Hallo zusammen,
zunächst mal allen vorab ein frohes neues Jahr! Habe mich ja einige Zeit nicht mehr gemeldet und auch keine Blogeinträge mehr verfasst. Zum einen war ich nicht sehr motiviert, zum anderen hatte ich vorübergehend auch etliche andere Sachen zu schreiben. Werde die letzten Monate jetzt aber peu á peu nachholen.
Heute fange ich mal mit meinem Trip nach Schottland an, der jetzt allerdings auch schon fast 4 Monate her ist. Habe dort mit meiner Kollegin Natalie Hof zusammen fast vier Wochen lang das Pokerstars WCOOP Radio moderiert. Es war ein sehr kurzweilige Zeit!
Ich stelle hier den Bericht ein, den ich auch für das Royal Flush Magazin geschrieben habe. Dazu einige Fotos. In den nächsten Tagen werde ich dann die Monate November bis Januar aufrollen...
Sportliche Grüße
Potti
WCOOP Radio in Edinburgh
Mitte August erhielt ich einen überraschenden Anruf von POKERSTARS. Man fragte mich, ob ich im September Zeit hätte um für vier Wochen nach Schottland zu reisen und von dort aus täglich eine einstündige Radioshow anlässlich der Poker-Online-Weltmeisterschaft, kurz WCOOP genannt, zu moderieren. Ich hatte zwar meinen Urlaub für diese Zeit fest gebucht und mich innerlich auch bereits auf entspannte 14 Tage Sonne eingestellt, aber diese Info habe ich meinem Auftraggeber gegenüber natürlich verschwiegen. Natürlich nahm ich den Auftrag an!
Zum einen freut man sich als freier Journalist sowieso über jeden eingehenden Auftrag. Zum anderen dürfte so eine kurze tägliche Radioshow ja wohl ein Klacks sein. Immerhin bin ich ja mit über 100 moderierten TV-Sendungen und knapp drei Dutzend absolvierter EPT-Livestreams bereits ein alter Hase im Geschäft.
Ich würde nebenher gewiss auch noch ausreichend Zeit haben, die wunderschöne und altehrwürdige Stadt Edinburgh sowie das phantastische Umland (die Highlands und andere schottische Städte) ausgiebig zu erkunden und näher kennen zu lernen und sehr viel Freizeit haben. Mit dieser Einschätzung sollte ich jedoch ganz gewaltig daneben liegen!
Als Moderationskollegin sollte mir eine gewisse Natalie Hof zur Seite stehen. Den Namen hatte ich schon mal gehört und auch das Gesicht zum Namen fiel mir kurz danach ein. Das war doch die junge attraktive Dame, die bei der Pro7 Castingshow "Das PokerStars.de Ass" hinter dem Sieger Jens Knossalla Zweite wurde, oder? Richtig!
Zudem hatte ich im Frühjahr dieses Jahres ihren Freund Torsten Brinkmann beim Grand Final der EPT in Madrid (er wurde Zweiter!) kommentiert. Medienerfahrung sammelte die junge Osnabrückerin ebenfalls bereits, als sie im Sommer in Las Vegas während der WSOP für www.pokertoday.com viele Spieler auf ihre eigene, sehr erfrischende Art interviewte. Ich war auf das Temperamentbündel und im Speziellen auf die gemeinsame Arbeit mit Natalie sehr gespannt.
Dass ich mit ihr gut auskommen würde, stellte ich bereits fest, als ich Natalie das erste Mal traf und wir uns kurz unterhielten. Ihre natürliche und sehr positive Art imponierten mir und ich war mir sicher, dass die knapp vier Wochen ganz bestimmt nicht langweilig würden. Diesbezüglich sollte ich auch Recht behalten. Was ich jedoch total unterschätzt hatte, war das Kommentieren bzw. Moderieren einer einstündigen Radiosendung!
Nachdem wir von der Produktionsfirma an den ersten beiden Tagen zunächst mit dem Studio bzw. unserem Arbeitsplatz für die nächsten Wochen und danach mit dem Konzept der Radio-Show vertraut gemacht wurden, sah eigentlich alles noch ganz leicht und locker aus. Aber bereits die allererste Sendung ließ sowohl Natalie als auch mich erahnen, dass “Radio machen“ doch nicht ganz so ohne ist.
Nach der ersten WCOOP-Liveshow saßen wir beide sprichwörtlich im eigenen Saft, den wir während der 60-minütigen Sendung produzierten. Wobei das Adrenalin in erster Linie nicht durch Anspannung oder Nervosität generiert wurde, sondern vielmehr dadurch, dass wir eine Stunde lang mehr oder weniger pausenlos durchquatschen mussten. Das war ich durchs Kommentieren beim Fernsehen oder der EPT-Livestreams so nicht gewohnt, denn da kann man immer auch mal die Bilder sprechen lassen und sich für 15 oder 20 Sekunden komplett zurückziehen.
Aber mit jeder weiteren Show gewöhnten wir uns besser an die neue Aufgabe und es begann richtig Spaß zu machen. Am frühen
Nachmittag jedes Tages trafen wir uns im Studio, besprachen das Konzept der abendlichen Sendung, überlegten uns neue Fragen für die Gewinnspiele und nahmen Kontakt mit den geplanten Interviewgästen auf. Und diese hatten es wahrlich in sich, denn über die Wochen konnten wir mit Boris Becker, Tobias Reinkemeier, Marvin Rettenmaier, Niki Jedlicka sowie dem frisch gekürten Pokerweltmeister Pius Heinz, um wirklich nur einige wenige der vielen tollen Gäste zu nennen, die besten und bekanntesten Pokerspieler aus dem deutschen Sprachraum als Interviewpartner gewinnen. Dass wir Marvin Rettenmaier übrigens gerade in dem Moment erwischten, als er mit dem Taxi am Flughafen von Nizza vorfuhr und er auf unsere Bitte dann sogar noch ein Lied LIVE sang, war reiner Zufall und gehörte gewiss ebenfalls zu den absoluten Höhepunkten unserer Show. Viele der vorbeigehenden Passanten am Airport kannten natürlich den Grund für seine musikalische Darbietung nicht und hielten ihn wohl für einen gewöhnlichen, aber sicherlich nicht untalentierten Straßenkünstler. Nach dem Lied, bei dem er sich selbst mit der Gitarre begleitete, erhielt Marvin von der sich zwischenzeitlich gebildeten Menschentraube vor Ort nicht nur reichlich Beifall, sondern auch ein wenig Trinkgeld. Sollte die diesjährige Nr. vier der weltweiten “Player-of-the-year“ Wertung also mal beim Poker nicht mehr so erfolgreich sein…einer weiteren Karriere als Sänger sollte nichts entgegenstehen!
Die erste Woche verging wie im Flug und nach sechs absolvierten Sendungen stand unser erster wohlverdienter Ruhetag an. Natürlich zog es auch uns in die wunderschöne Innenstadt von Edinburgh. Sightseeing und Shoppen stand auf dem Programm. Was uns an diesem Tag dann jedoch noch Kurioses widerfuhr, setzten wir natürlich gleich in die am Tage drauf folgende Show als Quizfrage für unsere Zuhörer um. Anbei die Frage…hätten Sie auf die richtige Antwort getippt?
Was passierte uns an unserem freien Tag in Edinburgh?
a) Wir besuchten ein Fußball-Erstliga Spiel am Abend, gerieten durch Zufall in eine Massenkeilerei der rivalisierenden Fans, wurden daraufhin festgenommen und verbrachten fast die ganze Nacht in schottischer Untersuchungshaft.
b) In einem Tattoo-Studio in der Innenstadt von Edinburgh haben wir beide uns spontan jeweils ein Tattoo machen lassen. Gleiches Motiv und an die gleiche Stelle.
c) Beim Bummeln durch die City fuhren mehrere schwarze Limousinen an uns vorbei. Wir winkten spaßeshalber. Daraufhin stoppte der mittlere Wagen der Kolonne. Die Queen von England, die ihren Landsitz unweit dieser Straße hat, stieg aus und sie schüttelte uns beiden die Hand.
d) Beim Sightseeing haben wir uns einer japanischen Reisegruppe angeschlossen. Als diese in den Bus stiegen, sind wir ebenfalls mit eingestiegen, dort jedoch kurze Zeit später beide eingeschlafen. Knapp zwei Stunden später sind wir dann ca. 90 Kilometer entfernt in Glasgow aufgewacht und mussten anschließend mit dem Taxi zurück fahren.
Und? Was glaubt ihr? ... Auflösung weiter unten in der Fotostrecke
In der zweiten Woche bekamen wir beim Moderieren immer mehr Routine in unseren Job, so dass wir uns auch ein klein wenig mehr um die Freizeitgestaltung kümmern konnten. Dafür kam das von unserer Produktionsfirma ausgeschriebene Poker-Nationenturnier gerade recht. In der Studiohalle stand die “inoffizielle“ Mannschafts-Weltmeisterschaft der Poker-Kommentatoren statt. Neben uns, dem Deutschen Team, nahmen noch Russland, Spanien, England, die Schotten (als Ausrichter) sowie ein Team „Rest of the World“ daran teil. Jedes Team bestand aus drei Spielern und der Einsatz betrug 10 Britische Pfund pro Teilnehmer. Es gab eine Einzelwertung sowie eine Mannschaftswertung. Unser Team bestand neben Natalie und mir noch aus “unserer netten Stimme am Telefon“ Julia, die vorher allerdings noch nie in ihrem Leben gepokert hatte. Zugegebenermaßen wurden uns im Vorfeld maximal leichte Außenseiterchancen eingeräumt, da die Gegnerschaft schon wirklich sehr hochkarätig war. Etliche erstklassige und erfahrene Turnierspieler aus Spanien sowie Russland waren mit von der Partie und das schottische Team hatte mit Ben Bard und Rory Mathews (der hat eine ganze Zeitlang gegen Phil Ivey Online Heads-Up um horrende Summen gespielt und soll dabei recht ordentlich abgeschnitten haben) sogar zwei Spieler in ihren Reihen, die bereits einige größere Erfolge erringen konnten.
Der Modus gestaltete sich so, dass aus jedem Team ein Spieler an einen Vorrundentisch gelost wurde und nur die zwei Erstplatzierten jedes Tisches den Final Table erreichen würden, wobei sie die erspielten Chips dann mitnehmen würden. Leider erwischte es sowohl Natalie als auch Julia jeweils auf Rang drei an ihrem Tisch. Beide verloren mit der besseren Hand nach Preflop-All-Ins. Mit viel Dusel konnte ich hingegen den Final Table erreichen und unsere Farben weiter aufrecht halten. Dort hatte ich allerdings den kleinsten Stack aller übrig gebliebenen Kontrahenten. Ein guter Kartenlauf jedoch sorgte dafür, dass ich bis ins Heads-Up kam. Gegner waren hier dann ein Spanier. Als ich mit leichter Führung in Chips meinen Gegner mit A9 All-In stellte und er mit K9 callte, sah es ganz so aus, als wenn ich das Turnier gewinnen würde können und damit dann auch die Nationenwertung knapp für Deutschland entscheiden sollte, aber ein König am River(!) machte einen Strich durch die Rechnung. Direkt in der nächsten Hand dann das Aus und es blieb lediglich Platz zwei, für den es dann hingegen lediglich einen feuchten Händedruck gab. Der Sieg ging somit an unsere spanischen Freunde. Schade, aber dennoch…das Turnier hat eine Menge Spaß gemacht!
Einige Tage später dann nahm ich an der ersten Poker WLAN Party meines Lebens teil. Zu fünft saßen wir im Apartment unserer russischen Kollegen und spielten WCOOP Event#37, das 109$ 8-Game Turnier. Ilya, dessen eigentliche Spezialität diese Pokervariante ist, und Torsten (der mittlerweile auch nachgereist war) erwischte es recht früh, aber für Natalie, Denis und meine Wenigkeit sah es eigentlich noch ganz gut aus, als bereits die Hälfte des Teilnehmerfeldes ausgeschieden war. Wir frotzelten bereits, dass wir uns zu Dritt dann später am Final Table treffen würden. Dann jedoch ging alles recht schnell.
Zunächst verlor ich zwei fette Pötte in Serie und musste die Segel streichen. Denis folgte lediglich ein paar Minuten später. Natalie hingegen war bereits kurz vorm Preisgeld und zudem mit reichlich Chips ausgestattet, als sie eine Monsterstarthand im 7-Card-Stud H/L ausgeteilt bekam. Ihr Gegner (Online-Pro DJK123 aka Daniel Kelly - er hatte vor Beginn der Hand sogar ein wenig mehr Chips als Natalie) zog als sechste und siebe Karte allerdings zwei Wunderkarten und eliminierte meine damit kurz vorm Preisgeld ausgeschiedene und anschließend todtraurige Kollegin. Als wir dann am nächsten Morgen in die Ergebnislisten schauten, staunten wir nicht schlecht. Denn eben jener DJK123 gewann das Turnier und holte sich neben dem WM-Titel auch noch schlappe 24.000 Dollar. Dort hätte genauso gut auch Natalie stehen können!
Als Trost versprach ich Natalie am nächsten Tag mit zum Reiten zu kommen. Mit diesem Wunsch lag meine geschätzte Moderations-Partnerin mir sowieso schon seit etlichen Tagen in den Ohren (…). Als Kind hatte ich mal auf einem Pferd gesessen und da ich zudem auch keine Schissbuchse bin, sagte ich einem Ausritt im Gelände zu. Als ich allerdings den mir zugedachten Zossen auf dem Reiterhof das erste Mal erblickte, da wurde mir schon extrem mulmig. Der Rücken des Pferdes überragte meinen Kopf bereits um einiges und ich brauchte dann auch eine mittelgroße Stehleiter um überhaupt aufzusitzen. Bei den ersten Schritten schnellte mein Puls auf 180 oder vermutlich gar noch höher, aber mit zunehmender Zeit gewöhnte ich mich nicht nur an das neue Sitzgefühl, sondern es gefiel mir sogar. Natalie war in ihrer Jugend mehrere Jahre geritten und war natürlich sofort eine Einheit mit ihrem Pferd. Als das Schritttempo ihr ein wenig langweilig wurde, ging es per Kommando unserer Reitführerin erstmals über in den Trab. Mein Pferd, wohl ahnend, dass es einen lupenreinen Amateur auf dem Rücken trug, führte mich jedoch sicher und routiniert durch das unebene Geläuf und als meine erste Reitstunde dann beendet war, fühlte ich mich zum einen sehr glücklich, zum anderen spürte ich auch jeden einzelnen Knochen meines Körpers. Der Muskelkater verflog allerdings recht schnell und mittlerweile habe ich selbst in heimischen Gefilden eine Reitstunde mit meiner Tochter hinter mir. Der nächste geplante Urlaub wird mit großer Wahrscheinlichkeit sogar auf einem Reiterhof verbracht!
Auch die verbliebenen Tage vergingen wie im Flug. Nachdem wir unseren zweiten freien Tag dazu nutzten, die wunderschönen schottischen Highlands zu besichtigen und auch einen Abstecher zu Loch Ness machten (das Ungeheuer “Nessi“ zeigt sich leider nur bei Regen und wir hatten Sonnenschein!), standen anschließend die letzten zu moderierenden Shows an. Ein besonderer Höhepunkt sollte noch bevorstehen, wurde uns für den 24.09. doch Boris Becker als Interviewgast angekündigt.
Kurz vor der Sendung spürte man überall eine gewisse Nervosität. Unser Produktionschef war um den technisch einwandfreien Ablauf besorgt (Steht die Telefonleitung? Passt der Ton? Sind die Fragen gewissenhaft vorbereitet?) und auch Natalie und mir schlotterten ein wenig die Knie. Als ich während der Sendung dann das Signal erhielt, dass die Telefonleitung zu meinem ehemaligen Tennis-Idol erstellt und er nun LIVE reingeschaltet würde, spürte ich abermals eine leichte Adrenalin-Produktion an gewissen Körperstellen, die dann zu einem massiven Schweißausbruch führten, als ich die Eingangsfrage an Boris wie folgt formulierte: „Boris, du bist ja jetzt vom Poker zum Tennis gewechselt, (…)“. Oh, mein Gott! Zu meiner Erleichterung bemerkte Boris den Fauxpas sofort und konterte meinen Blackout direkt und auf humorvolle Weise. Im Laufe des Gesprächs gewann ich dann mehr und mehr an Sicherheit, so dass das Interview unterm Strich gesehen doch noch ganz ordentlich verlief. Als ein paar Tage später dann die 19. und damit unsere allerletzte Sendung auf dem Programm stand, mussten sowohl Natalie als auch ich ein paar Mal tief schlucken, denn die Wochen in Schottland waren einfach nur wunderschön und die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Zu Ehren unserer Gastgeber erschien ich zur Abschlussshow im traditionellen schottischen Kostüm. Einem echten Schottenrock, den ich günstig in der City erstanden hatte. Allerdings hatte ich im Gegensatz zu den Einheimischen (es ist übrigens kein Gerücht - die ziehen wirklich blank drunter!) auch Unterwäsche an .
Am nächsten Morgen ging es dann wieder gen Heimat. Aber vielleicht werden Natalie und ich die Zuhörer ja auch im Frühjahr 2012 zur dann stattfindenden SCOOP 2012 allabendlich wieder mit den Worten „Herzlich Willkommen zu eurer Pokerstars Radioshow!“ begrüßen. Uns würde es auf jeden Fall sehr freuen. Wer die eine oder andere Show nochmals hören möchte, der kann sie übrigens unter folgendem Link abrufen: http://www.pokerstars.com/de/wcoop/live-shows/
Hier noch einige schöne Fotos:
"Das Moderatorenteam Deutschland"
Schmerzen pur beim Tätowieren!
Bin zwar kein Weichei, aber auch ich konnte mir die Schmerzen nicht verkneifen!
Hoch zu Ross
Potti im Schottenrock zu Ehren unserer Gastgeber
Eindrücke am Loch Ness
Anbei noch ein paar weitere Quizfragen, die wir während der Show gestellt haben - viel Spaß beim Raten!
Welchem dieser Pokerspieler hat Natalie einen Korb gegeben, als er sie um ein Date bat?
Gus Hansen?
Doyle Brunson?
Jimmy Fricke?
Phil Ivey?
Mit welchem dieser Pokerspieler habe ich noch nie am Tisch gesessen und gepokert?
Boris Becker?
Dustin Hoffman?
Tom Selleck (r.) alias "Magnum" aus der gleichnamigen Serie
Telly Savalas aka Kojak aus der Serie "Einsatz für Manhattan" (für die jüngeren Leser)
Eure Tipps? Die Auflösung erfolgt im nächsten Blogeintrag in ein paar Tagen!
Pottis-Poker-Blog
Der Alltag im Leben eines Pokerprofis
Donnerstag, Februar 02, 2012
Mittwoch, Oktober 26, 2011
Gleich zweimal „nur“ der 2.Platz bei Turnieren
In den letzten drei Monaten habe ich lediglich zweimal “Live-Poker“ gespielt. Anbei eine kurze Zusammenfassung dieser beiden Auftritte.
Das erste kleinere Turnier habe ich in Edinburgh während der WCOOP gespielt. In der Studiohalle unserer Produktionsfirma haben wir zum Spaß an der Freud ein kleines Nationenturnier ausgerichtet. Neben uns, dem deutschen Team, nahmen noch Russland, Spanien, England, die Schotten (als Ausrichter) sowie ein Team „Rest of the World“ teil. Jedes Team bestand aus drei Spielern und der Einsatz betrug 10 britische Pfund pro Teilnehmer. Es gab eine Einzelwertung sowie eine Mannschaftswertung. Das deutsche Team bestand aus meiner Moderationskollegin Natalie, „unserer netten Stimme am Telefon“ Julia und mir und zugegeben wurden uns im Vorfeld maximal leichte Außenseiterchancen eingeräumt, da die Gegnerschaft schon wirklich sehr hochkarätig war.
Etliche erstklassige Turnierspieler aus Spanien sowie Russland waren mit von der Partie und das schottische Team hatte mit Ben Bard und Rory Mathews (der hat eine ganze Zeitlang gegen Phil Ivey Online Heads-Up um horrende Summen gespielt) sogar zwei Spieler in ihren Reihen, die bereits einige große Erfolge erringen konnten.
Der Modus war so, dass von jedem Team ein Spieler an einen Vorrundentisch gelost wurde und nur die zwei Erstplatzierten jedes Tisches den Final Table erreichen würden, wobei sie die erspielten Chips dann mitnehmen würden.
Leider erwischte es sowohl Natalie als auch Julia, beide verloren mit der besseren Hand nach Preflop-All-Ins, jeweils auf Rang drei an ihrem Tisch, während ich mit viel Dusel den Final Table erreichte. Dort hatte ich jedoch den kleinsten Stack aller übrig gebliebenen Kontrahenten.
Ein guter Kartenlauf jedoch sorgte dafür, dass ich bis ins Heads-Up kam. Gegner waren hier dann ein Spanier. Als ich mit leichter Führung in Chips meinen Gegner mit A9 All-In stellte und er mit K9 callte, sah es ganz so aus, als wenn ich das Turnier gewinnen würde können und damit dann auch die Nationenwertung knapp für uns entscheiden könnte, aber ein König am River machte einen Strich durch die Rechnung. Direkt in der nächsten Hand dann das Aus und es blieb lediglich Platz zwei, für den es dann allerdings nur einen feuchten Händedruck gab. Der Sieg ging somit an unsere spanischen Freunde. Schade…aber dennoch…das Turnier hat eine Menge Spaß gemacht!
Der zweite Auftritt dann am vergangenen Freitag in Verl bei unserer monatlichen Pokerrunde. Da ich sowohl im August als auch im September nicht teilnehmen konnte, war mein Vorsprung in der Gesamtwertung stark geschmolzen. So galt es diesen zu festigen oder im optimalen Fall sogar auszubauen. Der Final Table und ein Platz 6 oder besser war mein primäres Ziel.
In der Anfangsphase des Turniers (16 Teilnehmer und wie immer wurde mit moderaten Blindanstiegen sowie einem Startstack von 10.000 Chips gespielt) wurde ich von weit überdurchschnittlich guten Startkarten regelrecht überschüttet. AK, AQ und Pocketpaare zwischen TT und 66 gleich öfter als ein halbes Dutzend Mal allein während der ersten zwei Stunden. Zudem einige Male in geeigneter Position die Blinds gestohlen, so dass ich nach 6 gespielten Level die mit Abstand meisten Chips an unserem Tisch hatte.
Dann kam eine Hand, die ich im Nachhinein betrachtet leider komplett vergurkt habe. Wir sind noch mit sieben Spielern am Tisch und UTG bekomme ich Pocket-Asse. Wie gesagt…ich habe fast doppelt so viele Chips wie alle anderen am Tisch und hatte in den Händen zuvor bereits einige Male preflop geraised und meist auch solide Hände gezeigt. Die Blinds liegen bei 150/300 und ich raise auf 650. Robert sitzt direkt zu meiner Linken und called. Er hatte bereits zuvor einige Male meine Raises gecalled. Alle anderen passen. Robert hat ca. 8.000 Chips, ich ca. 22.000.
Der Flop kommt TTx und ich spiele von vorn 900 an. Er called. Nichts besonderes…er kann hier ein kleines Paar haben, er kann theoretisch die T getroffen haben, aber er könnte genauso gut auch floaten, also mit nichts gecalled haben um mir den Pot am Turn nach einem Check meinerseits weg zu nehmen.
Turnkarte dann ein König…kein Flush-Draw möglich. Auf den ersten Blick keine so schöne Karte, auf den zweiten Blick jeodch eine sehr gute Karte, da er hier gut Hände wie KQ oder KJ halten kann und damit Zweitbester wäre und ich noch einige Chips bekäme. Wenn ich jetzt nochmals ansetze, wird er sehr wahrscheinlich alle kleinen Paare passen und ich bekomme keine weiteren Chips mehr von ihm. Wenn er tatsächlich eine T halten sollte, halte ich den Pot unter Kontrolle. Ein Check scheint mir hier daher das Beste und genau dies tue ich auch. Ziemlich schnell greift Robert zu seinen Chips und spielt 1.800 an. Ein Pass ist definitiv keine Option, ein Raise auch nicht, also calle ich.
Riverkarte dann eine weitere Zehn! Sehr gut! Nach einem As am River wohl die zweitbeste Karte im Deck überhaupt. Und jetzt mache ich den Riesenfehler und setzte ihn von vorn All-In! Er überlegt kurz und passt dann…
Kurze Analyse meines katastrophalen(!) Moves:
Wenn er tatsächlich die Zehn hält, dann macht er einen Snap-Call und er verdoppelt. Wenn ich jedoch zu ihm checke, wird er mit dem Vierling ebenfalls setzten und es kommt das Gleiche dabei heraus, da ich natürlich umgehend calle.
Gleiches Szenario, wenn er einen König für das Full-House hat. Ob ich nun setze und er called oder ich checke und er setzt…Jacke wie Hose => gleiches Ergebnis.
Was aber, wenn er ein kleines Paar (99 bis 22) hält? Hier wird er sehr vermutlich nicht mehr callen, da das Board zu gefährlich ist und sein Ausscheiden droht. Wenn ich jedoch zu ihm checke, dann wird er oft denken, dass sein kleines Full-House hier noch gut ist und er wird nochmals setzen. Ich habe also in jedem Fall Chips verschenkt.
Noch eklatanter ist der Fall, dass er am bluffen ist/war und rein gar nichts hat. Hier kann er natürlich auf keinen Fall callen nach meinem All-In. Wenn ich jedoch zu ihm checke, dann ist sein einziger Ausweg das All-In, welches ich in Nullkommanichts calle und ihn aus dem Turnier befördere.
Also: Das All-In von vorn macht hier absolut keinen Sinn! Lediglich die paar Fälle, wo er ein mittleres Paar hält und dann mein All-In callt (weil er denkt ich bluffe), wo hingegen er behind gecheckt hätte, nachdem ich auch checke, ergibt hier einen kleinen Profit aus dem Move von vorn All-in zu gehen. Aber unterm Strich wäre ein Check hier die optimale Strategie gewesen!
By the way…Robert hielt QJ (sagte er mir jedenfalls) und er wäre nach meinem Check in der Tat All-In gegangen!
Letztendlich konnte ich den zweiten Platz belegen und meine Führung in der Gesamtwertung nicht nur verteidigen, sondern sogar noch ein wenig ausbauen. Bei zwei noch ausstehenden Turnieren in diesem Jahr und einem Vorsprung von knapp 20 Punkten muss es schon mit dem Teufel zugehen, wenn ich meinen Vorvorjahreserfolg nicht wiederholen sollte. Allerdings…beim Turnier im Dezember werde ich aufgrund eines Urlaubs mit großer Wahrscheinlichkeit nicht teilnehmen können, so dass ich im November sicherheitshalber doch nochmals den Finaltisch erreichen sollte um den Sack endgültig zuzumachen!
Das erste kleinere Turnier habe ich in Edinburgh während der WCOOP gespielt. In der Studiohalle unserer Produktionsfirma haben wir zum Spaß an der Freud ein kleines Nationenturnier ausgerichtet. Neben uns, dem deutschen Team, nahmen noch Russland, Spanien, England, die Schotten (als Ausrichter) sowie ein Team „Rest of the World“ teil. Jedes Team bestand aus drei Spielern und der Einsatz betrug 10 britische Pfund pro Teilnehmer. Es gab eine Einzelwertung sowie eine Mannschaftswertung. Das deutsche Team bestand aus meiner Moderationskollegin Natalie, „unserer netten Stimme am Telefon“ Julia und mir und zugegeben wurden uns im Vorfeld maximal leichte Außenseiterchancen eingeräumt, da die Gegnerschaft schon wirklich sehr hochkarätig war.
Etliche erstklassige Turnierspieler aus Spanien sowie Russland waren mit von der Partie und das schottische Team hatte mit Ben Bard und Rory Mathews (der hat eine ganze Zeitlang gegen Phil Ivey Online Heads-Up um horrende Summen gespielt) sogar zwei Spieler in ihren Reihen, die bereits einige große Erfolge erringen konnten.
Der Modus war so, dass von jedem Team ein Spieler an einen Vorrundentisch gelost wurde und nur die zwei Erstplatzierten jedes Tisches den Final Table erreichen würden, wobei sie die erspielten Chips dann mitnehmen würden.
Leider erwischte es sowohl Natalie als auch Julia, beide verloren mit der besseren Hand nach Preflop-All-Ins, jeweils auf Rang drei an ihrem Tisch, während ich mit viel Dusel den Final Table erreichte. Dort hatte ich jedoch den kleinsten Stack aller übrig gebliebenen Kontrahenten.
Ein guter Kartenlauf jedoch sorgte dafür, dass ich bis ins Heads-Up kam. Gegner waren hier dann ein Spanier. Als ich mit leichter Führung in Chips meinen Gegner mit A9 All-In stellte und er mit K9 callte, sah es ganz so aus, als wenn ich das Turnier gewinnen würde können und damit dann auch die Nationenwertung knapp für uns entscheiden könnte, aber ein König am River machte einen Strich durch die Rechnung. Direkt in der nächsten Hand dann das Aus und es blieb lediglich Platz zwei, für den es dann allerdings nur einen feuchten Händedruck gab. Der Sieg ging somit an unsere spanischen Freunde. Schade…aber dennoch…das Turnier hat eine Menge Spaß gemacht!
Der zweite Auftritt dann am vergangenen Freitag in Verl bei unserer monatlichen Pokerrunde. Da ich sowohl im August als auch im September nicht teilnehmen konnte, war mein Vorsprung in der Gesamtwertung stark geschmolzen. So galt es diesen zu festigen oder im optimalen Fall sogar auszubauen. Der Final Table und ein Platz 6 oder besser war mein primäres Ziel.
In der Anfangsphase des Turniers (16 Teilnehmer und wie immer wurde mit moderaten Blindanstiegen sowie einem Startstack von 10.000 Chips gespielt) wurde ich von weit überdurchschnittlich guten Startkarten regelrecht überschüttet. AK, AQ und Pocketpaare zwischen TT und 66 gleich öfter als ein halbes Dutzend Mal allein während der ersten zwei Stunden. Zudem einige Male in geeigneter Position die Blinds gestohlen, so dass ich nach 6 gespielten Level die mit Abstand meisten Chips an unserem Tisch hatte.
Dann kam eine Hand, die ich im Nachhinein betrachtet leider komplett vergurkt habe. Wir sind noch mit sieben Spielern am Tisch und UTG bekomme ich Pocket-Asse. Wie gesagt…ich habe fast doppelt so viele Chips wie alle anderen am Tisch und hatte in den Händen zuvor bereits einige Male preflop geraised und meist auch solide Hände gezeigt. Die Blinds liegen bei 150/300 und ich raise auf 650. Robert sitzt direkt zu meiner Linken und called. Er hatte bereits zuvor einige Male meine Raises gecalled. Alle anderen passen. Robert hat ca. 8.000 Chips, ich ca. 22.000.
Der Flop kommt TTx und ich spiele von vorn 900 an. Er called. Nichts besonderes…er kann hier ein kleines Paar haben, er kann theoretisch die T getroffen haben, aber er könnte genauso gut auch floaten, also mit nichts gecalled haben um mir den Pot am Turn nach einem Check meinerseits weg zu nehmen.
Turnkarte dann ein König…kein Flush-Draw möglich. Auf den ersten Blick keine so schöne Karte, auf den zweiten Blick jeodch eine sehr gute Karte, da er hier gut Hände wie KQ oder KJ halten kann und damit Zweitbester wäre und ich noch einige Chips bekäme. Wenn ich jetzt nochmals ansetze, wird er sehr wahrscheinlich alle kleinen Paare passen und ich bekomme keine weiteren Chips mehr von ihm. Wenn er tatsächlich eine T halten sollte, halte ich den Pot unter Kontrolle. Ein Check scheint mir hier daher das Beste und genau dies tue ich auch. Ziemlich schnell greift Robert zu seinen Chips und spielt 1.800 an. Ein Pass ist definitiv keine Option, ein Raise auch nicht, also calle ich.
Riverkarte dann eine weitere Zehn! Sehr gut! Nach einem As am River wohl die zweitbeste Karte im Deck überhaupt. Und jetzt mache ich den Riesenfehler und setzte ihn von vorn All-In! Er überlegt kurz und passt dann…
Kurze Analyse meines katastrophalen(!) Moves:
Wenn er tatsächlich die Zehn hält, dann macht er einen Snap-Call und er verdoppelt. Wenn ich jedoch zu ihm checke, wird er mit dem Vierling ebenfalls setzten und es kommt das Gleiche dabei heraus, da ich natürlich umgehend calle.
Gleiches Szenario, wenn er einen König für das Full-House hat. Ob ich nun setze und er called oder ich checke und er setzt…Jacke wie Hose => gleiches Ergebnis.
Was aber, wenn er ein kleines Paar (99 bis 22) hält? Hier wird er sehr vermutlich nicht mehr callen, da das Board zu gefährlich ist und sein Ausscheiden droht. Wenn ich jedoch zu ihm checke, dann wird er oft denken, dass sein kleines Full-House hier noch gut ist und er wird nochmals setzen. Ich habe also in jedem Fall Chips verschenkt.
Noch eklatanter ist der Fall, dass er am bluffen ist/war und rein gar nichts hat. Hier kann er natürlich auf keinen Fall callen nach meinem All-In. Wenn ich jedoch zu ihm checke, dann ist sein einziger Ausweg das All-In, welches ich in Nullkommanichts calle und ihn aus dem Turnier befördere.
Also: Das All-In von vorn macht hier absolut keinen Sinn! Lediglich die paar Fälle, wo er ein mittleres Paar hält und dann mein All-In callt (weil er denkt ich bluffe), wo hingegen er behind gecheckt hätte, nachdem ich auch checke, ergibt hier einen kleinen Profit aus dem Move von vorn All-in zu gehen. Aber unterm Strich wäre ein Check hier die optimale Strategie gewesen!
By the way…Robert hielt QJ (sagte er mir jedenfalls) und er wäre nach meinem Check in der Tat All-In gegangen!
Letztendlich konnte ich den zweiten Platz belegen und meine Führung in der Gesamtwertung nicht nur verteidigen, sondern sogar noch ein wenig ausbauen. Bei zwei noch ausstehenden Turnieren in diesem Jahr und einem Vorsprung von knapp 20 Punkten muss es schon mit dem Teufel zugehen, wenn ich meinen Vorvorjahreserfolg nicht wiederholen sollte. Allerdings…beim Turnier im Dezember werde ich aufgrund eines Urlaubs mit großer Wahrscheinlichkeit nicht teilnehmen können, so dass ich im November sicherheitshalber doch nochmals den Finaltisch erreichen sollte um den Sack endgültig zuzumachen!
Montag, Oktober 24, 2011
WSOP 2011 in Las Vegas - kleine Rückbetrachtung mit netten Kurzgeschichten
Kovalchuk mit einem 1-Outer in der wichtigsten Hand seines Lebens
Jeder, der bereits lange genug pokert, hat ihn irgendwann bereits über sich ergehen lassen müssen, vermutlich aber auch schon selbst einmal ausgeteilt: Den berühmt berüchtigten 1-outer. Vorzugsweise am River, denn da tut es ganz besonders weh. Wenn dieses irgendwo in einer kleinen Home-Game-Runde passiert oder beim Online-Cashgame, dann tut es zwar auch gewaltig weh, nach ein paar Tagen lassen die Schmerzen aber erfahrungsgemäß bereits nach. Leider ist mir nicht bekannt, ob Anthony Ruberto mittlerweile wieder einigermaßen durchschlafen kann oder ob ihm das beim Event #26 Erlebte immer noch nachhaltige Albträume beschert. Am Finaltisch dieses Events war er Chipleader, als er gegen den Zweitplatzierten, Oleksil Kovalchuk, in eine Hand verwickelt wurde. Beim Flop von AJ4 gingen die Chips beider Kontrahenten in die Mitte und es entstand der zu diesem Zeitpunkt mit Abstand größte Pot des Turniers. Ruberto hielt Pocket J’s, Kovalchuk Pocket Vieren. Turnkarte eine nichts verändernde Zehn…Riverkarte dann die Herz 4…Vierling für Kovalchuk. Beide Spieler konnten ihr Schicksal kaum fassen und starrten noch Minuten später ungläubig und kopfschüttelnd ins Leere. Während Ruberto sich von diesem Rückschlag nicht mehr erholte und nur kurz danach auf Platz sechs ausschied, nutzte Kovalchuk das Momentum und stand nur wenige Stunden später als Sieger des Events #26 fest und war nicht nur stolzer Träger eines Bracelets, sondern auch um knapp 700.000 $ reicher. Ruberto erhielt für seinen sechsten Platz 84.549 $. Diese dürften jedoch für die nachhaltige psychologische Betreuung relativ schnell ausgegeben sein.
Mit 1-outer zum Bracelet
Triple-Crown Champions - aus zwei macht vier
Bisher war es lediglich Gavin Griffin aus den USA sowie Roland de Wolfe aus England vergönnt, sowohl ein WSOP-Bracelet, einen WPT-Sieg wie auch einen EPT-Titel zu erringen. Aus diesem Duo ist in den letzten Wochen jedoch ein Quartett geworden. Jake Cody siegte gleich zu Beginn der diesjährigen WSOP-Turnierserie, dem Event #2 - Heads-Up No-Limit Championship mit einem Buy-In von 25.000 $ -, kassierte dabei 851.192 $ sowie sein erstes Armband. Gut eine Woche später gesellte sich dann auch noch Bertrand ’ElkY’ Grospellier zu diesem elitären Kreis hinzu, als er Event#21 - Seven Card Stud Championship - mit einem Buy-In von 10.000 $ für sich entschied und seinerseits das erste Bracelet gewann. Beide Akteure hatten vorher bereits je ein EPT- sowie auch ein WPT-Sieg zu Buche stehen und dürfen sich von nun an ebenfalls Tripe-Crown-Champions nennen.
Tommy Vedes geht mit nur einer Karte All-In
Was dem US-Amerikaner Tommy Vedes genau durch den Kopf ging, als er an Tag zwei des Events #36, einem 2.500 $ No-Limit Turnier, vom Button aus mit nur einer Karte All-In ging, ist von meiner Seite aus reine Spekulation. Vielleicht wollte er lediglich einen kleinen Spaß machen. Eventuell aber hat er auch gehofft, dass die beiden Kontrahenten im Small und Big Blind ihre Hände schnell folden und Vedes die Blinds ohne Risiko abgreifen konnte, um für den Fall, dass wider Erwarten doch jemand callt, auf einen Missdeal zu plädieren. Jedenfalls machte der Spieler im Big Blind einen Snap-Call und drehte AT um. Vedes machte den Dealer dann darauf aufmerksam, dass er doch nur eine Karte vor sich liegen hätte und dies irregulär wäre. Der Dealer, sichtlich verwirrt, kontaktierte den Floorman und dieser entschied, dass der All-In Move Bestand habe und die Hand fortgesetzt würde. Der Dealer ließ Vedes eine weitere Karte zukommen und es war ein As (zu seiner vorhandenen Q), so dass er zur Überraschung aller vor dem Flop sogar vorn lag. Gewinntechnisch hätte Tommy das As noch nicht einmal benötigt, denn bereits am Flop erschien eine Dame, die dann auch den Sieg und einen recht großen Pot einbrachte. Vedes doppelte auf, landete letztendlich auf Platz 103, während sein leicht angesäuerter Gegner hingegen kurze Zeit später aus dem Turnier ausschied.
Ultra-Fans im Gesangsduell
Regelrechte Fußball-Stimmung kam am Finaltisch des Events #46, dem No-Limit Holdem six-handed Championship-Turnier auf. Unter den letzten drei Teilnehmern befanden sich mit Joe Ebanks aus den USA, Chris Moorman aus England sowie Bertrand ’ElkY’ Grospellier aus Frankreich noch Spieler aus drei verschiedenen Nationen und die Fans lieferten sich über einen längeren Zeitraum hinweg wahre Gesangsschlachten. Während es aus der einer Ecke immer wieder ’U-S-A, U-S-A’ ertönte, so schmetterten die britischen Fans minutenlang ihr berüchtigtes ’Enge-land, Enge-land, Enge-land’ hervor. Die Franzosen mit ihrem ’Alles-les-Bleus’ stellten beim Gesangswettbewerb noch die ruhigste Fraktion. Abweichend zu der Stimmung in einem Fußballstadion war lediglich, dass es aus drei verschiedenen Ecken schallte, was bei einem Fußballspiel doch eher selten vorkommt. Am Ende hatten dann die US-Amerikaner den größten Grund zum Feiern und (Weiter-) Singen, denn Joe Ebanks setzte sich vor Moorman und ElkY durch. .
Späte Genugtuung für Marsha Wolak
Ich habe mich schon immer gefragt, was in den Köpfen mancher Männer vorgeht, wenn sie sich für ein ausgeschriebenes Lady-Event anmelden. Ist es die absolute Sucht nach Turnierpoker? Ist es der Drang danach, nur mit Frauen am Tisch zu sitzen? Will man mit aller Gewalt auffallen? Die Hoffnung auf größere Siegchancen? Ich kann es mir einfach nicht erklären. Von offizieller Seite wird es seitens der Turnierorganisation auf jeden Fall nicht unterbunden und so hatten sich in diesem Jahr unverständlicher Weise auch wieder etliche Männer für das Lady-Event angemeldet. Einem dieser Herren, Jonathan Epstein, gelang es sogar den Final Table zu erreichen. Gleich zu Beginn jedoch wurde er (Gott sei Dank!) von der späteren Siegerin, Marsha Wolak, eliminiert und landete somit nur auf Platz Neun. Für Marsha Wolak dürfte damit ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen sein, nachdem sie vor genau ein Jahr zuvor beim Ladies-Event ausgerechnet von einem Mann (Shaun Deeb) aus dem Turnier befördert wurde.
Matt Perrins & Youtube
Matt Perrins ist ein junger und recht erfolgreicher Turnierspieler aus England. Seine absolute Spezialdisziplin ist No-Limit Holdem. Andere Varianten spielt er eigentlich auch gar nicht. Ja eigentlich, denn Anfang Juni stand Event#9, das 2-7 Draw Lowball No-Limit, auf dem Programm. Perrins hatte diese Variante noch nie zuvor in seinem Leben gespielt. Aber ein Bauchgefühl oder eine innere Stimme muss ihm wohl irgendwie das Signal gegeben haben, sich für dieses Turnier anzumelden. Auf Youtube schaute er sich kurz vor Turnierbeginn eine halbe Stunde lang ein Lehrvideo an und ließ sich von Freunden zudem noch den einen oder anderen Tipp geben, bevor er dann seine allererste Hand in dieser Disziplin spielte. Später befragt, gab er sogar zu, dass er in den ersten Stunden überhaupt nicht wusste, was er da überhaupt am Tisch machte und seinen Gegnern mehr oder weniger völlig ausgeliefert gewesen sei. Perrins besitzt jedoch eine recht schnelle Auffassungsgabe und ihr könnt euch denken, wie die Geschichte ausgegangen ist. Zwei Tage später gewann der junge Brite das Turnier und somit nicht nur sein erstes Bracelet, sondern er war auch um 102.000 US $ reicher!
Matt Perrins
Tennisduell geht klar an Finnland
Patrick Antonius und Brandon Adams gehören zweifelsfrei zu den erfolgreichsten Pokerspielern weltweit. Während der WSOP 2011 lief es trotz zahlreicher Starts für die beiden jedoch nicht ganz wunschgemäß. Während Patrick Antonius komplett leer ausging, konnte Brandon Adams zumindest bei einem Event im Preisgeld landen. Dennoch sorgten die in Las Vegas für Aufsehen, als sie sich knapp ein Jahr nach ihrer 2010 abgeschlossenen Wette zum heiß ersehnten Tennisduell verabredeten. Der US-Amerikaner Adams, auf dem College ein durchaus erfolgreicher Tennisspieler, bekam gegen Antonius, der vor gut 10 Jahren zu den erfolgreichsten Tennisspielern Finnlands gehörte und sogar bereits an einem ATP-Turnier teilnahm, eine Quote von 11 zu 1 auf einen Sieg. Der Einsatz betrug 20.000 $, so dass dem Finnen bei einer Niederlage ein Wettverlust von 220.000 $ drohte. Brandon Adams hatte ein Jahr lang zwei- bis dreimal pro Woche trainiert und ging vermutlich sogar mit leichten Hoffnungen auf einen fetten Zahltag in das Duell. Er musste jedoch schnell anerkennen, dass er gegen Patrick Antonius auf völlig verlorenem Posten stand. 6:0 und 6:1 lautete das Ergebnis nach weniger als einer Stunde Spielzeit für den Finnen, der somit während der WSOP zumindest auch einen Cash einfuhr.
Patrick Antonius (rechts) machte klar Schiff. 6:0 und 6:1 hieß es am Ende für den ehemaligen ATP-Spieler!
Phil Hellmuth dreht durch
Nicht nur durch seine Erfolge in den letzten 25 Jahren, sondern auch und vielleicht sogar gerade durch seine Ausraster am Pokertisch ist Phil Hellmuth Jr. weltweit sicherlich einer der bekanntesten Spieler überhaupt. Die einen lieben ihn, die anderen (vermutlich die Mehrheit) hassen den US-Amerikaner. Bei der WSOP 2011 zeigte die Pokerbraut, wie Hellmuth hinter vorgehaltener Hand genannt wird, sich jedoch ausschließlich von der guten Seite und auch Bad-Beats nahm er relativ gelassen sowie mit Anstand hin. Bis Event #50 jedenfalls - dem 5.000 $ Triple Chance No-Limit Holdem Turnier. Bei einem Flop von 943 hatte er mit Pocket-Dreier seinen Drilling getroffen und seine sowie die Chips seines Kontrahenten, der lediglich A9 hielt, gingen in die Mitte. Dann kam es, wie es kommen musste und wie es vielleicht sogar einige gehofft haben. Turn 9…River eine weitere 4 und sein Gegner zog als massiver Außenseiter nach dem Flop mit einem höheren Full-House am Superstar vorbei und schickte ihn an die Rails. Das war zuviel für Hellmuth und er fing an, seinen Frust direkt am Tisch loszulassen: „Willst du mich verarschen?“, „Wo zur Hölle hast du verdammt noch mal das Pokerspielen gelernt?“ sowie „du spielst so unglaublich schlecht Poker!“ waren nur einige der Sprüche, die sich sein immer noch Chips aufstapelnder Gegner anhören musste. Die beigefügten Schimpfwörter habe ich aus ästhetischen Gründen weggelassen. Am Tisch sorgte sein Ausraster für reichlich Kopfschütteln, aber parallel auch für viel Gelächter. Ich freue mich schon jetzt auf die TV-Bilder!
Das teuerste Kaugummi der Welt
Diverse Geschichten erlebt man einfach nur in der Pokerszene! Es ist das Event#55, das 50.000 $ Championship-Event. Wir schreiben Tag drei und so langsam geht es eins Eingemachte. Immerhin befinden sich über 6 Millionen Dollar im Preispool, allein der Sieger sollte 1,7 Million Dollar erhalten. Ob der US-Amerikaner David Oppenheim gegen Ende des dritten Tages insgeheim gar nicht damit gerechnet hatte soweit zu kommen, entzieht sich meiner Kenntnis, aber gegen Abend gingen ihm jedenfalls seine Lieblings-Kaugummis aus. Und ohne eben diese kann er nicht spielen. Er wendete sich an die zahlreich um den Tisch versammelten Zuschauer und fragte, ob jemand bereit sei, für 40 $ (Lohn) sein favorisiertes Kaugummi (Wert 50 Cent) von einer Tankstelle zu besorgen. Ein Zuschauer bot sich sofort an. Da es die spezielle Sorte jedoch nur an bestimmten Tankstellen gibt und der Zuschauer erklärte, dass er kein Auto habe, gab Oppenheim ihm noch weitere 20 $ für das Taxi. Eine halbe Stunde später erfolgte die Übergabe der Packung und Oppenheim konnte endlich wieder sein A-Game spielen. Das Ende des Tages erreichte er zwar, für das Preisgeld reichte es im weiteren Verlauf des Turniers letztendlich dann doch nicht. Wer von euch Oppenheims Kaufpreis in Höhe von 60 $ für eine Packung Chewing-Gums noch toppen kann, der möge seine Geschichte bitte an mich richten!
60 Dollar wert? No way!
Super-GAU / Raketenstart
Main Event - Tag 1b. An Tisch-Nr. 254 im Amazon-Room wird die gerade erst dritte Hand des Turniers gespielt, auf das sich viele Teilnehmer gewiss seit mehreren Monaten unheimlich gefreut haben. So auch der US-Amerikaner Bryan Colin. Er hatte es sich am Tisch gerade so richtig gemütlich gemacht, seine Sachen ausgepackt und als er entspannt in seine Hand schaut, findet er Pocket-Könige. Mit einem Standard-Raise aus vorderer Position eröffnet er den Pot, bekommt jedoch vom Spieler am Button ein Reraise. Prima, denkt sich Colin, und ging nun mit einer saftigen Erhöhung nochmals darüber. Sein Gegner hingegen schien in Spiellaune zu sein und erhöhte nun seinerseits abermals, mittlerweile bereits auf 10.000 Chips, einem Drittel des gesamten Stacks. Ob Colin die Gefahr, dass sein Gegner eventuell auch Asse halten könnte, überhaupt in Erwägung gezogen hat, kann ich nicht beurteilen, aber er annoncierte daraufhin seinerseits das All-In. Als sein Kontrahent daraufhin innerhalb von Millisekunden callte und umgehend auch die Asse umdrehte, da dürfte es bei Bryan Collin kurzzeitig wohl im ganzen Körper heftig gezuckt haben. Der direkt damit verbundene Schweißausbruch und die absolute Fassungslosigkeit wandelten sich hingegen 30 Sekunden später in ein wahres Freudegefühl um, denn der Dealer drehte bereits am Flop einen König um und Colin gewann den Monsterpot! Gerüchten zufolge soll der Spieler mit den Assen noch heute massive Schlafprobleme aufweisen.
Neue 10-Level-Regel sorgt für Unmut
In diesem Jahr gab es einige neue Regeln bei der WSOP. Während einige dieser Veränderungen durchaus Sinn machten, so sorgte speziell eine neue Regel für reichlich Ärger und Unmut. Sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Pokerspielern. Die neue Regel besagt, dass pro Tag maximal 10 Level ausgespielt werden dürfen. An den Turniertagen eins und zwei bereitete dies keine Probleme. Jetzt kam es aber während der Wochen in Vegas gleich über ein Dutzend Male vor, dass der Final Table nicht innerhalb dieser 10 Level rechtzeitig beendet werden konnte. Diverse Male befand man sich bereits tief im Heads-Up und einige Male hatte der Führende sogar einen derart gewaltigen Vorsprung an Chips, dass die Entscheidung innerhalb von wenigen Minuten absehbar war. Die Turnierleitung jedoch kannte keine Gnade und hielt sich an die Satzung. Man brach den Turniertag ab und bat die Spieler am nächsten Tag wieder zu kommen. Bei einem Event sogar nur um eine einzige Hand zu spielen! Die mit an der Rail stehenden Fans waren aufgrund dieser überflüssigen Regel nicht unbedingt erfreut, hatten sie teilweise doch über 10 Stunden ausgeharrt um ihren Spieler anzufeuern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Passus sicher noch mal überdacht wird und im nächsten Jahr eine bessere Lösung gefunden wird.
Gibt es einen WSOP-Fluch für die Deutschen?
Die kurz vor der WSOP zu Ende gegangene SCOOP (Spring Championship of Online Poker) bei der weltweit größten Online-Plattform Pokerstars deutete eigentlich daraufhin, dass die Deutschen auch in Las Vegas ganz groß auftrumpfen könnten. Bei der SCOOP sahnten die Deutschen richtig ab und konnten sich durchweg in allen Kategorien vor den anderen größeren Pokernationen wie England, Russland oder Kanada durchsetzen. Durch das Fernbleiben der US-Amerikaner gewannen die Deutschen bei der SCOOP nicht nur die meisten Titel, sondern konnten auch das höchste Gesamtpreisgeld, die meisten Cashes sowie auch die meisten Finaltischplatzierungen erringen. Die Form passte also und alles sprach dafür, dass es nach dem Fiasko 2010, als bei der WSOP bereits totale Flaute angesagt war, in diesem Jahr alles besser würde. Wenn mir zu Beginn der Weltmeisterschaft dann jedoch jemand mitgeteilt hätte, dass vor dem Event #39 die 71-Jährige US-Amerikanerin Odette Tremblay (9. Platz beim Event #8 - 1.000 $ NL-Holdem) mehr Finaltischplatzierungen aufweisen würde als die gesamte Armada der deutsche Pokerstars zusammen, dann hätte ich diese Person gewiss als komplett verrückt erklärt. Aber es war so! Max Lehmannski’s 14. Platz beim Event #20 war bis dato die beste Platzierung. Gott sei Dank brach Jan Collado zumindest den Finaltisch-Fluch und errang einen dritten Platz beim Event #39, dem 2.500 $ PL Omaha/PL Holdem Turnier. Aber zu einem Bracelet langte es für die weltweit hinter den USA zweitstärkste Pokernation wie im vergangenen Jahr wieder nicht und an der mangelnden Anzahl von Teilnehmern kann es wie 2010 gewiss nicht gelegen haben. Gibt es bestimmte Ursachen für das abermals enttäuschende Abschneiden der Deutschen in Las Vegas? Liegt es schlicht und einfach an der Varianz beim Poker oder spielen die Deutschen Top-Stars aufgrund fehlender Live-Erfahrung Online einfach stärker? Dass es nicht von irgendwelchen klimatischen Veränderungen abhängig ist oder der weiten Reise geschuldet ist, zeigten wie im vergangen Jahr die Briten, Franzosen sowie auch die russischen Spieler, die 2011 zusammen 10 Bracelets holten und jeweils auch eine Vielfaches an Finaltisch-Platzierungen im Vergleich zu den Deutschen aufzuweisen hatten. Ich mache einfach mal die Varianz als Ursache fest und hoffe ganz fest, dass im nächsten Jahr der große Durchbruch gelingt und es bei der WSOP 2012 für unsere Jungs nur so regnet an fetten Preisgeldern und Armbändern!
Quo Vadis Limit Holdem?
Zu häufig in der Vergangenheit schwelgen sollte man nicht. Zumindest habe ich es so gelernt. Aber hier und dann denke ich doch noch sehr gern an die Zeiten um 2005/2006 zurück, als die Variante Limit Holdem noch überaus populär war und auch ich Online quasi jeden Tag mehrere Stunden spielte und damit meinen Lebensunterhalt verdiente. Bei den größeren Online-Plattformen wimmelte es in den Limits $10/20, $15/30 sowie $20/40 (und auch darüber) seinerzeit von starken einheimischen Spielern, die ebenso wie ich gewaltige Vorteile über die Gegner am Tisch hatten. Bis auf ein paar Dutzend starker ausländischer Spieler gehörte diese Variante zur absoluten Vormachtsstellung der Deutschen. Über die Jahre hingegen hat aber nicht nur die Variante Limit Holdem an sich reichlich an Popularität eingebußt, sondern auch die Liebe zu dieser Pokervariante scheint den Spielern hier zu Lande ein wenig abhanden gekommen zu sein. Online findet man in den höheren Limits kaum noch Akteure aus good old Germany und auch bei den Limit Events der WSOP muss man in den Siegerlisten lange suchen und weit nach unten blättern um überhaupt mal eine deutsche Flagge zu erblicken. Bei vier von fünf Limit-Turnieren gingen die Deutschen gar gänzlich leer aus. Lediglich beim Event #41 landeten Markus Herbel sowie Thomas Schulze im Preisgeld. Es wäre schade um dieses schöne technische Spiel, wenn sich der Trend der letzten Jahre weiter fortsetzte und Limit Holdem irgendwann mal sogar ganz aussterben sollte.
Gutes Timing für die Luckbox
Bubble-Boy bei einem Pokerturnier zu werden, ist immer grausam. Wenn aber das Startgeld 50.000 $ beträgt und selbst in der untersten Preisgeldstufe 108.500 $ ausgezahlt werden, dann tut es mindestens doppelt so weh! Sebastian Ruthenberg hätte um ein Haar ein Liedchen davon singen können. Beim Event #55, dem 50.000 $ Poker Player Chapionship Turnier, lag er bei noch 17 verbliebenen Teilnehmern auf dem vorletzten Platz an Chips und jede verlorene Hand hätte das Ende bedeuten können. Der Hamburger wäre damit leer ausgegangen und vier lange und vor allen Dingen sehr anstrengende Pokertage wären somit komplett für die Katz gewesen. Es ging aber gut aus für Nr. 1 der deutschen All-Time Moneyliste. Der US-Amerikaner Robert Mizrachi wurde unglücklicher Bubble-Boy und Sebastian konnte, obwohl er nur wenige Hände nach Mizrachi ausschied, zumindest noch ein sechsstelliges Preisgeld kassieren.
Die Jugend auf dem Vormarsch
Zum ersten Male wurden während der diesjährigen WSOP auch einige demographische Daten ausgewertet. Bei den insgesamt 57 verschiedenen Turnieren, die über einen Zeitraum von über sechs Wochen ausgetragen wurden, beteiligten sich übrigens so viele Teilnehmer wie nie zuvor. Ganz klar ein Indiz dafür, dass Poker
weiterhin an Popularität gewinnt und ein Abebben des Booms noch längst nicht bevor steht. Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer betrug exakt 37,33 Jahre. Das durchschnittliche Alter derjenigen Spieler, die im Preisgeld landeten, betrug 36,3 Jahre. Das durchschnittliche Alter der Akteure, die den Finaltisch bei den einzelnen Events erreichten, hingegen nur noch 33,6 Lenze. Bei der Berechnung des durchschnittlichen Alters aller Bracelet-Gewinner kam man nur noch auf ein Alter von 31,1 Jahren. Zwar dürfte speziell bei den letzten beiden Statistiken auch noch ein wenig Varianz im Spiel sein, aber die Richtung ist eindeutig vorgegeben: Die Jugend ist auf dem Vormarsch und ich gehe jede Wette ein, dass die Durchschnittswerte im nächsten Jahr noch weiter runter gehen. Wer anderer Meinung ist, darf sich hinsichtlich eines Wettangebotes gern an mich wenden.
Bestechungsversuch fehlgeschlagen
Für einen Pokerspieler gibt es nichts Schlimmeres, als einen sehr guten bis übermächtigen Gegner, der obendrein noch mit sehr vielen Chips ausgestattet ist, zu seiner Linken sitzen zu haben. Wenn der Tisch dann noch short-handed ist, kann man schnell mal durchdrehen. Genau dieses Schicksal ereilte dem US-Amerikaner Jared Bleznick beim Event #35, dem 5.000 $ PL Omaha six-handed Turnier. Es waren noch 21 Spieler im Wettbewerb und direkt zu seiner Linken hatte er Vanessa Selbst sitzen. Die US-Amerikanerin gilt als derzeit weltweit stärkste Pokerspielerin und es schien, als habe sie einfach tödliche Reads auf Bleznick. Wenn Bleznick bluffte, dann callte Selbst. Wenn er raiste und eine einigermaßen gute Hand hatte, dann reraiste sie und wenn Bleznick eine Rakete auf der Hand hatte…ja klar, dann passte sie natürlich. Dieses Spielchen wiederholte sich über mehrere Stunden, Jared sah seine Felle und vor allen Dingen seine Chips schwimmen und irgendwann sah er nur noch einen einzigen Ausweg. Er brauchte einen Platzwechsel. Er ging zum Turnierdirektor und bot ihm 10.000 $ dafür an, wenn dieser seinem Wunsch nachkommen und ihn umsetzen würde. Dieser hielt das Angebot für einen Scherz und lachte anfangs darüber. Dann aber wiederholte Bleznick sein Angebot und machte dem Direktor unmissverständlich klar, dass er es absolut ernst meinen würde. Daraufhin wies ihn der Turnierdirektor an, dass er sich bitte umgehend auf seinen Platz setzen möge, da er ansonsten disqualifiziert würde. Für Bleznick dürfte knapp eine Stunde später sicherlich ein Traum in Erfüllung gegangen sein, als Vanessa Selbst auf Platz 18 ausgeschieden ist und er endlich wieder frei atmen konnte. Er hingegen erreichte den Finaltisch ebenfalls nicht, bekam aber für Platz 10 immerhin bereits knapp 40.000 $.
Ein weiterer zweiter Platz für Phil Hellmuth Jr.?
Die ”Player of the year-Wertung” während der WSOP erfreut sich seit Jahren besonderer Beliebtheit unter den Spielern und in diesem Jahr war das Duell an der Spitze enorm spannend. Insbesondere Ben Lamb und Phil Hellmuth lieferten sich bis zum Ende hin ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Event #55, dem 50.000 $ Championship Turnier, trug es sich dann zu, dass beide Kontrahenten um diesen begehrten Titel zusätzlich auch noch den Final Table des nach dem Main-Event prestigeträchtigsten Turniers erreichten. Als Ben Lamb dann auf Platz acht ausschied, musste Phil Hellmuth Jr. mindestens Platz vier erreichen um an seinen Landsmann vorbeizuziehen. Mit Platz zwei gelang ihm dies und Hellmuth übernahm vor dem Main-Event somit die Führung in der Wertung, die alljährlich den Spieler des Jahres bei der WSOP kürt. Lamb jedoch könnte mit einem guten Abscheiden beim Main-Event diesen begehrten Platz eins wieder zurückerobern. Am Tag 1b des Main-Events kam er überaus erfolgreich aus den Startlöchern und konnte am Ende des ersten Turniertages unglaubliche 188.000 Chips eintüten. Es wäre unfassbar, wenn Phil Hellmuth Jr. nach drei zweiten Plätzen, wobei ihm das Bracelet gleich mehrere Male quasi erst in letzter Sekunde geraubt wurde, auch dieser sicher geglaubte Titel kurz vor Toresschluss noch entrissen würde. Dafür müsste Ben Lamb, nachdem Phil Hellmuth am Tag vier des Main Events knapp vor dem Preisgeld ausgeschieden ist, mindestens Platz 137 erreichen. Mit knapp über einer Millionen Chips und damit unter den Top 30 im Ranking liegend, standen die Chancen für Ben Lamb nicht schlecht, als ich den Artikel zur Druckfreigabe abgeschickt habe. Au Weia, Phil!
Phil Hellmuth Jr. verpennt
Phil Hellmuth Jr. ist dafür bekannt, dass er bei großen Turnieren gern mal etwas später aufkreuzt. Er liebt es nun mal im Rampenlicht zu stehen. Als sein Platz am Tag 2a des Main-Events nach einer Stunde jedoch immer noch leer war, da machte sich Mike Matusow doch ein paar Sorgen um seinen Busenfreund. Immerhin hatte Hellmuth seinen ersten Turniertag mit nur 11.800 Chips überstanden und die Blinds waren im Verhältnis zu den verbliebenen Chips schon enorm hoch. Matusow versuchte Phil Hellmuth über sein Mobiltelefon zu erreichen, aber dies war ausgeschaltet. Auch der Telefonhörer seines Hotelzimmers war daneben gelegt und niemand erreichbar. Matusow erwirkte, dass Sicherheitsoffiziere des Hotels das Zimmer des Pokerstars aufbrachen (es war ein ’Do Not Disturb’ Schild ausgehängt), da er befürchtete, dass etwas Schreckliches passiert sein könnte. Denn er kannte seinen Kumpel und wusste, dass Hellmuth angesichts des Chipstacks und der hohen Blinds ganz gewiss pünktlich erschienen wäre. Die Security-Leute und auch Mike Matusow waren umso erstaunter, als sie Phil Hellmuth beim Schlafen entdeckten. Der Pokerchamp hatte gedacht, dass er erst einen Tag später spielen müsse und sich ein wenig aufs Ohr gelegt. Innerhalb von fünf Minuten wurde im Schnelltempo kurz geduscht und sich ein wenig frisch gemacht und dann ging es mit dem Taxi im Eiltempo ins Rio, wo er knapp zwei Stunden zu spät endlich ins Geschehen eingreifen konnte um seine verbliebenen 7.675 Chips zu verteidigen. Dass er aber “ausgeschlafen“ war, bewies er bereits kurze Zeit später, als er in einen Pot verwickelt war und der Flop 982 mit drei Piken brachte. Hellmuth setzte an, sein Gegner ging daraufhin All-In. Als Hellmuth überlegte, intervenierte sein Kontrahent und sagte: „Phil, ich zeige dir gern meine Hand, wenn du passt“. Daraufhin antwortete der Champ: „Kid, du brauchst mir deine Hand nicht zu zeigen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du AQ mit dem As von Pik hältst“. Als Hellmuth Jr. kurze danach seine Hand ablegte, drehte sein Gegner in der Tat AQ um und natürlich hielt er das Pik As. Im Laufe des Tages konnte Hellmuth seinen Stack dann fast verzehnfachen und erreichte locker den dritten Turniertag. Der Altmeister befindet sich in blendender Verfassung!
91-Jährige Ellen Deeb stinksauer
Im letzten Jahr war Jack Ury mit 97 Jahren der älteste Teilnehmer beim Main-Event der WSOP. Leider verstarb Ury im Februar diesen Jahres. Dadurch wurde die 91-Jährige US-Amerikanerin Ellen Deeb beim diesjährigen Main-Event der World Series of Poker zur ältesten Teilnehmerin. Sie startete am Tag 1c, aber kurz vor Ende des zweiten Breaks lief sie mit Q6 suited und zwei geflopten Paaren bei einem Flop von Q86 in das Set 8er ihres Kontrahenten. Dieser machte dann einen massiven Overbet und die Großmutter von Online-Pokerchampion Shaun Deeb stand vor einer sehr wichtigen Entscheidung. Ihr Turnierleben stand auf dem Spiel. Sie machte den mutigen Call, aber die Hand ihres Gegners hielt und Ellen Deeb war ausgeschieden. Die 91-Jährige griff in ihre Handtasche, holte Einhundert 100-Dollar-Scheine heraus und wendete dich an den Dealer mit den Worten: „ReBuy bitte“! Daraufhin machte man ihr klar, dass es sich um Shoot-out Event handele und hierbei generell keine Re-Buys möglich seien. Die Grand Madame zog enttäuscht, aber auch reichlich angesäuert von dannen und ich befürchte, dass es im Hause Deeb ein wenig Ärger geben könnte, da Enkelsohn Shaun ihr im Vorfeld offenkundig nicht mitgeteilt hat, dass sie kein ReBuy machen darf!
Ellen Deeb - 91-Jahre und damit älteste Teilnehmerin beim Main-Event
Jeder, der bereits lange genug pokert, hat ihn irgendwann bereits über sich ergehen lassen müssen, vermutlich aber auch schon selbst einmal ausgeteilt: Den berühmt berüchtigten 1-outer. Vorzugsweise am River, denn da tut es ganz besonders weh. Wenn dieses irgendwo in einer kleinen Home-Game-Runde passiert oder beim Online-Cashgame, dann tut es zwar auch gewaltig weh, nach ein paar Tagen lassen die Schmerzen aber erfahrungsgemäß bereits nach. Leider ist mir nicht bekannt, ob Anthony Ruberto mittlerweile wieder einigermaßen durchschlafen kann oder ob ihm das beim Event #26 Erlebte immer noch nachhaltige Albträume beschert. Am Finaltisch dieses Events war er Chipleader, als er gegen den Zweitplatzierten, Oleksil Kovalchuk, in eine Hand verwickelt wurde. Beim Flop von AJ4 gingen die Chips beider Kontrahenten in die Mitte und es entstand der zu diesem Zeitpunkt mit Abstand größte Pot des Turniers. Ruberto hielt Pocket J’s, Kovalchuk Pocket Vieren. Turnkarte eine nichts verändernde Zehn…Riverkarte dann die Herz 4…Vierling für Kovalchuk. Beide Spieler konnten ihr Schicksal kaum fassen und starrten noch Minuten später ungläubig und kopfschüttelnd ins Leere. Während Ruberto sich von diesem Rückschlag nicht mehr erholte und nur kurz danach auf Platz sechs ausschied, nutzte Kovalchuk das Momentum und stand nur wenige Stunden später als Sieger des Events #26 fest und war nicht nur stolzer Träger eines Bracelets, sondern auch um knapp 700.000 $ reicher. Ruberto erhielt für seinen sechsten Platz 84.549 $. Diese dürften jedoch für die nachhaltige psychologische Betreuung relativ schnell ausgegeben sein.
Mit 1-outer zum Bracelet
Triple-Crown Champions - aus zwei macht vier
Bisher war es lediglich Gavin Griffin aus den USA sowie Roland de Wolfe aus England vergönnt, sowohl ein WSOP-Bracelet, einen WPT-Sieg wie auch einen EPT-Titel zu erringen. Aus diesem Duo ist in den letzten Wochen jedoch ein Quartett geworden. Jake Cody siegte gleich zu Beginn der diesjährigen WSOP-Turnierserie, dem Event #2 - Heads-Up No-Limit Championship mit einem Buy-In von 25.000 $ -, kassierte dabei 851.192 $ sowie sein erstes Armband. Gut eine Woche später gesellte sich dann auch noch Bertrand ’ElkY’ Grospellier zu diesem elitären Kreis hinzu, als er Event#21 - Seven Card Stud Championship - mit einem Buy-In von 10.000 $ für sich entschied und seinerseits das erste Bracelet gewann. Beide Akteure hatten vorher bereits je ein EPT- sowie auch ein WPT-Sieg zu Buche stehen und dürfen sich von nun an ebenfalls Tripe-Crown-Champions nennen.
Tommy Vedes geht mit nur einer Karte All-In
Was dem US-Amerikaner Tommy Vedes genau durch den Kopf ging, als er an Tag zwei des Events #36, einem 2.500 $ No-Limit Turnier, vom Button aus mit nur einer Karte All-In ging, ist von meiner Seite aus reine Spekulation. Vielleicht wollte er lediglich einen kleinen Spaß machen. Eventuell aber hat er auch gehofft, dass die beiden Kontrahenten im Small und Big Blind ihre Hände schnell folden und Vedes die Blinds ohne Risiko abgreifen konnte, um für den Fall, dass wider Erwarten doch jemand callt, auf einen Missdeal zu plädieren. Jedenfalls machte der Spieler im Big Blind einen Snap-Call und drehte AT um. Vedes machte den Dealer dann darauf aufmerksam, dass er doch nur eine Karte vor sich liegen hätte und dies irregulär wäre. Der Dealer, sichtlich verwirrt, kontaktierte den Floorman und dieser entschied, dass der All-In Move Bestand habe und die Hand fortgesetzt würde. Der Dealer ließ Vedes eine weitere Karte zukommen und es war ein As (zu seiner vorhandenen Q), so dass er zur Überraschung aller vor dem Flop sogar vorn lag. Gewinntechnisch hätte Tommy das As noch nicht einmal benötigt, denn bereits am Flop erschien eine Dame, die dann auch den Sieg und einen recht großen Pot einbrachte. Vedes doppelte auf, landete letztendlich auf Platz 103, während sein leicht angesäuerter Gegner hingegen kurze Zeit später aus dem Turnier ausschied.
Ultra-Fans im Gesangsduell
Regelrechte Fußball-Stimmung kam am Finaltisch des Events #46, dem No-Limit Holdem six-handed Championship-Turnier auf. Unter den letzten drei Teilnehmern befanden sich mit Joe Ebanks aus den USA, Chris Moorman aus England sowie Bertrand ’ElkY’ Grospellier aus Frankreich noch Spieler aus drei verschiedenen Nationen und die Fans lieferten sich über einen längeren Zeitraum hinweg wahre Gesangsschlachten. Während es aus der einer Ecke immer wieder ’U-S-A, U-S-A’ ertönte, so schmetterten die britischen Fans minutenlang ihr berüchtigtes ’Enge-land, Enge-land, Enge-land’ hervor. Die Franzosen mit ihrem ’Alles-les-Bleus’ stellten beim Gesangswettbewerb noch die ruhigste Fraktion. Abweichend zu der Stimmung in einem Fußballstadion war lediglich, dass es aus drei verschiedenen Ecken schallte, was bei einem Fußballspiel doch eher selten vorkommt. Am Ende hatten dann die US-Amerikaner den größten Grund zum Feiern und (Weiter-) Singen, denn Joe Ebanks setzte sich vor Moorman und ElkY durch. .
Späte Genugtuung für Marsha Wolak
Ich habe mich schon immer gefragt, was in den Köpfen mancher Männer vorgeht, wenn sie sich für ein ausgeschriebenes Lady-Event anmelden. Ist es die absolute Sucht nach Turnierpoker? Ist es der Drang danach, nur mit Frauen am Tisch zu sitzen? Will man mit aller Gewalt auffallen? Die Hoffnung auf größere Siegchancen? Ich kann es mir einfach nicht erklären. Von offizieller Seite wird es seitens der Turnierorganisation auf jeden Fall nicht unterbunden und so hatten sich in diesem Jahr unverständlicher Weise auch wieder etliche Männer für das Lady-Event angemeldet. Einem dieser Herren, Jonathan Epstein, gelang es sogar den Final Table zu erreichen. Gleich zu Beginn jedoch wurde er (Gott sei Dank!) von der späteren Siegerin, Marsha Wolak, eliminiert und landete somit nur auf Platz Neun. Für Marsha Wolak dürfte damit ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen sein, nachdem sie vor genau ein Jahr zuvor beim Ladies-Event ausgerechnet von einem Mann (Shaun Deeb) aus dem Turnier befördert wurde.
Matt Perrins & Youtube
Matt Perrins ist ein junger und recht erfolgreicher Turnierspieler aus England. Seine absolute Spezialdisziplin ist No-Limit Holdem. Andere Varianten spielt er eigentlich auch gar nicht. Ja eigentlich, denn Anfang Juni stand Event#9, das 2-7 Draw Lowball No-Limit, auf dem Programm. Perrins hatte diese Variante noch nie zuvor in seinem Leben gespielt. Aber ein Bauchgefühl oder eine innere Stimme muss ihm wohl irgendwie das Signal gegeben haben, sich für dieses Turnier anzumelden. Auf Youtube schaute er sich kurz vor Turnierbeginn eine halbe Stunde lang ein Lehrvideo an und ließ sich von Freunden zudem noch den einen oder anderen Tipp geben, bevor er dann seine allererste Hand in dieser Disziplin spielte. Später befragt, gab er sogar zu, dass er in den ersten Stunden überhaupt nicht wusste, was er da überhaupt am Tisch machte und seinen Gegnern mehr oder weniger völlig ausgeliefert gewesen sei. Perrins besitzt jedoch eine recht schnelle Auffassungsgabe und ihr könnt euch denken, wie die Geschichte ausgegangen ist. Zwei Tage später gewann der junge Brite das Turnier und somit nicht nur sein erstes Bracelet, sondern er war auch um 102.000 US $ reicher!
Matt Perrins
Tennisduell geht klar an Finnland
Patrick Antonius und Brandon Adams gehören zweifelsfrei zu den erfolgreichsten Pokerspielern weltweit. Während der WSOP 2011 lief es trotz zahlreicher Starts für die beiden jedoch nicht ganz wunschgemäß. Während Patrick Antonius komplett leer ausging, konnte Brandon Adams zumindest bei einem Event im Preisgeld landen. Dennoch sorgten die in Las Vegas für Aufsehen, als sie sich knapp ein Jahr nach ihrer 2010 abgeschlossenen Wette zum heiß ersehnten Tennisduell verabredeten. Der US-Amerikaner Adams, auf dem College ein durchaus erfolgreicher Tennisspieler, bekam gegen Antonius, der vor gut 10 Jahren zu den erfolgreichsten Tennisspielern Finnlands gehörte und sogar bereits an einem ATP-Turnier teilnahm, eine Quote von 11 zu 1 auf einen Sieg. Der Einsatz betrug 20.000 $, so dass dem Finnen bei einer Niederlage ein Wettverlust von 220.000 $ drohte. Brandon Adams hatte ein Jahr lang zwei- bis dreimal pro Woche trainiert und ging vermutlich sogar mit leichten Hoffnungen auf einen fetten Zahltag in das Duell. Er musste jedoch schnell anerkennen, dass er gegen Patrick Antonius auf völlig verlorenem Posten stand. 6:0 und 6:1 lautete das Ergebnis nach weniger als einer Stunde Spielzeit für den Finnen, der somit während der WSOP zumindest auch einen Cash einfuhr.
Patrick Antonius (rechts) machte klar Schiff. 6:0 und 6:1 hieß es am Ende für den ehemaligen ATP-Spieler!
Phil Hellmuth dreht durch
Nicht nur durch seine Erfolge in den letzten 25 Jahren, sondern auch und vielleicht sogar gerade durch seine Ausraster am Pokertisch ist Phil Hellmuth Jr. weltweit sicherlich einer der bekanntesten Spieler überhaupt. Die einen lieben ihn, die anderen (vermutlich die Mehrheit) hassen den US-Amerikaner. Bei der WSOP 2011 zeigte die Pokerbraut, wie Hellmuth hinter vorgehaltener Hand genannt wird, sich jedoch ausschließlich von der guten Seite und auch Bad-Beats nahm er relativ gelassen sowie mit Anstand hin. Bis Event #50 jedenfalls - dem 5.000 $ Triple Chance No-Limit Holdem Turnier. Bei einem Flop von 943 hatte er mit Pocket-Dreier seinen Drilling getroffen und seine sowie die Chips seines Kontrahenten, der lediglich A9 hielt, gingen in die Mitte. Dann kam es, wie es kommen musste und wie es vielleicht sogar einige gehofft haben. Turn 9…River eine weitere 4 und sein Gegner zog als massiver Außenseiter nach dem Flop mit einem höheren Full-House am Superstar vorbei und schickte ihn an die Rails. Das war zuviel für Hellmuth und er fing an, seinen Frust direkt am Tisch loszulassen: „Willst du mich verarschen?“, „Wo zur Hölle hast du verdammt noch mal das Pokerspielen gelernt?“ sowie „du spielst so unglaublich schlecht Poker!“ waren nur einige der Sprüche, die sich sein immer noch Chips aufstapelnder Gegner anhören musste. Die beigefügten Schimpfwörter habe ich aus ästhetischen Gründen weggelassen. Am Tisch sorgte sein Ausraster für reichlich Kopfschütteln, aber parallel auch für viel Gelächter. Ich freue mich schon jetzt auf die TV-Bilder!
Das teuerste Kaugummi der Welt
Diverse Geschichten erlebt man einfach nur in der Pokerszene! Es ist das Event#55, das 50.000 $ Championship-Event. Wir schreiben Tag drei und so langsam geht es eins Eingemachte. Immerhin befinden sich über 6 Millionen Dollar im Preispool, allein der Sieger sollte 1,7 Million Dollar erhalten. Ob der US-Amerikaner David Oppenheim gegen Ende des dritten Tages insgeheim gar nicht damit gerechnet hatte soweit zu kommen, entzieht sich meiner Kenntnis, aber gegen Abend gingen ihm jedenfalls seine Lieblings-Kaugummis aus. Und ohne eben diese kann er nicht spielen. Er wendete sich an die zahlreich um den Tisch versammelten Zuschauer und fragte, ob jemand bereit sei, für 40 $ (Lohn) sein favorisiertes Kaugummi (Wert 50 Cent) von einer Tankstelle zu besorgen. Ein Zuschauer bot sich sofort an. Da es die spezielle Sorte jedoch nur an bestimmten Tankstellen gibt und der Zuschauer erklärte, dass er kein Auto habe, gab Oppenheim ihm noch weitere 20 $ für das Taxi. Eine halbe Stunde später erfolgte die Übergabe der Packung und Oppenheim konnte endlich wieder sein A-Game spielen. Das Ende des Tages erreichte er zwar, für das Preisgeld reichte es im weiteren Verlauf des Turniers letztendlich dann doch nicht. Wer von euch Oppenheims Kaufpreis in Höhe von 60 $ für eine Packung Chewing-Gums noch toppen kann, der möge seine Geschichte bitte an mich richten!
60 Dollar wert? No way!
Super-GAU / Raketenstart
Main Event - Tag 1b. An Tisch-Nr. 254 im Amazon-Room wird die gerade erst dritte Hand des Turniers gespielt, auf das sich viele Teilnehmer gewiss seit mehreren Monaten unheimlich gefreut haben. So auch der US-Amerikaner Bryan Colin. Er hatte es sich am Tisch gerade so richtig gemütlich gemacht, seine Sachen ausgepackt und als er entspannt in seine Hand schaut, findet er Pocket-Könige. Mit einem Standard-Raise aus vorderer Position eröffnet er den Pot, bekommt jedoch vom Spieler am Button ein Reraise. Prima, denkt sich Colin, und ging nun mit einer saftigen Erhöhung nochmals darüber. Sein Gegner hingegen schien in Spiellaune zu sein und erhöhte nun seinerseits abermals, mittlerweile bereits auf 10.000 Chips, einem Drittel des gesamten Stacks. Ob Colin die Gefahr, dass sein Gegner eventuell auch Asse halten könnte, überhaupt in Erwägung gezogen hat, kann ich nicht beurteilen, aber er annoncierte daraufhin seinerseits das All-In. Als sein Kontrahent daraufhin innerhalb von Millisekunden callte und umgehend auch die Asse umdrehte, da dürfte es bei Bryan Collin kurzzeitig wohl im ganzen Körper heftig gezuckt haben. Der direkt damit verbundene Schweißausbruch und die absolute Fassungslosigkeit wandelten sich hingegen 30 Sekunden später in ein wahres Freudegefühl um, denn der Dealer drehte bereits am Flop einen König um und Colin gewann den Monsterpot! Gerüchten zufolge soll der Spieler mit den Assen noch heute massive Schlafprobleme aufweisen.
Neue 10-Level-Regel sorgt für Unmut
In diesem Jahr gab es einige neue Regeln bei der WSOP. Während einige dieser Veränderungen durchaus Sinn machten, so sorgte speziell eine neue Regel für reichlich Ärger und Unmut. Sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Pokerspielern. Die neue Regel besagt, dass pro Tag maximal 10 Level ausgespielt werden dürfen. An den Turniertagen eins und zwei bereitete dies keine Probleme. Jetzt kam es aber während der Wochen in Vegas gleich über ein Dutzend Male vor, dass der Final Table nicht innerhalb dieser 10 Level rechtzeitig beendet werden konnte. Diverse Male befand man sich bereits tief im Heads-Up und einige Male hatte der Führende sogar einen derart gewaltigen Vorsprung an Chips, dass die Entscheidung innerhalb von wenigen Minuten absehbar war. Die Turnierleitung jedoch kannte keine Gnade und hielt sich an die Satzung. Man brach den Turniertag ab und bat die Spieler am nächsten Tag wieder zu kommen. Bei einem Event sogar nur um eine einzige Hand zu spielen! Die mit an der Rail stehenden Fans waren aufgrund dieser überflüssigen Regel nicht unbedingt erfreut, hatten sie teilweise doch über 10 Stunden ausgeharrt um ihren Spieler anzufeuern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Passus sicher noch mal überdacht wird und im nächsten Jahr eine bessere Lösung gefunden wird.
Gibt es einen WSOP-Fluch für die Deutschen?
Die kurz vor der WSOP zu Ende gegangene SCOOP (Spring Championship of Online Poker) bei der weltweit größten Online-Plattform Pokerstars deutete eigentlich daraufhin, dass die Deutschen auch in Las Vegas ganz groß auftrumpfen könnten. Bei der SCOOP sahnten die Deutschen richtig ab und konnten sich durchweg in allen Kategorien vor den anderen größeren Pokernationen wie England, Russland oder Kanada durchsetzen. Durch das Fernbleiben der US-Amerikaner gewannen die Deutschen bei der SCOOP nicht nur die meisten Titel, sondern konnten auch das höchste Gesamtpreisgeld, die meisten Cashes sowie auch die meisten Finaltischplatzierungen erringen. Die Form passte also und alles sprach dafür, dass es nach dem Fiasko 2010, als bei der WSOP bereits totale Flaute angesagt war, in diesem Jahr alles besser würde. Wenn mir zu Beginn der Weltmeisterschaft dann jedoch jemand mitgeteilt hätte, dass vor dem Event #39 die 71-Jährige US-Amerikanerin Odette Tremblay (9. Platz beim Event #8 - 1.000 $ NL-Holdem) mehr Finaltischplatzierungen aufweisen würde als die gesamte Armada der deutsche Pokerstars zusammen, dann hätte ich diese Person gewiss als komplett verrückt erklärt. Aber es war so! Max Lehmannski’s 14. Platz beim Event #20 war bis dato die beste Platzierung. Gott sei Dank brach Jan Collado zumindest den Finaltisch-Fluch und errang einen dritten Platz beim Event #39, dem 2.500 $ PL Omaha/PL Holdem Turnier. Aber zu einem Bracelet langte es für die weltweit hinter den USA zweitstärkste Pokernation wie im vergangenen Jahr wieder nicht und an der mangelnden Anzahl von Teilnehmern kann es wie 2010 gewiss nicht gelegen haben. Gibt es bestimmte Ursachen für das abermals enttäuschende Abschneiden der Deutschen in Las Vegas? Liegt es schlicht und einfach an der Varianz beim Poker oder spielen die Deutschen Top-Stars aufgrund fehlender Live-Erfahrung Online einfach stärker? Dass es nicht von irgendwelchen klimatischen Veränderungen abhängig ist oder der weiten Reise geschuldet ist, zeigten wie im vergangen Jahr die Briten, Franzosen sowie auch die russischen Spieler, die 2011 zusammen 10 Bracelets holten und jeweils auch eine Vielfaches an Finaltisch-Platzierungen im Vergleich zu den Deutschen aufzuweisen hatten. Ich mache einfach mal die Varianz als Ursache fest und hoffe ganz fest, dass im nächsten Jahr der große Durchbruch gelingt und es bei der WSOP 2012 für unsere Jungs nur so regnet an fetten Preisgeldern und Armbändern!
Quo Vadis Limit Holdem?
Zu häufig in der Vergangenheit schwelgen sollte man nicht. Zumindest habe ich es so gelernt. Aber hier und dann denke ich doch noch sehr gern an die Zeiten um 2005/2006 zurück, als die Variante Limit Holdem noch überaus populär war und auch ich Online quasi jeden Tag mehrere Stunden spielte und damit meinen Lebensunterhalt verdiente. Bei den größeren Online-Plattformen wimmelte es in den Limits $10/20, $15/30 sowie $20/40 (und auch darüber) seinerzeit von starken einheimischen Spielern, die ebenso wie ich gewaltige Vorteile über die Gegner am Tisch hatten. Bis auf ein paar Dutzend starker ausländischer Spieler gehörte diese Variante zur absoluten Vormachtsstellung der Deutschen. Über die Jahre hingegen hat aber nicht nur die Variante Limit Holdem an sich reichlich an Popularität eingebußt, sondern auch die Liebe zu dieser Pokervariante scheint den Spielern hier zu Lande ein wenig abhanden gekommen zu sein. Online findet man in den höheren Limits kaum noch Akteure aus good old Germany und auch bei den Limit Events der WSOP muss man in den Siegerlisten lange suchen und weit nach unten blättern um überhaupt mal eine deutsche Flagge zu erblicken. Bei vier von fünf Limit-Turnieren gingen die Deutschen gar gänzlich leer aus. Lediglich beim Event #41 landeten Markus Herbel sowie Thomas Schulze im Preisgeld. Es wäre schade um dieses schöne technische Spiel, wenn sich der Trend der letzten Jahre weiter fortsetzte und Limit Holdem irgendwann mal sogar ganz aussterben sollte.
Gutes Timing für die Luckbox
Bubble-Boy bei einem Pokerturnier zu werden, ist immer grausam. Wenn aber das Startgeld 50.000 $ beträgt und selbst in der untersten Preisgeldstufe 108.500 $ ausgezahlt werden, dann tut es mindestens doppelt so weh! Sebastian Ruthenberg hätte um ein Haar ein Liedchen davon singen können. Beim Event #55, dem 50.000 $ Poker Player Chapionship Turnier, lag er bei noch 17 verbliebenen Teilnehmern auf dem vorletzten Platz an Chips und jede verlorene Hand hätte das Ende bedeuten können. Der Hamburger wäre damit leer ausgegangen und vier lange und vor allen Dingen sehr anstrengende Pokertage wären somit komplett für die Katz gewesen. Es ging aber gut aus für Nr. 1 der deutschen All-Time Moneyliste. Der US-Amerikaner Robert Mizrachi wurde unglücklicher Bubble-Boy und Sebastian konnte, obwohl er nur wenige Hände nach Mizrachi ausschied, zumindest noch ein sechsstelliges Preisgeld kassieren.
Die Jugend auf dem Vormarsch
Zum ersten Male wurden während der diesjährigen WSOP auch einige demographische Daten ausgewertet. Bei den insgesamt 57 verschiedenen Turnieren, die über einen Zeitraum von über sechs Wochen ausgetragen wurden, beteiligten sich übrigens so viele Teilnehmer wie nie zuvor. Ganz klar ein Indiz dafür, dass Poker
weiterhin an Popularität gewinnt und ein Abebben des Booms noch längst nicht bevor steht. Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer betrug exakt 37,33 Jahre. Das durchschnittliche Alter derjenigen Spieler, die im Preisgeld landeten, betrug 36,3 Jahre. Das durchschnittliche Alter der Akteure, die den Finaltisch bei den einzelnen Events erreichten, hingegen nur noch 33,6 Lenze. Bei der Berechnung des durchschnittlichen Alters aller Bracelet-Gewinner kam man nur noch auf ein Alter von 31,1 Jahren. Zwar dürfte speziell bei den letzten beiden Statistiken auch noch ein wenig Varianz im Spiel sein, aber die Richtung ist eindeutig vorgegeben: Die Jugend ist auf dem Vormarsch und ich gehe jede Wette ein, dass die Durchschnittswerte im nächsten Jahr noch weiter runter gehen. Wer anderer Meinung ist, darf sich hinsichtlich eines Wettangebotes gern an mich wenden.
Bestechungsversuch fehlgeschlagen
Für einen Pokerspieler gibt es nichts Schlimmeres, als einen sehr guten bis übermächtigen Gegner, der obendrein noch mit sehr vielen Chips ausgestattet ist, zu seiner Linken sitzen zu haben. Wenn der Tisch dann noch short-handed ist, kann man schnell mal durchdrehen. Genau dieses Schicksal ereilte dem US-Amerikaner Jared Bleznick beim Event #35, dem 5.000 $ PL Omaha six-handed Turnier. Es waren noch 21 Spieler im Wettbewerb und direkt zu seiner Linken hatte er Vanessa Selbst sitzen. Die US-Amerikanerin gilt als derzeit weltweit stärkste Pokerspielerin und es schien, als habe sie einfach tödliche Reads auf Bleznick. Wenn Bleznick bluffte, dann callte Selbst. Wenn er raiste und eine einigermaßen gute Hand hatte, dann reraiste sie und wenn Bleznick eine Rakete auf der Hand hatte…ja klar, dann passte sie natürlich. Dieses Spielchen wiederholte sich über mehrere Stunden, Jared sah seine Felle und vor allen Dingen seine Chips schwimmen und irgendwann sah er nur noch einen einzigen Ausweg. Er brauchte einen Platzwechsel. Er ging zum Turnierdirektor und bot ihm 10.000 $ dafür an, wenn dieser seinem Wunsch nachkommen und ihn umsetzen würde. Dieser hielt das Angebot für einen Scherz und lachte anfangs darüber. Dann aber wiederholte Bleznick sein Angebot und machte dem Direktor unmissverständlich klar, dass er es absolut ernst meinen würde. Daraufhin wies ihn der Turnierdirektor an, dass er sich bitte umgehend auf seinen Platz setzen möge, da er ansonsten disqualifiziert würde. Für Bleznick dürfte knapp eine Stunde später sicherlich ein Traum in Erfüllung gegangen sein, als Vanessa Selbst auf Platz 18 ausgeschieden ist und er endlich wieder frei atmen konnte. Er hingegen erreichte den Finaltisch ebenfalls nicht, bekam aber für Platz 10 immerhin bereits knapp 40.000 $.
Ein weiterer zweiter Platz für Phil Hellmuth Jr.?
Die ”Player of the year-Wertung” während der WSOP erfreut sich seit Jahren besonderer Beliebtheit unter den Spielern und in diesem Jahr war das Duell an der Spitze enorm spannend. Insbesondere Ben Lamb und Phil Hellmuth lieferten sich bis zum Ende hin ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Event #55, dem 50.000 $ Championship Turnier, trug es sich dann zu, dass beide Kontrahenten um diesen begehrten Titel zusätzlich auch noch den Final Table des nach dem Main-Event prestigeträchtigsten Turniers erreichten. Als Ben Lamb dann auf Platz acht ausschied, musste Phil Hellmuth Jr. mindestens Platz vier erreichen um an seinen Landsmann vorbeizuziehen. Mit Platz zwei gelang ihm dies und Hellmuth übernahm vor dem Main-Event somit die Führung in der Wertung, die alljährlich den Spieler des Jahres bei der WSOP kürt. Lamb jedoch könnte mit einem guten Abscheiden beim Main-Event diesen begehrten Platz eins wieder zurückerobern. Am Tag 1b des Main-Events kam er überaus erfolgreich aus den Startlöchern und konnte am Ende des ersten Turniertages unglaubliche 188.000 Chips eintüten. Es wäre unfassbar, wenn Phil Hellmuth Jr. nach drei zweiten Plätzen, wobei ihm das Bracelet gleich mehrere Male quasi erst in letzter Sekunde geraubt wurde, auch dieser sicher geglaubte Titel kurz vor Toresschluss noch entrissen würde. Dafür müsste Ben Lamb, nachdem Phil Hellmuth am Tag vier des Main Events knapp vor dem Preisgeld ausgeschieden ist, mindestens Platz 137 erreichen. Mit knapp über einer Millionen Chips und damit unter den Top 30 im Ranking liegend, standen die Chancen für Ben Lamb nicht schlecht, als ich den Artikel zur Druckfreigabe abgeschickt habe. Au Weia, Phil!
Phil Hellmuth Jr. verpennt
Phil Hellmuth Jr. ist dafür bekannt, dass er bei großen Turnieren gern mal etwas später aufkreuzt. Er liebt es nun mal im Rampenlicht zu stehen. Als sein Platz am Tag 2a des Main-Events nach einer Stunde jedoch immer noch leer war, da machte sich Mike Matusow doch ein paar Sorgen um seinen Busenfreund. Immerhin hatte Hellmuth seinen ersten Turniertag mit nur 11.800 Chips überstanden und die Blinds waren im Verhältnis zu den verbliebenen Chips schon enorm hoch. Matusow versuchte Phil Hellmuth über sein Mobiltelefon zu erreichen, aber dies war ausgeschaltet. Auch der Telefonhörer seines Hotelzimmers war daneben gelegt und niemand erreichbar. Matusow erwirkte, dass Sicherheitsoffiziere des Hotels das Zimmer des Pokerstars aufbrachen (es war ein ’Do Not Disturb’ Schild ausgehängt), da er befürchtete, dass etwas Schreckliches passiert sein könnte. Denn er kannte seinen Kumpel und wusste, dass Hellmuth angesichts des Chipstacks und der hohen Blinds ganz gewiss pünktlich erschienen wäre. Die Security-Leute und auch Mike Matusow waren umso erstaunter, als sie Phil Hellmuth beim Schlafen entdeckten. Der Pokerchamp hatte gedacht, dass er erst einen Tag später spielen müsse und sich ein wenig aufs Ohr gelegt. Innerhalb von fünf Minuten wurde im Schnelltempo kurz geduscht und sich ein wenig frisch gemacht und dann ging es mit dem Taxi im Eiltempo ins Rio, wo er knapp zwei Stunden zu spät endlich ins Geschehen eingreifen konnte um seine verbliebenen 7.675 Chips zu verteidigen. Dass er aber “ausgeschlafen“ war, bewies er bereits kurze Zeit später, als er in einen Pot verwickelt war und der Flop 982 mit drei Piken brachte. Hellmuth setzte an, sein Gegner ging daraufhin All-In. Als Hellmuth überlegte, intervenierte sein Kontrahent und sagte: „Phil, ich zeige dir gern meine Hand, wenn du passt“. Daraufhin antwortete der Champ: „Kid, du brauchst mir deine Hand nicht zu zeigen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du AQ mit dem As von Pik hältst“. Als Hellmuth Jr. kurze danach seine Hand ablegte, drehte sein Gegner in der Tat AQ um und natürlich hielt er das Pik As. Im Laufe des Tages konnte Hellmuth seinen Stack dann fast verzehnfachen und erreichte locker den dritten Turniertag. Der Altmeister befindet sich in blendender Verfassung!
91-Jährige Ellen Deeb stinksauer
Im letzten Jahr war Jack Ury mit 97 Jahren der älteste Teilnehmer beim Main-Event der WSOP. Leider verstarb Ury im Februar diesen Jahres. Dadurch wurde die 91-Jährige US-Amerikanerin Ellen Deeb beim diesjährigen Main-Event der World Series of Poker zur ältesten Teilnehmerin. Sie startete am Tag 1c, aber kurz vor Ende des zweiten Breaks lief sie mit Q6 suited und zwei geflopten Paaren bei einem Flop von Q86 in das Set 8er ihres Kontrahenten. Dieser machte dann einen massiven Overbet und die Großmutter von Online-Pokerchampion Shaun Deeb stand vor einer sehr wichtigen Entscheidung. Ihr Turnierleben stand auf dem Spiel. Sie machte den mutigen Call, aber die Hand ihres Gegners hielt und Ellen Deeb war ausgeschieden. Die 91-Jährige griff in ihre Handtasche, holte Einhundert 100-Dollar-Scheine heraus und wendete dich an den Dealer mit den Worten: „ReBuy bitte“! Daraufhin machte man ihr klar, dass es sich um Shoot-out Event handele und hierbei generell keine Re-Buys möglich seien. Die Grand Madame zog enttäuscht, aber auch reichlich angesäuert von dannen und ich befürchte, dass es im Hause Deeb ein wenig Ärger geben könnte, da Enkelsohn Shaun ihr im Vorfeld offenkundig nicht mitgeteilt hat, dass sie kein ReBuy machen darf!
Ellen Deeb - 91-Jahre und damit älteste Teilnehmerin beim Main-Event
Donnerstag, Oktober 20, 2011
Mann oder Frau - Wer pokert besser?
Nach mehreren Monaten Pause heute mal wieder ein kleines Lebenszeichen von mir. Und zwar ein Artikel, wo ich Männer und Frauen am Pokertisch vergleiche. Wer spielt besser?
In den nächsten Tagen werde ich dann so peu á peu erzählen, was es im Sommer alles an News gab und vor allen Dingen werde ich auch einen längeren Schottland-Reisebericht einstellen. Das Land, wo ich den ganzen September verbracht habe und in das ich mich Kopf über verliebt habe!
Würde mich natürlich freuen, wenn ihr eure Meinungen (Mann vs. Frau am Pokertisch) als Kommentar ebenfalls hinterlassen würdet!
Viele Grüße
Potti
--------------------------
Startete man in der Pokerszene diesbezüglich eine Umfrage, so würde man bei den männlichen Befragten aufgrund von Majestätsbeleidigung vermutlich nur Kopfschütteln oder Stirnrunzeln ernten und wahrscheinlich für längere Zeit erhebliche Probleme bekommen überhaupt noch ernst genommen zu werden. „Poker ist ein Männersport und wird es auch immer bleiben. Dass Männer die mit Abstand besseren Pokerspieler sind, darüber kann es ja wohl überhaupt keine Zweifel geben“. So oder so ähnlich würden die Antworten aussehen, wenn sich ein männlicher Pokerspieler überhaupt herablassen würde, ernsthaft auf die gestellte Frage einzugehen.
Nun, auf den ersten Blick mag man(n) Recht haben. Schaut man auf die Fakten und Turnierergebnisse der letzten Jahre, insbesondere Jahrzehnte, so scheint diese Aussage in der Tat auch einwandfrei belegbar zu sein. In den Ergebnislisten des Main Events der jährlich in Las Vegas stattfindenden WSOP, der offiziellen Poker-Weltmeisterschaft, findet man in den letzten 40 Jahren mit Barbara Enright (1995) überhaupt nur eine einzige Frau, die jemals den Final Table erreicht hat. Dem gegenüber stehen 359 Finaltisch-Teilnahmen von Männern!
Auch bei der World Poker Tour (WPT) sind die Machtverhältnisse eindeutig geklärt. 118 Turniere sind seit 2002 ausgetragen worden und bislang gelang es lediglich zwei Frauen den Titel zu gewinnen. Bei der in Europa überaus populären Turnierserie der EPT sehen die Fakten ähnlich aussagekräftig aus. 67 Turniere sind seit der Gründung im Jahre 2004 ausgetragen worden. 64 Mal siegte das
„starke“ Geschlecht - dem gegenüber stehen lediglich drei siegreiche Frauen.
Auch in der All-Time Money-List, in der die jemals gewonnenen Turnierpreisgelder aller Pokerspieler/-innen weltweit aufgelistet werden, befinden sich unter den Top 400 Spielern lediglich 10 Frauen. Scheinbar eindeutige Verhältnisse, oder?
Dennoch könnte man gerade hier das erste Mal ein klein wenig ins Grübeln kommen. Denn während sehr viele der im Ranking weit oben gelisteten männlichen Akteure bereits seit einem Jahrzehnt und teilweise noch viel länger in der Pokerszene aktiv sind, so haben etliche der dort gelisteten Frauen wesentlich weniger Zeit benötigt um sich in den Ranklisten weit oben anzusiedeln. Die beiden US-Amerikanerinnen Vanessa Selbst (101.) und Vanessa Rousso (149.), die Norwegerin Annette Obrestad sowie auch die Britin Liv Boeree oder Sandra Naujoks aus Berlin haben ihre Erfolge allesamt in den letzten fünf Jahren eingefahren. Würde Vanessa Selbst zum Beispiel über die nächsten vier Jahre bei Turnieren ähnlich gut abschneiden wie in den vergangenen 10 Monaten, so stünde sie bereits 2015 auf Platz 1 der All-Time Money-List. Dabei spielt die ehemalige Jura-Studentin erst seit drei Jahren professionell Poker!
Geht man mit der Analyse noch ein wenig weiter, so stellt man schnell fest, dass der Anteil der teilnehmenden Frauen bei größeren Turnieren mit etwa 2% derzeit noch verschwindend gering ist. Beim kürzlich ausgetragenen EPT Event in Kopenhagen zum Beispiel waren unter den 449 gemeldeten Teilnehmern lediglich 6 Frauen, was einem Anteil von nur 1,33% entspricht. Auf 80 Männer kam somit nur eine einzige Frau! Stellt man die Zahlen nun ins Verhältnis zu den bisherigen EPT-Siegen von Frauen (3 von 67), so könnte man(n) doch schon ein wenig mehr ins Grübeln kommen.
Noch mehr Angst dürfte dem männlichen Geschlecht allerdings machen, was amerikanische Wissenschaftler in Studien eindeutig bewiesen haben. Frauen erfüllen viele, für das Pokern unerlässliche Voraussetzungen eindeutig besser als ihre männlichen Kontrahenten.
• Multi-Tasking
Frauen sind geeigneter für Multi-Tasking. Gerade am Pokertisch kann dieses enorme Vorteile haben. Sich auf der einen Seite zwar angeregt mit dem Sitznachbarn zu unterhalten, parallel aber das Spiel beobachten und Verhaltensmuster der Gegner studieren. Welcher Mann beherrscht das schon? Frauen ist dieses Talent quasi mit in die Wiege gelegt worden.
• Siebter Sinn
Durch die weiblichen Hirnzellen können Frauen Körpersprache und Mimik viel schneller wahrnehmen. Dadurch bedingt können sie Bluffs ihrer männlichen Kontrahenten viel schneller und insbesondere präziser aufspüren. Ein gewaltiger Vorteil beim Poker!
• Mathematik
Hirnforscher der US-Universität in Pittsburgh fanden heraus, dass Frauen aufgrund ihrer wesentlich besseren Zell-Vernetzung schneller und auch exakter rechnen können. Wer sich intensiv mit dem Pokerspiel beschäftigt hat, der weiß, dass diese Gabe beim Poker unabdingbar ist.
• Drucksituationen
Gerät ein Mann in eine Druck- oder Stresssituation, so wird sein Körper umgehend vom Hormon Cortisol überflutet. Chaos und Hektik sowie unüberlegte und überhastete Entscheidungen sind oftmals die Konsequenz aus diesem Zustand. Gerade bei Pokerturnieren hat dieses häufig fatale Folgen. Bei Frauen hingegen bleibt dieser Cortisol-Spiegel erheblich geringer und sie verhalten sich generell deutlich cooler und ruhiger.
• Ausdauer
Bedingt durch die Tatsache, dass der weibliche Körper den Sauerstoff wesentlich besser nutzt als der männliche Körper, besitzen Frauen durchschnittlich eine höhere Ausdauer. Wer jemals ein über mehrere Tage andauerndes Pokerturnier gespielt und dabei Tag für Tag teils mehr als 10 Stunden auf seinem Allerwertesten gesessen hat, der weiß, dass neben Geduld, Disziplin und vielen anderen kleinen Faktoren auch die Ausdauer ein nicht zu unterschätzender Bestandteil für dauerhaften Erfolg beim Poker ist. Wissenschaftler prophezeien übrigens, dass es in vielen Ausdauersportarten (z.B. beim Marathonlauf) in weniger als 30 Jahren einen Machtwechsel geben wird und die Frauen dann sogar schneller sind als die weltbesten Männer!
• Aggressivität
Aggressives Verhalten gehört zum Standard-Repertoire eines jeden erfolgreichen Pokerspielers und grundsätzlich könnte man(n) meinen, dass gerade hier der entscheidende Vorteil beim männlichen Geschlecht liegt. Falsch! Eine pokertechnische Analyse der Spielerinnen Selbst, Rousso oder Obrestad während ihrer Siege bei größeren Turnieren konnte klar belegen, dass diese Spielerinnen weitaus höhere Aggressions-Werte aufwiesen als Männer bei Siegen in ähnlich hochrangigen Events.
Etliche Fakten, bei denen man(n) ein wenig Angst bekommen könnte, zumindest aber ein wenig nachdenklich werden dürfte, was die langfristige Orientierung und Stellung des Mannes beim Poker betrifft.
Und das, obwohl ein ganz wichtiger Aspekt bislang noch überhaupt nicht berücksichtigt wurde. Nämlich der, dass eine Frau neben den oben aufgeführten Vorteilen am Pokertisch noch eine weitere ganz gefährliche Waffe in Hinterhand hält, für die wir Männer bislang kein Gegenmittel oder Schutz gefunden haben, jedenfalls die meisten von uns☺. Der Einsatz ihrer weiblichen Reize!
Ein vielleicht etwas tiefer geschnittenes Dekoltee…ein geschulter Blick in die Augen des Kontrahenten, verbunden mit einem aufreizenden Wimpernaufschlag…einfach über seine Witze lachen oder ihm ein nettes Kompliment machen. Eine Frau hat ungeheuer viele Möglichkeiten die Testosteron-Hormone des Mannes recht schnell und einfach in Wallung zu bringen. Spätestens dann ist es in der Regel um einen geschehen und man(n) wird zum wehrlosen Spielball der Frau.
Man denkt man befände sich gerade im heißesten Flirt seit ewigen Zeiten und verplant unter Umständen gedanklich schon den Verlauf einer gemeinsamen Nacht; und ehe man sich versieht, liegen die eigenen Chips auf einmal schön sortiert vor der attraktiven Sitznachbarin. Eben jener bezaubernden Dame, mit der man vor fünf Minuten noch so intensiv geflirtet zu haben schien. Die einem zuvor bestätigt hatte, wie sympathisch man doch sei und welche man daraufhin in diversen direkten Duellen chip-technisch mehrere Male gewaltig verschonte. Man steht auf, das Turnier ist vorzeitig und jäh beendet. Sie jedoch bleibt sitzen…das nächste Opfer bereits längst im Visier.
Aber wer spielt denn nun besser Poker? Männer oder Frauen? Letztendlich wird sich diese Frage wohl nie eindeutig und abschließend beantworten lassen.
Stark zu bezweifeln sein dürfte aber, dass der Anteil weiblicher Teilnehmer bei Pokerturnieren in absehbarer Zukunft sprunghaft nach oben schießen wird. Und allein deshalb wird Poker auch vorerst eine absolute Männerdomäne bleiben!
Vanessa Rousso verwickelt ihren Kontrahenten in ein Gespräch. Parallel ist sie allerdings in der Lage die Aktion am Tisch zu verfolgen, während ihr Gegner einzig und allein auf den Flirt konzentriert ist.
Mademoiselle geht über die Humor- und Sympathieschiene und hofft einzig und allein darauf, dass der Typ links von ihr nicht zum wiederholten Mal raised, wenn sie sich mal einen Flop anschauen möchte.
Das Opfer wird vorbereitet!
Der Schein trügt! Sie will väterliche Beschützerinstinkte wecken, aber schlägt im richtigen Moment erbarmungslos zu und ehe man sich versieht, steht man(n) an der Rail!
Die eiskalte Tour kann gerade Männer mit großem Ego sehr schnell aus der Reserve locken und zu Fehlern provozieren.
Die vermeintliche Unschuld vom Lande. In Wahrheit ist die Fünftplatzierte in der All-Time-Money-Wertung ihres Landes!
Er steckt bereist so tief in der Falle, dass es kein Entrinnen mehr gibt. Nur er selbst ahnt noch nichts von seinem Schicksal. Sie hingegen hat sich bereits das nächste Opfer ausgeguckt!
Melanie Weisner taxiert ihren männlichen Kontrahenten. Blufft er oder hat er die Hand, die er gerade repräsentiert? Auf ihren siebten Sinn können Frauen sich in der Regel absolut verlassen!
Top-Model Jayde Nicole geht ausschließlich über die Testosteron-Schiene. Wer sie check-raised oder gar aus dem Turnier befördert, sollte dringend einen Arzttermin mit seinem Urologen vereinbaren!
In den nächsten Tagen werde ich dann so peu á peu erzählen, was es im Sommer alles an News gab und vor allen Dingen werde ich auch einen längeren Schottland-Reisebericht einstellen. Das Land, wo ich den ganzen September verbracht habe und in das ich mich Kopf über verliebt habe!
Würde mich natürlich freuen, wenn ihr eure Meinungen (Mann vs. Frau am Pokertisch) als Kommentar ebenfalls hinterlassen würdet!
Viele Grüße
Potti
--------------------------
Startete man in der Pokerszene diesbezüglich eine Umfrage, so würde man bei den männlichen Befragten aufgrund von Majestätsbeleidigung vermutlich nur Kopfschütteln oder Stirnrunzeln ernten und wahrscheinlich für längere Zeit erhebliche Probleme bekommen überhaupt noch ernst genommen zu werden. „Poker ist ein Männersport und wird es auch immer bleiben. Dass Männer die mit Abstand besseren Pokerspieler sind, darüber kann es ja wohl überhaupt keine Zweifel geben“. So oder so ähnlich würden die Antworten aussehen, wenn sich ein männlicher Pokerspieler überhaupt herablassen würde, ernsthaft auf die gestellte Frage einzugehen.
Nun, auf den ersten Blick mag man(n) Recht haben. Schaut man auf die Fakten und Turnierergebnisse der letzten Jahre, insbesondere Jahrzehnte, so scheint diese Aussage in der Tat auch einwandfrei belegbar zu sein. In den Ergebnislisten des Main Events der jährlich in Las Vegas stattfindenden WSOP, der offiziellen Poker-Weltmeisterschaft, findet man in den letzten 40 Jahren mit Barbara Enright (1995) überhaupt nur eine einzige Frau, die jemals den Final Table erreicht hat. Dem gegenüber stehen 359 Finaltisch-Teilnahmen von Männern!
Auch bei der World Poker Tour (WPT) sind die Machtverhältnisse eindeutig geklärt. 118 Turniere sind seit 2002 ausgetragen worden und bislang gelang es lediglich zwei Frauen den Titel zu gewinnen. Bei der in Europa überaus populären Turnierserie der EPT sehen die Fakten ähnlich aussagekräftig aus. 67 Turniere sind seit der Gründung im Jahre 2004 ausgetragen worden. 64 Mal siegte das
„starke“ Geschlecht - dem gegenüber stehen lediglich drei siegreiche Frauen.
Auch in der All-Time Money-List, in der die jemals gewonnenen Turnierpreisgelder aller Pokerspieler/-innen weltweit aufgelistet werden, befinden sich unter den Top 400 Spielern lediglich 10 Frauen. Scheinbar eindeutige Verhältnisse, oder?
Dennoch könnte man gerade hier das erste Mal ein klein wenig ins Grübeln kommen. Denn während sehr viele der im Ranking weit oben gelisteten männlichen Akteure bereits seit einem Jahrzehnt und teilweise noch viel länger in der Pokerszene aktiv sind, so haben etliche der dort gelisteten Frauen wesentlich weniger Zeit benötigt um sich in den Ranklisten weit oben anzusiedeln. Die beiden US-Amerikanerinnen Vanessa Selbst (101.) und Vanessa Rousso (149.), die Norwegerin Annette Obrestad sowie auch die Britin Liv Boeree oder Sandra Naujoks aus Berlin haben ihre Erfolge allesamt in den letzten fünf Jahren eingefahren. Würde Vanessa Selbst zum Beispiel über die nächsten vier Jahre bei Turnieren ähnlich gut abschneiden wie in den vergangenen 10 Monaten, so stünde sie bereits 2015 auf Platz 1 der All-Time Money-List. Dabei spielt die ehemalige Jura-Studentin erst seit drei Jahren professionell Poker!
Geht man mit der Analyse noch ein wenig weiter, so stellt man schnell fest, dass der Anteil der teilnehmenden Frauen bei größeren Turnieren mit etwa 2% derzeit noch verschwindend gering ist. Beim kürzlich ausgetragenen EPT Event in Kopenhagen zum Beispiel waren unter den 449 gemeldeten Teilnehmern lediglich 6 Frauen, was einem Anteil von nur 1,33% entspricht. Auf 80 Männer kam somit nur eine einzige Frau! Stellt man die Zahlen nun ins Verhältnis zu den bisherigen EPT-Siegen von Frauen (3 von 67), so könnte man(n) doch schon ein wenig mehr ins Grübeln kommen.
Noch mehr Angst dürfte dem männlichen Geschlecht allerdings machen, was amerikanische Wissenschaftler in Studien eindeutig bewiesen haben. Frauen erfüllen viele, für das Pokern unerlässliche Voraussetzungen eindeutig besser als ihre männlichen Kontrahenten.
• Multi-Tasking
Frauen sind geeigneter für Multi-Tasking. Gerade am Pokertisch kann dieses enorme Vorteile haben. Sich auf der einen Seite zwar angeregt mit dem Sitznachbarn zu unterhalten, parallel aber das Spiel beobachten und Verhaltensmuster der Gegner studieren. Welcher Mann beherrscht das schon? Frauen ist dieses Talent quasi mit in die Wiege gelegt worden.
• Siebter Sinn
Durch die weiblichen Hirnzellen können Frauen Körpersprache und Mimik viel schneller wahrnehmen. Dadurch bedingt können sie Bluffs ihrer männlichen Kontrahenten viel schneller und insbesondere präziser aufspüren. Ein gewaltiger Vorteil beim Poker!
• Mathematik
Hirnforscher der US-Universität in Pittsburgh fanden heraus, dass Frauen aufgrund ihrer wesentlich besseren Zell-Vernetzung schneller und auch exakter rechnen können. Wer sich intensiv mit dem Pokerspiel beschäftigt hat, der weiß, dass diese Gabe beim Poker unabdingbar ist.
• Drucksituationen
Gerät ein Mann in eine Druck- oder Stresssituation, so wird sein Körper umgehend vom Hormon Cortisol überflutet. Chaos und Hektik sowie unüberlegte und überhastete Entscheidungen sind oftmals die Konsequenz aus diesem Zustand. Gerade bei Pokerturnieren hat dieses häufig fatale Folgen. Bei Frauen hingegen bleibt dieser Cortisol-Spiegel erheblich geringer und sie verhalten sich generell deutlich cooler und ruhiger.
• Ausdauer
Bedingt durch die Tatsache, dass der weibliche Körper den Sauerstoff wesentlich besser nutzt als der männliche Körper, besitzen Frauen durchschnittlich eine höhere Ausdauer. Wer jemals ein über mehrere Tage andauerndes Pokerturnier gespielt und dabei Tag für Tag teils mehr als 10 Stunden auf seinem Allerwertesten gesessen hat, der weiß, dass neben Geduld, Disziplin und vielen anderen kleinen Faktoren auch die Ausdauer ein nicht zu unterschätzender Bestandteil für dauerhaften Erfolg beim Poker ist. Wissenschaftler prophezeien übrigens, dass es in vielen Ausdauersportarten (z.B. beim Marathonlauf) in weniger als 30 Jahren einen Machtwechsel geben wird und die Frauen dann sogar schneller sind als die weltbesten Männer!
• Aggressivität
Aggressives Verhalten gehört zum Standard-Repertoire eines jeden erfolgreichen Pokerspielers und grundsätzlich könnte man(n) meinen, dass gerade hier der entscheidende Vorteil beim männlichen Geschlecht liegt. Falsch! Eine pokertechnische Analyse der Spielerinnen Selbst, Rousso oder Obrestad während ihrer Siege bei größeren Turnieren konnte klar belegen, dass diese Spielerinnen weitaus höhere Aggressions-Werte aufwiesen als Männer bei Siegen in ähnlich hochrangigen Events.
Etliche Fakten, bei denen man(n) ein wenig Angst bekommen könnte, zumindest aber ein wenig nachdenklich werden dürfte, was die langfristige Orientierung und Stellung des Mannes beim Poker betrifft.
Und das, obwohl ein ganz wichtiger Aspekt bislang noch überhaupt nicht berücksichtigt wurde. Nämlich der, dass eine Frau neben den oben aufgeführten Vorteilen am Pokertisch noch eine weitere ganz gefährliche Waffe in Hinterhand hält, für die wir Männer bislang kein Gegenmittel oder Schutz gefunden haben, jedenfalls die meisten von uns☺. Der Einsatz ihrer weiblichen Reize!
Ein vielleicht etwas tiefer geschnittenes Dekoltee…ein geschulter Blick in die Augen des Kontrahenten, verbunden mit einem aufreizenden Wimpernaufschlag…einfach über seine Witze lachen oder ihm ein nettes Kompliment machen. Eine Frau hat ungeheuer viele Möglichkeiten die Testosteron-Hormone des Mannes recht schnell und einfach in Wallung zu bringen. Spätestens dann ist es in der Regel um einen geschehen und man(n) wird zum wehrlosen Spielball der Frau.
Man denkt man befände sich gerade im heißesten Flirt seit ewigen Zeiten und verplant unter Umständen gedanklich schon den Verlauf einer gemeinsamen Nacht; und ehe man sich versieht, liegen die eigenen Chips auf einmal schön sortiert vor der attraktiven Sitznachbarin. Eben jener bezaubernden Dame, mit der man vor fünf Minuten noch so intensiv geflirtet zu haben schien. Die einem zuvor bestätigt hatte, wie sympathisch man doch sei und welche man daraufhin in diversen direkten Duellen chip-technisch mehrere Male gewaltig verschonte. Man steht auf, das Turnier ist vorzeitig und jäh beendet. Sie jedoch bleibt sitzen…das nächste Opfer bereits längst im Visier.
Aber wer spielt denn nun besser Poker? Männer oder Frauen? Letztendlich wird sich diese Frage wohl nie eindeutig und abschließend beantworten lassen.
Stark zu bezweifeln sein dürfte aber, dass der Anteil weiblicher Teilnehmer bei Pokerturnieren in absehbarer Zukunft sprunghaft nach oben schießen wird. Und allein deshalb wird Poker auch vorerst eine absolute Männerdomäne bleiben!
Vanessa Rousso verwickelt ihren Kontrahenten in ein Gespräch. Parallel ist sie allerdings in der Lage die Aktion am Tisch zu verfolgen, während ihr Gegner einzig und allein auf den Flirt konzentriert ist.
Mademoiselle geht über die Humor- und Sympathieschiene und hofft einzig und allein darauf, dass der Typ links von ihr nicht zum wiederholten Mal raised, wenn sie sich mal einen Flop anschauen möchte.
Das Opfer wird vorbereitet!
Der Schein trügt! Sie will väterliche Beschützerinstinkte wecken, aber schlägt im richtigen Moment erbarmungslos zu und ehe man sich versieht, steht man(n) an der Rail!
Die eiskalte Tour kann gerade Männer mit großem Ego sehr schnell aus der Reserve locken und zu Fehlern provozieren.
Die vermeintliche Unschuld vom Lande. In Wahrheit ist die Fünftplatzierte in der All-Time-Money-Wertung ihres Landes!
Er steckt bereist so tief in der Falle, dass es kein Entrinnen mehr gibt. Nur er selbst ahnt noch nichts von seinem Schicksal. Sie hingegen hat sich bereits das nächste Opfer ausgeguckt!
Melanie Weisner taxiert ihren männlichen Kontrahenten. Blufft er oder hat er die Hand, die er gerade repräsentiert? Auf ihren siebten Sinn können Frauen sich in der Regel absolut verlassen!
Top-Model Jayde Nicole geht ausschließlich über die Testosteron-Schiene. Wer sie check-raised oder gar aus dem Turnier befördert, sollte dringend einen Arzttermin mit seinem Urologen vereinbaren!
Dienstag, Juni 07, 2011
Manchester Madrid Memphis...Bingo!
Bei meinem letzten Blogeintrag vor sechs Wochen befand ich mich noch inmitten einer wahren Euphoriephase.
Meine Sportwetten-Tickets für Schalke 04 sowie für die Memphis Grizzlies waren “heiß“ und zugegebenermaßen verschwand ich häufiger Gedanken damit, was ich mit denn netten Auszahlungssummen wohl anstellen könnte. Schöner Urlaub? Bisschen was an der Börse riskieren? Tja, frei nach dem Motto „Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“ kommt es erstens anders und zweitens wie man denkt.
Bei Schalke 04 war es nicht einmal knapp. Nachdem die Königsblauen bereits im Hinspiel gegen Manchester sang- und klanglos untergingen und hier mit dem 0:2 sicher noch sehr gut bedient waren, war das Rückspiel eigentlich nur noch Formsache. Wir, ein paar durchgeknallte S04-Fans und ich (als relativ neutral Mitreisender) machten uns dennoch auf den Weg nach Manchester um das mögliche Wunder LIVE im Old Trafford mitzuerleben. Es war ein sehr schöner und sehr kurzweiliger Trip in einer für mich überraschend schönen Stadt. Hätte ich von Manchester so gar nicht erwartet. Es war alles ungemein sauber, der Stadtkern sehr kompakt und gemütlich, es wimmelte von netten Kneipen und das Wetter spielte auch mit. Als wir am Dienstag, einen Tag vor dem Spiel, zudem davon erfuhren, dass Manchester United im Rückspiel quasi nur mit der B-Elf auflaufen würde, machte ich mir zugegebenermaßen auch noch bezüglich meines Wettscheines wieder ernsthafte Hoffnungen. Da geht vielleicht noch was! Ein 0:2 gegen eine billige Reservemannschaft von ManU könnte schnell aufgeholt sein!
Wir redeten es uns mit steigendem Alkoholpegel mehr und mehr ein und ich denke, dass ich irgendwann sogar selbst fest daran glaubte, dass Schalke sicher ins Endspiel der Championsleague einziehen würde. Ab ins Wettbüro um daraus auch noch ein wenig Kapital zu schlagen. Und dort passierte mir etwas, was ich vorher noch nie in meinem Leben erlebte.
Als wir, allesamt in königsblauen Jerseys gekleidet, das Wettbüro betraten, wurden wir gleich zu Beginn schon ein wenig angelächelt. Vielleicht hatten die Engländer ein wenig Mitleid mit uns nach dem doch sehr einseitigen Hinspiel. Am Wettschalter, mir saßen drei Personen gegenüber, fragte ich dann nach, welche Quote wir erhalten würden, wenn wir auf ein 2:0 für Schalke nach 90 Minuten tippen würden, wobei zudem Raul das 1:0 erzielen würde. Die drei Personen schauten sich ungläubig an…und fingen an zu lachen! Ja, sie lachten uns regelrecht aus. Einer der Drei handelte dann und bot mir an, die Wettquote dafür selbst eintragen zu dürfen…lol. Nach oben keine Grenze. Er gab mir quasi einen Blanko-Schein. Fairerweise einigten wir uns dann auf eine Quote von 150:1 und wir entrichteten einen Obolus von 5 Pfund. Na ja…das Ende vom Lied kennt ihr. Nach 25 Minuten hatte auch die B-Elf von Manchester alle Träume zerstört und es stand bereits 2:0 gegen Schalke.
Ein paar Tage später ging es dann nach Madrid zum Finale der EPT. Ich war zuvor noch nie in der spanischen Metropole. Und auch hier wurde ich überaus angenehm überrascht. Eine wirklich tolle Stadt! Zwar sehr weitläufig gelegen und im Gegensatz zu Manchester, wo der City-Kern komplett zu Fuß begehbar ist, ist man hier schon auf die Metro oder einen fahrbaren Untersatz angewiesen. Aber aufgrund des angenehmen Klimas könnte ich mir schon vorstellen in Madrid eine längere Zeit zu leben. Vermutlich werde ich sogar dort hinziehen, denn ich habe eine todsichere Methode entdeckt dort Geld zu verdienen => Bingo spielen.
Mit meinem Kommentatoren-Kollegen Krawinkel war ich im Viertel “La Latina“ zunächst in einer gemütlichen Taverne “versackt“ und wir haben es uns gut gehen lassen. Ordentlich angeheitert zogen wir dann durch die Gassen des überaus lebhaften Viertels, als wir eine größere Bingohalle entdeckten und uns dort hinein wagten.
Im um 1.00 Uhr nachts mit knapp 100 Personen gut besetzten Saal fanden wir dann noch ein paar freie Plätze und holten uns gleich je zwei Scheine für das anstehende Spiel. Ich habe keine Ahnung, ob es an unserem Bierkonsum lag oder ob es dort immer so schnell abgeht, aber als es dann losging, verloren wir bereits nach der dritten gezogenen Zahl völlig die Kontrolle und hatten beim Ankreuzen nicht den Hauch einer Chance. Bevor ich die Nummern auf meinem Schein überhaupt gefunden - geschweige denn angekreuzt - hatte, waren bereits die nächsten beiden Zahlen gezogen und annonciert worden. Es ging wirklich im Sekunden-Takt….cuarenta y uno…ochenta y siete…treinta y nueve…Bam Bam Bam. Keine Chance! Es hätte mich überhaupt nicht gewundert, wenn Markus oder ich bereits zu Beginn den Siegerschein vor uns liegen hatten, denn obwohl wir quasi nur jede dritte gezogene Zahl überhaupt mitbekamen, fehlten mir auf meinem Schein, als dann der Erste „Bingo“ schrie, lediglich drei Nummern.
Aber wird sind ja nicht dumm. Im nächsten Spiel gingen wir zunächst mal von zwei Scheinen auf je einen runter und zudem bemerkten wir, dass wir gar nicht immer nach vorn auf das große Board schauen mussten, sondern auch in der Tischmitte ein kleiner Monitor angebracht war, wo wir die gezogenen Zahlen mitverfolgen konnten. Spiel zwei war noch knapp…bei Carlos fehlten lediglich zwei Zahlen. Spiel drei schenkten wir gegen Mitte ab, da wir uns mehr um die neue Bierbestellung und dessen Bezahlung kümmern mussten und dabei gleich ein Dutzend Zahlen verpassten. Zu diesem Zeitpunkt wird vermutlich nicht nur die an unserem Tisch zuständige Ticketverkäuferin uns als “Dead-money“ eingeordnet haben. Aber sie haben die Allemannos unterschätzt!
Im vierten Spiel lief es gut, mir fehlten lediglich noch drei Zahlen….aber es war noch früh im Match, denn auch von den anderen Tischen kam noch kein Gemurmel rüber, welches meist darauf schließen lässt, dass irgend jemanden nur noch eine Zahl fehlt. Dann ging es Schlag auf Schlag. Cincuenta y seis…Treffer! Sesenta y tres…Treffer…veintitrés…Bingo! Ich schrie so laut, dass man vermutlich noch drei Straßen weiter gedacht haben muss im San Bernabeu sei das 1:0 für Real gefallen. Kurze Überprüfung des Scheins und keine 30 Sekunden später lagen schlappe 200 Euro auf unserem Tisch. Wir ließen es anschließend etwas lockerer angehen. Schließlich wollten wir den Spaniern ja nicht den kompletten Abend versauen…lol. Es wird aber gewiss nicht mein letzter Besuch in einer Bingohalle gewesen sein. Beim nächsten Mal wird richtig abgeräumt.
Das EPT Finale lief dann aus deutscher Sicht ebenfalls sehr gut und Torsten Brinkmann aus Osnabrück konnte den zweiten Platz erringen, wofür er 900.000 Euro kassierte. Es war nicht nur spannend, sondern auch das Kommentieren hat riesig Spaß gemacht. Auch das Turnier der Champions, zu dem alle EPT-Gewinner der letzten sieben Jahre eingeladen waren, war ein voller Erfolg und hat wohl nicht nur den Mitwirkenden, sondern auch uns am Mikrophon sehr viel Freude bereitet. Zumal mit Vicky Coren, Liv Boeree, Sandra Naujoks sowie den sehr unterhaltsamen Roberto Romanello und Ben Wilinofsky einige meiner absoluten Lieblingsspieler mit am TV-Tisch saßen. Gewonnen hat es dann Jason Mercier aus den USA. Sandra ist unglückliches Bubble-Girl geworden.
Kommen wir kurz zur NBA. Memphis im Viertelfinale gegen die Oklahoma City Thunder. Nachdem die Grizzlies im Achtelfinale gegen die an Nr. 1 gesetzten San Antonio Spurs so genial gespielt haben und den Favoriten mit 4:2 Siegen ausschalten konnten, war ich mir wirklich sicher, dass sie auch gegen OKC gewinnen würden. Und es wurde abermals eine Serie nach dem Motto Spitz auf Knopf. Zwei Spiele sind in Overtime, eines davon sogar in Triple-Overtime entschieden worden. Am Ende ging den Grizzlies meines Erachtens ein wenig die Luft aus und vielleicht haben sie auch selbst nicht mehr so wirklich an den Erfolg geglaubt. Auf jeden Fall haben sie im siebten und entscheidenden Spiel verloren…und ich damit meinen zweiten Wettschein innerhalb von wenigen Tagen auch. Ich (Ochse) hatte mich natürlich nicht gegen versichert und stand da nun mit leeren Händen. Egal, im nächsten Jahr wird wieder neu angegriffen und vermutlich werde ich da mal gleich zu Beginn ein bisschen was auf die Grizzlies bringen. Immerhin ist dann auch wieder ihr Top-Spieler, Rudy Gay, wieder mit von der Partie. Sollte ich eine Quote von 50:1 oder darüber bekommen, werde ich gewiss wieder auf Memphis setzen.
Im Finale stehen sich nun die Dallas Mavericks und die Miami Heat gegenüber. Vor gut einem halben Jahr habe ich noch in einem e-Mail an ein paar Freunde aus München geschrieben, dass die Miami Heat dieses Jahr ganz sicher das Ding nach Hause shippen. Mit dem Dreigestirn Dwyane Wade, Lebron James und Chris Bosh sind sie einfach zu stark besetzt. Als die Mavs jedoch das zweite Spiel in Miami gewonnen haben, da dachte ich, dass Dallas es vielleicht doch schaffen könnte. Dennoch: ich bleibe bei meiner Meinung! So sehr ich Dirk Nowitzki diesen noch fehlenden Titel gönnen würde, es wird auch in diesem Jahr nicht reichen. Miami hat einfach die stärkeren Einzelspieler und das wird am Ende den Ausschlag geben. Wirklich einzige Ausnahme wäre, wenn Jason Terry und Peja Stojakovic in den noch ausstehenden Spielen über sich hinaus wachsen und ihre Trefferquote drastisch steigt. Nur dann traue ich den Mavericks den Titel zu. Ansonsten wird es 4:2 oder 4:3 für die Miami Heats ausgehen.
Pokertechnisch gibt es nicht viel Neues. Habe nur zweimal gespielt in den letzten Wochen. Zum einen das obligatorische Monatsturnier in Verl. Leider lief es auch dort nicht gut und ich schied bereits vor dem Final Table aus. Zwar in Form eines Suck-Outs (mein Gegner traf einen 3-Outer), aber auch das gehört nun mal zum Poker. Kannste nix machen. Meine direkten Konkurrenten an der Spitze im Kampf um die Jahreswertung haben allerdings auch nicht gepunktet, so dass alle Chancen weiterhin gegeben sind meinen Vor-Vorjahreserfolg zu wiederholen. Dann noch eine Online-Session, wo ich an drei Double-oder-Nothing Pot Limit Omaha Single-Table Events teilnahm. Habe bei allen drei Events unter den Top Fünf gecashed. Zwar nur mit recht kleinen Einsätzen, macht hat eine Menge Spaß gemacht.
So, wie sehen die nächsten Wochen aus?
Bis auf das Schreiben einiger Artikel für das ROYAL FLUSH Magazin und das Moderieren einiger kleinerer Pokerveranstaltungen im heimischen Raum steht nicht viel auf dem Programm. Die EPT-Saison geht erst im Herbst wieder los. Irgendwie hoffe ich ja immer noch, dass irgendjemand aus der Pokerbranche die Tage anruft und mich damit beauftragt, die Livestreams der WSOP für die deutschsprachigen Zuschauer live in Las Vegas vor Ort zu kommentieren. Zum ersten Mal überhaupt gibt es nämlich von fast jedem Event ein Livestream über das I-Net. Da ich aber mittlerweile erfahren habe, dass die Übertragungen überwiegend sogar ganz ohne Kommentator ins Netz gestellt werden, bleibt es zu 99,9% wohl nur bei der Hoffnung! Dennoch, aufgeben tue ich diese erst, wenn das Main-Event gestartet ist!
Fundstück der Woche:
Die ’Kelly-Family’ ist sicherlich noch allen, definitiv aber zumindest den älteren Lesern dieses Blogs, ein Begriff. Zugegeben…ich habe mir die Kellys damals zwar angehört, aber ein ausgesprochener Fan war ich gewiss nie. Dann habe ich vor ein paar Tagen im TV mal eine paar Ausschnitte der damaligen Konzerte gesehen und war irgendwie total beeindruckt. 10 Geschwister zusammen auf der Bühne, dazu hörte es sich auch noch total super an. Habe dann mal ein wenig auf Youtube gesucht und bin auf folgendes Video gestoßen. Die Kellys treten in einer Sendung im Fernsehen auf und singen den Song ’Amazing Grace’, von Natur aus ein sehr gefühlvolles Lied. Dazu muss man sagen, dass es das absolute Lieblingslied ihrer Mutter war, die ein paar Jahre zuvor an Krebs gestorben war. Während des Auftritts wird Paddy Kelly, der spätere Frontsänger, dann von seinen Emotionen total überwältigt. Ich dann leider auch…..schauts euch an:
http://www.youtube.com/watch?v=IoL5-TUat5o
Den Lesern, die derzeit in Las Vegas sind, wünsche ich auf diesem Wege natürlich alles erdenklich Gute! Ich tippe mal, dass es in diesem Jahr mindestens 5 Final Table Platzierungen für deutsche Spieler gibt. Wäre doch super, wenn es auch ein oder zwei Bracelets gibt, nachdem wir im letzten Jahr bereits leer ausgegangen sind.
Grüße
Potti
Meine Sportwetten-Tickets für Schalke 04 sowie für die Memphis Grizzlies waren “heiß“ und zugegebenermaßen verschwand ich häufiger Gedanken damit, was ich mit denn netten Auszahlungssummen wohl anstellen könnte. Schöner Urlaub? Bisschen was an der Börse riskieren? Tja, frei nach dem Motto „Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“ kommt es erstens anders und zweitens wie man denkt.
Bei Schalke 04 war es nicht einmal knapp. Nachdem die Königsblauen bereits im Hinspiel gegen Manchester sang- und klanglos untergingen und hier mit dem 0:2 sicher noch sehr gut bedient waren, war das Rückspiel eigentlich nur noch Formsache. Wir, ein paar durchgeknallte S04-Fans und ich (als relativ neutral Mitreisender) machten uns dennoch auf den Weg nach Manchester um das mögliche Wunder LIVE im Old Trafford mitzuerleben. Es war ein sehr schöner und sehr kurzweiliger Trip in einer für mich überraschend schönen Stadt. Hätte ich von Manchester so gar nicht erwartet. Es war alles ungemein sauber, der Stadtkern sehr kompakt und gemütlich, es wimmelte von netten Kneipen und das Wetter spielte auch mit. Als wir am Dienstag, einen Tag vor dem Spiel, zudem davon erfuhren, dass Manchester United im Rückspiel quasi nur mit der B-Elf auflaufen würde, machte ich mir zugegebenermaßen auch noch bezüglich meines Wettscheines wieder ernsthafte Hoffnungen. Da geht vielleicht noch was! Ein 0:2 gegen eine billige Reservemannschaft von ManU könnte schnell aufgeholt sein!
Wir redeten es uns mit steigendem Alkoholpegel mehr und mehr ein und ich denke, dass ich irgendwann sogar selbst fest daran glaubte, dass Schalke sicher ins Endspiel der Championsleague einziehen würde. Ab ins Wettbüro um daraus auch noch ein wenig Kapital zu schlagen. Und dort passierte mir etwas, was ich vorher noch nie in meinem Leben erlebte.
Als wir, allesamt in königsblauen Jerseys gekleidet, das Wettbüro betraten, wurden wir gleich zu Beginn schon ein wenig angelächelt. Vielleicht hatten die Engländer ein wenig Mitleid mit uns nach dem doch sehr einseitigen Hinspiel. Am Wettschalter, mir saßen drei Personen gegenüber, fragte ich dann nach, welche Quote wir erhalten würden, wenn wir auf ein 2:0 für Schalke nach 90 Minuten tippen würden, wobei zudem Raul das 1:0 erzielen würde. Die drei Personen schauten sich ungläubig an…und fingen an zu lachen! Ja, sie lachten uns regelrecht aus. Einer der Drei handelte dann und bot mir an, die Wettquote dafür selbst eintragen zu dürfen…lol. Nach oben keine Grenze. Er gab mir quasi einen Blanko-Schein. Fairerweise einigten wir uns dann auf eine Quote von 150:1 und wir entrichteten einen Obolus von 5 Pfund. Na ja…das Ende vom Lied kennt ihr. Nach 25 Minuten hatte auch die B-Elf von Manchester alle Träume zerstört und es stand bereits 2:0 gegen Schalke.
Ein paar Tage später ging es dann nach Madrid zum Finale der EPT. Ich war zuvor noch nie in der spanischen Metropole. Und auch hier wurde ich überaus angenehm überrascht. Eine wirklich tolle Stadt! Zwar sehr weitläufig gelegen und im Gegensatz zu Manchester, wo der City-Kern komplett zu Fuß begehbar ist, ist man hier schon auf die Metro oder einen fahrbaren Untersatz angewiesen. Aber aufgrund des angenehmen Klimas könnte ich mir schon vorstellen in Madrid eine längere Zeit zu leben. Vermutlich werde ich sogar dort hinziehen, denn ich habe eine todsichere Methode entdeckt dort Geld zu verdienen => Bingo spielen.
Mit meinem Kommentatoren-Kollegen Krawinkel war ich im Viertel “La Latina“ zunächst in einer gemütlichen Taverne “versackt“ und wir haben es uns gut gehen lassen. Ordentlich angeheitert zogen wir dann durch die Gassen des überaus lebhaften Viertels, als wir eine größere Bingohalle entdeckten und uns dort hinein wagten.
Im um 1.00 Uhr nachts mit knapp 100 Personen gut besetzten Saal fanden wir dann noch ein paar freie Plätze und holten uns gleich je zwei Scheine für das anstehende Spiel. Ich habe keine Ahnung, ob es an unserem Bierkonsum lag oder ob es dort immer so schnell abgeht, aber als es dann losging, verloren wir bereits nach der dritten gezogenen Zahl völlig die Kontrolle und hatten beim Ankreuzen nicht den Hauch einer Chance. Bevor ich die Nummern auf meinem Schein überhaupt gefunden - geschweige denn angekreuzt - hatte, waren bereits die nächsten beiden Zahlen gezogen und annonciert worden. Es ging wirklich im Sekunden-Takt….cuarenta y uno…ochenta y siete…treinta y nueve…Bam Bam Bam. Keine Chance! Es hätte mich überhaupt nicht gewundert, wenn Markus oder ich bereits zu Beginn den Siegerschein vor uns liegen hatten, denn obwohl wir quasi nur jede dritte gezogene Zahl überhaupt mitbekamen, fehlten mir auf meinem Schein, als dann der Erste „Bingo“ schrie, lediglich drei Nummern.
Aber wird sind ja nicht dumm. Im nächsten Spiel gingen wir zunächst mal von zwei Scheinen auf je einen runter und zudem bemerkten wir, dass wir gar nicht immer nach vorn auf das große Board schauen mussten, sondern auch in der Tischmitte ein kleiner Monitor angebracht war, wo wir die gezogenen Zahlen mitverfolgen konnten. Spiel zwei war noch knapp…bei Carlos fehlten lediglich zwei Zahlen. Spiel drei schenkten wir gegen Mitte ab, da wir uns mehr um die neue Bierbestellung und dessen Bezahlung kümmern mussten und dabei gleich ein Dutzend Zahlen verpassten. Zu diesem Zeitpunkt wird vermutlich nicht nur die an unserem Tisch zuständige Ticketverkäuferin uns als “Dead-money“ eingeordnet haben. Aber sie haben die Allemannos unterschätzt!
Im vierten Spiel lief es gut, mir fehlten lediglich noch drei Zahlen….aber es war noch früh im Match, denn auch von den anderen Tischen kam noch kein Gemurmel rüber, welches meist darauf schließen lässt, dass irgend jemanden nur noch eine Zahl fehlt. Dann ging es Schlag auf Schlag. Cincuenta y seis…Treffer! Sesenta y tres…Treffer…veintitrés…Bingo! Ich schrie so laut, dass man vermutlich noch drei Straßen weiter gedacht haben muss im San Bernabeu sei das 1:0 für Real gefallen. Kurze Überprüfung des Scheins und keine 30 Sekunden später lagen schlappe 200 Euro auf unserem Tisch. Wir ließen es anschließend etwas lockerer angehen. Schließlich wollten wir den Spaniern ja nicht den kompletten Abend versauen…lol. Es wird aber gewiss nicht mein letzter Besuch in einer Bingohalle gewesen sein. Beim nächsten Mal wird richtig abgeräumt.
Das EPT Finale lief dann aus deutscher Sicht ebenfalls sehr gut und Torsten Brinkmann aus Osnabrück konnte den zweiten Platz erringen, wofür er 900.000 Euro kassierte. Es war nicht nur spannend, sondern auch das Kommentieren hat riesig Spaß gemacht. Auch das Turnier der Champions, zu dem alle EPT-Gewinner der letzten sieben Jahre eingeladen waren, war ein voller Erfolg und hat wohl nicht nur den Mitwirkenden, sondern auch uns am Mikrophon sehr viel Freude bereitet. Zumal mit Vicky Coren, Liv Boeree, Sandra Naujoks sowie den sehr unterhaltsamen Roberto Romanello und Ben Wilinofsky einige meiner absoluten Lieblingsspieler mit am TV-Tisch saßen. Gewonnen hat es dann Jason Mercier aus den USA. Sandra ist unglückliches Bubble-Girl geworden.
Kommen wir kurz zur NBA. Memphis im Viertelfinale gegen die Oklahoma City Thunder. Nachdem die Grizzlies im Achtelfinale gegen die an Nr. 1 gesetzten San Antonio Spurs so genial gespielt haben und den Favoriten mit 4:2 Siegen ausschalten konnten, war ich mir wirklich sicher, dass sie auch gegen OKC gewinnen würden. Und es wurde abermals eine Serie nach dem Motto Spitz auf Knopf. Zwei Spiele sind in Overtime, eines davon sogar in Triple-Overtime entschieden worden. Am Ende ging den Grizzlies meines Erachtens ein wenig die Luft aus und vielleicht haben sie auch selbst nicht mehr so wirklich an den Erfolg geglaubt. Auf jeden Fall haben sie im siebten und entscheidenden Spiel verloren…und ich damit meinen zweiten Wettschein innerhalb von wenigen Tagen auch. Ich (
Im Finale stehen sich nun die Dallas Mavericks und die Miami Heat gegenüber. Vor gut einem halben Jahr habe ich noch in einem e-Mail an ein paar Freunde aus München geschrieben, dass die Miami Heat dieses Jahr ganz sicher das Ding nach Hause shippen. Mit dem Dreigestirn Dwyane Wade, Lebron James und Chris Bosh sind sie einfach zu stark besetzt. Als die Mavs jedoch das zweite Spiel in Miami gewonnen haben, da dachte ich, dass Dallas es vielleicht doch schaffen könnte. Dennoch: ich bleibe bei meiner Meinung! So sehr ich Dirk Nowitzki diesen noch fehlenden Titel gönnen würde, es wird auch in diesem Jahr nicht reichen. Miami hat einfach die stärkeren Einzelspieler und das wird am Ende den Ausschlag geben. Wirklich einzige Ausnahme wäre, wenn Jason Terry und Peja Stojakovic in den noch ausstehenden Spielen über sich hinaus wachsen und ihre Trefferquote drastisch steigt. Nur dann traue ich den Mavericks den Titel zu. Ansonsten wird es 4:2 oder 4:3 für die Miami Heats ausgehen.
Pokertechnisch gibt es nicht viel Neues. Habe nur zweimal gespielt in den letzten Wochen. Zum einen das obligatorische Monatsturnier in Verl. Leider lief es auch dort nicht gut und ich schied bereits vor dem Final Table aus. Zwar in Form eines Suck-Outs (mein Gegner traf einen 3-Outer), aber auch das gehört nun mal zum Poker. Kannste nix machen. Meine direkten Konkurrenten an der Spitze im Kampf um die Jahreswertung haben allerdings auch nicht gepunktet, so dass alle Chancen weiterhin gegeben sind meinen Vor-Vorjahreserfolg zu wiederholen. Dann noch eine Online-Session, wo ich an drei Double-oder-Nothing Pot Limit Omaha Single-Table Events teilnahm. Habe bei allen drei Events unter den Top Fünf gecashed. Zwar nur mit recht kleinen Einsätzen, macht hat eine Menge Spaß gemacht.
So, wie sehen die nächsten Wochen aus?
Bis auf das Schreiben einiger Artikel für das ROYAL FLUSH Magazin und das Moderieren einiger kleinerer Pokerveranstaltungen im heimischen Raum steht nicht viel auf dem Programm. Die EPT-Saison geht erst im Herbst wieder los. Irgendwie hoffe ich ja immer noch, dass irgendjemand aus der Pokerbranche die Tage anruft und mich damit beauftragt, die Livestreams der WSOP für die deutschsprachigen Zuschauer live in Las Vegas vor Ort zu kommentieren. Zum ersten Mal überhaupt gibt es nämlich von fast jedem Event ein Livestream über das I-Net. Da ich aber mittlerweile erfahren habe, dass die Übertragungen überwiegend sogar ganz ohne Kommentator ins Netz gestellt werden, bleibt es zu 99,9% wohl nur bei der Hoffnung! Dennoch, aufgeben tue ich diese erst, wenn das Main-Event gestartet ist!
Fundstück der Woche:
Die ’Kelly-Family’ ist sicherlich noch allen, definitiv aber zumindest den älteren Lesern dieses Blogs, ein Begriff. Zugegeben…ich habe mir die Kellys damals zwar angehört, aber ein ausgesprochener Fan war ich gewiss nie. Dann habe ich vor ein paar Tagen im TV mal eine paar Ausschnitte der damaligen Konzerte gesehen und war irgendwie total beeindruckt. 10 Geschwister zusammen auf der Bühne, dazu hörte es sich auch noch total super an. Habe dann mal ein wenig auf Youtube gesucht und bin auf folgendes Video gestoßen. Die Kellys treten in einer Sendung im Fernsehen auf und singen den Song ’Amazing Grace’, von Natur aus ein sehr gefühlvolles Lied. Dazu muss man sagen, dass es das absolute Lieblingslied ihrer Mutter war, die ein paar Jahre zuvor an Krebs gestorben war. Während des Auftritts wird Paddy Kelly, der spätere Frontsänger, dann von seinen Emotionen total überwältigt. Ich dann leider auch…..schauts euch an:
http://www.youtube.com/watch?v=IoL5-TUat5o
Den Lesern, die derzeit in Las Vegas sind, wünsche ich auf diesem Wege natürlich alles erdenklich Gute! Ich tippe mal, dass es in diesem Jahr mindestens 5 Final Table Platzierungen für deutsche Spieler gibt. Wäre doch super, wenn es auch ein oder zwei Bracelets gibt, nachdem wir im letzten Jahr bereits leer ausgegangen sind.
Grüße
Potti
Montag, April 18, 2011
Turniertalent & NBA... I love this Game
Der Lauf geht weiter!
Häufig habe ich in meinen Blogeinträgen vermeldet, dass es beim Zocken irgendwie seltsam abartig läuft und nicht viel zusammen geht. Heute möchte ich aber auch mal verkünden, dass ich derzeit auf einer Welle des Erfolges schwimme und scheinbar alles, was ich aktuell anpacke, funktioniert.
Fangen wir mal mit dem Pokern an. Hatte ja letzten Freitag (hochnäsig) im Blog verkündet, dass ich ein verdammt gutes Gefühl hatte für das am Abend anstehende Pokerturnier in Verl.
19 Teilnehmer waren dann abends am Start…und…ich habe das Ding in der Tat locker nach Hause gefahren. Zwar musste ich im Laufe des Abends drei wichtige Coinflips auf der besseren Seite beenden, aber ich brauchte zumindest keinen einzigen Suckout und bei zwei der drei Coinflips war ich auch nicht komplett All-In und hatte mehr Chips. Habe meiner Meinung nach auch ganz ordentlich gespielt. Lediglich eine einzige Hand habe ich wohl ein wenig -oder vielleicht auch völlig- überpaced.
Hier der Verlauf der besagten Hand:
Ich habe gut 12.000 Chips und der sehr aktive Spieler am Button (Typ: Bluffer, der seine Hände teils völlig überzieht) erhöht bei Blinds von 100/200 auf 600. Small Blind passt. Ich sitze mit Pocket-Siebener im Big Blind, spiele es vorsichtig und calle nur. Der Flop kommt 762 mit zwei Herzen. Top Set!
Ich checke und er spielt 800 nach. Statt hier nur zu callen, check-raise ich auf 1.800 (?). Er called zwar noch einmal, passt aber, als eine Acht am Turn fällt und ich nun von vorn nochmals setze. Hätte ich hier ein schönes check/Call bis zum River gespielt, bin ich mir fast 100%ig sicher, dass er noch zweimal mit Luft (AJ oder so ähnlich) abgefeuert und ich mindestens weitere 5.000 Chips von ihm einkassiert hätte. Aber alle anderen Hände, zumindest aus meiner Sicht, habe ich recht solide gespielt und das Turnier mit Vorankündigung und dicker Fresse nach Hause gebracht… so muss es sein...lol
Die fünf Turniere, an denen ich in diesem Jahr bislang teilgenommen habe, brachten somit folgende Ergebnisse:
- Monatsturnier in Verl (Januar) – 20 Teilnehmer: Platz 3
- internes Turnier in Gütersloh – 12 Teilnehmer: gewonnen
- Turnier in Rozvadov (Tschechien) – 36 Teilnehmer mit 100 € Buy-In: Platz 6 (Bubble-Boy)
- Internes Turnier in Gütersloh – 10 Teilnehmer: gewonnen
- Monatsturnier in Verl (April) – 19 Teilnehmer: gewonnen
Schlummert in mir eventuell doch ein hoffnungsvolles Turniertalent und habe ich über die letzten Jahre beim Cashgame nur sinnlos meine Nerven und viel Zeit vergeudet?
Werde mal schauen, ob ich bei der Anfang Mai beginnenden SCOOP (Spring Championship of Online Poker) diesen Lauf fortsetzen kann.
Fußball
Ok…der BVB ist zwar noch nicht Deutscher Meister, aber gestern ist wohl mehr als nur eine kleine Vorentscheidung gefallen. Bei vier noch ausstehenden Spielen und 8 Punkten Vorsprung sowie dem klar besseren Torverhältnis wird definitiv nichts mehr anbrennen. Am kommenden Wochenende wird der Sack zwar noch nicht final zugemacht, aber ich denke, dass dies dann durchaus bereits am 30.4. (32. Spieltag) passieren könnte und auch wird.
NBA
Auch hier läuft alles wunschgemäß nach Plan. Manchmal ist das Leben eben doch ein Wunschkonzert. “Meine Memphis Grizzlies“ haben gestern bei den hochfavorisierten San Antonio Spurs bereits die erste Duftmarke gesetzt und Game 1 der Playoff-Serie gewonnen. Und was war das für ein geiles und spannendes Spiel!
Gut zwei Minuten vor dem Ende führen die Grizzlies mit 7 Punkten Vorsprung und der Sieg scheint bereits in trockenen Tüchern. Dann verballern wir vier 4 Freiwürfe in Serie, währendder schwule Matt Bonner von den Spurs zwei Dreier innerhalb von ein paar Sekunden bombensicher versenkt. Urplötzlich sind die Spurs mit 4 Punkten vorn bei noch 50 Sekunden Restspielzeit. In diesem Moment ist die Halle zudem ein wahres Tollhaus und die Zuschauer flippen vor Freude aus…Gänsehautstimmung…das Spiel scheint verloren. Zach Randolph mit ein paar schönen Korblegern und dann Shane Battier mit einen sensationellen Dreier aus der Ecke…auf einmal liegen die Grizzlies wiederum mit drei Punkten vorn. Den letzten Dreierversuch vergeigen die Spurs dann 2 Sekunden vor Spielende…ship it…nichts für schwache Nerven…I love this Game…
Ich kann diesen Blogeintrag natürlich nicht abschließen, ohne ein paar Statements zu den Vorkommnissen am vergangen Freitag abzugeben.
Die meisten von euch werden es sicherlich mitbekommen haben…wer noch nicht, der möge sich bitte hier kurz informieren:
http://www.hochgepokert.com/2011/04/15/usa-fbi-jagt-online-poker-anbieter/
Es geht also darum, dass die US-Regierung mehreren Online-Pokerportalen Geldwäsche, illegal angebotenes Glücksspiel und Betrug vorwirft. Alles recht komplex. Natürlich ein bitterer Tag für die Pokerszene…speziell fürs Online-Poker und hier insbesondere für die US-amerikanischen Spieler sowie für die angeklagten Portale.
Nichts desto Trotz wird es natürlich weitergehen. Die Portale werden sich vermutlich nun wiederum verstärkt um den europäischen (und auch asiatischen) Markt kümmern. Die Marktanteile werden sich wieder ein wenig angleichen und unterm Strich könnte dies natürlich auch neue Chancen und Optionen für die europäischen Online-Spieler und auch die kleineren Anbieter bringen.
Wie die großen Online-Portale mit den Wahnsinns-Anklagen der US-Regierung umgehen werden…das bleibt abzuwarten und dies werden die Anwälte klären müssen. Aber ich bin mir einerseits sicher, dass man sich irgendwie gütig einigen wird und zum anderen denke ich, dass es nun wirklich langsam an der Zeit ist, dass man Online-Poker weltweit legalisiert. Mittlerweile spielen nun mal so viele Millionen Menschen Poker…es ist ja nun mal auch ein geiles Spiel…und man kann diesen mit Volldampf fahrenden Zug meines Erachtens nicht mehr aufhalten. Da muss man sich zusammensetzen und Lösungen oder Kompromisse finden. Man kann es nicht einfach verbieten.
Den Song „Somewhere over the rainbow“ liebe ich…im nachfolgenden Video wird er von der bezaubernden Französin Claire Keim gesungen…einfach genial!
http://www.youtube.com/watch?v=c4VBmqlIKdE
Hardcore-Quizfrage (nicht googeln!): Kennt jemand von euch Claire Keim?
Kleiner Tipp: Sie ist mit einem hierzulande doch recht bekannten Sportler verheiratet.
Ich wünsche euch eine wunderschöne Woche.
Grüße
Potti
Häufig habe ich in meinen Blogeinträgen vermeldet, dass es beim Zocken irgendwie seltsam abartig läuft und nicht viel zusammen geht. Heute möchte ich aber auch mal verkünden, dass ich derzeit auf einer Welle des Erfolges schwimme und scheinbar alles, was ich aktuell anpacke, funktioniert.
Fangen wir mal mit dem Pokern an. Hatte ja letzten Freitag (hochnäsig) im Blog verkündet, dass ich ein verdammt gutes Gefühl hatte für das am Abend anstehende Pokerturnier in Verl.
19 Teilnehmer waren dann abends am Start…und…ich habe das Ding in der Tat locker nach Hause gefahren. Zwar musste ich im Laufe des Abends drei wichtige Coinflips auf der besseren Seite beenden, aber ich brauchte zumindest keinen einzigen Suckout und bei zwei der drei Coinflips war ich auch nicht komplett All-In und hatte mehr Chips. Habe meiner Meinung nach auch ganz ordentlich gespielt. Lediglich eine einzige Hand habe ich wohl ein wenig -oder vielleicht auch völlig- überpaced.
Hier der Verlauf der besagten Hand:
Ich habe gut 12.000 Chips und der sehr aktive Spieler am Button (Typ: Bluffer, der seine Hände teils völlig überzieht) erhöht bei Blinds von 100/200 auf 600. Small Blind passt. Ich sitze mit Pocket-Siebener im Big Blind, spiele es vorsichtig und calle nur. Der Flop kommt 762 mit zwei Herzen. Top Set!
Ich checke und er spielt 800 nach. Statt hier nur zu callen, check-raise ich auf 1.800 (?). Er called zwar noch einmal, passt aber, als eine Acht am Turn fällt und ich nun von vorn nochmals setze. Hätte ich hier ein schönes check/Call bis zum River gespielt, bin ich mir fast 100%ig sicher, dass er noch zweimal mit Luft (AJ oder so ähnlich) abgefeuert und ich mindestens weitere 5.000 Chips von ihm einkassiert hätte. Aber alle anderen Hände, zumindest aus meiner Sicht, habe ich recht solide gespielt und das Turnier mit Vorankündigung und dicker Fresse nach Hause gebracht… so muss es sein...lol
Die fünf Turniere, an denen ich in diesem Jahr bislang teilgenommen habe, brachten somit folgende Ergebnisse:
- Monatsturnier in Verl (Januar) – 20 Teilnehmer: Platz 3
- internes Turnier in Gütersloh – 12 Teilnehmer: gewonnen
- Turnier in Rozvadov (Tschechien) – 36 Teilnehmer mit 100 € Buy-In: Platz 6 (Bubble-Boy)
- Internes Turnier in Gütersloh – 10 Teilnehmer: gewonnen
- Monatsturnier in Verl (April) – 19 Teilnehmer: gewonnen
Schlummert in mir eventuell doch ein hoffnungsvolles Turniertalent und habe ich über die letzten Jahre beim Cashgame nur sinnlos meine Nerven und viel Zeit vergeudet?
Werde mal schauen, ob ich bei der Anfang Mai beginnenden SCOOP (Spring Championship of Online Poker) diesen Lauf fortsetzen kann.
Fußball
Ok…der BVB ist zwar noch nicht Deutscher Meister, aber gestern ist wohl mehr als nur eine kleine Vorentscheidung gefallen. Bei vier noch ausstehenden Spielen und 8 Punkten Vorsprung sowie dem klar besseren Torverhältnis wird definitiv nichts mehr anbrennen. Am kommenden Wochenende wird der Sack zwar noch nicht final zugemacht, aber ich denke, dass dies dann durchaus bereits am 30.4. (32. Spieltag) passieren könnte und auch wird.
NBA
Auch hier läuft alles wunschgemäß nach Plan. Manchmal ist das Leben eben doch ein Wunschkonzert. “Meine Memphis Grizzlies“ haben gestern bei den hochfavorisierten San Antonio Spurs bereits die erste Duftmarke gesetzt und Game 1 der Playoff-Serie gewonnen. Und was war das für ein geiles und spannendes Spiel!
Gut zwei Minuten vor dem Ende führen die Grizzlies mit 7 Punkten Vorsprung und der Sieg scheint bereits in trockenen Tüchern. Dann verballern wir vier 4 Freiwürfe in Serie, während
Ich kann diesen Blogeintrag natürlich nicht abschließen, ohne ein paar Statements zu den Vorkommnissen am vergangen Freitag abzugeben.
Die meisten von euch werden es sicherlich mitbekommen haben…wer noch nicht, der möge sich bitte hier kurz informieren:
http://www.hochgepokert.com/2011/04/15/usa-fbi-jagt-online-poker-anbieter/
Es geht also darum, dass die US-Regierung mehreren Online-Pokerportalen Geldwäsche, illegal angebotenes Glücksspiel und Betrug vorwirft. Alles recht komplex. Natürlich ein bitterer Tag für die Pokerszene…speziell fürs Online-Poker und hier insbesondere für die US-amerikanischen Spieler sowie für die angeklagten Portale.
Nichts desto Trotz wird es natürlich weitergehen. Die Portale werden sich vermutlich nun wiederum verstärkt um den europäischen (und auch asiatischen) Markt kümmern. Die Marktanteile werden sich wieder ein wenig angleichen und unterm Strich könnte dies natürlich auch neue Chancen und Optionen für die europäischen Online-Spieler und auch die kleineren Anbieter bringen.
Wie die großen Online-Portale mit den Wahnsinns-Anklagen der US-Regierung umgehen werden…das bleibt abzuwarten und dies werden die Anwälte klären müssen. Aber ich bin mir einerseits sicher, dass man sich irgendwie gütig einigen wird und zum anderen denke ich, dass es nun wirklich langsam an der Zeit ist, dass man Online-Poker weltweit legalisiert. Mittlerweile spielen nun mal so viele Millionen Menschen Poker…es ist ja nun mal auch ein geiles Spiel…und man kann diesen mit Volldampf fahrenden Zug meines Erachtens nicht mehr aufhalten. Da muss man sich zusammensetzen und Lösungen oder Kompromisse finden. Man kann es nicht einfach verbieten.
Den Song „Somewhere over the rainbow“ liebe ich…im nachfolgenden Video wird er von der bezaubernden Französin Claire Keim gesungen…einfach genial!
http://www.youtube.com/watch?v=c4VBmqlIKdE
Hardcore-Quizfrage (nicht googeln!): Kennt jemand von euch Claire Keim?
Kleiner Tipp: Sie ist mit einem hierzulande doch recht bekannten Sportler verheiratet.
Ich wünsche euch eine wunderschöne Woche.
Grüße
Potti
Freitag, April 15, 2011
Meine Tipps sind noch heiß!
Die Woche ist wirklich super gelaufen für mich!
Die EPT in Berlin war ein Riesenerfolg...knapp 800 Teilnehmer und alles ist ohne Zwischenfälle abgewickelt worden. Habe zudem noch einige nette und sehr interessante(!) Menschen in Berlin kennen gelernt. Dazu aber dann in einem anderen Blog dann wesentlich mehr und auch ausführlicher.
Zum anderen sind meine „Pferde noch heiß“.
Die Memphis Grizzlies haben die reguläre Saison nach einigen, meiner Meinung nach evtl. sogar geplanten, Niederlagen auf Platz 8 in der Western Conference abgeschlossen und spielen jetzt wie erhofft und prognostiziert in der ersten Play-Off Runde gegen die San Antonio Spurs. Drei der Top-Stars der Grizzlies haben in den letzten Spielen jedoch gar nicht bzw. nur sehr kurz gespielt und ich hoffe, dass dies wirklich nur rein taktisch bedingt war und keine ernsthaften Verletzungen vorliegen. Das wäre nämlich wirklich schade. Wenn meine Jungs durch die Bank fit sind, so rechne ich stark damit, dass wir die Spurs in der Best-of-seven Serie weghauen…mein Tipp: 4:2 für Memphis.
Auch der S04 hat souverän das Halbfinale in der CL erreicht. Hierzu muss ich noch ein bisschen sagen. Vermutlich bin ich wohl einer der ganz wenigen Bundesbürger, die sowohl für den BVB 09 als auch für den S04 sympathisieren (etwas mehr für den BVB…lol)! Ich weiß, dass das eigentlich nicht geht, aber es ist halt so….ich kann’s nicht ändern.
Wenn es sogar ganz krumm läuft, dann werde ich im schwarz-gelben Jersey am 14.5. die deutsche Meisterschaft feiern, mich dann aber mindestens genauso freuen, wenn der S04 zwei Wochen später die Champions-League gewinnt. Na gut, für beide Teams ist es noch ein steiniger Weg, aber ich schließe mal gar nichts aus. Wäre doch der Hammer fürs Ruhrgebiet, oder?
Mit ein paar Freunden werde ich sogar zum Halbfinal-Rückspiel des S04 mit nach Manchester fliegen und mir das Spiel im Old Trafford anschauen. Alles schon gebucht…freu’ mich sehr auf den Trip!
Hinsichtlich meiner Wette habe ich mir überlegt, dass ich im Halbfinale volles Risiko gehe und mich nicht “gegenversichere“, indem ich auf ManU setze. Denke, dass der S04 Manchester deshalb schlagen kann, weil sie a) aufgrund der sehr langen Saison konditionell besser drauf und b) Schalke das Momentum hat und zudem vermutlich und hoffentlich auch viel couragierter zu Werke gehen wird.
Poker…heute Abend geht’s zu einem kleineren Turnier nach Verl. So um die 18-20 Teilnehmer. Wie immer Deep-Stack. Bin gut drauf und glaube, dass ich das Ding shippen werde. Zumindest habe ich vom Feeling her ein gutes Gefühl…lol
In diesem Sinne…sonnige Grüße
Potti
Die EPT in Berlin war ein Riesenerfolg...knapp 800 Teilnehmer und alles ist ohne Zwischenfälle abgewickelt worden. Habe zudem noch einige nette und sehr interessante(!) Menschen in Berlin kennen gelernt. Dazu aber dann in einem anderen Blog dann wesentlich mehr und auch ausführlicher.
Zum anderen sind meine „Pferde noch heiß“.
Die Memphis Grizzlies haben die reguläre Saison nach einigen, meiner Meinung nach evtl. sogar geplanten, Niederlagen auf Platz 8 in der Western Conference abgeschlossen und spielen jetzt wie erhofft und prognostiziert in der ersten Play-Off Runde gegen die San Antonio Spurs. Drei der Top-Stars der Grizzlies haben in den letzten Spielen jedoch gar nicht bzw. nur sehr kurz gespielt und ich hoffe, dass dies wirklich nur rein taktisch bedingt war und keine ernsthaften Verletzungen vorliegen. Das wäre nämlich wirklich schade. Wenn meine Jungs durch die Bank fit sind, so rechne ich stark damit, dass wir die Spurs in der Best-of-seven Serie weghauen…mein Tipp: 4:2 für Memphis.
Auch der S04 hat souverän das Halbfinale in der CL erreicht. Hierzu muss ich noch ein bisschen sagen. Vermutlich bin ich wohl einer der ganz wenigen Bundesbürger, die sowohl für den BVB 09 als auch für den S04 sympathisieren (etwas mehr für den BVB…lol)! Ich weiß, dass das eigentlich nicht geht, aber es ist halt so….ich kann’s nicht ändern.
Wenn es sogar ganz krumm läuft, dann werde ich im schwarz-gelben Jersey am 14.5. die deutsche Meisterschaft feiern, mich dann aber mindestens genauso freuen, wenn der S04 zwei Wochen später die Champions-League gewinnt. Na gut, für beide Teams ist es noch ein steiniger Weg, aber ich schließe mal gar nichts aus. Wäre doch der Hammer fürs Ruhrgebiet, oder?
Mit ein paar Freunden werde ich sogar zum Halbfinal-Rückspiel des S04 mit nach Manchester fliegen und mir das Spiel im Old Trafford anschauen. Alles schon gebucht…freu’ mich sehr auf den Trip!
Hinsichtlich meiner Wette habe ich mir überlegt, dass ich im Halbfinale volles Risiko gehe und mich nicht “gegenversichere“, indem ich auf ManU setze. Denke, dass der S04 Manchester deshalb schlagen kann, weil sie a) aufgrund der sehr langen Saison konditionell besser drauf und b) Schalke das Momentum hat und zudem vermutlich und hoffentlich auch viel couragierter zu Werke gehen wird.
Poker…heute Abend geht’s zu einem kleineren Turnier nach Verl. So um die 18-20 Teilnehmer. Wie immer Deep-Stack. Bin gut drauf und glaube, dass ich das Ding shippen werde. Zumindest habe ich vom Feeling her ein gutes Gefühl…lol
In diesem Sinne…sonnige Grüße
Potti
Donnerstag, April 07, 2011
Umzug, Omaha, S04 und die Grizzlies
Jawohl…ich lebe noch! Nach einigen Monate Sendepause ist es wohl mal allerhöchste Zeit für ein kleines Update aus meinem Leben.
Fangen wir zunächst mal mit meinem Umzug an. Im Laufe des Dezembers sowie Anfang Januar bin ich innerhalb Wiedenbrücks umgezogen. Luftlinie nur ein paar Hundert Meter und somit war der Umzug jetzt nicht wirklich allzu stressig, da ich im Vorfeld zwischendurch auch bereits immer mal wieder Sachen in meine neue Butze rüberkutschieren konnte. Somit waren nur zwei größere Umzugstage inkl. Sprinter und ein paar zusätzlichen Händen Hilfe von Nöten um den Rest komplett in mein neues Domizil (75 m² zzgl. kleinem Garten) überzusiedeln. Großen Dank an dieser Stelle übrigens an Jürgen, Markus und Mimo fürs anpacken.
Beim Umzug habe ich auch erst einmal bemerkt, wie viel Mist man doch im Laufe der Jahre ansammelt. Ich habe allein fünf große Kisten mit Büchern voll bekommen. Natürlich auch viele Pokerbücher darunter. Da ich die meisten eh schon mehrere Male gelesen habe, geht das Gros jetzt auch bald weg. Ebay oder sie werden verschenkt. Auch Klamotten, die ich bereits seit über zwei Jahren nicht mehr getragen habe, sind mittlerweile komplett entsorgt worden. Habe mir auch vorgenommen zukünftig nicht mehr alles zu sammeln und jeden Scheiß aufzubewahren nach dem Motto „Wer weiß, vielleicht kannst du es in zwei, drei Jahren ja noch einmal gebrauchen“. Da wird ab jetzt rigoros aussortiert!
Im Verlauf des Januars dann mein mittlerweile fast schon obligatorischer Bahamas-Trip. War natürlich wieder einmal sehr nett, dem strengen Winter hierzulande für ein paar Tage zu entfliehen und das Ganze auch noch bezahlt zu bekommen. Aber die Trips auf die Bahamas werden zumindest aus Wettersicht seltsamerweise und trotz allgemeiner Klimaerwärmung von Jahr zu Jahr bescheidener. Habe ich es 2007, damals war ich zu einem Backgammon-Turnier auf der Insel, hitzetechnisch noch kaum ausgehalten, so war das Wetter schon 2010 nur so lálá. In diesem Jahr war es jedoch katastrophal und wir haben die Sonne lediglich einmal ganz kurz gesehen. Meist hat es sogar richtig gestürmt und geregnet hat es zwischendurch auch etliche Male.
Da dies kein Wetter-, sondern ein Pokerblog ist, kommen wir jetzt mal zum Hauptthema. Auf den Bahamas habe ich nach einigen Wochen Pause mal wieder ein wenig Cashgame (NL200) gespielt und es lief ganz ordentlich. Zumindest ein kleines Plus gemacht. Darüber hinaus führte uns Sandra Naujoks in eine neue Variante des Pokerns sein => 9-Card-Omaha
Ich erkläre mal kurz die Regeln. Es kann mit bis zu fünf Teilnehmern gespielt werden. Jeder Teilnehmer erhält zu Beginn neun Karten ausgeteilt, von denen er eine Karte dann aussortiert bzw. ablegt. In der Regel eine kleine Karte (2 oder 3), die irgendwie nicht ins Blatt/System passt. Jeder behält somit noch acht Karten. Anschließend wird der Flop ausgeteilt. Dann legt jeder Spieler zwei weitere Karten ab, so dass man noch sechs Karten auf der Hand behält. Dann kommt die Turnkarte. Jetzt muss jeder Spieler nochmalig zwei Karten ablegen (behält also 4 über). Zum Schluss die Riverkarte und nun muss man zwei seiner vier verbliebenen Karten einsetzen um ein möglichst gutes Blatt zu bilden.
Wir (Sandra Naujoks, Dragan Galic, Dragan’s Perle sowie mein Kommentatorenkollege Markus Krawinkel) haben es dann so ausgewertet, dass derjenige mit dem besten Blatt 4 Pluspunkte bekam, der Zweitbeste 3 Pts, der Drittbeste 2 Pts usw. Wir haben meist Runden á 10 Spiele absolviert und die beiden Akteure mit der geringsten Punktzahl in der Gesamtwertung dieser 10 Games mussten sich die Zeche, sprich die komplette Rechnung, teilen.
Ich war übrigens nicht ein einziges Mal unter den Verlierern und konnte die Tage im (nicht unbedingt gerade sehr preiswerten) Atlantis-Hotel somit schön auf Kosten der anderen genießen. Kollege Krawinkel hingegen gehörte standardmäßig zu den Losern. Junge, Junge…muss es bei dem in der Liebe gut laufen…lol
Beim Online-Poker habe ich von Ende Dezember bis Ende März eine Pause von zwölf Wochen eingestreut und bin erst vor gut drei Wochen wieder eingestiegen. Und dies bei recht geringen und moderaten Einsätzen. Pot Limit Omaha bei Blinds von 0,50 und 1 $ bzw. sogar noch ein Limit tiefer. Leider habe ich durch die Pause meinen Supernova-Status einbüßen müssen und bin somit wieder ganz unten: Bronze! Aber die Pause scheint mir zumindest spielerisch einigermaßen gut getan zu haben und die ersten Sitzungen liefen recht passabel. In meiner letzten Session am vergangen Wochenende habe ich es jedoch mal wieder an fast allen Tischen so richtig besorgt bekommen, so dass ein ordentlicher Teil meiner Gewinne bereits wieder draufgegangen ist. Aber ich werde weiter Gas geben. Zum einen glaube ich, dass speziell beim PL Omaha noch unheimlich viele Donks unterwegs sind und zum anderen möchte ich meine eigene Fehlerquote noch wesentlich weiter reduzieren. Sobald mir dies gelingt, werde ich versuchen mal ein, zwei Limits höher anzugreifen.
Auch bei meinen beiden Live-Turnier Auftritten in 2011 lief es ganz ordentlich. Im Januar stand unser Monatsturnier in Verl an und bei 20 Teilnehmern landete ich auf Platz 3. Mit 12 Punkten somit ein gelungener Einstand und der Angriff auf den Sieg in der Jahreswertung ist eingeläutet.
Mein zweites Turnier habe ich dann vorletztes Wochenende in Rozvadov in der Tschechei gespielt. 110 EURO Buy-In Freezeout, 36 Teilnehmer…Deepstack….es gab 20.000 Chips und die Blinds sind alle 15 Minuten hochgegangen. Obwohl ich erst in Level drei eingestiegen bin, lief es von Beginn an ganz ordentlich an und ich war schnell auf 24.000 Chips hoch. Bei uns am Tisch war zu jenem Zeitpunkt noch ein Platz frei und in Level 5 gesellte sich dann Martin Kabrhel hinzu. Kabrhel hat im vergangenen Jahr so ziemlich alle Side-Events bei den EPT’s gewonnen und gilt als ausgezeichneter Turnierspieler.
Gleich in der allerersten Hand, nachdem er Platz nahm, raist er bei Blinds von 150/300 UTG auf 800. Ich sitze zwei Plätze links von ihm und denke mir, dass der Hund doch wohl nicht gleich in der ersten Hand eine Premium Hand ausgeteilt bekommen haben kann und heiße ihn mit einem Reraise auf 2000 erst einmal herzlich willkommen. Ich halte 53 von Kreuz. Alle anderen passen, aber Kabrhel called zu meinerunliebsamen Überraschung. Der Flop kommt KQT…allerdings mit zwei Kreuzen. Er checked…ich spiele 2000 nach. Er check-raised auf 5000. Ups…ich mache ein bisschen Show und tu so, als wenn ich eine Vollbombe auf der Hand habe und calle. Turn Herz Bube. Er checkt…ich repräsentiere das As und setze 8.000…er passt…ha, so spielt man es in Ostwestfalen!
Anschließend verliere ich einen recht großen Pot per Coinflip, aber das Feld lichtet sich immer weiter und irgendwann sind wir dann runter auf 16 Teilnehmer und zwei Tischen. Ich liege im Mittelfeld an Chips.
Mit ca. 9 Big Blinds pusche ich dann UTG mit einem 6er Pärchen. Alle scheinen zu passen, aber mein Hochgepokert-Technik-Kollege Tobias findet AK am Button! Er called. Flop J92…alles prima. Turn 9…auch noch OK. River J!!!!! Meine Sechser-Pärchen ist nur noch Schall und Rauch und sein As geht in die Wertung mit den beiden auf dem Board liegenden Pärchen. Während Tobias mit diesem Pot zum Chipleader avanciert, kann ich gerade mal noch die Ante sowie ein Viertel des Big Blinds für die nächste Hand aufbringen. Klinisch tot!
Ich kann den nächsten Pot allerdings gewinnen und auch aus dem Small Blind heraus kann ich nochmals aufdoppeln, so dass ich zwei Hände später wieder fast drei Big Blinds zusammen habe, als der Final Table feststeht. Hier kann ich dann sogar nochmals aufdoppeln sowie zweimal die Blinds stehlen, so dass ich wieder recht ordentlich im Rennen liege. Dann raist ein verrückter Tscheche UTG All-In. Ich sitze UTG+2, habe ihn gecovered und finde KQ. Was machen? Ich denke man kann die Hand hier getrost auch passen, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Tscheche weitaus schwächer ist und ich reraise All-In. Leider jedoch findet abermals Tobias direkt hinter mir nochmalig AK und geht seinerseits ebenfalls All-In. Er hat auch mich gecovert. Der Tscheche zeigt J6 off, aber alle Hoffnungen werden bereits mit der Turnkarte zerstört, als der Dealer ein As aufdeckt. Auf Platz 6 scheide ich aus…Bubbly-Boy! Tobias teilt sich dann mit den zwei anderen die Plätze 1 bis 3 und alle Drei kassieren 1.000 €.
Im Cashgame jedoch kann ich einen Tisch komplett rasieren und meinen Stack in recht kurzer Zeit fast vervierfachen. The Desert Fox ist wieder da...lol
In Rozvadov (Kings Casino) habe ich übrigens für das “Hochgepokert-Team“ das Highroller Cashgame kommentiert. War wirklich mal eine spannende Sache, da wir zum einen die Holecards der Kontrahenten sehen konnten und man zudem natürlich auch nicht alle Tage ein Spiel mit Blinds von 100 und 200 € zu Gesicht bekommt und kommentieren darf. Teilweise sogar mit Live-Straddles auf 200 bzw. 400 €. Definitiv nichts für schwache Nerven. Im Mai gibt es eine Neuauflage. Schaut dann rein auf www.hochgepokert.com, wenn ihr mal Pötte in Höhe von 70.000 € und teilweise noch höher sehen möchtet.
Kommen wir jetzt kurz zum Thema Sportwetten. Wie ich ja in früheren Blogeinträgen mal erwähnt habe, bin ich zwar kein regelmäßiger Sportwettenfreak, aber ich setze hin und wieder. Meist auf Spiele oder Events, die ich eh im Fernsehen verfolge. Da macht das Zuschauen halt doppelt so viel Spaß. Unterm Strich gesehen bin ich zwar nicht ganz weit im Minus, aber ich kann gewiss versichern, dass ich auch nicht in der Gewinnzone bin…lol…dafür setze ich halt viel zu gern auf die vermeintlichen Underdogs/Longshots und zudem auch viel zu häufig nach Sympathie. Meine Gewinn- und Verlustrechnung wird sich zeitnah jedoch schlagartig verändern!!!
Ich habe nämlich zwei ganz heiße Eisen im Feuer!!!
Zum einen Schalke 04. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich seinerzeit geritten hat, aber im November 2010 habe ich ein paar Euronen auf den S04 für den Gewinn des Titels in der Champions-League gesetzt. Nun, nach dem gestrigen Wahnsinns-Sieg in Mailand ist das Halbfinale zumindest mal geschafft (oder?) und es stehen nur noch zwei Gegner zwischen mir und einer recht n(f)etten Ausschüttung. Diese könnten zwar Manchester United und CF Barcelona heißen, aber wieso sollte Schalke nicht die beiden auch noch in die Schranken verweisen?
Je nach Gefühl könnte es aber sein, dass ich mich in den nächsten Wochen doch noch ein bisschen ’gegenversichere’ um somit zumindest einen sicheren (kleineren) Gewinn auf Tutti einzufahren. Aber mal schauen…vielleicht gehe ich auch volles Risiko und lass es einfach laufen…lol
Das nächste Pferdchen heißt Memphis Grizzlies und die Truppe spielt in der NBA. Die Grizzlies werden mit 99%iger Sicherheit die Playoffs (auf Platz 8) erreichen und spielen dort sehr vermutlich gegen die San Antonio Spurs in Runde eins. Obwohl mir einige Experten bereits mitgeteilt haben, dass sie in diesem Duell komplett chancenlos seien, so bin ich hingegen voll davon überzeugt, dass Memphis die Spurs ausschalten wird. Anschließend geht es gegen den Sieger aus Oklahoma City und Denver. Da mache ich bereits jetzt einen Haken dran…das ist wie ein Freilos.
Dann kommt allerdings die schwerste Nuss. Sehr wahrscheinlich die LA Lakers und die sind momentan absolut Top drauf. Da wird’s eng, aber ich sehe die Grizzlies durchaus auf Augenhöhe, zumal sie auch in der laufenden Saison bereits zweimal gegen die Lakers siegen konnten. Hier müssen „wir“ jedoch definitiv ein bisschen schwitzen.
Im Finale geht es dann gegen den Sieger aus der Eastern Conference. Ich denke die Miami Heats oder die Boston Celtics werden dies sein. Auch hier wird es enge und wir brauchen ein bisschen Glück.
So…das hört sich für euch vermutlich doch alles noch ein bisschen wage und hypothetisch an? Ja, ist es auch! Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass es für einen Gesamtsieg der Grizzlies bei den meisten Buchmachern derzeit noch eine Top-Quote von über 200 zu 1 gibt! Vor rund zwei Wochen lag die Quote sogar noch bei ca. 350 zu 1. Also…setzt mal 10 oder 20 € beim Buchmacher eures Vertrauens auf Memphis und schwitzt ein bisschen mit mir mit…lol. Immerhin haben die Grizzlies seit Ende Januar die beste Bilanz aller NBA-Teams aufzuweisen und zudem meiner Meinung nach auch ein wirklich sehr homogenes und schlagkräftiges Team. Darüber hinaus Top-Spieler auf einer wirklich sehr konkurrenzfähigen und starken Ersatzbank, der gerade bei den kräftezehrenden Playoffs eine durchaus wichtige Rolle zukommen kann.
Sollte es dann wirklich so kommen und die Grizzlies das Ding shippen, so kann ich schon jetzt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit versichern, dass ich die nächsten hier erscheinenden Blogeinträge irgendwo von einer Südseeinsel aus verfassen werde ;-)
Was steht als Nächstes auf dem Programm?
Morgen geht es bis einschließlich Montag nach Berlin zur dortigen EPT. Am Sonntag (10.4.) gibt’s ab 12.00 Uhr mittags den Stream auf www.pokerstars.tv, den ich wie gewohnt mit Markus Krawinkel sowie natürlich auch einigen Pokerprofis als Co-Kommentatoren an unserer Seite Live kommentieren werde.
Im Mai geht’s dann nach Madrid, wo in diesem Jahr erstmals das EPT Finale ausgetragen wird. Das Finale des Main Events gibt’s am 12.Mai ab 12.00 Uhr auf www.pokerstars.tv und einen Tag später zur gleichen Zeit wird dann der Finaltisch vom Turnier der Champions übertragen. Bei diesem Event werden die 70 (verschiedenen!) Sieger der bislang seit 2004 ausgetragenen EPT’s aufeinander treffen
und den “wahren“ Champion küren. Mit dabei dann unter anderem auch die deutschen EPT-Sieger Sebastian Ruthenberg, Sandra Naujoks sowie ElkY, Patrick Antonius, Liv Boeree, Jason Mercier sowie viele andere Top-Spieler. Ich setze auf Vladimir Geshkenbein als Sieger!
Wer ist euer persönlicher Favorit für dieses Turnier, wo alle ehemaligen EPT-Sieger an den Start gehen?
Abschließend wie gewohnt noch einige Kurzvideos:
Als großer Basketball-Fan muss ich natürlich irgendwann auch mal was von der NBA hier einstellen. Anbei ein Video von netten Sequenzen aus dem Jahr 2010. Nr. 3, 2 und 1 sind echtgeil schön anzusehen. Wobei...wenn Platz 3 nicht noch so gerade den Ring erwischt, dann gehts erst einmal für 6-10 Monate ins Krankenhaus!
http://www.youtube.com/watch?v=Hpje6AnuwBI
Ein Pokervideo darf natürlich auch nicht fehlen. Hier geht Tony G. völlig ab…seht selbst:
http://www.youtube.com/watch?v=EprGnEjm2oE
Abschließend noch ein (recht eigenwilliger) Werbespot von Kenwood…lol
http://www.youtube.com/watch?v=wZMZdQzoQgo&feature=related
Fangen wir zunächst mal mit meinem Umzug an. Im Laufe des Dezembers sowie Anfang Januar bin ich innerhalb Wiedenbrücks umgezogen. Luftlinie nur ein paar Hundert Meter und somit war der Umzug jetzt nicht wirklich allzu stressig, da ich im Vorfeld zwischendurch auch bereits immer mal wieder Sachen in meine neue Butze rüberkutschieren konnte. Somit waren nur zwei größere Umzugstage inkl. Sprinter und ein paar zusätzlichen Händen Hilfe von Nöten um den Rest komplett in mein neues Domizil (75 m² zzgl. kleinem Garten) überzusiedeln. Großen Dank an dieser Stelle übrigens an Jürgen, Markus und Mimo fürs anpacken.
Beim Umzug habe ich auch erst einmal bemerkt, wie viel Mist man doch im Laufe der Jahre ansammelt. Ich habe allein fünf große Kisten mit Büchern voll bekommen. Natürlich auch viele Pokerbücher darunter. Da ich die meisten eh schon mehrere Male gelesen habe, geht das Gros jetzt auch bald weg. Ebay oder sie werden verschenkt. Auch Klamotten, die ich bereits seit über zwei Jahren nicht mehr getragen habe, sind mittlerweile komplett entsorgt worden. Habe mir auch vorgenommen zukünftig nicht mehr alles zu sammeln und jeden Scheiß aufzubewahren nach dem Motto „Wer weiß, vielleicht kannst du es in zwei, drei Jahren ja noch einmal gebrauchen“. Da wird ab jetzt rigoros aussortiert!
Im Verlauf des Januars dann mein mittlerweile fast schon obligatorischer Bahamas-Trip. War natürlich wieder einmal sehr nett, dem strengen Winter hierzulande für ein paar Tage zu entfliehen und das Ganze auch noch bezahlt zu bekommen. Aber die Trips auf die Bahamas werden zumindest aus Wettersicht seltsamerweise und trotz allgemeiner Klimaerwärmung von Jahr zu Jahr bescheidener. Habe ich es 2007, damals war ich zu einem Backgammon-Turnier auf der Insel, hitzetechnisch noch kaum ausgehalten, so war das Wetter schon 2010 nur so lálá. In diesem Jahr war es jedoch katastrophal und wir haben die Sonne lediglich einmal ganz kurz gesehen. Meist hat es sogar richtig gestürmt und geregnet hat es zwischendurch auch etliche Male.
Da dies kein Wetter-, sondern ein Pokerblog ist, kommen wir jetzt mal zum Hauptthema. Auf den Bahamas habe ich nach einigen Wochen Pause mal wieder ein wenig Cashgame (NL200) gespielt und es lief ganz ordentlich. Zumindest ein kleines Plus gemacht. Darüber hinaus führte uns Sandra Naujoks in eine neue Variante des Pokerns sein => 9-Card-Omaha
Ich erkläre mal kurz die Regeln. Es kann mit bis zu fünf Teilnehmern gespielt werden. Jeder Teilnehmer erhält zu Beginn neun Karten ausgeteilt, von denen er eine Karte dann aussortiert bzw. ablegt. In der Regel eine kleine Karte (2 oder 3), die irgendwie nicht ins Blatt/System passt. Jeder behält somit noch acht Karten. Anschließend wird der Flop ausgeteilt. Dann legt jeder Spieler zwei weitere Karten ab, so dass man noch sechs Karten auf der Hand behält. Dann kommt die Turnkarte. Jetzt muss jeder Spieler nochmalig zwei Karten ablegen (behält also 4 über). Zum Schluss die Riverkarte und nun muss man zwei seiner vier verbliebenen Karten einsetzen um ein möglichst gutes Blatt zu bilden.
Wir (Sandra Naujoks, Dragan Galic, Dragan’s Perle sowie mein Kommentatorenkollege Markus Krawinkel) haben es dann so ausgewertet, dass derjenige mit dem besten Blatt 4 Pluspunkte bekam, der Zweitbeste 3 Pts, der Drittbeste 2 Pts usw. Wir haben meist Runden á 10 Spiele absolviert und die beiden Akteure mit der geringsten Punktzahl in der Gesamtwertung dieser 10 Games mussten sich die Zeche, sprich die komplette Rechnung, teilen.
Ich war übrigens nicht ein einziges Mal unter den Verlierern und konnte die Tage im (nicht unbedingt gerade sehr preiswerten) Atlantis-Hotel somit schön auf Kosten der anderen genießen. Kollege Krawinkel hingegen gehörte standardmäßig zu den Losern. Junge, Junge…muss es bei dem in der Liebe gut laufen…lol
Beim Online-Poker habe ich von Ende Dezember bis Ende März eine Pause von zwölf Wochen eingestreut und bin erst vor gut drei Wochen wieder eingestiegen. Und dies bei recht geringen und moderaten Einsätzen. Pot Limit Omaha bei Blinds von 0,50 und 1 $ bzw. sogar noch ein Limit tiefer. Leider habe ich durch die Pause meinen Supernova-Status einbüßen müssen und bin somit wieder ganz unten: Bronze! Aber die Pause scheint mir zumindest spielerisch einigermaßen gut getan zu haben und die ersten Sitzungen liefen recht passabel. In meiner letzten Session am vergangen Wochenende habe ich es jedoch mal wieder an fast allen Tischen so richtig besorgt bekommen, so dass ein ordentlicher Teil meiner Gewinne bereits wieder draufgegangen ist. Aber ich werde weiter Gas geben. Zum einen glaube ich, dass speziell beim PL Omaha noch unheimlich viele Donks unterwegs sind und zum anderen möchte ich meine eigene Fehlerquote noch wesentlich weiter reduzieren. Sobald mir dies gelingt, werde ich versuchen mal ein, zwei Limits höher anzugreifen.
Auch bei meinen beiden Live-Turnier Auftritten in 2011 lief es ganz ordentlich. Im Januar stand unser Monatsturnier in Verl an und bei 20 Teilnehmern landete ich auf Platz 3. Mit 12 Punkten somit ein gelungener Einstand und der Angriff auf den Sieg in der Jahreswertung ist eingeläutet.
Mein zweites Turnier habe ich dann vorletztes Wochenende in Rozvadov in der Tschechei gespielt. 110 EURO Buy-In Freezeout, 36 Teilnehmer…Deepstack….es gab 20.000 Chips und die Blinds sind alle 15 Minuten hochgegangen. Obwohl ich erst in Level drei eingestiegen bin, lief es von Beginn an ganz ordentlich an und ich war schnell auf 24.000 Chips hoch. Bei uns am Tisch war zu jenem Zeitpunkt noch ein Platz frei und in Level 5 gesellte sich dann Martin Kabrhel hinzu. Kabrhel hat im vergangenen Jahr so ziemlich alle Side-Events bei den EPT’s gewonnen und gilt als ausgezeichneter Turnierspieler.
Gleich in der allerersten Hand, nachdem er Platz nahm, raist er bei Blinds von 150/300 UTG auf 800. Ich sitze zwei Plätze links von ihm und denke mir, dass der Hund doch wohl nicht gleich in der ersten Hand eine Premium Hand ausgeteilt bekommen haben kann und heiße ihn mit einem Reraise auf 2000 erst einmal herzlich willkommen. Ich halte 53 von Kreuz. Alle anderen passen, aber Kabrhel called zu meiner
Anschließend verliere ich einen recht großen Pot per Coinflip, aber das Feld lichtet sich immer weiter und irgendwann sind wir dann runter auf 16 Teilnehmer und zwei Tischen. Ich liege im Mittelfeld an Chips.
Mit ca. 9 Big Blinds pusche ich dann UTG mit einem 6er Pärchen. Alle scheinen zu passen, aber mein Hochgepokert-Technik-Kollege Tobias findet AK am Button! Er called. Flop J92…alles prima. Turn 9…auch noch OK. River J!!!!! Meine Sechser-Pärchen ist nur noch Schall und Rauch und sein As geht in die Wertung mit den beiden auf dem Board liegenden Pärchen. Während Tobias mit diesem Pot zum Chipleader avanciert, kann ich gerade mal noch die Ante sowie ein Viertel des Big Blinds für die nächste Hand aufbringen. Klinisch tot!
Ich kann den nächsten Pot allerdings gewinnen und auch aus dem Small Blind heraus kann ich nochmals aufdoppeln, so dass ich zwei Hände später wieder fast drei Big Blinds zusammen habe, als der Final Table feststeht. Hier kann ich dann sogar nochmals aufdoppeln sowie zweimal die Blinds stehlen, so dass ich wieder recht ordentlich im Rennen liege. Dann raist ein verrückter Tscheche UTG All-In. Ich sitze UTG+2, habe ihn gecovered und finde KQ. Was machen? Ich denke man kann die Hand hier getrost auch passen, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Tscheche weitaus schwächer ist und ich reraise All-In. Leider jedoch findet abermals Tobias direkt hinter mir nochmalig AK und geht seinerseits ebenfalls All-In. Er hat auch mich gecovert. Der Tscheche zeigt J6 off, aber alle Hoffnungen werden bereits mit der Turnkarte zerstört, als der Dealer ein As aufdeckt. Auf Platz 6 scheide ich aus…Bubbly-Boy! Tobias teilt sich dann mit den zwei anderen die Plätze 1 bis 3 und alle Drei kassieren 1.000 €.
Im Cashgame jedoch kann ich einen Tisch komplett rasieren und meinen Stack in recht kurzer Zeit fast vervierfachen. The Desert Fox ist wieder da...lol
In Rozvadov (Kings Casino) habe ich übrigens für das “Hochgepokert-Team“ das Highroller Cashgame kommentiert. War wirklich mal eine spannende Sache, da wir zum einen die Holecards der Kontrahenten sehen konnten und man zudem natürlich auch nicht alle Tage ein Spiel mit Blinds von 100 und 200 € zu Gesicht bekommt und kommentieren darf. Teilweise sogar mit Live-Straddles auf 200 bzw. 400 €. Definitiv nichts für schwache Nerven. Im Mai gibt es eine Neuauflage. Schaut dann rein auf www.hochgepokert.com, wenn ihr mal Pötte in Höhe von 70.000 € und teilweise noch höher sehen möchtet.
Kommen wir jetzt kurz zum Thema Sportwetten. Wie ich ja in früheren Blogeinträgen mal erwähnt habe, bin ich zwar kein regelmäßiger Sportwettenfreak, aber ich setze hin und wieder. Meist auf Spiele oder Events, die ich eh im Fernsehen verfolge. Da macht das Zuschauen halt doppelt so viel Spaß. Unterm Strich gesehen bin ich zwar nicht ganz weit im Minus, aber ich kann gewiss versichern, dass ich auch nicht in der Gewinnzone bin…lol…dafür setze ich halt viel zu gern auf die vermeintlichen Underdogs/Longshots und zudem auch viel zu häufig nach Sympathie. Meine Gewinn- und Verlustrechnung wird sich zeitnah jedoch schlagartig verändern!!!
Ich habe nämlich zwei ganz heiße Eisen im Feuer!!!
Zum einen Schalke 04. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich seinerzeit geritten hat, aber im November 2010 habe ich ein paar Euronen auf den S04 für den Gewinn des Titels in der Champions-League gesetzt. Nun, nach dem gestrigen Wahnsinns-Sieg in Mailand ist das Halbfinale zumindest mal geschafft (oder?) und es stehen nur noch zwei Gegner zwischen mir und einer recht n(f)etten Ausschüttung. Diese könnten zwar Manchester United und CF Barcelona heißen, aber wieso sollte Schalke nicht die beiden auch noch in die Schranken verweisen?
Je nach Gefühl könnte es aber sein, dass ich mich in den nächsten Wochen doch noch ein bisschen ’gegenversichere’ um somit zumindest einen sicheren (kleineren) Gewinn auf Tutti einzufahren. Aber mal schauen…vielleicht gehe ich auch volles Risiko und lass es einfach laufen…lol
Das nächste Pferdchen heißt Memphis Grizzlies und die Truppe spielt in der NBA. Die Grizzlies werden mit 99%iger Sicherheit die Playoffs (auf Platz 8) erreichen und spielen dort sehr vermutlich gegen die San Antonio Spurs in Runde eins. Obwohl mir einige Experten bereits mitgeteilt haben, dass sie in diesem Duell komplett chancenlos seien, so bin ich hingegen voll davon überzeugt, dass Memphis die Spurs ausschalten wird. Anschließend geht es gegen den Sieger aus Oklahoma City und Denver. Da mache ich bereits jetzt einen Haken dran…das ist wie ein Freilos.
Dann kommt allerdings die schwerste Nuss. Sehr wahrscheinlich die LA Lakers und die sind momentan absolut Top drauf. Da wird’s eng, aber ich sehe die Grizzlies durchaus auf Augenhöhe, zumal sie auch in der laufenden Saison bereits zweimal gegen die Lakers siegen konnten. Hier müssen „wir“ jedoch definitiv ein bisschen schwitzen.
Im Finale geht es dann gegen den Sieger aus der Eastern Conference. Ich denke die Miami Heats oder die Boston Celtics werden dies sein. Auch hier wird es enge und wir brauchen ein bisschen Glück.
So…das hört sich für euch vermutlich doch alles noch ein bisschen wage und hypothetisch an? Ja, ist es auch! Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass es für einen Gesamtsieg der Grizzlies bei den meisten Buchmachern derzeit noch eine Top-Quote von über 200 zu 1 gibt! Vor rund zwei Wochen lag die Quote sogar noch bei ca. 350 zu 1. Also…setzt mal 10 oder 20 € beim Buchmacher eures Vertrauens auf Memphis und schwitzt ein bisschen mit mir mit…lol. Immerhin haben die Grizzlies seit Ende Januar die beste Bilanz aller NBA-Teams aufzuweisen und zudem meiner Meinung nach auch ein wirklich sehr homogenes und schlagkräftiges Team. Darüber hinaus Top-Spieler auf einer wirklich sehr konkurrenzfähigen und starken Ersatzbank, der gerade bei den kräftezehrenden Playoffs eine durchaus wichtige Rolle zukommen kann.
Sollte es dann wirklich so kommen und die Grizzlies das Ding shippen, so kann ich schon jetzt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit versichern, dass ich die nächsten hier erscheinenden Blogeinträge irgendwo von einer Südseeinsel aus verfassen werde ;-)
Was steht als Nächstes auf dem Programm?
Morgen geht es bis einschließlich Montag nach Berlin zur dortigen EPT. Am Sonntag (10.4.) gibt’s ab 12.00 Uhr mittags den Stream auf www.pokerstars.tv, den ich wie gewohnt mit Markus Krawinkel sowie natürlich auch einigen Pokerprofis als Co-Kommentatoren an unserer Seite Live kommentieren werde.
Im Mai geht’s dann nach Madrid, wo in diesem Jahr erstmals das EPT Finale ausgetragen wird. Das Finale des Main Events gibt’s am 12.Mai ab 12.00 Uhr auf www.pokerstars.tv und einen Tag später zur gleichen Zeit wird dann der Finaltisch vom Turnier der Champions übertragen. Bei diesem Event werden die 70 (verschiedenen!) Sieger der bislang seit 2004 ausgetragenen EPT’s aufeinander treffen
und den “wahren“ Champion küren. Mit dabei dann unter anderem auch die deutschen EPT-Sieger Sebastian Ruthenberg, Sandra Naujoks sowie ElkY, Patrick Antonius, Liv Boeree, Jason Mercier sowie viele andere Top-Spieler. Ich setze auf Vladimir Geshkenbein als Sieger!
Wer ist euer persönlicher Favorit für dieses Turnier, wo alle ehemaligen EPT-Sieger an den Start gehen?
Abschließend wie gewohnt noch einige Kurzvideos:
Als großer Basketball-Fan muss ich natürlich irgendwann auch mal was von der NBA hier einstellen. Anbei ein Video von netten Sequenzen aus dem Jahr 2010. Nr. 3, 2 und 1 sind echt
http://www.youtube.com/watch?v=Hpje6AnuwBI
Ein Pokervideo darf natürlich auch nicht fehlen. Hier geht Tony G. völlig ab…seht selbst:
http://www.youtube.com/watch?v=EprGnEjm2oE
Abschließend noch ein (recht eigenwilliger) Werbespot von Kenwood…lol
http://www.youtube.com/watch?v=wZMZdQzoQgo&feature=related
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