Trucks sitzen während der Turniere dann auch die Cheftechniker (bei abgeschlossener Tür!) und sie sind die Einzigen, die die Holecards der Spieler einsehen können. Aber sie sind zum Schweigen verdammt um jeglichen Schutz der Spieler zu gewährleisten. Ab und an versuchen wir natürlich nach dem Turnier noch die eine oder andere Hand eines Spielers zu erfahren, bei der es während der Live-Übertragung zu keinem Showdown kam und wir Kommentatoren nur zu gerne gewußt hätten, was Spieler XY für ein Blatt hielt, aber die Jungs aus der Technik halten leider dicht und verweisen uns darauf, dass wir es uns im Fernsehen anschauen müssen.
In Monte Carlo wäre es übrigens um ein Haar fast zu einem Supergau für Sunset & Vine gekommen. Am 1.Tag des Livestreams hatten die Techniker kurz vor Mittag (der Start der Übertragung war für 13.oo Uhr angesetzt) alle Leitungen stehen und die letzten Tests wurden erfolgreich abgeschlossen, als sich ein riesiger Straßenhund (lt. Aussage eines Technikers muss dieser Köter ungefähr die Ausmaße eines kleineren Pferdes gehabt haben) durch welche Wege auch immer im Technikraum verlaufen hatte und dort sein Unwesen trieb. Als die Techniker ihn bemerkten und natürlich mit Ruhe versuchten ihn rauszuschleusen, geriet der Hund in Panik und rammte bei der Flucht die Hauptschaltzentrale. Alle Leitungen hingen daran und für kurze Zeit war alles tot. Ich bin mir sicher, dass einige der Herren innerhalb kürzester Zeit einen massiv erhöhten Puls aufwiesen und vermutlich wären anschließend auch Köpfe gerollt, wenn man nicht fristgemäß fertig geworden wäre. Aber die Techniker haben den Schaden mit viel Können und Erfahrung in Rekordzeit beheben können und die Übertragung konnte planmäßig und problemlos beginnen.
Thomas Kremser & sein Team
Thomas Kremser ist der wohl weltweit erfahrenste Pokerturnierleiter und ebenfalls von Beginn an bei der EPT dabei. Er strahlt eine ungeheure Ruhe und Sicherheit aus und ich kann mich nicht daran erinnern, dass es in den jetzt 33 EPT Turnieren schon ein einziges Mal zu irgendeinem Eklat oder Negativerlebnis gekommen ist. Er hat ständig alles unter Kontrolle. Das alles so reibungslos läuft, liegt aber nicht nur an ihm, sondern sicherlich auch an seinen erstklassigen Mitarbeitern. Über 70 Dealer aus 10 verschiedenen Ländern und knapp ein Dutzend Supervisor/Floormen unterstützen ihn bei seiner Arbeit. "Ich habe die mit Abstand besten Dealer & Floormen Europas und einige kommen sogar aus den USA", sagt er nicht ohne Stolz und er teilt mir mit, dass er sein Dealerteam permanent update. Wenn er merkt, dass Croupiers zu viele Fehler machen oder dem Druck nicht gewachsen sind, dann werden sie ausgewechselt und neue Dealer kommen ins Team.
Wie überhaupt die ganzen Pokertische jeweils zu den verschiedenen Locations transportiert werden und wie viele Koffer Chips für solch ein Event benötigt werden, frage ich ihn und bemerke gleichzeitig, dass neben uns bereits Mitarbeiter von ihm aufgetaucht sind, die auf heißen Sohlen stehen und ihn dringend etwas fragen müssen. Aber er bleibt völlig gelassen und antwortet mir: "Hier nach Monte Carlo sind knapp 60 Pokertische transportiert worden und alle sind mit dem EPT-Truck gekommen. Ebenso die Chips. Knapp 40 Koffer mit 2 verschiedenen Sets an Chips. Gut 200 Kartendecks sind bislang verschlissen worden und bis zum Ende des Turniers werden es wohl an die 250 Decks sein", fügt er hinzu. Dann wendet er sich seinen Mitarbeitern zu und löst mit viel Gelassenheit, aber parallel mit einer Kompetenz ausstrahlenden Sicherheit deren Probleme um sich anschließend wieder mir zuzuwenden und meine lästigen Fragen zu beantworten. Nach welchem Schlüssel denn die Croupiers entlohnt werden und in welcher Form die Preisgelder an d









